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Die Dealer Ihrer Majestät

Nirgendwo ist der Profit so hoch wie im Drogengeschäft. Dies erkannten die Briten bereits im 18. Jahrhundert.




• Warren Hastings, der erste britische Gouverneur in Indien, war kein Freund des freien Handels. Er sah es auch nicht gern, dass britische Beamte in seinem Bezirk legal mit Opium handeln durften – und ihn dabei um viel Geld brachten. Also verstaatlichte er am 23. November 1733 den Drogenhandel und erteilte der British East India Company das Monopol auf Opiumgeschäfte.

Damit konnte er auch sein größtes Problem lösen: den Durst der Briten nach feinem Tee. Den musste Großbritannien aus China importieren, was hohe Verluste einbrachte, weil die Chinesen nur Waren ausführten, aber keine kauften. Hastings' Lösung: die Chinesen an Opium gewöhnen. Fortan lieferte er die Droge aus Indien nach China und Tee in die Heimat.

Seine Landsleute jedoch warnte er vor dem Rauschmittel: "Opium ist nicht lebensnotwendig, sondern ein gefährlicher Luxus, der nur für den Zweck des Außenhandels erlaubt sein sollte."

1780 schickte er erstmals zwei Schiffe nach China, beladen mit rund 3450 Truhen Opium. Das erste wurde von französischen Piraten gekapert. Die Ladung des zweiten fand kaum Absatz. Aber bereits zehn Jahre später waren viele Chinesen süchtig. Deshalb verbot der Gouverneur der Provinz Hu-Huang die Einfuhr und ließ alle Vorräte verbrennen. Aber die Briten waren hartnäckig und schmuggelten den Stoff ins Land. Als die Chinesen daraufhin ihre Häfen schlossen, ließ die britische Flotte 1839 und 1856 Kanonenboote vor der Küste auffahren – um den freien Handel zu erzwingen, wie sie verlauten ließ.

Denn die britische Krone war längst abhängig vom Opium. Die British East India Company bediente mit den Einnahmen aus dem staatlichen Schmuggel ihre Schulden an das Königshaus, die Kolonie Indien besserte ihre Zahlungsbilanz auf – und gründete Unternehmen. Die Opiumfabrik in Ghazipur gibt es noch heute – als Lieferant der Pharmaindustrie.