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Generation Habenichts

Der spanische Staat hat gegenüber der Jugend ein wichtiges Versprechen gebrochen: das auf Zukunft. Allmählich lernen die Spanier, dass sie sich nur auf sich selbst verlassen können.




Ana Iglesias kam gerade mit einer Tasse Tee aus der Küche an ihren Schreibtisch zurück, als das Telefon klingelte. Die Direktorin der Stiftung, für die sie seit sieben Jahren als Kommunikationschefin arbeitete, bat sie in ihr Büro. Dort wartete bereits eine Rechtsanwältin, und auf dem Tisch lag die Kündigung. Fristlos. Wegen Umstrukturierungen, die Iglesias' Tätigkeit überflüssig machten, wie es in dem Papier hieß. Diskussion zwecklos. So wie ihr erging es an diesem Vormittag noch sechs weiteren von insgesamt 50 Kollegen. "Ich komme mir vor wie ein entgleister Zug", sagt die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern ein paar Tage später in einem Café in Madrid. Tagsüber schaffe sie es ganz gut, optimistisch zu bleiben, an die Chancen zu denken, die sich nun womöglich auftun. Die Termine beim Anwalt und beim Arbeitsamt halten sie auf Trab. Nur nachts, da kommen die Albträume.

Nach der jüngsten Zählung des europäischen Statistikamts Eurostat sind aktuell mehr als 5,4 Millionen Menschen in Spanien arbeitslos. 23,6 Prozent, das ist die höchste Quote in der Europäischen Union. Bis zum Jahresende rechnet die Regierung in Madrid mit 24,3 Prozent. Besonders hart trifft es junge Leute zwischen 16 und 24 Jahren. Jeder Zweite von ihnen ist ohne Job, bei den 25- bis 35-Jährigen ist es rund jeder Vierte. Statt Zukunftspläne zu schmieden, sich ein eigenes Leben aufzubauen, Familien zu gründen, hängen sie in der Warteschleife. Der Staat hat ihnen die Loyalität aufgekündigt. Wie geht eine Gesellschaft mit einer solchen Erfahrung um?

Auf den ersten Blick sehr entspannt. Da ist von Krise nichts zu spüren. Im Gegenteil. Am Samstagabend füllen sich die Terrassen der Restaurants, Bars und Cafés. Ebenso wie am Sonntag, am Montag, am Dienstag ... Gewiss, in die Modeboutique nebenan ist kürzlich ein Goldankauf eingezogen. Überhaupt scheint es auf einmal überall solche Läden zu geben. Die Autoschilder mit der Kombination aus Zahlen und Buchstaben verharren wie schon vor drei Jahren beim "H". Das bedeutet: Neuanmeldungen hat es praktisch nicht gegeben.

Doch einen Abend mit Freunden bei einem Glas Bier lässt sich niemand nehmen. Da wird geredet und gelacht wie anno 2007, als der damals seit zehn Jahren währende Immobilienboom die Wirtschaft wachsen ließ, Spanien zum dritten Mal in Folge Haushaltsüberschüsse verzeichnete, Banken und Sparkassen mit vollen Händen Darlehen vergaben und selbst der Gemüsehändler von nebenan das süße Leben durch Spekulationsgewinne finanzierte: Man kaufte zuerst eine kleine Wohnung, wartete zwei, drei Jahre mit jeweils im zweistelligen Prozentbereich steigenden Preisen ab, verkaufte die Immobilie weiter, erwarb eine größere und so fort. Der Notar ging immer dann aus dem Raum, wenn der Moment des B-Kapitals nahte: Ein Drittel des Kaufpreises wurde cash und schwarz auf die Hand bezahlt. Nirgendwo waren so viele 500-Euro-Scheine im Umlauf wie in Spanien. Mit ihnen ließen sich selbst große Summen unauffällig in eine Handtasche packen.

"Ein Teil dieses Geldes ist natürlich noch da und federt die Krise ab", erklärt Miguel Requena die zur Schau gestellte Gelassenheit. Der Soziologieprofessor hat sein Büro unweit der Madrider Plaza de España, auf der eine riesige steinerne Statue der Literaturhelden Don Quijote und Sancho Pansa steht. Seit Miguel de Cervantes vor 400 Jahren die Geschichte des ungleichen Paares aufschrieb, vermittelt sie den Spaniern eine Reihe von Verhaltensregeln für das Zusammenleben in der Gesellschaft: Loyalität ist wichtig. Gegen Windmühlen anzurennen ist sinnlos. Und: Eine gute Portion Schlitzohrigkeit kann niemals schaden. Requena ist deshalb nicht überrascht, dass sich die Bewegung der jungen spanischen Wutbürger, der Indignados, schon kurze Zeit nach ihrem Entstehen wieder aufgelöst hat. Der voriges Jahr wochenlang von den Aufständischen zur Zeltstadt umfunktionierte Platz Puerta del Sol in der Hauptstadt gehört wieder den Touristen.

"Wir haben in Spanien eine lange Erfahrung damit, dass in Boomzeiten schnell sehr viele Jobs geschaffen werden und sie in Krisenzeiten ebenso schnell wieder verschwinden. Ebenso lange verlassen sich die Menschen in mageren Jahren auf ein System, das auf drei Säulen ruht", sagt Requena und zählt sie an den Fingern ab: "Die Familie springt immer ein, wenn es brennt. Unsere Arbeitslosenversicherung bietet einen umfassenden Schutz vor Verarmung. Und schließlich arbeiten die meisten Leute nebenher schwarz."

Ana Iglesias kommt vom Anwalt zurück und erzählt beiläufig, der habe bar kassiert. Am folgenden Tag berichtet eine Freundin dasselbe Erlebnis von einem Zahnarztbesuch. In der Zeitung steht, die Regierung wolle Bareinzahlungen bei den Banken künftig auf 1500 Euro begrenzen, um der Steuerhinterziehung Einhalt zu gebieten.

Mariola de Palma Garrido übt das Violinkonzert Nr. 4 von Wolfgang Amadeus Mozart. Draußen ist es noch hell, trotzdem brennt im Wohnzimmer Licht. "Die Wohnung ist ziemlich dunkel, aber deshalb war sie billiger", sagt sie. Die 27-Jährige muss knapp kalkulieren. Ihre Eltern überweisen ihr jeden Monat 600 Euro. Damit bezahlt sie Lebensmittel und die Hälfte der Miete für zwei Zimmer, Küche, Bad, die sie zusammen mit ihrem Freund in Madrid bewohnt. Für den Deutschkurs am Goethe-Institut, pro Semester 425 Euro, und für den Musikunterricht gibt es extra Geld von zu Hause. "Natürlich ist mir das total unangenehm", sagt sie. "Ich wäre viel lieber unabhängig. Aber was soll ich denn machen? Ohne die Unterstützung meiner Eltern ginge es überhaupt nicht." Mariola ist Konzertgeigerin. Für den Beruf zog sie von Andalusien nach Madrid. "Aber Kultur ist das Erste, woran die Leute sparen, wenn es eng wird."

An ein festes Engagement in einem Orchester sei im Augenblick nicht zu denken. Manchmal bekommt sie einen Anruf, soll kurzfristig einspringen. "Dann gibt es für eine Woche proben vielleicht 150 Euro, mit viel Glück sogar 300 Euro." Von November bis Mai hat sie wenigstens einen Vertrag mit einer Musikschule. Sechs Stunden pro Woche gibt sie dann Geigen- und Klavierunterricht. Die übrigen Monate ist sie arbeitslos.

Oscar Gutiérrez, ihr Freund, kommt nach Hause. Er ist müde. Mit irgendeinem Gelegenheitsjob hat er wieder einmal den Tag zugebracht, an der Rezeption eines Versicherers gearbeitet, als Kellner in einer Bar, als Verkäufer in einer Parfümerie. In seinem erlernten Beruf als Maschinenbauingenieur findet er keine Arbeit.

Seit ein paar Wochen drehen sich die Gespräche des Paares immer wieder um ein Thema: Sie wollen Spanien verlassen, nach Deutschland gehen, sich dort eine Zukunft aufbauen. Die Zeitungen sind voll mit Geschichten von jungen Leuten, die Ähnliches planen oder den Absprung schon geschafft haben. Vom deutschen Facharbeitermangel ist die Rede und von den sagenhaften Gehältern, die sich im Land von Angela Merkel verdienen lassen. Zwei Freunde von Gutiérrez sind schon dort. "Die konnten nicht mal Deutsch, als sie gingen", erzählt er. Mariola de Palma Garrido übt jetzt jeden Tag stundenlang Mozarts Violinkonzerte. Die werden bei Aufnahmeprüfungen für ein Orchester immer verlangt, weiß sie. Und sie spart jeden Cent, den sie verdient, für die geplante Reise. "Vielleicht klappt es im Herbst."

Manfred Ewel kennt solche Träume. Viele junge Spanier kommen zu ihm in der Hoffnung, er könne ihnen bei deren Verwirklichung helfen. "Seit vorigem Jahr werden wir wirklich überrannt", sagt der Leiter der Abteilung für Spracharbeit am Madrider Goethe-Institut. Nie war das Interesse am Deutschunterricht so groß und nie das Ziel so klar. Für das Sommersemester schrieben sich im Februar in Madrid 6350 Studierende ein - gut 2000 mehr als noch vor zwei Jahren. Dass sie, auch wenn sie sich sehr ins Zeug legen, mindestens zwei Jahre und rund 4000 Euro investieren müssen, scheint sie nicht zu schrecken. Stattdessen verlangen sie nach zusätzlichen Unterrichtseinheiten für das Bewerbungstraining, nach Spezialkursen für Ärzte, Juristen, Ingenieure oder IT-Fachleute.

Spaniens Arbeitsministerin Fátima Báñez klagt: "Eine derartig schreckliche Akademikerflucht hat es noch nie gegeben." Manuel Acero,der Präsident des spanischen Ingenieurverbands, warnt vor einer "Flucht des Humankapitals, das wir brauchen, um wettbewerbsfähig zu sein".

Wer auf die Regierung setzt, hat verloren

Dafür muss man den Menschen aber auch etwas anbieten. Dass sich die Dinge allerdings schnell ändern werden, daran glaubt nicht einmal die seit Dezember amtierende konservative Regierung. Dabei hatten deren Kandidaten vor der Wahl behauptet, sie könnten besser als die Sozialdemokraten mit der Krise umgehen. Ein Prozent Wirtschaftswachstum werde bereits ausreichen, um neue Arbeitsplätze zu schaffen, behaupteten sie. Doch nun prognostiziert selbst die Regierung, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 1,7 Prozent schrumpfen werde und, schlimmer noch, den Abbau von weiteren rund 630000 Stellen bis Dezember. Zum Jahresende wären damit mehr als sechs Millionen Menschen ohne Job.

Dabei kann man es sich noch schlimmer kaum vorstellen. Beim Arbeitsamt wird neuerdings nur noch vorgelassen, wer vorher einen Termin vereinbart hat. So steht es auf DIN-A4-Zetteln am Eingang. Darunter die Telefonnummer zur Anmeldung und die Website. Doch am Telefon ist kein Durchkommen. Die Leitungen sind überlastet.

Zur Verschlechterung der Lage beigetragen hat die Regierung nach Ansicht von Experten selbst, weil sie Anfang Februar per Dekret den Arbeitsmarkt reformierte.

Das war zwar lange überfällig, weil etwa die Kündigung von fest angestellten Mitarbeitern so kostspielig und schwierig war, dass kaum ein Unternehmen noch unbefristete Verträge abschließen wollte. Und tatsächlich gibt es nun nach dem neuen Gesetz etliche finanzielle Vorteile für Unternehmen, die junge Mitarbeiter anstellen. Aber dennoch glauben viele, dass der größere Anreiz zumindest vorerst in der neu geschaffenen Möglichkeit besteht, Mitarbeiter schneller und billiger als in der Vergangenheit loszuwerden. "In den kommenden anderthalb Jahren wird es sicher mehr statt weniger Arbeitslose geben", sagt Gayle Allard, Volkwirtin an der Wirtschaftshochschule IE Business School.

Die Alternative: Mach es selbst!

"Vielleicht bin ich im Grunde gar nicht der Typ, für jemand anderen zu arbeiten", sagt Sonia Ziadi und lacht. "Klingt ganz schön hochtrabend, was?" Ihre Mutter verließ Barcelona in den Sechzigerjahren und ging als Hausmädchen nach Stuttgart. Dort lernte sie ihren späteren Mann und Sonias Vater kennen, einen Marokkaner, der Ingenieurwissenschaften studierte. "Deutsch ist für die beiden immer noch eine Geheimsprache, wenn sie nicht wollen, dass jemand sie versteht", sagt Ziadi. Auswandern, wenngleich auch nur auf Zeit, das war in der Familie kein Tabu.

Und doch blieb die 30-Jährige in Spanien, als ihr Arbeitsvertrag auslief. "Ich hatte da diese Idee und endlich die Chance, sie auch zu verwirklichen." 400 000 Euro brauche sie, nach Möglichkeit noch vor dem Sommer, um sich selbstständig zu machen. Den ersten Schritt hat sie geschafft: Von ihrer Geschäftsidee Shared Secrets, einem Sozialen Netzwerk, in dem die Mitglieder sich Tipps für Reisen geben, gibt es einen Prototyp, und demnächst darf sie ihn potenziellen Investoren bei einem Abend der IE Business School vorstellen. Der beste Blick vom Corcovado, der noch in keinem Reiseführer steht? Omas Suppenrezept aus der hinteren Mongolei? Die schönste Palme in der Südsee? Das soll die Interessenten auf ihre Website locken, die sich durch Werbung finanziert.

Seit die Wirtschaftshochschule im September das Projekt "Entrepreneurship" startete, wurden bereits weit mehr als 50 Ideen angenommen. "Am Anfang hatten wir Zweifel, ob wir jeden Donnerstag wie geplant drei Projekte würden präsentieren können", sagt der Initiator Juan José Güemes.

Sich selbstständig zu machen, eine Firma zu gründen, das war in Spanien noch bis vor Kurzem nicht populär. "Vor fünf Jahren war es so viel bequemer, sich mit einem Ingenieursabschluss bei Telefónica zu bewerben und im ersten Jahr 35000 Euro zu verdienen", sagt Güemes. "Aber die Dinge haben sich geändert. Nicht nur wegen der Krise. Die Einstellung der Leute zur Selbstständigkeit ist heute eine andere."

Inzwischen gibt es sogar Gründerhilfe vom Staat. Die Arbeitslosenversicherung bezahlt auf einen Schlag sämtliche in den Jahren zuvor durch abhängige Arbeit erworbenen Ansprüche aus, wenn sich jemand selbstständig machen will.

Für Xabier Biain war das der Auslöser, es zu versuchen. Er ist 26 Jahre alt, und seit wenigen Monaten gehört ihm ein Dreißigstel der Firma, für die der Mechaniker in den sieben Jahren zuvor als Angestellter gearbeitet hat. Zorrotz heißt sie und stellt im Baskenland Industriemesser vor allem für Metallbetriebe her. 50 Prozent der Produktion wird exportiert, auch nach Deutschland. 2008 und 2009 aber ging es rapide bergab, und die ohnehin betagten Eigentümer entschieden ein Jahr später, die Firma zu schließen. 60 Mitarbeitern drohte binnen kurzer Zeit die Arbeitslosigkeit. Bis die Hälfte von ihnen den Mut hatte, auf eigene Faust weiterzumachen. Vergangenen Juni gründeten sie eine Arbeitnehmer-Aktiengesellschaft, kurz SAL.

"Das war ganz schön aufregend", sagt Biain. 70 000 Euro in eine Firma zu stecken, von der er nicht sicher sein konnte, ob es sie in einem Jahr noch geben würde, "das ist ja keine leichte Entscheidung. Aber wenn die Alternative Arbeitslosigkeit heißt, dann riskiert man vielleicht auch mal mehr als sonst." Neben dem Geld vom Arbeitsamt, rund 13 000 Euro, schossen seine Eltern etwas zu. Den Großteil der Investition machen jedoch, wie bei seinen Kollegen, Bankkredite aus.

Jetzt riecht es bei Zorrotz wieder nach heißem Metall und Schweiß. Und mit neuen Aufträgen ist bald vielleicht auch das Geld für moderne Fräsen oder CAD-Schneidemaschinen vorhanden, machen sich die neuen Eigentümer Mut.

Dass die Banken die Idee mit der SAL überhaupt unterstützten, liegt an der langen Tradition des genossenschaftlichen Gedankens im Baskenland. Seit ein Jesuitenpater in den Fünfzigerjahren in der baskischen Kleinstadt Mondragón die gleichnamige Genossenschaft gründete, um die grassierende Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, ist das Unternehmen ein weltweit tätiger Konzern geworden -und ein Beispiel dafür, dass Teilen auch ein Weg sein kann, um Krisen zu überwinden. Seither gibt es im Baskenland Hunderte ähnlicher Modelle.

Xabier Biain und seine Kollegen haben erst einmal auf einen Teil ihres Lohns verzichtet, um die Firma flottzukriegen. Er steht jetzt auch mal länger an der Maschine, die die schweren Kreismesser ausfräst. "Es ist ja auch irgendwie meins, das alles hier. Da geht man schon mit einem anderen Gefühl zur Arbeit." Jetzt muss sich das Abenteuer nur noch rechnen. Wenn die Firma binnen zweier Jahre pleitegeht, hat keiner der Gesellschafter Anspruch auf Arbeitslosengeld. Immerhin, voriges Jahr hat Zorrotz einen bescheidenen Gewinn gemacht. Mehr, als die neuen Eigner erwartet hatten.

Spanien in Zahlen: Einwohnerzahl: rund 46,1 Millionen Zwischen 1995 und 2005 trugen Einwanderer in Spanien jedes Jahr im Durchschnitt 3,2 Prozent zum Wirtschaftswachstum bei. Ohne Einwanderung wäre das Wirtschaftswachstum negativ gewesen:minus 0,6 Prozent. 2011 waren 35 Prozent der (offiziell registrierten) nichteuropäischen Einwanderer arbeitslos. 2011 sank die Zahl der Einwohner zum ersten Mal seit 2002. Laut Statistikamt haben 507740 Menschen das Land verlassen, davon 62580 Spanier.
Neu oder wieder zurück kamen 457650 Menschen, davon 42127 Spanier.
Zum Vergleich: 2007 wanderten die meisten Menschen ein: 716257. Im Laufe des Jahres 2012 werden rund zwei Millionen Menschen in Spanien keinerlei Hilfe aus der Arbeitslosenversicherung erhalten, da sie länger als zwei Jahre ohne Job sind. Ende 2011 waren es 1,4 Millionen. 2,7 Millionen Arbeitsplätze wurden seit Beginn der Krise insgesamt abgebaut, davon 1,5 Millionen im Baugewerbe. Die Erdbeerernte in der Region Huelva wird dieses Jahr zu 100 Prozent von Spaniern bestritten. In den vergangenen Jahren arbeiteten 60000 Zeitarbeitskräfte aus dem Ausland in der Ernte, vor allem aus Rumänien, Polen und Bulgarien. Die Steuerausfälle aufgrund von Schwarzarbeit betragen nach Schätzungen des spanischen Finanzministeriums rund 82,5 Milliarden Euro (acht Prozent des BIP). 2011 lag das Alter der Erstgebärenden erstmals über 31 Jahren (genau: 31,17 Jahre).