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brandeins 02/2010 Der weiße Berg
Sabine Anton-Katzenbach, Hamburg


Der Beitrag über ökologisch angebaute Baumwolle trifft den Nagel auf den Kopf. Nachhaltigkeit in der Kleidung oder bei Heimtextilien soll nicht mehr kosten als herkömmliche Ware. Und Schindluder wird leider auch betrieben. Als Textil-Ingenieurin beschäftige ich mich schon seit geraumer Zeit mit dem Thema und habe von verschiedenen Stellen gehört, dass die ausgewiesene kba-Baumwolle (kontrolliert biologischer Anbau) viermal mehr ausmache als die tatsächliche Anbaumenge.

brandeins 02/2010 Vergesst Opel!
Ralf Schengber, Münster

Über die einseitige und meines Erachtens zu einfache Empfehlung muss ich mich schon sehr wundern. Grundfalsch ist die Forderung nach einem Neuanfang mit neuem Namen: Die Marke Opel gilt es nicht zu retten, sondern zu beleben und neu aufzuladen!

Aus meiner Sicht besteht die Herausforderung darin, die positiven Werte von Opel wieder bei den Zielgruppen zu verankern.

Diese wurden in der Vergangenheit durch extern dominierte negative Schlagzeilen in der Wahrnehmung verdrängt -gleichwohl sind bei den Kunden Attribute wie Zuverlässigkeit und Bodenständigkeit weiterhin verankert. Eine neue Marke aufzubauen ist aus meiner Perspektive nicht erfolgversprechend, da neben den signifikanten Investitionen in einem fragmentiert besetzten Markt die positiven Markenwerte vernichtet werden würden.

In heutiger Zeit scheint es geradezu en vogue zu sein, traditionelle Markenwerte zu diskreditieren, anstatt zu überlegen, wie man diese zeitgemäß verankert und weiterentwickelt. Gustav Mahler sagte hier treffend: "Tradition ist Bewahrung des Feuers, nicht Anbetung der Asche." Manchmal hat man das Gefühl, dass vielerorts versucht wird, ein Feuer auszutreten. Mir jedenfalls ist eine nachhaltige Markenentwicklung mit Charakter deutlich lieber als der Aufbau neuer austauschbarer Marken ohne Historie.

brandeins 02/2010 Die Weisheit der Roulette-Kugel
Knut Brenndörfer, Blaustein

Es ist schon erstaunlich, wie offen Firmen inzwischen zugeben, dass ihre Manager unfähig sind, Dinge zu managen, für die sie eigentlich bezahlt werden. Es gibt erprobte Kriterien, mit denen sich Innovationen beurteilen lassen. Hierfür notwendig sind allerdings Manager, die sich in ihrem Produkt bis ins Detail auskennen. Nur sie könnten sich unter anderem in den Kunden hineinversetzen und qualifiziert beurteilen, welche Vorteile das neue Produkt hat. Den momentanen Entscheidungsträgern fällt aber anscheinend nichts Intelligenteres ein als Würfeln.

brandeins 02/2010 Welt in Zahlen
Jan Lühmann, Genf

Bin ein großer Fan von brandeins, besonders der "Welt in Zahlen". Ein kleiner Kommentar: 810 Millionäre in Deutschland? So weit kommt es vielleicht schon bald -aber heute sind es vielleicht noch ein paar mehr?

(Anm. der Red.: Es tut uns leid -auf dem Weg ins Heft sind drei Nullen verloren gegangen. Tatsächlich gab es im Jahr 2008 in Deutschland 810000 Millionäre und in Russland 97000.) brandeins 01/2010 Schwerpunkt Selber machen
Frank Cebulla, Jena

Die sicher ermutigende Wirkung dieser Geschichten erscheint mir zum einen wie Selbstbetrug angesichts Hunderttausender Unternehmer im kleinen und mittelständischen Bereich, die unter den vorherr schenden politischen Bedingungen fast gesetzmäßig schon zum Scheitern verurteilt sind, bevor sie überhaupt angefangen haben. Denn diese politischen Bedingungen werden von Banken, Großkonzernen und deren Lobbyisten bestimmt und nicht von Imbissbudenbesitzern, die täglich 16 Stunden arbeiten, um überhaupt ihre Kredite bedienen zu können.

Zum anderen erscheint mir aber ein zusätzlicher Gesichtspunkt interessant, nämlich der der Lebensqualität. Beim näheren Hinsehen sind diese Erfolgsunternehmer bedauernswerte Geschöpfe, denen nicht nur die Zeit abhanden gekommen ist, sondern darüber hinaus fast alles, was das Leben lebenswert macht. Sie sind oft nicht mal in der La ge, ihren Reichtum zu genießen, und ihre Lebensprojekte beschränken sich darauf, noch mehr Millionen zu investieren, ihre eigene Abhängigkeit von Banken freiwillig weiter zu erhöhen und noch mehr Zeit, Energie und Gesundheit zu investieren, als sie das sowieso schon tun.

Ich kann darin kein gesundes Gleichgewicht entdecken, eher viel Selbstbetrug und übersteigerten Ehrgeiz, der mich langweilt.