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leserbriefe@brandeins.de

brand eins 02/2012 Prolog
Antje Voß, per E-Mail


Beim Lesen der aktuellen Ausgabe ist uns aufgefallen, dass es sich auf Seite 39 nicht - wie angegeben - um die Facebook-Präsenz von Schlecker handelt, sondern um ein Facebook-Profil, welches von Dritten erstellt wurde. Auf der angegebenen Facebook-Seite befinden sich weder Unternehmensdaten noch ein entsprechendes Impressum.

(Anm. der Redaktion: Die Leserin hat recht - da sind wir der Unübersichtlichkeit der Facebook-Profile aufgesessen. Und entschuldigen uns bei unseren Lesern und bei Schlecker.) brand eins 02/2012 Fluchst du noch? Oder telefonierst du ...
Hilde Fabry, Österreich/per E-Mail

Zum Ikea-Artikel in der aktuellen Ausgabe muss ich mich einfach melden, weil ich wohl zu wenigen Marken eine derart emotionale Bindung habe. Als Marketing- und Produktmanagement-Fachfrau für Lebensmittel weiß ich, was der vorhergehende Satz bedeutet, kann sehen, wie das Ikea-Marketing arbeitet, und dabei genießen, wie es bei mir verfängt.

Aber - und das sage ich als Marketing-Mensch durchaus mit einem weinenden Auge - der Beweis liegt immer im Produkt.

Deshalb zwei konkrete Gründe, warum ich Ikea-Fan bin:

1. In den neunziger Jahren habe ich für eine deutsche Firma in Danzig/ Polen gearbeitet und zur Möblierung meiner dortigen Wohnung im gerade neu eröffneten Ikea einen Couch-Tisch erstanden. Als der Tisch drei Umzüge später im Jahr 2004 in Salzburg/Österreich wieder aufgebaut werden sollte, fehlten ein paar Schrauben. Ich bin mit der einen, noch vorhandenen Schraube zum Info/Service-Desk von Ikea Salzburg marschiert, und 20 Sekunden später war das Problem gelöst.

2. In einem Anfall von Bürgerlichkeit haben wir 2002 in Frankfurt eine Schrankwand von einer namhaften deutschen Einrichtungsfirma erworben. Die Tatsache, dass das Ding vier Wochen später immer noch nicht fertig aufgebaut war beziehungsweise nach dem Aufbau die Schiebetür total schief hing, führte zu einer mittleren Ehekrise. Beim anschließenden Umzug nach Salzburg waren die zwei zum Zusammenbauen der Möbel angereisten Zimmerer aus der Verwandtschaft den ganzen Tag mit eben dieser Schrankwand beschäftigt und zogen sich dementsprechend auch den Spott der Möbelpacker vom Umzugsunternehmer zu, die in der gleichen Zeit sämtliche anderen - großteils von Ikea stammenden - Möbel im ganzen Haus zusammengeschraubt hatten. Erst beim nächsten Umzug in die eigenen vier Wände innerhalb von Salzburg fand sich ein beherzter Tischler unter den Umzugshelfern, der erkannte, dass die Vorbohrungen einfach falsch waren, und mit ein paar zusätzlichen Löchern dafür sorgte, dass das gute Stück zuletzt gerade an der Wand stand.

Allerdings teile ich die Einschätzung, dass Internet und Serviceline einen bei Ikea nicht unbedingt weiterbringen. Ikea ist einhundert Prozent analoges Einkaufserlebnis, direkt und vor Ort.

brand eins 02/2012 Gute Frage: Netzneutralität
Alexander Lang, per E-Mail

Der Artikel geht meiner Meinung nach größtenteils am Thema vorbei. Der Vergleich mit der Post hinkt. Während der Paketbote das neue Nagelpflege-Set bringt, transportieren die Datenpakete im Netz (auch) politischen Diskurs, tragen zu Demokratiebildung bei. Es geht nicht darum, auf Kosten der Masse Filme in HD zu gucken. Dagegen gibt es bereits Mittel: Volumentarif statt Flatrate. Das Problem haben sich die Anbieter selbst eingebrockt. Mit dem Ende der Netzneutralität würden Technologien wie deep packet inspection (Definition in Wikipedia: Verfahren in der Netzwerktechnik, um Datenpakete zu überwachen und zu filtern) großflächig eingeführt, die es ermöglichten, jede Art von Kommunikation zu überwachen oder zu verhindern.

brand eins 02/2012 Gute Frage: Netzneutralität
Thomas Bandt, München

Die aufgebaute Argumentation ist zwar in sich schlüssig, ignoriert aber Folgendes: Eine Aufhebung der Netzneutralität nützt primär zwar den Anbietern der Netzinfrastruktur, sie behindert aber all jene, die diese nutzen wollen. Daraus dürfte folgen, dass sich technische Innovationen für neue (Inhalte-)Anbieter nur noch sehr viel schwerer in den Markt bringen ließen, als es heute der Fall ist. Ganz einfach, weil man nicht mehr alle potenziellen Nutzer erreicht. Vergleichbar mit der Einführung einer Maut auf Straßen innerhalb einer Stadt: Eröffnet man ein Ladengeschäft an einer dieser Straßen, erreicht man maximal die Menschen, die bereit (und finanziell in der Lage!) sind, die Mautgebühr für den Weg vor dem Geschäft zu entrichten. Fazit: Netzneutralität ist ein Innovationstreiber.

brand eins 02/2012 Gute Frage: Netzneutralität
Manse Wolken, Uplengen

Sie haben sich gefragt, warum das Netz neutral bleiben muss und als Antwort gegeben, dass dies keinesfalls so sein sollte. In einem "Fachblatt", der "Datenschleuder" des Chaos Computer Clubs, ist eine andere Sichtweise vorgestellt. (Nummer 95, Seite 27 "Muss man neutral bleiben?") Der Artikel geht zusätzlich auf die technischen Schwierigkeiten ein, die Internetprovider haben, wenn sie denn die Neutralität beenden wollen.

Ich denke, dass durchaus beide Seiten der Medaille betrachtet sein wollen.

(Anm. der Redaktion: Das Thema Netzneutralität hat unsere Leser stark bewegt - umso bedauerlicher, dass wir den Beitrag von Ulf Froitzheim stark kürzen mussten. Inzwischen haben wir eine ausführlichere Fassung auf unsere Website gestellt (www.brandeins.de) und werden Ergänzungen und Gegenpositionen direkt bei besagtem Beitrag einstellen). brand eins 02/2012 Woran starb Marc Fischer?
Hendrik Tongers, per E-Mail

Der Artikel von Peter Lau ist sicher ein berührendes Stück guten Journalismus. Das Bedrückende für mich war dabei die Erkenntnis, dass Ihr Gewerbe noch zynischer, brutaler und gnadenloser geworden ist, als es zu Zeiten von zum Beispiel Fritz J. Raddatz war, wie er es in seinen Tagebüchern beschrieb.

brand eins 02/2012 Woran starb Marc Fischer?
Britta Mentzel, Frankfurt

Der Text über den Tod von Marc Fischer hat mich sehr berührt. Vermutlich auch, weil es Parallelen zu meinem eigenen Leben gibt: Mit 30 war ich Textchefin eines Hochglanz-Reisemagazins mit einer Auflage von 70 000 Exemplaren. Der Chefredakteur hat mich für mein Talent bewundert. Heute bin ich eine freie Journalistin, die um Aufträge kämpfen muss wie ein Tigerin. Aufträge, die schlecht bezahlt werden, für die man wochenlang in Vorleistung treten muss, für die man sich anpreisen muss wie auf dem Basar. Sind die Arbeiten erledigt - inzwischen mache ich alles: lektorieren, fürs Internet schreiben -, bekomme ich oft keine Rückmeldung. Manche Texte werden nicht gedruckt, oft liegt es an Abstimmungsschwierigkeiten in der Redaktion. Telefonate sind den Redakteuren und Lektoren lästig, sie haben so viel zu tun und sitzen so sicher.

brand eins 02/2012 Im Auge des Shit-Stürmchens
Antje Schrupp, Frankfurt

Ich habe meine Zweifel, ob man aus dem schnellen Abebben von Shitstorms wirklich schlussfolgern kann, dass sie "sich versenden" und keine Langzeitwirkung haben. Denn eine negative Assoziation bleibt möglicherweise vorhanden, auch wenn das Thema nicht weiter kommentiert wird. Den Adidas-Shitstorm habe ich zum Beispiel auch an jenen Tagen nebenbei mitbekommen, und unweigerlich bleibt im Zusammenhang mit Adidas ein "Da war doch was" hängen. Um herauszufinden, wie bedeutsam oder nachhaltig das ist, müsste man anders vorgehen, als negative und positive Erwähnungen zu zählen. Die meiste Wirkung wird so etwas ja auf Leute haben, die einer Marke eigentlich gleichgültig gegenüberstehen und sich nie dazu äußern (so wie ich im Fall von Adidas).

brand eins allgemein
Margit Tiefel, Pinzberg

Meine Freundin und ich lesen Ihre Zeitschrift, und wir tauschen uns immer auch darüber aus. Jedenfalls kam sie neulich auf die Idee, so aus Spaß, eine Tasche für brand eins zu entwerfen. Das Motiv hat sie bei Ihnen gefunden, sehen Sie selbst: