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brand eins 09/2010 Schwerpunkt Nachfolge
Yann Seyrer, Berlin


Ein wunderbarer Einstieg in die Staatsdiskussion, der Ihnen mit dem Septemberheft gelungen ist! "Weniger ist mehr" warnt brand eins alle auf staatliche Subventionen erpichten Unternehmen, ihren Verband Solarwirtschaft und ihre Partei Die Grünen. Denn die staatlichen Subventionen wirken wie Drogen: Sie trüben die Wahrnehmung der Subventionsempfänger und schwächen sie langfristig wirtschaftlich. Ganz anders die unabhängige Unternehmung Centrotherm: Sie entwickelte aus eigener Kraft weltmarktfähige Produkte und exportiert sie heute erfolgreicher denn je.

Auch Apple legt größten Wert auf seine wirtschaftliche Unabhängigkeit und finanziert seine Investitionen ausschließlich aus eigener Kasse. Denn Staat und Banken versuchen, Unternehmen durch Kredite von sich abhängig zu machen. Nicht nur, weil er sich vom süßen Gift des leichten Geldes fernhielt, sieht Wolf Lotter im viel geschmähten Steve Jobs den Jahrhundertunternehmer, der er ist: "Das ist pure unternehmerische Kraft, die sich auf andere überträgt." Es nimmt nicht wunder, dass das gerade einem alimentierten, ehemaligen verbeamteten Polizeikommissar suspekt ist: "Steve Jobs hat bei Apple eine kreative Diktatur geschaffen." Dass Diktatur keine Eigenschaft von Unternehmen, sondern von Staaten ist, ist dabei noch sein geringster Irrtum.

Und nun zum Glanzstück dieses Heftes: "Eine Rebellion nach Noten" (S. 106). Auch diese Revolution erscheint ganz unspektakulär auf der Bildfläche. Kein Blut fließt, es werden keine Phrasen gedroschen, und Fahnen wehen auch keine im Cuxhavener Wind. Sieben Musiklehrer verlassen ihren gut bestallten Direktor, der sich für unersetzlich hielt, und gründen einen Verein, der ohne ihn auskommt, weil die Lehrer zu Selbstständigen mutierten. Der Initiator Moench schlug vor: "Okay, Leute, wir können da was machen." Natürlich muss in diesem Lehrstück noch der böse Staat in Form des Verbandes Deutscher Musikschulen auftreten, der den tüchtigen Revolutionären ihre ihnen zustehenden Subventionen vorenthält, "weil die Struktur der Musikschule keine richtliniengemäße Leitungsstruktur aufweist".

Staatliche Subventionen gibt es nur für die Unternehmer, die nach der staatlichen Pfeife tanzen. Es wird noch etwas dauern, bis aus zahlreichen Inseln die Neue Welt erwächst. Es liegt an uns allen, mehr revolutionäre Inseln zu schaffen.

brand eins 09/2010 Glamour ohne Glanz
Benjamin Schurer, Hamburg

Ich wollte Sie auf einen Schreibfehler in diesem Artikel aufmerksam machen: Der korrekte brand name ist Tom Tailor mit ai, abgeleitet aus dem englischen Substantiv für den Beruf des Schneiders. Dies als kleine Anmerkung zu meinem Lob für Ihre Arbeit.

brand eins 09/2010 Das Vermächtnis
Jacob Rüden, per iPad

Super Artikel!

brand eins 09/2010 Schluss. Jetzt.
Matthias Schmitz-Brauer, Gelsenkirchen

Dieser Artikel eröffnet eine harte, aber wirklichkeitsnahe ökonomische Perspektive, die dringend notwendig ist, um die Gegebenheiten in einer globalisierten Welt zu erklären. Zu erklären: warum Unternehmen auch ihr Ende finden können, manchmal auch finden müssen. In einigen Situationen ist es einfach sinnvoller und ehrlicher, einen harten Schnitt zu vollziehen, auch wenn das soziale Beeinträchtigungen mit sich bringt. Die Welt der Unternehmer sollte ihren Platz in den Medien genauso finden wie die der Arbeitnehmer, die von einer Unternehmensabwicklung betroffen sind. Das ist mit der Berichterstattung mehr als gelungen.

brand eins 08/2010 Twittern und sparen
Lukas Eberle, per E-Mail

Für mich bringt die Idee des Pay-with-a-Tweet die Social Media keineswegs voran. Im Gegenteil. So etwas kann mir Social Media vermiesen. Ich finde mich schon damit ab, dass ich (auch über Social Media) viele Spuren im Netz hinterlasse, aus denen dann Konzerne zielgerichtet Werbung machen. Wofür ich aber keinen Nerv hätte, wäre Werbung von meinen Bekannten und Freunden, damit ihnen umsonst ein Kölsch serviert wird. Das wäre für mich eine weitere negative Begleiterscheinung von Social Media. Für gute Produkte bezahle ich. Und zwar mit Geld. Und nicht mit Aufdringlichkeiten. Der Autor hätte sich mit dieser (durchaus berichtenswerten) Idee kritischer befassen und sich die Frage stellen können: Wie viele Menschen werden Twitter noch gut finden, wenn Tweets zu einer Währung werden?