Partner von
Partner von

leserbriefe@brandeins.de

brand eins 05/2011 Schwerpunkt Respekt
Hans Eike von Oppeln-Bronikowsky, Berlin


Die Titelseite, das Heft ist noch geschlossen. Was sagt mir "Respekt"? Zunächst kommt mir in den Sinn, dass ich andere Menschen respektiere, das heißt, ich nehme sie an als den anderen fremden Menschen - und halte ihn mir mit Respekt vom Leib. Den Respekt, den ich ihm zolle, erwarte ich auch von ihm. Dann hat Respekt wohl mit Anerkennung zu tun. Anerkennung der Persönlichkeit, ihrem Investment und damit auch ihrer Leistung. Andere Menschen setzen auf diesen Respekt, damit sie die Anerkennung in unserer Gesellschaft erfahren, die sie zu etwas Besonderem macht. Auf Anerkennung sind wir alle scharf. Respekt vor Menschen, vor Tieren, vor Dingen und Umständen. Respekt bedeutet, Verständnis zu haben, selbst wenn man sich anders entschieden hat oder anders entscheiden würde. Respekt gegenüber allem Flüchtigen, denn das Flüchtige könnte irgendwann einmal bedeutend werden, zum Beispiel Respekt vor Klimaschützern, Kernkraftgegnern und Tierschützern in einer Zeit, wo wir in unserer Diskontgesellschaft noch aus dem Vollen schöpfen.

Ich schlage das Heft jetzt auf. Respekt vor der Aufmachung, Respekt vor den Beiträgen. Und sehnsuchtsvoller Respekt vor Herrn Keller und seinem ultimativen Schnaps.

brand eins 05/2011 "Du sollst doch kein Würstchen essen!"
Ursula Hüttner, Leimersheim

In diesem Artikel fehlte mir Respekt. Ich finde es unangemessen, den Hund mit dem Menschen oder, schlimmer noch, den Menschen mit dem Hund zu vergleichen. Oder überlese ich die Ironie seitens des Autors? Es stimmt mich traurig, dass Mitarbeiter beziehungsweise Vorgesetzte am Hund lernen müssen, mit Menschen umzugehen. In der Aus-Bildung solcher Menschen wurde offensichtlich viel versäumt.

brand eins 04/2011 Die Über-Forderung
Theres Rathmanner, Chimolo (Mosambik)

Ich lebe in Mosambik, arbeite in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Die Parallelen haben mich erstaunt: Ich habe in Wolf Lotters Ausführungen zum Thema Subventionen vielfach wiedergefunden, was ich hier tagtäglich erlebe. Zum Beispiel (Zitat): "Vielleicht waren zehn Prozent wachstumswirksam [...] Der Rest wurde konsumiert." Die Prozentangabe kann ich nicht verifizieren, aber es gibt hierzulande einen bildhaften Ausdruck für die nicht (ganz) zweckmäßige Verwendung von finanziellen Mitteln: comer o dinheiro (das Geld essen). Oder: "Förderung bedeutet, dass ich lerne, dass sich Anstrengungen lohnen, ganz direkt." Leider funktioniert das mit diesem Anreiz nicht immer. Oder, um es mit den Worten eines EZ-Freundes auszudrücken: "Früher sind die Bauern hinuntergeklettert, wenn der Brunnen verdreckt war, und haben ihn gesäubert. Heute schreiben sie erst einmal einen Antrag."

brand eins 04/2011 "Kämpfen hält uns beweglich"
Lars Brooksiek, Berlin

Sehr geehrter Professor Straubhaar, Sie haben die Möglichkeiten der Ökonomisierung ausschließlich auf den Kulturbetrieb bezogen. Ich möchte Ihre Gedanken auf weitere Gebiete staatlicher Hoheit übertragen. Wenn der Kulturbetrieb sich über das System der Kulturgutscheine dem Marktprinzip öffnen soll, warum dann nicht auch Aufgaben wie Bildung, Verkehr oder Sicherheit? Konsequent zu Ende gedacht, bekommt jeder Bürger ein Bürgergeld, welches er nach seinem Ermessen für Schulbildung, seine Sicherheit oder für die Nutzung von Straßen einsetzen kann. Damit ließen sich nach Ihrem Entwurf sicher alle staatshoheitlichen Aufgaben problemlos ökonomisieren. Was gibt Ihnen eigentlich die Gewissheit, dass die Kultur nach ökonomischen Maximen zu bewerten ist und nicht umgekehrt, die Ökonomie nach kulturellen?

brand eins allgemein
Dominik Mizdrak, Hongkong

Ich bin überglücklich, dass ich brand eins zwischenzeitlich auch über mein iPad im Ausland lesen kann. Ich lebe seit zweieinhalb Jahren in Hongkong und habe in der Vergangenheit unsere deutschen Besucher dazu genötigt, mir die Magazine der vergangenen Monate mitzubringen. Das sollte jetzt nicht mehr notwendig sein!

brand eins allgemein
Klaus Brake, Berlin

Ich lese brand eins nur gelegentlich, bin aber immer wieder fasziniert, wie es gelingt, dazu anzuregen, über Dinge, die einemmehr oder weniger positiv oder negativ - "klar" zu sein scheinen, noch mal ganz anders nachzudenken.