Partner von
Partner von

Das Jobwunder

Die Welt steckt in der Krise. Und in Deutschland sinkt die Arbeitslosigkeit. Wie kann das sein?




- Die Schuldenkrise hält die Welt in Atem, in vielen Ländern Europas droht eine Rezession - aber der deutsche Arbeitsmarkt ist kerngesund. Ende September dieses Jahres gab es erstmals seit 1991 weniger als 2,8 Millionen Arbeitslose. Die Rate liegt bei 6,6 Prozent. Verkehrte Welt?

Die gute Lage hat mehrere Gründe. Die Wirtschaft profitiert von der schnellen Erholung nach dem Krisenjahr 2009. Unter anderem dank Kurzarbeit blieb der Arbeitsmarkt auch in der Rezession stabil, seit Beginn des folgenden Aufschwungs steigt die Nachfrage der Unternehmen. Hinzu kommt eine bessere Stellenvermittlung.

Erstmals seit den Reformen im Jahr 2005 gibt es weniger als zwei Millionen Arbeitslosengeld-II-Empfänger und das, obwohl die Zahl der Ein-Euro-Jobs kontinuierlich sinkt. Rund 26 Prozent der ehemaligen Arbeitslosengeld-II-Empfänger haben inzwischen eine Arbeit, rund ein Drittel ging in Rente oder verschwand krankheitsbedingt aus der Statistik. "Derzeit ist die demografische Entlastung aber gering", sagt Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft. Das heißt, die steigende Zahl der Alten, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden, wird unter anderem dadurch ausgeglichen, dass immer mehr eine Frauen arbeiten wollen.

Doch die Krise in den europäischen Nachbarländern trübt die Aussichten. Rund 60 Prozent der deutschen Exporte bleiben in der EU, neun Millionen Arbeitsplätze hängen davon ab. Bisher zeigen sich noch keine Auswirkungen, der Arbeitsmarkt reagiert jedoch stets mit Verzögerung. "Es gibt Anzeichen für eine Verlangsamung des Wachstums, aber es ist noch keine Trendwende in Sicht", sagt Schäfer. Selbst mit einem Wachstum von einem bis 1,5 Prozent werde die Arbeitslosigkeit weiterhin leicht sinken. -