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Atemberaubender Fortschritt

Dank der Dampfmaschine entwickelte sich Manchester im 19. Jahrhundert zu einer Industriemetropole.




In Manchester verfinsterte der Fortschritt die Sonne. "Ich erinnere mich an den ersten Blick", schrieb 1842 der Historiker William Cooke Taylor nach einem Besuch. "Ich sah einen Wald von Schornsteinen, die eine gigantische Menge schwarzen Rauchs in die Luft bliesen, der sich wie eine Decke über den ganzen Ort zu legen schien."

Die industrielle Revolution forderte ihren Tribut. 108 Spinnereien gab es 1853 in Manchester, dem Zentrum der Textilindustrie. Und die ortsansässige "Manchester Times" lobte "unsere gesegnete Cottonopolis" am 29. April 1854 noch ganz ohne Ironie. Begonnen hatte alles mit dem Friseur Richard Arkwright. Der eröffnete 1781 in der Miller Street die erste dampfbetriebene Spinnerei und mechanisierte so eine Tätigkeit, die bis dahin in Heimarbeit erledigt wurde.

Manchester wandelte sich in ein Zentrum der Massenproduktion. Die Besitzer der Spinnereien brachten es zu Wohlstand. Arkwright nahm allein durch Patentrechte 200000 Pfund ein und wurde in den Adelsstand erhoben. Die boomende Branche zog die Bauindustrie nach und stachelte Ingenieure zu immer neuen Erfindungen an. Fabrikbau wurde eine eigene Disziplin.

Dank des Baus von Kanälen und Eisenbahntrassen konnten die Rohstoffe leicht eingeführt und die fertigen Produkte schnell exportiert werden - obwohl die Stadt nicht am Meer liegt. Auch gab es genügend Wasser und Kohlevorräte, um die Maschinen anzutreiben. Aus ganz England strömten Arbeitskräfte herbei: Sie durchlitten, was seither Manchester-Kapitalismus heißt. Friedrich Engels, damals fast zwei Jahre bei der familieneigenen Spinnerei Ermen & Engels tätig, wetterte gegen die "zügellose Profitgier" der Fabrikanten und den "sozialen Mord" an den Arbeitern.