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Urlaub nach Gusto

Was ändert sich eigentlich, wenn jeder so viel Urlaub nehmen kann, wie er will? Die Erfahrungen einiger amerikanischer Unternehmen zeigen: nicht das, was man erwartet.




•Man könnte Lee Burbage von Motley Fool vieles fragen. Etwa, warum die Möbel bei der Anlageberatungsfirma in Alexandria, Virginia, auf Rollen stehen. (Damit Kollegen ihre Tische je nach Projekt zusammenschieben können.) Warum er gelegentlich eine zipfelige Narrenkappe trägt. (Weil er als Personalchef der "Menschennarr" des Betriebs sei.)

Doch bei der Frage, die Burbage öfter hört als jede andere, geht es um die Urlaubsregelung der Firma. Seine Antwort scheint noch närrischer als seine Kappe: Es gibt keine. "Wir lassen unsere Mitarbeiter selbst entscheiden, wie oft sie freinehmen wollen", sagt er. Will einer der rund 250 Angestellten einen Tag lang nicht arbeiten, ist das seine Privatsache. Selbst wenn er fünf Wochen durch Asien reisen möchte, braucht er niemanden um Erlaubnis zu fragen.

"Wir sagen den Angestellten: Nehmt so viel, wie ihr braucht", sagt Burbage. Und die Firma überweist weiter ganz normal das Gehalt – egal, wie viel Zeit einer außerhalb des Büros verbringt. Seit 18 Jahren schon hält Motley Fool das so. Es ist nicht das einzige Unternehmen, das seinen Mitarbeitern so viel Freiheit zugesteht: 2010 befragte World at Work, ein gemeinnütziger US- Verband, der das Personalwesen erforscht, 1036 Firmen. Knapp ein Dutzend erklärte, ihre Angestellten dürften unbegrenzt bezahlten Urlaub machen – ein Prozent also. Andere Studien sprechen sogar von bis zu drei Prozent.

Morningstar ist darunter, ein Unternehmen, das weltweit gut 3200 Mitarbeiter beschäftigt und jährlich 550 Millionen Dollar Umsatz mit Investmentanalysen erwirtschaftet. Oder Netflix, das mit seinem Konzept, gegen Gebühr Filme über das Internet bereitzustellen, großen Erfolg hat. Aber vor allem kleine Betriebe hätten die Regelung eingeführt, zumeist in den vergangenen fünf Jahren, sagt Leonard Sanicola von World at Work. Doch der Trend scheint weitgehend auf die USA und Kanada beschränkt.

Anzunehmen ist, dass viele Angestellte auf die Regelung reagierten wie Karen Mathews, Produktmanagerin beim Software-Entwickler Meeting Matrix in Portsmouth, New Hampshire. Als Mathews' Chef vor drei Jahren verkündete, dass sie und ihre rund 60 Kollegen fortan so viel Urlaub nehmen dürften, wie sie wollten, sagte sie nur: "Häh?"

Denn es ist ja so: Bezahlter Urlaub ist fantastisch. Jemand gibt uns Geld fürs Nichtstun. Das ist im Grunde so unerhört, als könnten wir Schokolade essen und jemand anderen dick werden lassen. Entsprechend lechzen wir nach Urlaub, schwärmen davon, trauern, wenn unser Jahresvorrat schmilzt, beneiden jene, die noch viel gebunkert haben. Und fast immer träumen wir von mehr Urlaub, als wir bekommen. Eine Umfrage in den USA ergab, dass vielen Angestellten acht Wochen gerade recht wären.

Für Unternehmer aber ist es teuer, Nichtstun zu bezahlen. Darum gewähren sie am liebsten nur so viel Urlaub, wie sie müssen. In Europa sind das mindestens 20 Tage pro Jahr. Dazu kommen, wie beispielsweise in Deutschland, bis zu 11 gesetzliche bezahlte Feiertage.

In den USA, wo kein Gesetz die Arbeitgeber zwingt, Urlaub zu gewähren, handeln Chefs nach Gutdünken. Jeder vierte Arbeitnehmer hat gar keinen bezahlten Urlaub. Mancher Angestellte der Privatwirtschaft bekommt zwei Wochen, mancher andere vier. Es kann davon abhängen, wie lang einer bereits im Betrieb arbeitet. Oder auch, was eine Firma bieten muss, um für gute Leute attraktiv zu bleiben.

Mehr Urlaub heißt nicht weniger Leistung

Fragt man Chefs, warum sie ihre Mitarbeiter selbst entscheiden lassen, wie lange sie Urlaub nehmen wollen, hört man unterschiedliche Erklärungen. Der Betreiber der Webdesign-Firma Summersault in Richmond, Indiana, war es leid, die separaten Ansprüche wie Urlaub, Krankentage oder Mutterschaftsschutz getrennt zu verwalten – nun kann er all das ignorieren.

Die Gründerin von Social Media Group, einer Firma in Toronto, die Unternehmen hilft, soziale Netze wie Twitter oder Facebook für Marketingzwecke zu nutzen, sah in unbegrenztem bezahlten Urlaub ein kluges Mittel, um ihre 20 Angestellten zum Bleiben zu bewegen.

Der Chef des Webmarketing-Unternehmens Hub Spot in Cambridge, Massachusetts, hält das Zählen von Arbeitsstunden für schlicht unzeitgemäß. "Ich fand es immer seltsam, wenn Mitarbeiter Anträge stellten, um unter der Woche freizubekommen, aber nie jemand ein Gutschriftsformular für die Stunden einreichte, die er an einem Samstag oder Sonntag gearbeitet hatte", schreibt Brian Halligan im Firmen-Blog.

Und für Lee Burbage von Motley Fool ist es eine Frage des Vertrauens. "Man investiert viel Geld und Zeit, um die richtigen Angestellten zu finden", sagt er. "Und dann investiert man viel Geld und Mühe, um zu kontrollieren, wie sie arbeiten. Dabei wissen sie das selbst am besten."

Doch so unterschiedlich die Motive, so ähnlich klingen die Gründe, warum Unternehmen an unbegrenztem bezahlten Urlaub festhalten: Er bewährt sich. Obwohl die Mitarbeiter sich so viel freinehmen können, wie sie wollen, erbringen sie nicht weniger Leistung, beobachten die Vorgesetzten. Im Gegenteil: Oft steigt die Produktivität.

"Trotz der Rezession war das vergangene Jahr das beste unserer Firmengeschichte", sagt etwa Jmichaele Keller, der Vorstandsvorsitzende von Meeting Matrix, der inzwischen auch sämtliche Hierarchie-Ebenen in seinem Unternehmen abgeschafft hat.

Dass sich unbegrenzter Urlaub bewährt, liegt vermutlich auch daran, dass die Angestellten ihre grenzenlose Freiheit weniger nutzen, als man vermuten würde. Konkrete Zahlen sind rar, da Firmen, die Urlaubslimits abschaffen, sich selten bemühen, freigenommene Tage zu zählen. Doch es scheint, dass die meisten Angestellten etwa so viel Urlaub machen wie zuvor (bezogen auf die USA heißt das: um die vier Wochen). Manche nehmen etwas mehr. Andere dagegen beanspruchen sogar weniger freie Tage als zuvor.

Es gibt zwei mögliche Interpretationen dafür: Arbeitnehmer zögern, so viel freizumachen, wie sie möchten, weil sie sich sorgen, als Faulpelz abgestempelt zu werden und auf der Abschussliste zu landen. Denkbar ist aber auch, dass sie bei unbegrenztem Urlaub mit dem Zählen aufhören und nicht mehr auf eine fest vereinbarte Zahl von Tagen pochen; am Ende gönnen sie sich dann zum Teil sogar weniger Auszeiten als vorher.

Unbegrenzter Urlaub wäre demnach eine Finte, ein Konstrukt, das gut klingt, aber eher Arbeitgebern als Arbeitnehmern dient? Dafür spricht zunächst manches. Denn das Aufheben des Urlaubslimits kommt gewöhnlich mit einem Vorbehalt: Die Arbeit darf nicht liegen bleiben. Die Faustregel lautet, dass ein Angestellter dann verschwinden darf, wenn er weder Kollegen noch Kunden mit unerledigten Aufgaben hängen lässt.

In einzelnen Firmen müssen Mitarbeiter ihren Urlaub zudem – obwohl unbegrenzt – weiter beantragen. Prinzipiell hindert einen Chef also nichts, Angestellte zu vertrösten. Und weil den Arbeitnehmern kein Kontingent an Tagen zusteht, muss der Vorgesetzte am Jahresende nicht einmal eventuell noch ausstehende Urlaubstage vergüten.

Wenn unbegrenzter Urlaub als clevere neue Form der Ausbeutung gehandhabt wird, dann aber so subtil, dass Experten wie Leonard Sanicola davon noch nichts mitbekommen haben. "Bisher scheint das kein Thema zu sein", sagt der World-at-Work-Forscher.

Es wäre auch kurzsichtig. Urlaub mag Geld für Nichtstun sein, doch es gibt einen Grund, warum ihn viele US-Betriebe freiwillig gewähren: Er ist für sie kein Verlustgeschäft. Urlaubende Mitarbeiter fehlen nach ihrer Rückkehr seltener durch Krankheit, sind ausgeruhter und bringen eher neue Ideen in Projekte ein.

Untersuchungen zeigen, dass Auszeiten vom Job den Blutdruck senken, Stresshormone zurückfahren und vermutlich einem Burn-out entgegenwirken. Eine neunjährige Studie unter 120.00 Männern mit dem Risiko einer Herzerkrankung kam zu dem Ergebnis, dass jene, die regelmäßig Urlaub machten, länger lebten als Ferienmuffel. Auch fördert ein Tapetenwechsel – speziell ein Ausflug in fremde Kulturen - die Kreativität.

Manche Bosse drängen Mitarbeiter deshalb geradezu, anständig freizumachen. Pixability etwa, ein Hersteller von Marketingvideos in Cambridge, Massachusetts, belohnt Arbeitnehmer, die zwei Wochen am Stück Urlaub nehmen, indem die Firma ihnen zwei zusätzliche Wochen gutschreibt. Dennoch gibt es welche, die das Angebot nicht nutzen. Ohnehin lässt laut Umfragen rund die Hälfte der US-Arbeitnehmer regelmäßig freie Tage verfallen. Sie tun das selbst dann, wenn sie glauben, dass ihr Vorgesetzter Urlaubsanträgen wohlwollend gegenübersteht.

Vielleicht gibt es für die Tatsache, dass die Mitarbeiter von Motley Fool & Co. nicht ständig aus dem Büro verschwinden, einen ganz einfachen Grund: Die Angestellten dieser Firmen arbeiten lieber als zu faulenzen. Sie träumen lieber von Urlaub, als ihn zu nehmen.

Wir malochen, um uns zu ernähren. Natürlich verschafft uns die Arbeit auch einen Zeitvertreib und oft ein Gefühl von Identität. Sigmund Freud sah in der Arbeit deshalb die neben der Liebe wichtigste Stütze für psychisches Wohlergehen. Überwiegend aber vermuten wir die lohnendsten Stunden eines Menschenlebens nicht im Job, sondern in Freizeit und Erholung. Diese Annahme ist derart tief verwurzelt, dass Forscher erst seit Kurzem ernsthaft untersuchen, wie Menschen Freizeit erleben. In ihren Studien findet sich Erstaunliches.

Schlechte Laune trotz Freizeit

So ist etwa längst nicht jeder Urlauber gehobener Stimmung. Eine Untersuchung unter europäischen Winterreisenden etwa zeigte, dass 40 Prozent genauso gut oder schlecht gelaunt waren wie im Alltag. 61 Prozent der Studenten, die mit dem Rad durch Kalifornien tourten oder zum Entspannen nach Hause gefahren waren, gaben in einer anderen Untersuchung an, zwischendurch enttäuscht gewesen zu sein. Von 1000 US-Urlaubern, die 2002 befragt wurden, sagte jeder zweite, dass er sich bei der Rückkehr erschöpfter gefühlt habe als vorher. Auch bei Menschen, die ihre Reise genießen, schwankt die Gemütslage.

Meist ist sie in den ersten Tagen trübe, bessert sich dann, sinkt wieder und steigt am Schluss erneut. Gerade anfangs, wenn der Urlaub noch vor einem liegt, sind wir oft schlechter gelaunt. Am Schluss dagegen, wenn es nach Hause geht, fröhlich.

Urlaub kann wunderbare Erfahrungen bescheren. Aber eben auch unerfreuliche. Das Bett ist ungewohnt, das Wetter nie so schön wie auf den Bildern im Reiseführer, man versteht die Sprache nicht, und das fremde Essen schlägt auf den Magen. Die Fluglinie verschlampt das Gepäck, vor der berühmten Kathedrale stehen Schlangen, die Kinder quengeln, die Mücken stechen, und der Fernseher des Hotelnachbarn plärrt durch die Wand. Herzkranke mögen langfristig von Urlaub profitieren. Doch gerade in den ersten Ferientagen, wenn Reise und Ankunft die Anspannung hochtreiben, erleiden sie statistisch überdurchschnittlich viele Anfälle.

Wir scheinen also zu überschätzen, wie froh uns Urlaub macht. Und gleichzeitig unterschätzen wir, wie viel Befriedigung wir aus der Arbeit ziehen. Forscher haben festgestellt, dass es uns besonders gut geht, wenn uns etwas beansprucht und wir uns so darin vertiefen, dass wir sogar vergessen, wie die Zeit verfliegt. In solchen Momente erleben wir großes Wohlempfinden.

"Die Menschen sagen, sie fühlen sich aktiver, wacher, konzentrierter, zufriedener und kreativer", schreibt der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi. Er taufte diesen Zustand "Flow". Um herauszufinden, wann wir dieses Hochgefühl erreichen, gab Csikszentmihalyi in einer Studie gut sechs Dutzend Büroangestellten, Ingenieuren, Arbeitern und Managern einen Pager, der willkürlich siebenmal täglich klingelte. Geschah dies, schrieben die Versuchsteilnehmer auf, wo sie sich befanden, was sie taten und wie sie sich fühlten. Als Csikszentmihalyi die Daten auswertete, erlebte er eine Überraschung. Alle Probanden waren regelmäßig im Flow - aber viel öfter in der Arbeit als in der Freizeit.

Wenn die Manager mit Kollegen Probleme diskutierten, wenn die Arbeiter Maschinen reparierten oder die Sekretärinnen tippten, gerieten sie bis zu 54 Prozent der Zeit in diese Stimmung. Sahen sie dagegen abends und am Wochenende fern oder gingen aus, geschah dies nur in 17 Prozent der Zeit. Arbeit macht glücklicher als Freizeit, folgert Csikszentmihalyi.

Urlaub ist nur schön, wenn man keinen hat

Warum auch nicht? Arbeit gibt uns die Möglichkeit, uns zu beweisen, Anerkennung zu verdienen, unser Selbstvertrauen durch gute Leistungen zu steigern, uns Neues zu erschließen. Natürlich hindert uns nichts daran, uns auch in der Freizeit zu verwirklichen. Doch allzu oft eifern wir dann einem gesellschaftlich vorgegebenen Ideal von Müßiggang nach. Wir trinken viel, essen viel, feiern viel. Und tun sonst möglichst wenig. Das schafft nicht nur schlechte Voraussetzungen für einen Flow, sondern ganz eigene Probleme. Familienrichter und Paartherapeuten etwa beobachten regelmäßig, was ein Übermaß an freier Zeit mit Ehen, in denen man sich sonst eher selten sieht, anrichten kann: Jede dritte Scheidung, heißt es, werde nach den Ferien eingereicht.

Glücksgefühle, fand eine Studie unter 1530 Niederländern heraus, verschaffen uns Urlaube am verlässlichsten, bevor wir sie antreten. Während wir planen und buchen, erleben wir Hochgefühle. Anders gesagt: Wenn die Realität unsere Fantasien noch nicht zerstört hat. Paradoxerweise bewirkt genau dies oft, dass wir nach einem Urlaub vergessen, was unbefriedigend war. Freuen wir uns auf etwas, neigen wir hinterher dazu, unsere Erinnerungen anzupassen, bis sie mit dem positiven Bild von vorher übereinstimmen. Der Effekt ist unter Psychologen als "Rosige-Aussichten"-Phänomen bekannt.

"Die Menschen negieren, was ihre eigenen Sinne sagen", sagt Csikszentmihalyi. "Einerseits berichten Probanden meist, dass sie manche ihrer besten Momente in der Arbeit erleben. Andererseits wollen sie lieber immer mehr Freizeit haben, obwohl ihre Stimmung dabei gewöhnlich überraschend schlecht ist." Erst wenn Menschen ihren Job verlieren, geht ihnen zuweilen auf, was er ihnen bedeutet hat. Sie wollen dann vor allem eines: eine neue Anstellung finden.

Natürlich heißt dies nicht, dass wir den Urlaub abschaffen sollten. Aber es könnte erklären helfen, warum die Büros bei Motley Fool, Netflix oder Meeting Matrix für gewöhnlich voll sind. Denn ein wichtiger Grund, weshalb wir Freizeit trotz aller Nachteile schätzen, ist: Sie gibt uns das Gefühl der Kontrolle. Nicht ein Vorgesetzter, sondern wir selbst entscheiden, was wir tun. Dürfen Angestellte selbst bestimmen, wann sie arbeiten und wann nicht, haben sie diese Kontrolle auch im Alltag – und möglicherweise bereits deshalb weniger Bedarf an Auszeiten. "Man beginnt, anders über Urlaub zu denken. Er ist nicht mehr so wichtig", hat Keller bei seinen Mitarbeitern beobachtet.

Sollten also alle Firmen unbegrenzten Urlaub einführen? Der Ansatz eignet sich zweifellos nicht für jedes Unternehmen. Ein Krankenhausmanager, der sicherstellen muss, dass genug Pfleger die Patienten betreuen, kann Mitarbeitern nicht erlauben, nach Lust und Laune auf der Station zu erscheinen. Und er erfordert viel Vertrauen und Großzügigkeit. Nicht nur zwischen Vorgesetzten und Angestellten, sondern auch unter Kollegen.

Denn es profitieren von der Regelung vor allem Arbeitnehmer, die es nicht stört, wenn die Grenzen zwischen Büro und Freizeit verschwimmen. Die vergnügt bleiben, wenn auf der Kreuzfahrt eine E-Mail vom Chef eintrifft. Oder sie am Strand schnell ein Memo schreiben. Doch im Idealfall kombiniert unbegrenzter bezahlter Urlaub das Beste aus zwei Welten: Er gibt Mitarbeitern die Freiheit eines Selbstständigen mit der Sicherheit eines Angestelltenvertrags.

Wie sehr das gewohnte Vorstellungen auf den Kopf stellen kann, zeigt eine Klausel, die die Firma Summersault in Indiana einführte. Ein Jahr nachdem der Betrieb die Urlaubslimits aufhob, erließ er eine Zusatzregel: Mitarbeiter dürfen so viel freimachen, wie sie wollen. Aber bitte: mindestens zwei Wochen pro Jahr.

In eine ähnliche Richtung zielt ein Ritual bei Motley Fool. Einmal im Monat versammeln sich die Angestellten dort rund um einen Hut. Jeder wirft Zettel mit seinem Namen hinein – einen pro Jahr der Firmenzugehörigkeit. "Wer gezogen wird, muss im folgenden Monat zwei Wochen in den Urlaub gehen, ob er will oder nicht", sagt Burbage. "Nicht alle wollen."