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Blick in die Bilanz: McClever

McDonald's ist eine der innovativsten und profitabelsten Restaurantketten der Welt. Das zeigt sich in der außergewöhnlichen Bilanz.




McDonald's jüngst veröffentlichte Zahlen für 2011 - ein Plus von 12 Prozent beim Umsatz, 11 Prozent Zuwachs beim Gewinn sind Spitzenwerte, verglichen mit denen der Konkurrenz. Das US-Unternehmen Yum Brands etwa, zu dem Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut gehören und das in der Branche wegen seines erfolgreichen Asiengeschäftes als besonders wachstumsstark gilt, erzielte beim Umsatz ein Plus von gerade 11 Prozent. Yum Brands erwirtschaftet bereits rund 29 Prozent seiner Umsätze in China. Bei McDonald's hingegen machen die Einkünfte aus Asien, Afrika und dem Mittleren Osten zusammen bislang nur 22 Prozent aus - doch der Konzern schaffte es, im krisengeplagten Europa kräftig zuzulegen (+ 14 Prozent).

Erstaunlich: Die Zahl der McDonald's-Restaurants wächst kaum, um gerade 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr, dafür steigt der Umsatz pro Filiale (Sales by Company-operated restaurants plus franchised sales durch Zahl der Filialen) - um rund 40 Prozent seit 2005, von rund 1,7 auf 2,4 Millionen Dollar in 2010. Die Burger-Kette wird also nicht größer, sondern besser. Das zeigt auch die Profitabilität: Vom Umsatz blieben 2011 gut 20 Prozent als Gewinn nach Steuern hängen. Bei Starbucks waren es zuletzt rund 14, bei Yum Brands gut 10 Prozent.

Eines der wichtigsten Erfolgsgeheimnisse der Amerikaner versteckt sich in der Bilanz unter "net property and equipment" - Immobilien im Wert von gut 22 Milliarden Dollar. McDonald's gehören die meisten Gebäude, in denen seine Restaurants logieren, auch solche, die von Franchise-Nehmern betrieben werden. Das sind rund 80 Prozent aller Filialen. An ihnen verdienen die Amerikaner dank ihrer Doppelrolle als Franchise-Geber und Vermieter weit besser als andere Restaurant-Ketten. Die kassieren üblicherweise rund 5 Prozent des Umsatzes als Franchise-Gebühr. Bei McDonald's sind es rund 15 Prozent (8,7 Milliarden Dollar in 2011) - denn neben der Gebühr wird noch Miete fällig.

Die Strategie, auch als Vermieter aufzutreten, verschafft der Firma einen weiteren Wettbewerbsvorteil: größere Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Franchise-Nehmer. Das zeigt sich unter anderem daran, wie schnell es McDonald's gelingt, den Image-Wandel - weg von der billigen Burgerbude, hin zum modernen Anbieter auch von gesunden Speisen und Drinks - voranzutreiben. In Europa sind bereits 70 Prozent aller Filialen renoviert, bis Ende 2012 sollen es 85 Prozent sein. Das Unternehmen unterstützt mit Renovierungszuschüssen seine Franchise-Nehmer. Die Konkurrenz ist da zögerlicher, weil die zusätzlichen Kosten den Gewinn schrumpfen lassen. Für McDonald's indes steigt durch die Umbauten der Wert der Immobilien. Sie aktivieren die Kosten (Fachbegriff: capital expenditures, rund zwei Milliarden Dollar pro Jahr), die auf diese Weise nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung auftauchen. Der durch die Renovierungen erhöhte Immobilienwert wird über viele Jahre abgeschrieben.

Wie gut es McDonald's geht, zeigt die hohe Dividende. Sie entspricht einer Rendite von knapp drei Prozent auf den jeweiligen Aktienwert. Die Firma kann es sich leisten. Seit Jahren fährt sie einen hohen, stetig wachsenden Cash Flow ein; er reicht locker aus, um alle Investitionen (unter anderem die capital expenditures) zu finanzieren und den Aktionären zusätzlich hohe Ausschüttungen zukommen zu lassen. Die können sich doppelt freuen. Denn anders als viele Unternehmen, die großzügige Dividenden nur zahlen, weil ihre Kursentwicklung mau ist, war McDonald's auch an der Börse erfolgreich. In 2011 stieg der Aktienkurs um 30 Prozent und ließ damit den US-Aktienmarkt weit hinter sich.

Die Firma wurde 1940 von Richard und Maurice McDonald in Kalifornien als Hamburger-Restaurant gegründet. Acht Jahre später führten die Brüder eine rationelle Art der Burger-Zubereitung sowie Selbstbedienung ein und wurden damit bekannt. Sie begannen Lizenzen zu vergeben, wobei von Anfang an auch das Immobiliengeschäft eine große Rolle spielte. 1961 verkauften sie die Marke an eine Investorengruppe, die mit McDonald's vier Jahre später an die Börse und ab 1967 ins Ausland ging. Heute ist der Konzern mit fast 33 000 Restaurants in mehr als 100 Ländern präsent.