Keine Glückssache

• Wenn alle von Krise reden, macht man sich so seine Gedanken. Geht es uns wirklich so schlecht? Was wäre gut? Und was wäre heute, im 21. Jahrhundert angekommen und nach Jahrzehnten des Friedens und des stetigen Wachstums, ein Leben, das man als gut, als gelungen bezeichnen kann?




Schon die Frage ist eine Nummer zu groß, die Suche nach Antworten wäre ein Endlos-Projekt. Es sei denn, man findet sich damit ab, dass das gute Leben eine höchste individuelle Angelegenheit ist. Denn auch wenn es bisweilen so scheint – es gibt keine allgemeingültige Definition. Nur eine Tendenz, zumindest in der veröffentlichten Meinung: Bescheidenheit ist eine Zier. Mit materiellen Werten wird "das gute Leben" kaum noch identifiziert.

Das könnte man als Zivilisationsfortschritt feiern, käme die Abkehr vom Konsumterror mit weniger religiösem Eifer daher. So erfreulich es ist, dass die kargen Nachkriegsjahre Vergangenheit sind und man inzwischen mehr vom Leben erwartet als Völlerei: Beim Blick auf vergangene Werbewelten wird auch ein wenig Wehmut wach. Ganz abgesehen davon, dass Verzicht nur üben kann, wer genug hat (S. 54, 28).

So oder so: Gelungen ist ein Leben sicher noch nicht, nur weil man Millionen hortet – Mediatoren für Erbschaftsstreitigkeiten wissen das. Auf der anderen Seite ist Überfluss auch nicht grundsätzlich schlecht: Die armen Poeten jedenfalls, die vor neun Jahren die unfassbare Summe von 100 Millionen Dollar erbten, haben aus dem Geld eine Menge gemacht. Ob das auch für die Superreichen gilt, die sich um den Milton-Friedman-Enkel Patri scharen? Das entscheiden Sie am besten selbst (S. 90, 150, 68).

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