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Der gute Hardliner

Als New York 1975 zahlungsunfähig war, flehte die Stadt die US-Regierung um Hilfe an. Doch Präsident Ford schaltete auf stur - und tat der Stadt damit einen Gefallen.




• Die "Daily News" titelte, wie es der Boulevard liebt - in Versalien und mit der Sensibilität einer Münzpresse: "Ford to City: Fall tot um!" Es war der 30. Oktober 1975 und der vorläufige Höhepunkt des Kampfes von US-Präsident Gerald R. Ford gegen die Stadt New York.

In den siebziger Jahren war New York eine Großstadthölle. Die Polizei korrupt, die U-Bahn gefährlich, der Central Park noch gefährlicher. Und: Die Stadt war praktisch bankrott.

In der Not suchte der Bürgermeister Abraham Beame Verbündete. Reiche Bankiers, wie David Rockefeller, leisteten politisch Beistand, aus Angst vor einer Pleite. Beame trat im Fernsehen auf und sagte: "Der westdeutsche Kanzler Schmidt war kürzlich hier und sagte, dass ein Kollaps der Welthauptstadt der Finanzen die Welt zurück in die Rezession werfen würde." Und er machte vor dem US-Senat deutlich: "Ohne Hilfe werden wir pleitegehen."

Seit 1865 haben die USA eine Währungsunion. Allerdings muss die nationale Regierung den einzelnen Staaten nicht aus der Klemme helfen, wenn sie in Schwierigkeiten geraten. Ford sah es nicht ein, einer Stadt beizustehen, die schlampig gewirtschaftet hatte.

Beames rhetorische Frage, ob Russland Moskau aufgeben würde, setzte Ford dann aber unter Druck. Im Dezember 1975 gewährte er New York einen Kredit. Und doch profitierte die Stadt am Ende mehr von seiner harten Linie. 30 Jahre später sagte ein früherer Stadtrat: "Ford war gut für uns, weil wir unseren Haushalt aufräumen mussten." New York war zum Sparen gezwungen worden.

Nur Ford selbst war mit der Geschichte nicht glücklich. Den Satz "Drop dead" habe er nie gesagt. "Das war eine falsche Behauptung", beklagte er später, "sie war sehr unfair."