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brand eins 10/2011 Schwerpunkt Sinn
Klaus Kuchen, Mexiko

Einfach eine tolle Ausgabe mit interessanten Artikeln, insbesondere das Interview mit Michael Schmitz: "Was will ich?". Hervorragend gestellte Fragen und mit noch besseren praxisnahen Antworten. Es ist richtig, dass man oft zu lange im Teufelskreis bleibt, um das eigene Ego zu befriedigen und um attraktive Privilegien nicht aufgeben zu müssen. Aber die Trade-Offs zahlen sich fast immer aus, insbesondere dann, wenn der Druck zum Wechseln von innen kommt und nicht von externen Ereignissen ausgelöst oder forciert wird. Klar, es ist immer schwer, solche Entscheidungen zu treffen, und am Anfang kann es ja sogar aussehen, als ob man einen Schritt zurück macht - aber in Wirklichkeit nimmt man nur wieder Anlauf, um noch weiter zu springen.


brand eins 10/2011 Wenn jeder ein Sieger ist
Matthias Bokeloh, Hamburg

Kinder, denen das Gefühl für sich selbst fehlt und die sich Bestätigung im Außen suchen müssen? Die Frage "Wer bin ich?" wird stets vom Außen nach den Regeln der Leistungs- und Konsumgesellschaft beantwortet: Das ist richtig oder falsch, du bist gut oder schlecht. Die Eltern, die ihre Kinder schützen wollen, handeln im Grunde folgerichtig. Vielleicht sollten wir Kindern aber einfach mehr Raum geben: für Fehler, aus denen sie lernen können (oder auch nicht) - mehr Raum für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Es macht sie nicht pflegeleichter, es macht sie (vielleicht) nicht glücklicher. Aber vielleicht müssen wir auch nur wieder lernen, uns mit dem Leid anderer Menschen auseinanderzusetzen, statt es einfach verschwinden lassen zu wollen. brand eins 09/2011 Kein Ausweg aus der Armut
Heike Eggers, African Social Business Pure e.G., Winsen/Luhe

Armutsbekämpfung via Mikrokredit ist keine Folklore und die Idee, die Armut ins Museum zu verbannen, nicht absurd. Die Behauptung, Mikrokredite würden nur an die Mittelschicht vergeben und die wirklich Armen gar nicht erreichen, ist falsch. Sowohl bei Grameen Bank als auch bei der Kopeme Group in Togo werden Mikrokredite nur an Menschen vergeben, die arm sind.

Für die Vergabe eines Mikrokredites ist es unabdingbar, dass hinter der Verwendung eine Geschäftsidee steht. Ein Mikrofinanzinstitut, das mit extrem armen Menschen arbeitet, wird diesen Armen auch bei Problemen mit der Rückzahlung immer zugewandt sein. Die Frage ist: "Was ist dein Problem?" Mikrofinanzinstitute dürfen daher nicht profitgetrieben sein, sondern müssen das Ende der Armut zum Ziel haben.

Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, sowohl in den Dörfern Togos Gruppenkredite an traditionelle Dorfgruppen als auch in der Hauptstadt Lomé an Frauengruppen zu vergeben. Gleichzeitig zu sparen ist wichtig, um nicht bei der kleinsten Krise wieder in die extreme Armut zurückzufallen. Die durchschnittliche Kredithöhe ist ein Indikator für die Tatsache, ob Mikrokredite an Arme vergeben werden oder nicht. Je kleiner der Kredit, desto wahrscheinlicher ist die Armutsbekämpfung. Grameen wie Kopeme haben ein umfassendes sozio-ökonomisches Programm zur Armutsbekämpfung entwickelt. In diesem Kontext sind Mikrokredite ein Weg aus der Armut.