Das Vermächtnis
1. Der Meier und dem Meier sein Sohn
Evolution – das heißt Entwicklung, und das bedeutet: Es geht voran. So kommt es, dass wir glauben, dass der Mensch im Lauf der Geschichte Stück für Stück immer schlauer geworden ist. Auf einer langen, gerade nach oben verlaufenden Treppe schreitet er voran. Generation um Generation. Und auf welcher Stufe wir auch stehen: Es kommt etwas Besseres nach.
Das klingt beruhigend – ist aber nicht ganz richtig. Das fällt uns spätestens dann auf, wenn wir uns ernsthaft mit der Frage beschäftigen: Was kommt, wenn wir nicht mehr sind?
Ein ungutes Thema. Denn Nachdenken über Nachfolger ist immer auch Nachdenken über das eigene Ende. Das macht keinen Spaß. Und mal ganz ehrlich: Was könnten die, die nach uns kommen, schon besser machen? Können die vielleicht, was wir können? Wissen die, was wir wissen? Das sieht nicht so aus. Wahrscheinlicher ist, dass die sich an unserem Lebenswerk vergreifen, es verhunzen und verjubeln. Und wir, wehrlos, weil verrentet oder schon am Verrotten – können nichts dagegen tun. Wenn das der Fortschritt ist – dann vielen Dank auch. Aber was bleibt uns übrig?
Wenn wir nicht über unser Ende hinausdenken, dann wird sich bald schon kein Schwein mehr an uns erinnern. Nicht mal an das, was andere daraus gemacht haben. Kein Denkmal, nichts.
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