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Die Einheitswährung

Das erste Weltgeld hat niemand erdacht und in Verkehr gebracht. Es entstand, weil der Handel es brauchte.




• Am 20. Juni 1743 kaperte Lord George Anson am Kap des Heiligen Geistes vor der Küste Patagoniens die spanische Galeone Nuestra Señora de Covadonga und staunte. Der britische Admiral hatte 1 313 843 Spanische Dollar und 35 000 Unzen Silber erbeutet, rund ein Zehntel der Jahresproduktion Mexikos. Er segelte nach Macao und verkaufte den Schatz an die Chinesen, die das Edelmetall aus Amerika gern übernahmen.

Der Spanische Dollar mit einem Reinheitsgrad von 0,931, war begehrt. Er war die international akzeptierte Währung, da die Eroberer ihn auf der ganzen Welt verbreiteten. Als im 17. Jahrhundert der globale Handel entstand, wurde in vielen Ländern mit spanischen Silbermünzen gezahlt.

Das Edelmetall für die Münzen kam aus den Bergwerken Mexikos und Perus. Der größte Teil wurde in Potosí, im heutigen Bolivien, geschürft. Die Stadt finanzierte das spanische Imperium in Südamerika "und brachte die zuvor getrennten Ökonomien Amerikas, Europas und Asiens de facto unter eine Herrschaft", schreibt der britische Historiker Timothy Brook. "Dies geschah ohne Absicht oder Planung. Silber gewann ein globales Leben dadurch, dass Individuen, getrieben vom Zwang und verführt von Gelegenheiten, die Zirkulation der Münzen in Gang hielten."

Regelmäßig segelten Schiffe voller Münzen von Lateinamerika nach Spanien, deren eigentliches Ziel aber China war. In Asien konnte man sich für das Silber wesentlich mehr kaufen als in Europa, weil dort die Produktionskosten niedriger waren. Aber nicht nur in Asien weckte das Metall Begehrlichkeiten. Auf hoher See jagten Niederländer und Briten nach der Beute. Wem das gelang, gilt manchmal als Held: Admiral Anson zu Ehren trugen sieben Schiffe in der britischen Marine seinen Namen.