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Schuld an den Schulden

Die Bankenrettung kam uns teuer zu stehen. Hier eine - vorläufige - Bilanz.




- Wer wissen will, wie teuer Deutschland die Finanzkrise kam, der muss einen Blick auf die Staatsverschuldung werfen (siehe Grafik). 2007 standen Bund, Länder und Kommunen mit 1,55 Billionen Euro in der Kreide. Ende 2011 waren es bereits 2,03 Billionen.

Das kam so: Der Staat muss für die Verbindlichkeiten der Bad Banks von WestLB und Hypo Real Estate in Höhe von 223,9 Milliarden Euro geradestehen, was in den Schuldenstand einfließt. Weitere 36,4 Milliarden Euro sind direkte Kapitalhilfen für die Banken. Die Posten im Einzelnen:

- 31,5 Milliarden Euro flossen über den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) an die Banken. Allein die Commerzbank wurde von ihm mit 6,7 Milliarden Euro gestützt.

- 15,6 Milliarden Euro nahmen die Länder in die Hand, um strauchelnden Instituten zu helfen.

- 1 Milliarde Euro nahm sogar die Stadt Stuttgart auf, um die Landesbank Baden-Württemberg zu retten.

Inzwischen haben die Banken schon 11,7 Milliarden Euro an den Soffin zurückgezahlt.

Und der Rest?

Die 36,4 Milliarden Euro an Aktien und stillen Einlagen sind nicht verloren. Steigen die Kurse, könnten Bund und Länder ihre Beteiligungen womöglich gewinnbringend verkaufen und an der Krise sogar verdienen.

Doch auch dann bleiben noch weitere 400 Milliarden Euro an Garantien und Bürgschaften, die der Bund für die Banken übernommen hat. Dafür waren keine Schulden nötig. Und beim Bundesfinanzministerium ist man zuversichtlich, dass kein Geld fließen muss. Doch: "Dieser Garantierahmen birgt ein immenses Risiko an etwaigen künftigen Kosten", sagt Dorothea Schäfer, Finanzexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

Wie teuer für die Deutschen die Krise wirklich wird, ist daher abschließend erst in einigen Jahren zu sagen. -