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Dann kam auch noch Glück dazu

Fast überall in Europa steigt die Arbeitslosenquote junger Menschen. In Deutschland sinkt sie – warum?




- Jung zu sein ist eine feine Sache - nur auf dem Arbeitsmarkt nicht. In der Europäischen Union sind rund 22 Prozent aller erwerbsfähigen Menschen unter 25 Jahren ohne Job. Und das sind nur die offiziell gemeldeten. In den von der Krise besonders gebeutelten Ländern wie Spanien ist jeder Zweite auf Arbeitssuche. Gut sind die Chancen für Berufsanfänger lediglich in den Niederlanden, in Österreich - und besonders in Deutschland. Noch 2006 lag die Jugendarbeitslosenquote bei 12,5 Prozent, 2011 bei 8,5 Prozent, und sie sinkt weiter.

Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg sieht -neben der guten Wirtschaftslage -zwei Gründe für die positive Entwicklung: die Alterung der Gesellschaft und das duale Ausbildungssystem mit Berufsschule und Praxis im Betrieb. Außerdem gibt es viele Hilfen für Jugendliche mit schlechten Voraussetzungen, wie den 2004 ins Leben gerufenen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs.

Der Berufseinstieg gelingt in der Bundesrepublik leichter als anderswo. Hierzulande entscheiden sich etwa 60 Prozent der Schulabgänger für eine duale Berufsausbildung und werden so früh in die Arbeitswelt integriert. Rund zwei Drittel finden nach dem Abschluss der Ausbildung gleich einen Job. In Ländern ohne diese Tradition der beruflichen Ausbildung wie etwa Spanien steht einer großen Zahl von Akademikern eine hohe Zahl von Schulabbrechern gegenüber. Die einen haben wegen mangelnder Kenntnisse schlechte Karten, die anderen gelten als überqualifiziert.

Deutsche Firmen bilden derzeit auch deshalb viel Personal aus (quasi auf Vorrat), weil man Angst vor dem Fachkräftemangel hat. So überstieg im März das Angebot die Nachfrage: Auf 248700 Stellen kamen 239300 Bewerber. In absehbarer Zeit werden rund 80 Prozent aller Erwerbstätigen über 30 sein - und die Zahl der Schulabgänger sinkt weiter von Jahr zu Jahr. -