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In aller Stille

Sie wurde in den Medien verhöhnt als "Deutschlands dümmste Bank" und gilt vielen immer noch als bürokratisches Ungetüm, das Steuergelder verschleudere: die KfW Bankengruppe, größtes Förderinstitut hierzulande. Warum nur werden wir im Ausland um das Geldhaus beneidet?




- Die Zeilen, gerichtet an die KfW Bankengruppe, Palmengartenstraße 5-9, 60325 Frankfurt, waren dürr und unmissverständlich: "Sehr geehrte Damen und Herren, ich könnte kotzen." Es folgte noch "Mit freundlichen Grüßen" und der Name des Absenders, der nichts zur Sache tut. Er war einer von Dutzenden Brief- und E-Mail-Schreibern, die im September 2008 ihrer Empörung über eine Überweisung Luft machten, mit der die KfW dem US-Bankhaus Lehman Brothers versehentlich rund 300 Millionen Euro hatte zukommen lassen - obwohl Lehman bankrott und das Geld damit zunächst perdu war. Geld, das vermutlich aus Sicht der Beschwerdeführer aus den Taschen der Steuerzahler stammte, also quasi aus ihren eigenen, was nicht ganz richtig ist: Die KfW arbeitet zum allergrößten Teil mit Mitteln, die nicht aus dem Bundeshaushalt kommen. Doch dazu später.

Die Tage im September 2008 jedenfalls waren Tage der Empörung, auch innerhalb der KfW. Albrecht Deißner, ein ruhiger, besonnener Anfangfünfziger, erinnert sich noch gut daran, wie Fernsehteams den Ausgang seines Arbeitgebers belagerten und die Zeitungen jeden Tag voll waren mit Schmährufen wie "dumm, dümmer, KfW" oder "Deppenbank". Für die Belegschaft war das schlimm. "Ich habe mir die KfW ganz bewusst ausgesucht, weil sie eine besondere Bank ist, nämlich eine, die im öffentlichen Interesse handelt", sagt Deißner, der gern und breit lacht. Jetzt ist er ernst: "Und dann wird man plötzlich in eine Ecke gestellt, in die man genau nicht gehört und auch nicht gehören will."

Wer jemals einen Investmentbanker in einem der für die Branche typischen kühl-funktionalen Bürotürme in Frankfurt, London oder New York getroffen hat, weiß: Deißner ist der Gegenentwurf. Nicht weniger ehrgeizig, nicht weniger engagiert, aber mit ganz anderen Zielen. Statussymbole, so zeigt sein Büro, sind dem Mann egal. Verschlissen der Teppich, angestaubt die Zimmerpflanzen. Die Lampen - vom Vorgänger übernommen - sehen aus, als entstammten sie einem Operationssaal, und verbreiten auch solch eine Atmosphäre. Für Deißner zählt mehr, dass er und sein Team von hier und den angrenzenden, ähnlich abgenutzten Büros aus die größte Förderaktion in der Geschichte der KfW abgewickelt haben: das milliardenschwere Sonderprogramm, mit dem der Bund bis Ende vergangenen Jahres krisengeplagten Mittelständlern mit Krediten um die 3,7 Prozent Zinsen unter die Arme griff. "Wir haben uns reingekniet, teilweise Tag und Nacht gearbeitet", erinnert er sich. "Wir wussten: Das war unsere Chance, die KfW zu rehabilitieren."

Oliver Graff und Albrecht Deißner haben sich nie kennengelernt. Und doch waren die beiden füreinander wichtig. Deißner für Graff, weil er Fördergeld aus dem Sonderprogramm brauchte; und Graff für den KfW-Mann, weil er genau jene Art von Unternehmer verkörperte, die Deißner im Visier hatte: mittelständisch, gut positioniert - und vor Ausbruch der Krise, also bis Sommer 2008, kerngesund.

Graff, Ex-Kameramann, hat in den vergangenen 20 Jahren Camcar aufgebaut, Marktführer in Nordrhein-Westfalen für den Verleih von Film-Equipment. "Germany's next Topmodel", "Soko Köln" und "Tatort" entstehen mithilfe seiner Technik. Die Krise machte sich spät bemerkbar, weil Fernsehproduktionen einen langen Vorlauf haben. "Wenn die einmal geplant sind, werden sie auch gedreht", sagt Graff.

Im August 2009 aber war ihm und seinem Finanzchef Stephan Neuheuser klar, dass sie Unterstützung brauchten. Die Aufträge blieben aus. Camcar musste trotzdem weiter investieren. In einer großen Halle im Industriegebiet Köln-Bickendorf lagern die Geräte - Kameras, Stromaggregate, Beleuchtungssysteme - auf massiven Industrieregalen in langen Reihen, sorgfältig geordnet. Das Neueste an Technik muss parat stehen, sonst gehen die Kunden zur Konkurrenz. Graff und Neuheuser sprachen mit ihrer Hausbank über das KfW-Sonderprogramm und beschlossen, Mittel daraus zu beantragen. Mitte Dezember kam die Antwort: eine Absage.

Damit könnten die Geschichte zu Ende und zwei Vorurteile gegenüber der Förderbank bestätigt sein: dass sie langsam und bürokratisch sei und deswegen ihre Möglichkeiten, Unternehmen zu helfen, nicht voll ausgeschöpfe, das Geld also nicht ausreichend unter die Leute gebracht habe. Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, kritisierte 2009 genau das: Die KfW lehne aus Bonitätsgründen "Finanzierungen ab, die die Sparkassen durchaus noch empfehlen würden".

Camcar hat da etwas andere Erfahrungen gemacht. Denn es war die Hausbank, eine große Sparkasse, die für den Antrag sage und schreibe vier Monate gebraucht hatte - nur um nach der Absage ein eigenes Darlehen zu 9,5 Prozent Zinsen jährlich anzubieten. Der Finanzchef Neuheuser aber mochte die Absage nicht hinnehmen und startete einen zweiten Anlauf bei der KfW, dieses Mal über eine andere Bank, die Kreissparkasse Köln. Der Antrag ging noch zwischen den Jahren raus, Anfang Januar sagte die KfW zu, wenige Tage später war das Geld auf Camcars Konto.

Um eine Institution wie die KfW wird Deutschland in vielen Ländern beneidet. Ein gesunder Mittelstand, das hat sich inzwischen herumgesprochen, ist wichtig für die wirtschaftliche und politische Stabilität eines Landes. Kaum einer weiß das besser als Norbert Irsch, heute ein gemütlich wirkender älterer Herr mit weißem Haarkranz und gutmütigem Gesicht, früher ein Abenteurer. Rund um den Globus hat er geholfen, Förderbanken nach dem Vorbild der KfW zu etablieren - zunächst, nach dem Fall des eisernen Vorhangs, in Osteuropa, um, wie er sagt, "die europäische Idee zu unterstützen, behilflich zu sein bei einer marktkonformen Förderung für den Mittelstand und Goodwill für Deutschland zu schaffen". Später zog Irsch mit seinem Team von fünf Leuten weiter, bis nach China. Heute gibt es selbst in Russland eine Förderbank für den Mittelstand - die staatseigene Vnesheconombank wurde in den vergangenen drei Jahren nach KfW-Vorbild umgebaut.

Irsch, Chefvolkswirt und als solcher oberster Förderideen-Entwickler bei der KfW, gilt im Konzern als eine Art graue Eminenz. Seit 30 Jahren ist er dabei, ein Überzeugungstäter wie viele, die im Branchenvergleich geringe Gehälter in Kauf nehmen, um gesellschaftliche Entwicklungen mit anstoßen zu können. "Vor dem Hintergrund großer Entwicklungen ist die KfW ein kleines Rädchen", sagt er in seiner rheinischen Mundart, "aber sie ist eines und zudem ein wirksames." Irsch war bei den Wettbewerbshütern von der Monopolkommission, bevor er zu der Bank stieß, damals wie heute ein Skeptiker, der findet, dass man den Kapitalismus nicht sich selbst überlassen dürfe: "Es gibt in vielen Bereichen mehr oder weniger starkes Marktversagen. Dadurch unterbleiben Investitionen, die aus gesamtwirtschaftlicher Sicht wünschenswert sind - wenn man nicht gegensteuert."

Die KfW steuert gegen. Ob Unternehmertum, Innovationen, Bildung, Exporte, Entwicklungshilfe, energiesparendes Bauen oder altersgerechtes Wohnen, die Frankfurter Förderer haben sich vieles auf die Fahnen geschrieben. Der größte Brocken, ein gutes Drittel der KfW-Gelder, landet beim Mittelstand. Diese Vielfalt allerdings geht manchem Kritiker zu weit. So befürchtet der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil von der FDP, die Bank könne zu "industriepolitischen Zielen" missbraucht werden - und das auch noch mithilfe knapper Steuermittel.

Irsch hört geduldig zu. Und erzählt dann die Geschichte der KfW, um mit dem Vorurteil aufzuräumen, sie werde durch Mittel aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Das Institut wurde nach dem Krieg mit Marshall-Plan-Geldern gegründet. Insofern ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau, wie die KfW Bankengruppe ursprünglich hieß, eine Art Geschenk der Alliierten, wenn auch kein uneigennütziges. Die Besatzer wollten ihre Unterstützung reduzieren. "Vor allem die Engländer hatten kein Geld und mussten ihre eigene Wirtschaft wieder in Gang bekommen", erzählt Irsch. "Sie hofften, dass das vom Krieg zerrüttete Deutschland mithilfe einer Förderbank schneller wieder auf die Beine käme."

Die KfW hat auch später - und bis heute - nie Steuermittel gebraucht. Sie trägt sich selbst und wächst aus eigener Kraft, eine Art finanzielles Perpetuum mobile. Es funktioniert mithilfe eines ebenso einfachen wie genialen Tricks: Die Förderbank wurde von Anfang an mit einer Staatsgarantie ausgestattet. Dadurch kann sie sich an den Kapitalmärkten durch die Ausgabe von Anleihen sehr günstig refinanzieren und ist heute der viertgrößte Emittent in Europa. Vergibt sie Förderkredite, gibt sie einen Teil ihres Refinanzierungsvorteils in Form günstiger Zinsen weiter - einen Teil behält sie für sich als Gewinn. Dieser Gewinn wird nicht ausgeschüttet, sondern erhöht das Eigenkapital. Die KfW kann dadurch mehr Kredite vergeben, fährt wiederum einen Gewinn ein, der erneut das Eigenkapital stärkt. Sie wächst weiter. So geht das seit dem 2. Januar 1949, an dem das Institut seine Geschäftstätigkeit aufnahm.

Steuergelder kommen nur ins Spiel, wenn die Bundesregierung oder einzelne Ministerien auf eigenen Wunsch Sonderprogramme auflegen, aktuell zur Förderung energieeffizienter Sanierungen oder altersgerechter Umbauten in Privathaushalten etwa. Sie machen rund sechs Prozent der KfW-Mittel aus. Außerdem müsste der Bund natürlich einspringen, wenn die KfW durch Missmanagement Geld in einer Größenordnung verlöre, die ihr Eigenkapital überstiege. Das war noch nie der Fall.

Jedermann weiß: Unternehmer braucht das Land, innovative vor allem, denn technischer Fortschritt zählt zu den Haupttriebfedern langfristigen Wirtschaftswachstums. Doch es ist schwer, als Gründer bei privaten Banken oder anderen Investoren Geld zu bekommen - und es wird immer schwieriger, je innovativer man ist. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen KfW-Studie, dem sogenannten Mittelstandspanel, mit gut 7000 befragten Firmen die einzige repräsentative Umfrage zu diesem Thema. Danach stellt der Mangel an Finanzierungsquellen für kleine und mittlere Unternehmen das wichtigste Innovationshemmnis dar. Und je mehr sie - gemessen an ihrem Umsatz - für Forschung und Entwicklung aufwenden, desto größer die Probleme, an Kapital zu kommen. Paradox: Wer echte Marktneuheiten entwickelt, hat noch mehr Probleme als einer, der an bereits Vorhandenes anknüpft. Und klar: Als Unternehmen jung und klein zu sein, macht die Sache auch nicht einfacher. So weit, so schlecht.

Michael Brandkamp, ein kleiner, fast zerbrechlich wirkender Mann mit schütterem rötlichem Haar, der als größtes Hobby seine drei kleinen Töchter angibt, will sich damit nicht abfinden. Es ist sein Beruf und seine Berufung, junge Hightech-Unternehmer zu fördern, die eine kluge Idee, aber kein Geld haben. "Seed-Money" heißt im Fachjargon, was hier vonnöten ist: Kapital, mit dem man Samen setzt, die hoffentlich irgendwann aufgehen. Nur gibt es seit dem Zusammenbruch der New Economy in Deutschland kein privates Seed-Money mehr. Die KfW hat deshalb unter Brandkamps Führung den in Bonn ansässigen High-Tech Gründerfonds (HTGF) mit inzwischen 35 Mitarbeitern ins Leben gerufen, der bis heute von der Förderbank mitfinanziert wird. Weitere Partner sind Unternehmen wie BASF, Bosch und Siemens.

Der Fonds gilt in der Gründer- und Wagniskapital-Szene als hochprofessionell. Denn wer vom HTGF unterstützt wird, bekommt nicht nur Eigenkapital, sondern auch enge Betreuung, erfahrene Coaches, Hilfe bei der Fremdfinanzierung und der Inanspruchnahme von anderen Förderprogrammen. "Wir brüten an, dann kommt die KfW", sagt Brandkamp.

Das klingt zu schön, um wahr zu sein? Jan Evers von Evers & Jung, einem auf Finanzwirtschaft und Wirtschaftsförderung spezialisierten Beratungsunternehmen, hält es für die Realität: "Nirgendwo bekommen junge Unternehmer und Gründer so viel und nahezu lückenlose Unterstützung wie in Deutschland", sagt er. "Die KfW spielt dabei eine entscheidende Rolle." Er selbst hat ein wichtiges Element der Förderung mitentwickelt: die sogenannte Gründungswerkstatt. Dahinter verbirgt sich ein internetgestütztes Beratungsangebot, mit dessen Hilfe junge Unternehmer ihre Idee entwickeln, einen Businessplan schreiben, schließlich Kontakt zu einem branchenspezifischen Coach der Industrie- und Handels- oder Handwerkskammer aufnehmen und sich von ihm beraten lassen können. Das Internet-Angebot ist kostenlos und der Coach, in Evers Ursprungsmodell ein Gründungsspezialist der Hamburger Kammern, ebenfalls. Die KfW wurde auf die Idee aufmerksam und bietet sie nun, mit Kostenzuschüssen als Lockmittel, bundesweit den Industrie- und Handelskammern an. 26 regionale Partner machen bereits mit.

Dass so etwas funktioniert, hat mit einer für einen Konzern ungewöhnlichen Eigenschaft zu tun: Die Förderbank ist lernfähig, nimmt fremde Ideen auf, selbst wenn sie im Gegensatz zur hausinternen Praxis stehen. Jan Evers hat das mehrfach beobachtet, etwa im Falle einer unsinnigen Förderrichtlinie: Lange Zeit wurde nur unterstützt, wer sich in Vollzeit selbstständig machte. "Dabei ist es manchmal klüger, eine Idee erst nebenerwerblich zu testen, und immer mehr Gründer tun das auch. Nur gab es dann keine Förderung." Die KfW nahm die Kritik auf; jetzt werden auch Teilzeit-Gründer unterstützt.

Ulrich Schröder erinnert an Harald Juhnke zu seinen besten Zeiten. Die Haare lässig gescheitelt, ein schlitzohriges Lächeln im leicht gebräunten Gesicht, ist der gebürtige Kölner jederzeit bereit, einen Kalauer vom Stapel zu lassen. Etwa den von seinem ehemaligen Chef bei der WestLB, der zu ihm sagte: "Eines sage ich Ihnen, Schröder, Vorstand werden Sie nicht." Nun ist er es doch geworden, sitzt im tadellos sitzenden Zweireiher in dem von ihm selbst gestalteten, ganz in Weißtönen gehaltenen Büro, und man spürt: Von Selbstzweifeln wird dieser KfW-Chef nicht geplagt - was vielleicht sogar ein Vorteil ist, angesichts der Größe und Behäbigkeit des Apparats von gut 4200 Mitarbeitern, dem er seit 2008 vorsitzt.

Die KfW hat seither Fortschritte gemacht, doch es bleiben zwei Probleme, deren Lösung auf sich warten lässt. Die Bank und ihre Produkte sind immer noch nicht bekannt genug; und die KfW ist vielfach immer noch bürokratisch, hat zu lange im eigenen Saft geschmort. Jahrelang hatte man eine Aversion gegen Externe. Bei Schröders Amtsantritt kurz vor der Lehman-Panne waren von 24 Bereichsleiterpositionen 23 mit langjährigen KfW-Kollegen besetzt. Die Folgen der Betriebsblindheit: die verpatzte 300-Millionen-Überweisung an das bankrotte US-Institut; Bankenrundschreiben, voluminös wie Karl-May-Romane; unsinnige Kennzahlen wie "Ökonomisches Kapital pro Einzelkreditnehmer", die kein Mensch erklären, aber jeder berechnen konnte.

Damit räumt Schröder nun seit fast drei Jahren auf. Sein zweites Ziel: die KfW näher an die Kunden zu bringen. Er muss vorsichtig vorgehen. Denn das Prinzip der Subsidiarität, verankert in den KfW-Statuten, darf nicht aufgeweicht werden. Das bedeutet, dass die KfW niemals direkt an potenzielle Kreditnehmer herantreten kann. Immer muss eine Hausbank das Geld durchleiten und frei entscheiden können, ob sie eigene oder KfW-Kredite vergibt. Andernfalls könnte die Förderbank den Wettbewerb verzerren. Ein Gutteil der Bürokratie, die den Frankfurtern angekreidet wird, ist diesem Prinzip geschuldet. Die ohnehin aufwendige Prozedur, die einer Darlehensvergabe vorausgeht, muss in weiten Teilen doppelt erledigt werden.

Doch die Distanz zum Kunden ist auch aus einem anderen Grund wichtig. Sie sorgt dafür, dass eine private Bank mit in die Haftung geht. Das müssen die Institute fast immer, wenn sie KfW-Geld durchleiten. Damit wird sichergestellt, dass die Risiken eines Engagements gründlich geprüft werden und die Förderung nicht an Firmen geht, die besser kein Geld bekämen.

Viele private Banken und ihre Verbände beklagen sich trotzdem. Die Frankfurter Förderer unterminierten die Profitabilität der Branche, weil die Geldhäuser an der Weiterleitung eines KfW-Darlehens weniger verdienten als an der Vergabe eigener Kredite, so eine gängige Beschwerde. Der erste Teil stimmt. In der Tat ist die Marge geringer, manchmal nur halb so hoch. Dass dadurch die privaten Banken im Ganzen schlechter verdienen, lässt sich indes nicht belegen. Frank Brockmann, Firmenkundenvorstand der Hamburger Sparkasse (Haspa), hält den KfW-Effekt auf die Margen für "vernachlässigbar". Sein Institut kooperiert ebenso wie etwa die Kölner Diba eng mit den Förderern, setzt deren Produkte zur Ergänzung der eigenen Palette ein - und beide Geldhäuser sind hochprofitabel.

Noch sind es wenige Banken, die so verfahren. Deswegen will Schröder nun die Kunden mobilisieren - mit Werbung, über einen internetgestützten Vertrieb und via Callcenter. Letzteres gibt es bereits. Man kann sich dort umfassend beraten lassen, auch ein Internet-Angebot existiert. Das soll allerdings noch verstärkt werden, ebenso wie die klassische Werbung, um den Bekanntheitsgrad zu steigern. Das Durchleitungsprinzip bleibt unangetastet, natürlich. Was Deutschlands oberster Förderer will - das sagt er mit seinem Juhnke-Lächeln -, ist der "aufgeklärte Verbraucher". -

Telefonnummer des KfW-Callcenters für gewerbliche Kredite: 0180-1 24 11 24, weitere Infos unter www.kfw.de www.gruendungswerkstatt-deutschland.de Volumen der im Zuge des KfW-Sonderprogramms von März 2009 bis Ende 2010 vergebenen Kredite in Milliarden Euro 24 Fördervolumen für Mittelständler (ohne Umweltprogramme) im Vorkrisenjahr 2007 in Milliarden Euro 12 Zahl der im Rahmen des Sonderprogramms gestellten Anträge 6 716 Zahl der zugesagten Anträge 4830 Dauer vom Eingang eines vollständigen Antrags bis zur Bereitstellung des Geldes in Tagen 12 Erhaltene Arbeitsplätze bei Camcar 25 Insgesamt durch das KfW-Sonderprogramm erhaltene Arbeitsplätze in Millionen 1,2 Anteil kleiner und mittelständischer Unternehmen an den Darlehensnehmern des Sonderprogramms in Prozent 94 Zahl der Jahre seit 1949, in denen die KfW Verluste machte 2 Gewinn 2010 in Milliarden Euro 2 Volumen der von der KfW in 2010 begebenen Anleihen in Milliarden Euro 76 Fördervolumen 2010 in Milliarden Euro 81 Zahl der KfW-Förderprogramme für Gründer und für innovative Investitionen 10 Volumen der 2010 aus diesen Programmen in Anspruch genommenen Fördermittel in Milliarden Euro 3,9 Zahl der Firmen, an denen sich der High-Tech Gründerfonds (HTGF) seit seinem Start beteiligte 220 Investiertes Beteiligungskapital des HTGF in Millionen Euro 120 Zahl der HTGF-Beteiligungen, die später erfolgreich private Investoren fanden 140 Zahl der HTGF-Beteiligungen, die nicht überlebten 23

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