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Unternehmer mit Biss

Putzerlippfische sind begnadete Geschäftsleute. In ihren Unterwasser-Wellness-Salons gehen sie auf die Bedürfnisse der Kunden individuell ein, lösen Konflikte auf charmante Weise, haben ihren Vorteil immer im Blick und verfügen über ein Gedächtnis, von dem viele Menschen nur träumen können. Nur manchmal überkommt sie die Gier.




- Ein kleiner, schlanker Lippfisch tänzelt durchs Wasser auf eine Riesenmuräne zu. Er will zur Arbeit. Entschlossen schwimmt er dem fast drei Meter langen Raubfisch ins Maul und stochert zwischen den spitzen Zähnen nach Speiseresten. Später schlüpft er in die Kiemenöffnungen der Muräne, schrubbt dort die zarten Schleimhäute und befreit zuletzt das Schuppenkleid von Parasiten.

Oft mehr als 2000 solcher Kosmetikbehandlungen leisten Putzerlippfische an einem einzigen Arbeitstag: mutig, effizient und geschäftstüchtig. "Sie sind begnadete Unternehmer", sagt der Verhaltensforscher Redouan Bshary von der Universität Neuenburg in der Schweiz. "Sie gehen auf die Bedürfnisse ihrer Klienten individuell ein, sind talentierte Selbstvermarkter, lösen Konflikte kreativ und behalten ihren Vorteil immer im Blick." Das große Ziel heißt Profit: Sie kämpfen in einer schwierigen Branche um möglichst viel Futter.

Der Biologie-Professor Redouan Bshary - 45, klein, quirlig, orangefarbenes Sweatshirt - kennt diese Unterwasserunternehmer so gut wie sonst wohl kaum jemand. Ursprünglich forschte er über Affen. Ende der neunziger Jahre stieg er auf Flossentiere um. Mittlerweile hat er mehr als zwei Jahre als Taucher im Meer verbracht und noch weit mehr Zeit bei Labor-Experimenten in Aquarien. Sein Fazit: "Fische werden völlig unterschätzt."

Buntbarsche etwa nutzen Werkzeuge und können logisch denken. Forellen merken sich Informationen monatelang, und Bischofskärpflingen versuchen Verhaltensforscher wie Bshary gar das Lesen beizubringen. Experimente haben nämlich gezeigt, dass sich diese tropischen Süßwasserfische abstrakte Zeichen merken können. Gut möglich also, dass die Wissenschaft jahrhundertelang irrte und gar kein großes Gehirn nötig ist, um höhere Intelligenz zu entwickeln.

Die wohl cleversten Fische werden bis zu zwölf Zentimeter lang - und sind die geborenen Geschäftsleute: Gemeine Putzerfische (Labroides dimidiatus), liebevoll auch Meerschwalben genannt. Viele andere Putzer lassen sich von einem Großfisch fest anstellen und gehen ein längerfristiges Arbeitsverhältnis ein. Meerschwalben hingegen, die Putzer mit den markanten schwarzen Seitenstreifen, sind freischaffend im Kurzzeit-Einsatz tätig. Als Kleinunternehmer betreiben sie so etwas wie submarine Wellness-Tempel und arbeiten für unzählige verschiedene Klienten, von denen manche für sie lebensgefährlich sind.

Mit der Hygiene-Branche liebäugeln viele Fische, solange sie jung sind, erzählt Bshary. Doch die meisten Arten geben rasch wieder auf. Der Beruf des Unterwasser-Kosmetikers ist zu hart für sie - und die Meerschwalben kontrollieren den Markt.

Als Kosmetikstudios dienen ihnen kleine Korallenriffe unweit der Küste. Sobald die Sonne aufgeht und die oberen Wasserschichten des Meeres erhellt, beginnen sie ihr Tagewerk. Meist warten dann schon die ersten Klienten vor der Putzstation. Denn über Nacht haben sich unzählige Mini-Krabben, Plattwürmer und Krebstierchen bei ihnen eingenistet. Die Unterwasser-Kosmetiker fackeln nicht lange. Mit ihren kräftigen Schneidezähnen, die wie Baggerschaufeln aus dem Maul ragen, kratzen sie die Mitesser ab und verzehren sie zum Frühstück.

Schon frühmorgens warten viele Kunden. Alle mit nur einem Wunsch: "Putz mich zuerst!"

Redouan Bshary ist ein unruhiger Geist, der die Grenzen seines Faches immer wieder übertritt. In seinem Arbeitszimmer stapeln sich zerlesene Wälzer und wissenschaftliche Aufsätze über Fische, Psychologie, Intelligenzforschung, Affen, Wirtschaftstheorie. Doch verglichen mit dem beruflichen Alltag einer Meerschwalbe sei, was er so treibe, "wie Faulenzen", sagt Bshary. "Es ist unglaublich, was diese Tiere leisten, aber sehen Sie selbst." Er spielt am Computer ein Video ab, das er bei einem Tauchgang im Roten Meer aufgenommen hat: Meerbarben, Süßlippen, Muränen, Doktorfische und Zackenbarsche tummeln sich vor einer Putzstation am Riff. Manche spreizen ihre Flossen ab, einige reißen Maul und Kiemendeckel auf, andere wechseln gar die Farbe - alles nur, um der Meerschwalbe zu signalisieren: "Putz mich zuerst!"

Es gibt Kunden, die alle paar Minuten kommen, um sich pflegen zu lassen, erzählt Bshary. An einem einzigen Tag befreien die Unterwasser-Kosmetiker bis zu 50 verschiedene Fischarten von Parasiten: Fische, deren Revier im direkten Einzugsgebiet des Kosmetiksalons liegt, also potenzielle Stammkunden, ebenso wie Gelegenheitskunden, die auch einen anderen Salon aufsuchen könnten. "Und bei allem Stress scheinen die Putzer solche Kriterien ständig im Hinterkopf zu haben", sagt der Forscher. "Sie behandeln ihre Klienten sehr unterschiedlich."

Während in der Welt der Menschen Stammkunden üblicherweise privilegiert behandelt werden, gilt bei Meerschwalben das Gegenteil. Fische, die zufällig vorbeikommen, nehmen sie sofort dran, stellte Bshary fest. Stammkunden hingegen müssen warten können. Und während sie neuen Kunden fast immer einen erstklassigen Service bieten, beißen sie ihrer Stammklientel schon mal ein Stück Fleisch aus der Haut oder schlabbern vom Mucus, der Schleimschicht, die über den Schuppen liegt.

Eine clevere Strategie: Müssen Klienten, die von weither kamen, nämlich lange warten oder werden gar gebissen, so kann die Meerschwalbe sie als Kunden gleich wieder vergessen. Bei ihrer Stammklientel hingegen kann sie sich viel mehr erlauben, bis es zum Bruch kommt. "Das Spiel von Angebot und Nachfrage", sagt Bshary lakonisch, "dient leider nicht immer dem Wohl aller Kunden." Wie beim Menschen: "Städter haben zum Beispiel die Wahl, wo sie sich die Haare schneiden lassen. Auf dem Land hingegen gibt es in weitem Umkreis oft nur einen Friseur - und der gibt sich nicht unbedingt Mühe." Bshary weiß es noch ganz genau, er ist in der süddeutschen Provinz aufgewachsen.

Doch wie schaffen es Meerschwalben - bei mehr als 2000 Behandlungen täglich -, Stammkunden und Laufkundschaft auseinanderzuhalten? Nomadisch lebende Fische, wie etwa die Makrelen, kommen immer sofort an die Reihe, sagt Bshary. Die Putzerlippfische unterscheiden ihre Auftraggeber aber nicht nur nach Arten. Sie erkennen Klienten auch als Individuen, wie er und sein Team nachweisen konnten. "Die Obergrenze ist da noch nicht klar", sagt der Wissenschaftler. Doch er vermutet, dass sie mehr als 100 Klienten individuell unterscheiden können. Und sie können sich sogar an Details bei deren letztem Besuch in der Putzstation erinnern. Ohne Sekretärin und Blackberry.

Warten ausnahmsweise mal keine Fische, so betreiben die Putzer Akquise, sagt Redouan Bshary und klickt das nächste Video an. Es zeigt eine Meerschwalbe, die wie ein umtriebiger Kellner vor dem Eingang des Salons umherscharwenzelt und vorbeischwimmende Fische zur Behandlung einlädt. Die Kosmetiker bieten auch Wellness-Pakete an, die weit mehr umfassen als nur die Pflege der Haut. Nicht nur, dass Meerschwalben von der Kiemensäuberung übers Peeling und Zähneputzen um die gesamte Körperhygiene der Kundschaft besorgt sind, bei Bedarf wird sogar massiert. Sie gleiten dazu auf den Rücken des Klienten und kneten mit ihren Brust- und Bauchflossen dessen Muskulatur durch.

Beschwerde-Management am Korallenriff: zur Besänftigung eine Rückenmassage

Bshary bewundert die Meerschwalben, obwohl die Auseinandersetzung mit dieser Spezies für ihn auch mit Enttäuschungen verbunden war. Sein Spezialgebiet sind "Kooperationen in der Tierwelt". In der Natur will bekanntlich jeder seine Gene weitergeben. Es herrscht ein brutaler Konkurrenzkampf um Futter, Sexualpartner, Reviere. "Dennoch kommt es auch zur Zusammenarbeit", sagt er. Eine Partnerschaft zwischen unterschiedlichen Arten, die beiden zum Vorteil gereicht und kein Konfliktpotenzial birgt, heißt bei den Fachleuten Mutualismus. Bei Feldforschungen im Regenwald von Westafrika hat Bshary etwa beobachtet, dass Meerkatzen und Stummelaffen gezielt auch die Tiere der jeweils anderen Spezies durch Alarmrufe warnten, sobald sich ein Adler oder Leopard näherte.

Auch zwischen Meerschwalben und ihren Klienten bestehe ein klassischer Mutualismus, glaubten die Verhaltensforscher lange. Es handle sich um ein simples Tauschgeschäft: Nahrung gegen Hygiene. Doch die Wirklichkeit ist offenbar weniger harmlos. Die Putzer verhalten sich nämlich lange nicht so fair, wie Bshary anfangs dachte. Sie sind gierig nach Erfolg. Ihr Geschäft soll wachsen. Sie wollen so viel Futter wie nur irgendwie möglich ergattern - und hin und wieder einen ganz besonderen Leckerbissen.

Bei seinen Tauchgängen im Roten Meer fiel dem Forscher auf, dass manche Besucher der Kosmetiksalons am Riff während der Behandlung plötzlich eigentümlich zuckten, als hätte man sie mit einer Nadel gestochen. Zwar futtern Meerschwalben durchaus gern die Parasiten vom Körper ihrer Klienten, stellte er fest. Doch insgeheim haben sie es auf die schleimige Schutzschicht (Mucus) über dem Schuppenkleid der Kunden sowie die Haut und Schuppen selbst abgesehen. Eine ungute Konstellation: Als hätte in der Welt der Menschen ein sadistisch veranlagter Friseur seinen Beruf vor allem aus dem Grunde gewählt, um seinen Kunden hin und wieder ins Ohr zu schneiden.

Der Mucus hat wichtige Funktionen. Er schützt die Fische vor Infektionen und reduziert den Reibungswiderstand im Wasser. Reißt die Meerschwalbe einem Kunden Schuppenstücke aus der Haut, rastet so mancher Klient aus, wird aggressiv und jagt dem Kosmetiker nach. Doch Meerschwalben können Charmeure sein. Sogleich bieten sie zur Versöhnung eine Entspannungsmassage an. Und viele aufgebrachte Fische genießen diese Streicheleinheiten offensichtlich so sehr, dass sie in eine Art Trance geraten - und mancher Konflikt erledigt ist.

Überlebensstrategie: Raubfische knuddeln, damit sie nicht zubeißen

Meerschwalben setzen diesen Trick mitunter auch präventiv ein, ähnlich wie manche Firmen ihren Kunden hin und wieder kleine Geschenke machen, um sie bei der Stange zu halten. Sie knuddeln, streicheln und massieren dann vor allem solche Klienten, die ihnen gefährlich werden können, noch nicht zur Stammkundschaft gehören oder sehr gute Futterquellen sind. Besonders verblüffend: Die Putzer hätscheln hungrige Raubfische häufiger als solche, die gerade gefressen haben. "Sie verfügen über machiavellistische Intelligenz", sagt Bshary. Meerschwalben manipulieren ihr Umfeld, wie es schon Niccolò Machiavelli, der Stratege aus der Zeit der Renaissance, den Mächtigen empfahl.

Sogar die Hormone ihrer Klientinnen und Klienten können diese Winzlinge ins Wallen bringen, wenn es dem Profit nützt. Experten haben herausgefunden, dass die Massagen den Pegel der Stresshormone im Blut senken. Nach mehreren Behandlungen mit einer weichen Bürste, die den Brust- und Bauchflossen der Meerschwalbe nachgebildet worden war, hatten Fische in Laborversuchen deutlich weniger Cortisol im Blut als Artgenossen, die keine Massage abbekommen hatten. "Weniger Stress bedeutet für den Fisch: weniger Energiebedarf - und damit einen Vorteil im Überlebenskampf", sagt Bshary.

Meerschwalben massieren längst nicht bei jeder Behandlung.

Und wahrscheinlich ist gerade dieses Überraschungsmoment Teil des Anreizes für Kunden. Die Hoffnung auf Streicheleinheiten sei mit Sicherheit ein Motiv, weshalb viele Fische so häufig zur Kosmetik kämen, glaubt Bshary. Und auch eine Erklärung dafür, dass eine Meerschwalbe bei der Arbeit fast nie gefressen werde.

Ob zufriedene Kunden den Salon ihres Vertrauens an Artgenossen weiterempfehlen, ist nicht nachgewiesen. Die Außenwirkung scheint jedoch auch im submarinen Sektor für den Geschäftserfolg eine Rolle zu spielen. Meerschwalben haben zwar keine PR-Abteilung in ihren Betrieben. Doch es fällt auf: Sie arbeiten sorgfältiger und beißen ihre Kunden deutlich seltener, wenn die Warteschlange vor dem Salon lang ist.

Aus gutem Grund, wie die Verhaltensforscher herausfanden: Werden die Wartenden nämlich Zeugen einer guten Behandlung, lassen sie sich ebenfalls putzen. Ist der Service hingegen schlecht, schwimmen etwa acht von zehn Zuschauern weiter. Und so unglaublich es klingt: Meerschwalben sind so geschäftstüchtig, dass sie sich mehr anstrengen, sobald Gelegenheitskunden zusehen die als Stammklientel infrage kommen. Bei Fischen aus der eigenen Nachbarschaft lohnt sich der Extra-Aufwand nicht.

Redouan Bshary will nun untersuchen, ob Putzerlippfische auch die gelegentlichen Bisse nach Mucus, Haut und Schuppen strategisch einsetzen. Eine Sorte von Kunden nämlich beißen sie nachweislich nie: Raubfische. "Und in diesem Fall ist die Strategie der bedingungslosen Kooperation ja auch sehr vernünftig", sagt der Forscher. Dafür pflegen die Kosmetiker Muränen und andere Raubfische kürzer als alle anderen Flossentiere. "Wahrscheinlich, weil der Mehrwert, weiter geputzt zu werden, für einen Raubfisch beständig sinkt, je länger die Behandlung dauert, während der potenzielle Wert des Kosmetikers als Nahrung konstant bleibt", sagt Bshary.

Warum die Meerschwalben so erfolgreich sind? Bestimmt auch wegen ihrer schlanken Organisation. Viele arbeiten als Einmannbetriebe, andere wiederum in Zweierteams. Als Bshary die Unternehmensstruktur genauer unter die Lupe nahm, fand er heraus: Die Einmannbetriebe werden immer von Weibchen geführt, und viele dieser Salons sind Zweigstellen größerer Zwei-fisch-Betriebe.

Putzerlippfisch-Männchen halten sich einen Harem. Das größte Weibchen arbeitet als Assistentin im Salon des Paschas und Firmenchefs mit, die kleineren Weibchen eröffnen Filialen in der Nachbarschaft. Alles, was eine solche Kette erwirtschaftet, bleibt also in der Familie.

Der Pascha ist eine Autorität. Beißt seine Assistentin einen gemeinsamen Klienten, wird der Boss rabiat und jagt der Mucus-Diebin hinterher. Das ist rüpelhaft, kommt aber den Kunden zugute. Bshary und seine Kollegen haben festgestellt, dass die Klienten in Putzstationen, die von Pärchen betrieben werden, einen besseren Service genießen als bei Solistinnen.

Ein weiterer Grund für das Macho-Gehabe: Die männlichen Fische stehen unter gewaltigem Druck. Denn ständig droht ihnen Konkurrenz aus dem eigenen Unternehmen. Meerschwalben sind nämlich in ihren jungen Jahren allesamt weiblich. Erst im Erwachsenenalter wechseln manche ihr Geschlecht.

Sobald das größte Weibchen im Harem gleich kräftig ist wie der Pascha, kommt es zur Geschlechtsumwandlung - und zur Rebellion gegen den Chef. Dann ist es üblich, dass sich das neue Männchen mit einem Teil des Harems vom alten Clan trennt. Ein Zerfall des Firmen-Imperiums ist also jederzeit möglich, und der Gründervater weiß das.

Je größer und fetter ein Weibchen, desto mehr Eier kann es legen - ganz im Sinne der Firma. Doch einen Teil der Energie aus der Nahrung nutzt die Putzerfischdame nicht zur Fortpflanzung, sondern zum eigenen Wachstum. Und wenn das Weibchen Mucus nascht - der einen deutlich höheren Nährwert hat als die meisten Fisch-Parasiten -, wächst es schneller heran und wird zur Bedrohung des Salonchefs. Und der reagiert auf das geschäftsschädigende Naschen prompt viel aggressiver als üblich, sobald das Alphaweibchen ihm ebenbürtig wird.

Wie die Firmenchefs es neben all ihren anderen Aufgaben schaffen, auch noch ihren Harem im Blick zu behalten, ist selbst Bshary bisher ein Rätsel. Der Alltag dieser Top-Unternehmer fordert immense Kraft. Und Putzerlippfische scheinen sie zu besitzen. Denn ihre Bilanz ist fast immer positiv. Sie kriegen, was sie wollen: immer mehr Futter - und von Zeit zu Zeit einen ganz besonderen Leckerbissen. Ihr Laden brummt.

Sobald es dunkel wird, ruhen die Meerschwalben. Sie legen sich dazu am Meeresgrund auf die Seite. Beim Homo sapiens dient der Schlaf dazu, im Wachzustand Erlebtes zu verarbeiten, vermuten Psychologen. Ob Ähnliches auch für den Putzerlippfisch gilt? Es wäre ein weiterer Hinweis auf seinen regen Geist. In Neuenburg blieb einmal über die Feiertage aus Versehen das Licht im Aquarienraum an. Die Tiere fanden keine Ruhe - und waren danach "total fertig", erinnert sich der Professor.

Doch sind diese Fische in unserem Sinne wirklich klug, nicht bloß Instinktwesen? Haben Meerschwalben ein Bewusstsein? "Schwierige Fragen", sagt Redouan Bshary. "Auf jeden Fall sind sie zu eindrucksvollen kognitiven Leistungen fähig." Aber Bewusstsein? Der Forscher lächelt. "Es gibt da leider die Sprachbarriere", sagt er. "Meerschwalben können nicht in Worte fassen, wie sie zu welchen Entscheidungen und erfolgreichen Strategien kommen."

Wobei: So etwas soll auch bei Spitzenunternehmern der Art Homo sapiens vorkommen. Selbst Steve Jobs konnte bis zu seinem Tod nicht erklären, wie er es zum Superstar gebracht hat.-