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Der Schuldenberg

Der deutsche Staat steckt tief in den roten Zahlen. Wie konnte es so weit kommen? Hier einige Antworten.




1. Der Berg wächst (Grafik 1)

Hauptschuldner ist der Bund. Anfang der siebziger Jahre lag sein Anteil an der Gesamtverschuldung bei rund 40 Prozent, mittlerweile sind es mehr als 62 Prozent. Knapp ein Drittel der Gesamtschulden entfällt auf die Länder und 7 Prozent auf die Gemeinden.

Künftig müssen alle den Gürtel enger schnallen. Im August 2009 wurde eine Schuldenbremse im Grundgesetz verankert, die den Schuldenberg allerdings kaum abtragen wird: Bis 2016 soll der Bund seine Verbindlichkeiten in gleichmäßigen Schritten um insgesamt rund 10 Milliarden Euro senken.

2. Das Zinstief als Segen (Grafik 2)

Es ist ein Teufelskreis: Je höher die Schulden, desto mehr Zinsen werden fällig, was wiederum höhere Ausgaben nach sich zieht. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Anteil der Zinszahlungen an den Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte deutlich gestiegen. Während 1970 der Anteil bei 3 Prozent lag, waren es Mitte der neunziger Jahre 12 Prozent. Seit 1999 sank diese Zahl auf 8,5 Prozent im Jahr 2009.

Das allgemein niedrige Zinsniveau kommt den Schuldnern zupass. So sank der Anteil der Zinsen in Prozent an den Gesamtschulden seit 1995 (siehe Grafik).

3. Mit Miesen leben - das Beispiel Japan (Grafik 3)

Japan ist der größte Schuldner der Welt - und steht trotzdem so schlecht nicht da: Das Land ist derzeit noch Nettogläubiger. Mit 12,7 Billionen Euro privater Ersparnisse verfügen die Japaner darüber hinaus über die weltweit höchsten Bankeinlagen. Das ändert sich jedoch gerade. Da immer mehr Rentner von ihren Ersparnissen leben, ist die private Sparquote von ehemals 16 auf 3 Prozent gesunken.-