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Ein Fleischer in Schleswig-Holstein

Monatsverdienst, Monatsgrundkosten, Altersvorsorge

Das Fleischer-Fachgeschäft von Hans-Dieter Busack hat im vergangenen Jahr nach Abzug der Steuern einen Umsatz von 400 000 Euro erwirtschaftet. Für Schlachtvieh gibt Busack im Monat 15 000 bis 20 000 Euro aus, für Strom wurden 3000 Euro fällig. Die Gehälter für seine Frau, die beiden Gesellen und die Verkäuferin summieren sich auf 6400 Euro. Die Wohnung, in der die vierköpfige Familie lebt, liegt direkt über der Fleischerei. Für beides zusammen zahlt er eine Leibrente von 1500 Euro an seine Eltern. Die Krankenkasse kostet ihn rund 600 Euro im Monat, für die Altersvorsorge werden ungefähr 400 Euro fällig. Wenn es gut läuft und keine Maschinen ersetzt werden müssen, kann Busack jeden Monat noch etwa 2500 Euro für sich aus der Firmenkasse nehmen. Zu Zeiten der BSE-Krise ging er auch schon mal monatelang leer aus.




Was bedeutet Ihnen Arbeit?

Die Arbeit ist der Mittelpunkt. Ich bin in den Betrieb hineingeboren, habe schon als Kind geholfen. Das ganze familiäre Leben dreht sich darum. Ich schlachte gerne, aber nicht, weil ich Spaß daran habe, Tiere umzubringen, sondern weil die Fleischverarbeitung ein schönes Handwerk ist.

Was ist das Wichtigste in Ihrem Leben?

Die Familie. Der Beruf ernährt uns, und er ist ein großer Teil unseres Lebens. Aber er ist nur Mittel zum Zweck.

Was sind Ihre größten Probleme, und wie gehen Sie damit um?

Wir müssen zusehen, dass wir unsere Kunden an uns binden. Vor allem müssen wir junge Menschen ansprechen, sonst haben wir irgendwann keine Kundschaft mehr. Das tun wir zum Beispiel mit unseren küchenfertigen Gerichten, die man bei uns im Weckglas kauft. Heute haben die jungen Leute ja oft keine Zeit, Rouladen vorzubereiten.

Was tun Sie, wenn Sie sich etwas Besonderes gönnen wollen?

Wenn ich mal am Sonntag nichts liefern muss, dann schnappe ich mir meine Frau und fahre an die See, oder wir gehen schön essen. Oder wir verreisen. Nach Österreich oder in den Bayerischen Wald. Einfach die Beine baumeln lassen und wieder runterkommen.

Was erwarten Sie von der Zukunft, und was tun Sie dafür?

Ich will bis zur Rente hier arbeiten. Das Problem ist die Nachfolge. Meine Kinder wollen etwas anderes machen. Viele Schlachtereien haben dieses Problem und werden wohl schließen müssen.

Was würden Sie tun, wenn Sie sich ein Jahr lang nicht um Ihren Unterhalt kümmern müssten?

Ich würde ein Jahr aussteigen und nach Kanada oder Neuseeland gehen, irgendwohin, wo viel Platz und Natur ist. Meine Schlachterei würde ich sicher vermissen.

Würden Sie Billig-Fleisch vom Discounter essen?

Nein, weil ich nicht weiß, was da drin ist. Das Problem ist, dass die Supermärkte irgendwann angefangen haben, dieses hochwertige Lebensmittel einfach zu verschleudern, um Kunden in ihre Läden zu locken. Ein Kilo Wiener Würstchen für 4,99 Euro? Da kann eigentlich kein Fleisch drin sein. ---
Deutschland:
Einwohner: 81,8 Millionen
Währung: Euro
BIP pro Kopf: 29 305 Euro
Human Development Index: Platz 10 (von 169 Ländern) Aktuelle Durchschnittskosten:
1 kg Rinderbraten im Supermarkt: 6,99 Euro
1 kg Rinderbraten in der Fleischerei: 13 Euro
1 kg Rinderbraten in der Bio-Fleischerei: 18,90 Euro
1 SB-Autowäsche: ab 5 Euro
1 Kopfsalat: 1,19 Euro
1 Liter Milch: 0,78 Euro
1 Liter Benzin (Super E10): 1,56 Euro