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Charles Ponzi

Seit es Geld gibt, treiben Betrüger ihr Unwesen. Aber nur wenige haben einen Trick, der ihren Namen trägt. Charles Ponzi ist das gelungen. Er war auch Vorbild für Bernard Madoff.




• Es war nicht gerade viel, was Charles Ponzi an Erspartem für sein neues Leben in der Tasche hatte. Als er 1903 in Boston von einem Dampfschiff an Land ging, besaß der Italiener gerade zweieinhalb Dollar. Er war 21, hatte die Schule geschmissen und das, was er fürs Leben brauchte, in Bars, Cafés und in der Oper gelernt.

Erst jobbte er in einem Restaurant, dann bei einer Bank, landete aber wegen Scheckbetrugs im Gefängnis. Wieder auf freiem Fuß, verkaufte er Branchenbücher. Als er dann in der Post den Brief einer spanischen Firma fand, dem ein internationaler Antwortschein beilag, kam ihm eine Idee. Die europäischen Währungen waren 1919 eingebrochen, und der Antwortschein, der in den USA sechs Cent wert war, kostete in Spanien nur einen Cent. Daraus machte Ponzi ein Geschäft: Er ließ in Spanien die Scheine kaufen und verkaufte sie in den USA. Anleger lockte er mit dem Versprechen, sie könnten ihr Geld durch die Anlage in solche Papiere binnen 90 Tagen verdoppeln. Die Menschen standen Schlange, um ihm ihr Geld zu überlassen.

Ponzi wurde ein reicher Mann, kaufte eine Villa und kleidete sich vornehm. Doch niemals konnte er so viele Antwortscheine gekauft haben, wie er behauptete. Tatsächlich zahlte er die Investoren, die ihre Rendite forderten, mit dem Geld von Neukunden aus. Der Trick flog auf, als ein Mitarbeiter ihn verriet. 1920 wurde er zu sieben bis neun Jahren Gefängnis verurteilt und später nach Italien ausgewiesen.

Dort empfand Diktator Benito Mussolini derart große Sympathien für den Betrüger, dass er ihn zum Chef des Büros der italienischen Fluggesellschaft Ala Littoria in Rio de Janeiro machte, wo er 1949 starb. Auf seine Erfindung angesprochen, sagte er einmal: "Mein Geschäft war simpel. Es war das alte Spiel: Man klaute bei Peter, um Paul zu bezahlen."