Partner von
Partner von

leserbriefe@brandeins.de

brandeins 05/2012 Kann denn Wahrheit Sünde sein?
Günter und Sylvia Lüttgens, Odenthal


Mit Interesse haben wir diesen Artikel gelesen, denn auch wir haben uns vor etwa 30 Jahren für das Prinzip des Kugelhaufenreaktors begeistert. Gründlich haben wir seinerzeit Planung, Bau, Inbetriebnahme (1983) und schließlich Stilllegung (1989) des THTR in Hamm-Uentrop verfolgt. Dieser Kugelhaufenreaktor wurde ja bereits kommerziell genutzt, hatte aber am 4. Mai 1986 einen Störfall mit Freisetzung von radioaktivem Material. Eigentlich war es damals nur einem Umstand zu verdanken, dass die Angelegenheit weitgehend unbeachtet blieb: Wenige Tage vorher, am 26. April 1986, war die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl eingetreten. So vermischten sich die radioaktiven Belastungen aus den beiden Störfällen in der Atmosphäre über Deutschland. Die Probleme und Gefahren mit diesem Reaktortyp waren Fachleuten also bereits Ende der Achtzigerjahre bekannt und mussten nicht erst 2008 noch einmal "verraten" werden.

brandeins 04/2012 Am Ende der Kostenschraube
Andreas Ernst, Suzhou/China

Da ich in China in der Nähe von Suzhou lebe und einen sehr guten Einblick in die dortige Wirtschaft habe, kann ich Ihnen sagen, dass nicht alles so stimmt, wie Sie es darstellen. Zum Beispiel ist verständlich, dass Frau Dang noch nie in einem Pizza Hut gegessen hat. Wenn in Deutschland ein Arbeiter 3000 Euro verdient, gibt er auch nicht unbedingt 30 Euro für ein Essen aus. Mit 3000 RMB ist die Arbeiterin für chinesische Verhältnisse nicht schlecht bezahlt. Und man sollte nicht vergessen, dass es in China immer noch Menschen gibt, die im Jahr(!) 2300 RMB verdienen und auch im Umkreis von Suzhou leben. Momentan ist es hip, sich über Apple auszulassen. Aber was, meinen Sie, kostet eine Jeans in der Herstellung? Zwei bis fünf Euro. Und auch die wird sicherlich nicht unter besseren Bedingungen gefertigt als ein iPhone. Oder Turnschuhe unserer Markenhersteller - Herstellungskosten von drei bis zwölf Euro und Verkaufspreise zwischen 50 und 250 Euro.

brandeins 03/2012 Flotter Dreier
Annegret Sturm, Genf

Bravo für diesen Artikel, der doch mal anschaulich zeigt, dass es auch anders geht. Ich weiß, was es heißt, seinen Bachelor in sechs Wochen zu machen, 14 Tage lang jeden Tag zwei Prüfungen zu haben, aus denen man außerdem eher gehen muss, weil man noch andernorts eine Konferenz hat oder Patienten betreuen muss. Und wenn die Master-Arbeit auch erst abends nach dem Polnisch-Intensivkurs abgefasst werden kann - sobald die 16 Seiten Hausaufgaben erledigt sind, versteht sich. Es ist beeindruckend zu lesen, wie die drei jungen Männer einander gegenseitig unterstützt haben - und umso erschreckender sind die Reaktionen auf eine derartige Leistung. Wenn selbst der Studienberater offensichtlich machbare Dinge für unmöglich erklärt, dann befinden wir uns ernsthaft in einer Situation, in der in Deutschland der Leistungswille untergraben wird. Auch bei mir war ein siebenmonatiger Rechtsstreit nötig, bis man mich endlich "einfach nur studieren" ließ. Offenbar ist es der Verwaltung lieber, wenn man drei Jahre Kosten verursacht, als das Ganze für alle effektiv zu gestalten.

brandeins 03/2012 Facebook fürs Büro
Stefan Pantke, Kiel

In dem Artikel wurde die Web-Anwendung Chatter erwähnt. Die Firma Salesforce habe diese Software zur Organisation des eigenen Umzugs genutzt. Korrekt, Salesforce hat sie genutzt - denn Salesforce ist der Hersteller des Produkts. Wenn schon Werbung in Artikeln erscheint, dann sollten Sie dies wenigstens unübersehbar kenntlich machen. Ich meine, dass ich keinen Hinweis auf die Beziehung von Chatter zu Salesforce gelesen habe.

(Anmerkung der Redaktion: Stimmt, das hätten wir deutlicher machen sollen. Der Hinweis steckt im zweiten Absatz: "Joachim Schreiner, der Area Vice President Central Europe, ist trotzdem bester Laune. ,Der Umzug ist ein gutes Beispiel, wie effizient man mit Chatter kommunizieren kann', sagt der Mann, der dieses Produkt vertreibt.") Korrekturen:

Die Mikroökonomie "Ein Novize in Laos" (brandeins 05/2012) wurde von Michaela Kaiser und nicht von Sonja Galler verfasst. Und in derselben Ausgabe haben wir in der "Welt in Zahlen" aus dem twitternden John Boehner den amerikanischen Regierungssprecher gemacht - tatsächlich ist er der Sprecher des Repräsentantenhauses, also der Legislative, nicht der Exekutive.