Partner von
Partner von

Schnell, robust oder zum Knuddeln

Was Hersteller sich bei der Wahl von Tierlogos denken.




Big - Seit 1972 sind Haushalte mit Kindern und ohne Bobby Car kaum vorstellbar. Das Markenzeichen ist der Büffel, aus gutem Grund. Als der Nürnberger Grafiker Heinz Schillinger 1966 das Logo für die Fürther Spielzeugfirma Big entwarf, hatte er deren Inhaber Ernst A. Bettag im Sinn, einen zupackenden, unerschrockenen Franken. Außerdem sollte die Marke besondere Robustheit, Unverwüstlichkeit und Langlebigkeit ausstrahlen. Nach dem Tod Bettags 2003 wurde Big von der Simba Dickie Group übernommen, die mit Elefanten, Nilpferden, Eichhörnchen und Büffeln einen rechten Markenzoo besitzt. Lamborghini - Starke Tiere scheinen sich insbesondere für Automarken zu eignen. Der Stier im Logo von Lamborghini ist das Sternzeichen des Firmengründers Ferruccio Lamborghini. Jaguar - Die britische Automarke hieß früher Swallow Sidecar Company und stellte zunächst Motorradbeiwagen her. 1931 wurde das erste Fahrzeug mit einem eigens für Swallow hergestellten, besonders niedrigen Chassis präsentiert. Da das Chassis bei der Firma Standard montiert wurde, gab es Streit darüber, ob Standard oder Swallow zuerst genannt werden sollten. Schließlich einigte man sich auf die Abkürzung SS, bis man feststellte, dass die zu sehr an die Nazis erinnerte. Den neuen Namen und das Firmenlogo entwickelte eine Werbeagentur. Wie es heißt, sollen viele Tiere dabei gewesen sein. Der Jaguar gefiel Chef William Lyons am besten. Peugeot - Der Löwe im Logo der Franzosen steht für die drei Qualitäten der Sägeblätter, die Peugeot lange vor den Autos herstellte: Robustheit der Sägezähne, Elastizität der Klinge und ein schneller Schnitt. Saab und Alfa Romeo - Auch andere Automarken nehmen Bezug auf ihre Herkunft. Der Adler von Saab ist das Symbol der Provinz Skane in Südschweden, dort hat die Firma ihre Wurzeln. Die Schlange von Alfa Romeo ist das Wappentier der Visconti, Mailands frühere Herrscher. Dodge Viper - Manche Nörgler behaupten, das Vipernlogo sehe aus wie ein umgedrehter Donald Duck. Was einem Marketing-Flop gleichkäme: Immerhin gilt der Sportwagen des US-Herstellers als "Muscle Car". Auf der Straße hat dieser Wagen keinen natürlichen Feind. Riders Association of Triumph (R.A.T.) - Motorrad-Fans des Herstellers Triumph wollen laut Selbstbeschreibung weder einem Club noch einem Verein angehören. Zu gemeinsamen Fahrten treffen sich lediglich Gleichgesinnte. Sie haben ein Logo gewählt, das nach Expertenmeinung in hiesigen Kulturkreisen als unvermittelbar gilt: eine Ratte. Ihr Ursprung ist die Abkürzung des Nichtvereins. Porsche und Ferrari - Beide Marken schmücken sich mit Pferden. Ferdinand Porsche beauftragte den Konstrukteur Franz Xaver Reimspieß mit der Entwicklung eines Logos, das die Wurzeln des Unternehmens ebenso wie Qualität und Dynamik seiner Produkte darstellen sollte. Das Pferd stammt aus dem Stadtsiegel Stuttgarts. Ferrari entnahm sein Pferd dem Hauswappen der Gräfin Paolina Baracca, die es dem Autobauer schenkte. Screamin' Eagle - Ähnlich rasant ist unterwegs, wer seine Harley-Davidson mit Auspuffen, Luftfiltern und anderem Zubehör der Harley-Subbrand Screamin' Eagle ausstattet. Der schreiende Adler im schnellen Flug lässt keinen Zweifel daran, dass die Fahrer richtig aufdrehen wollen. Eni - Luigi Broggini, Erfinder des sechsbeinigen Hundes, mit dem der italienische Energiekonzern wirbt, war jahrzehntelang unbekannt. Der Ursprung konnte deshalb nie restlos geklärt werden. Gewissheit über die tatsächliche Urheberschaft Brogginis gab es erst nach dessen Tod 1983, als sein Sohn den Entwurf identifizierte. Es gibt verschiedene Theorien: Laut Eni-Pressestelle verbindet das Tier die vier Räder eines Autos mit den beiden Beinen des Fahrers, also eine Symbiose aus Mensch und Maschine. Allerdings könnte auch die afrikanische Mythologie eine Rolle gespielt haben: Tiere mit mehr als der natürlichen Zahl der Beine symbolisieren in mehreren Ländern eine außergewöhnliche Stärke. WWF - Sollen Beschützerinstinkte angesprochen werden, eignen sich eher Kuscheltiere wie etwa der Pandabär der Umweltschutzorganisation WWF. Der Panda gilt als das Symbol schlechthin für gefährdete Tierarten und Naturschutz. "taz" und Jack Wolfskin - Wie wichtig es ist, sich eine Marke eintragen zu lassen, musste die "Tageszeitung" erfahren. Die "Tazze" gibt es zwar bereits seit 1979, aber eben nicht als geschütztes Logo. Als man sie dann auch auf Werbegeschenke wie T-Shirts, Handtücher oder Taschen druckte, gab es prompt Ärger mit dem Hersteller für Outdoor-Bekleidung, der ebenfalls eine Tatze als Erkennungszeichen hat. Linux - 1996 erklärte Linus Torvalds, Initiator des freien Betriebssystems Linux, dass er einen Pinguin als Maskottchen für Linux haben wolle, und schrieb einen Wettbewerb aus. Aus dem ging schließlich der populäre Tux hervor. Linux ist eine gemeinnützige Stiftung. Hush Puppies - In den fünfziger Jahren nannte man schmerzende Füße auf Amerikanisch "bellende Hunde". Echte Hunde, nämlich Bassets, hatte ein Freund eines Mitarbeiters der Gerberei Wolverine, die Schuhe aus Wildleder herstellte. Die Hunde gaben angeblich nur Ruhe, wenn ihr Besitzer ihnen Klößchen aus Maismehl, "Hush Puppys", zuwarf. Damit war das Logo für die Schuhmarke geboren. Obi - Als Manfred Maus 1970 seinen ersten Obi-Baumarkt in Hamburg eröffnete, war der Biber als "Wappentier" des Unternehmens bereits dabei. Grund für die Wahl war, so Maus, dass der Biber als der Heimwerker schlechthin gilt. Playboy - Der Hase mit Fliege gehört seit der zweiten Ausgabe ebenso zu dem 1953 gegründeten Männermagazin wie die leicht bekleideten Damen. Laut "Playboy"-Gründer Hugh Hefner fiel die Wahl auf Bunny, weil er zugleich "ein wenig unanständig und verspielt aussieht". Der Smoking sollte ihm zusätzlich Raffinesse verleihen. Art Director Art Paul entwarf den Hasenkopf nach eigenen Angaben in nur einer Stunde. Schon 1959 war das Logo so bekannt, dass ein Leserbrief aus New York in der Redaktion ankam, obwohl als Adresse nur der Hase angegeben war. Red Bull - Der Energydrink aus Österreich basiert auf dem vor allem in Thailand als leistungssteigernd bekannten Getränk Krating Daeng - auf Deutsch "Roter Stier". Name und Logo der beiden vor glühender Sonne (Energie) gegeneinander kämpfenden Stiere (Kraft) drängten sich auf, da Red Bull in den meisten Ländern Taurin enthält. Dieser Begriff für die in der Galle vorkommende Taurocholsäure stammt von der lateinischen Bezeichnung für Stiergalle ab, Fel tauri, beziehungsweise vom griechischen Wort Tauros für Stier. Taurin wird eine leistungssteigernde Wirkung zugeschrieben. Bacardi - In der Destillerie in Santiago de Cuba, in der Don Facunda Bacardi ab 1862 seine ersten Spirituosen herstellte, soll es enorm viele Fledermäuse gegeben haben. Lindt - Das Drachen-Logo ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Hervorgegangen ist es aus dem Wappen der Familie Lindt. Der Zusammenhang lässt sich aus dem althochdeutschen Begriff "Lindwurm" für "ungeflügelter Drache" ableiten. Lacoste - Das Krokodil geht auf den Spitznamen des Firmengründers René Lacoste zurück. Er war in den zwanziger Jahren einer der weltbesten Tennisspieler. 1923 trat er im Davis Cup für Frankreich an und wettete mit seinem Mannschaftskapitän um einen Koffer aus Krokodilleder, dass er das nächste Spiel gewinnen würde. Lacoste verlor zwar, doch aufgrund seines Kampfgeists nannte die US-Presse ihn "Krokodil". Als er später Polohemden auf den Markt brachte, war das Logo klar. Stabilo - Der Schwan von Schwan-Stabilo war 1875 eine der ersten Bildmarken. Sie entstand nach der Übernahme der Bleistiftfabrik Grossberger Kurz durch Gustav Schwanhäußer. Der Schwan war Abkürzung des Familiennamens, aber auch ein Symbol für Martin Luther - ein wichtiger Aspekt für die protestantische Familie. Evangelisch-lutherische Kirchen ziert ein Schwan, nicht der Hahn. Der Legende nach sagte der als Ketzer verbrannte Jan Hus (tschechisch: Gans), nach ihm werde ein Schwan - Luther - geboren. John Deere - Die Marke mit dem springenden Reh wurde erstmals 1876 registriert. Das Tier war zunächst einer afrikanischen Art entlehnt, erst viel später wechselte die US-Firma zur heimischen Art. Heute steht das Reh auf seinen Hinterbeinen, zum Absprung bereit - laut Firmenbeschreibung ein Zeichen, dass man fest in der Tradition verwurzelt, aber auch bereit ist für neue Geschäftsgelegenheiten. Lufthansa - Der Kranich gilt als Vogel des Glücks, Bote des Himmels und Symbol eines langen Lebens. Keine schlechte Bildmarke für eine Fluggesellschaft. Allerdings hatte Otto Firle, als er 1918 das Markenzeichen für die Deutsche Luft-Reederei entwarf, gar keinen speziellen Vogel im Sinn. Erst das Publikum erkannte in dem stilisierten Vogel einen Kranich. Puma - Der Sportartikelhersteller hat eigentlich einen Panther mit Pumakopf als Logo. Der Karikaturist Lutz Backes, den Rudolf Dassler mit der Bildmarke beauftragte, stellte nämlich fest, dass der Puma im Zoo zu pummelig war, um zum athletischen Ideal der Marke zu passen. Air China - Chinesische Firmen verwenden praktisch keine Tierlogos. Ein stilisierter Phönix ziert allerdings die Fluggesellschaft Air China. Der Phönix gilt in China seit dem Altertum als göttliches Tier und soll Glück bringen. Osborne - Das Logo des 1772 von dem englischen Geschäftsmann Thomas Osborne in Cadiz gegründeten Unternehmens ist wesentlich bekannter als der Name Osborne. Es zeigt einen schwarzen Stier, der vor einem malerischen Sonnenuntergang auf einer Bergspitze steht, und hat für die Spanier die gleiche patriotische Symbolkraft wie für die Amerikaner die Freiheitsstatue. Die Idee dazu hatte 1956 die Werbeagentur des Unternehmens, als sie ein repräsentatives Symbol für den Veterano Brandy des Unternehmens finden sollte. Seit 1957 steht die 14 Meter hohe Stiersilhouette an zahlreichen Autobahnen in Spanien. Als die spanische Regierung in den neunziger Jahren drastische Schritte gegen die die Landschaft verschandelnden Werbeflächen unternahm, hagelte es wutentbrannte Anrufe und Briefe. Und El Toro steht weiterhin am Straßenrand. Toblerone - Ein Tierlogo bei Toblerone? Die tragen doch das Matterhorn im Emblem! Beides stimmt. Bei genauer Betrachtung erkennt man seit den sechziger Jahren im Berg den Bären als Hinweis auf die Stadt Bern. Ursprünglich zeigte das Logo auf der Verpackung einen Adler mit Schweizer und Berner Fahne in den Krallen, dahinter eine Bergkulisse. Puschkin Vodka - Mit russischen Dichtern oder Bären hat die Marke nichts zu tun, der Name ist reines Marketing. Ursprünglicher Produzent war eine Firma König und Schliche, die 1990 in den Besitz von Berentzen überging. Pelikan - Der Chemiker Günther Wagner übernahm 1871 das 1838 in Hannover gegründete Unternehmen. Der Pelikan stammt aus seinem Familienwappen und wurde 1878 als eines der ersten Warenzeichen in Deutschland angemeldet. -