Einer ist immer schuld

Kein Verbrechen, hinter dem nicht Geheimdienste, Banken und andere dunkle Mächte stecken. Und Lyndon LaRouche (rechts) weiß auch, welche. Denn was hätte sein Leben für einen Sinn ohne all diese Verschwörer?




- Obama könnte sterben. Barack Hussein Obama II, 48. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, könnte das Ende seiner ersten Amtszeit nicht erleben. Er sagt es ohne sichtbare Erregung. Er sagt es ruhig, beinahe lapidar. Wie ein Arzt, der eine Diagnose stellt. Lyndon LaRouche hat die Situation analysiert. Das Resultat: Es sei wie damals bei John F. Kennedy. Jack, wie er ihn nennt, sei erschossen worden, weil er sich gegen einen Krieg in Indochina ausgesprochen habe. Obama, so LaRouche, "ist mental nicht gesund, er ist eine Bedrohung für die Menschheit". Und er stehe mit dieser Ansicht nicht allein. Wie bei Jack wieder dieselbe Stimmung. Im Kongress. In der Bevölkerung. Der Mann soll weg.

Ein düsterer Raum, burgunderroter Teppichboden, die Regale voller Videokassetten und Bücher. Das Tonband läuft seit zwei Stunden, und LaRouche hat bereits über den Peloponnesischen Krieg referiert, das Persische Reich, den Untergang der maritimen Imperien der Antike. Wir hatten die Renaissance, den Amerikanischen Bürgerkrieg, die Französische Revolution, die vom englischen Königshaus initiiert worden sei. Wir hatten den Ersten Weltkrieg, die Machtergreifung Hitlers, auch sie gesteuert von den Briten mithilfe der Franzosen. Natürlich müsse man wissen, dass die Briten ursprünglich von den Venezianern kontrolliert wurden. Und wir hatten Bretton Woods, die Konferenz der Vereinten Nationen 1944, die zum gleichnamigen Abkommen mit dem US-Dollar als Leitwährung führte.

Eine Odyssee durch die Jahrhunderte. Ein Streifzug durch die Enzyklopädie LaRouche'scher Erkenntnisse. Ein Bombardement von Zahlen, Thesen und Namen. Einstein. Max Planck. Wladimir Iwanowitsch Wernadski. Bismarck, Roosevelt, de Gaulle, die LaRouche schätzt. Der Mathematiker Bernhard Riemann, das Vorbild, der Held. Der Ökonom John Maynard Keynes, der "Penner, eine Pest". "Die Leute", sagt LaRouche, "verstehen die Geschichte nicht." Sein Besucher gehört dazu. LaRouche formuliert es höflich: "Sie akzeptieren nicht meine Sicht der Geschichte."

Wir sind in Leesburg, Virginia, Nummer 52, Sycolin Road. Die Stadt liegt 40 Meilen nordwestlich von Washington, D. C., hat 38 400 Einwohner, einen hübschen Park, viktorianische Häuschen und eine Main Street mit restaurierten Backsteingebäuden. Cafés, Antikläden, Rathaus mittendrin. Amerikanische Kleinstadtidylle. In Leesburg befindet sich das Hauptquartier des LaRouche Political Action Committee (PAC), hier haben sich viele seiner Anhänger angesiedelt, und hier oder irgendwo in der Nähe wohnt LaRouche. Die einen sagen, auf einer imposanten, rund um die Uhr bewachten Farm. LaRouche will das nicht bestätigen, spricht lediglich von "einigen bescheidenen Räumen" in einem Gebäude des PAC. Ist besser so. KGB, Mossad, CIA, Libyen, die internationale Drogenmafia, der britische Geheimdienst M I6 trachteten ihm schon nach dem Leben.

Bei Google finden sich zu Lyndon LaRouche 172 000 Einträge. Der Ausdruck seiner Biografie auf Wikipedia umfasst 15 Seiten, ohne Bibliografie. Bei Amazon sind 169 Bücher von ihm, über ihn oder mit Hinweisen auf ihn gelistet, darunter seine Werke "God Has Blessed Me" und "Children of Satan" mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney auf dem Cover. Gott und der Teufel. Wem LaRouche wohl näherkommt, ist Ansichtssache. Seine Magazine, etwa "The New Executive Intelligence Review" oder "New Federalist", sehen ihn als weltweit führenden Wirtschaftswissenschaftler, als einflussreichen Oppositionspolitiker, der sich achtmal um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei beworben hat. Seine Kritiker sehen in ihm einen gefährlichen Scharlatan mit einem gigantischen, kranken Ego, der eine international operierende Politsekte anführt.

Wenn man all das beiseitelässt, wenn man nicht nach Wahrheiten fahndet, Sinn von Unsinn trennen muss, sich nicht auf Gerüchte und Spekulationen einlässt, bleibt die Botschaft. La-Rouches Einsichten drehen sich immer auch um dunkle Mächte, geheime Machenschaften, Verschwörungen. Es ist eine verstörende Botschaft. Es ist eine populäre Botschaft.

Vom Trotzkismus zum Ku-Klux-Klan zur CIA

Bei Fragen, die keine Antworten haben, wenn Logik und Vorstellungsvermögen kollidieren, wenn Ereignisse zu komplex sind für einfache Erklärungen, wird die Verschwörung zur Ultima Ratio. So kursieren Thesen, wonach die Welt von grauen Männern, Illuminati und Freimaurern regiert wird oder von einem zionistischen Geheimbund, der durch Krieg und Zwietracht eine neue Weltordnung etablieren will. Wer einmal anfängt, findet kein Ende. Zentralsteuerungshypothese. Verschwörungsideologie. Verschwörungsmythos. Die Erde ist hohl, bewohnt von einer höheren Lebensform. Die Stadt Bielefeld gibt es nicht. Das H I-Virus wurde im Labor erzeugt. Bill Gates ist Luzifer. Denn die Buchstaben seines vollständigen Namens, William Henry Gates III, ergeben im ASCII-Code die Summe 666, ein Zeichen des Teufels.

Man kann das für dummes Zeug halten. Doch wer kann sich dem Thema wirklich entziehen? Verschwörungstheorien kommen in allen Aggregatzuständen, ihre Grenzen sind fließend, ihre Sujets mannigfaltig. "Nichts", wusste schon Dostojewski, "ist so unglaubwürdig wie die Wirklichkeit." Also war der Untergang der Titanic Versicherungsbetrug. Wurde Papst Johannes Paul I. vergiftet. Waren die Amerikaner nie auf dem Mond. Man weiß nicht, wer, wie und warum. Man weiß nur: Einer ist immer schuld.

Die Politik macht sich das zunutze mit Verschwörungsformeln wie der von der Achse des Bösen. Hollywood macht daraus Milliardenumsätze, das Buchgewerbe Bestseller. Allein Dan Browns Romane ("Sakrileg", "Illuminati") verkauften sich mehr als 40 Millionen Mal. Und die Kleinstadt Roswell im US-Bundesstaat New Mexico lebt bis heute vom Tourismus, weil dort 1947 ein UFO gelandet sein soll.

Lyndon LaRouche wird 1922 in New Hampshire geboren. Der Vater arbeitet für eine Schuhfabrik. Als strenggläubige Quäker untersagen die Eltern ihrem Sohn, sich bei Prügeleien zu wehren. Eine schmerzensreiche Kindheit. Das Kind empfindet sich als "garstiges Entlein". Es beginnt zu lesen, studiert die Philosophen, wird ein Verehrer von Leibniz. Ein Studium in Boston bricht LaRouche ab; er begründet das mit der mangelnden Kompetenz der Professoren, die nicht "unter Bedingungen unterrichteten, die ich tolerierte". So war er nicht bereit, die in der Geometrie gängigen "Axiome und Postulate zu akzeptieren".

Herkunft ist Schicksal, Außenseitertum eine Entscheidung. Der junge LaRouche wird zunächst Marxist, dann Trotzkist, gründet später die U.S. Labor Party, die mit Gewalt gegen linke Rivalen vorgeht. Ohne erkennbaren Grund, so notieren seine Kritiker, vertritt er plötzlich neofaschistische Ideen und wird mit antisemitischen Parolen auffällig. LaRouche werden fortan Kontakte zu Vertretern des Ku-Klux-Klan, vermeintlichen CIA-Spitzeln und einem Waffenhändler nachgesagt. Es gibt angeblich Guerillatraining, systematischen Psychoterror bei Meetings, Verhöre von vermeintlich der Gehirnwäsche unterzogenen Anhängern.

1988 wird LaRouche wegen Verschwörung und Postbetrugs zu 15 Jahren Haft verurteilt. Sein PAC soll Spender über die finanziellen Schwierigkeiten der Organisation nicht aufgeklärt und so Kredite erschlichen haben. Mitangeklagte erhalten Freiheitsstrafen bis zu 77 Jahren. Ramsey Clark, früherer US-Justizminister, spricht von einem politischen Schauprozess. LaRouche bewirbt sich nun aus dem Gefängnis um die Präsidentschaftskandidatur, als zweiter Häftling in der Geschichte der USA. Der Fernsehprediger Jim Bakker, der zeitweise mit ihm die Zelle teilt, wundert sich über LaRouches morgendliche Briefings per Telefon. Bakker: "Zu sagen, LaRouche war ein bisschen paranoid, wäre wie zu sagen, die Titanic hatte ein kleines Leck."

Darf man so jemanden interviewen, ihm eine Plattform zur Selbstdarstellung geben? Und wie soll man ihm dann begegnen? Hat er nicht vor zehn Jahren eine Jugendbewegung gegründet, die einer politischen Drückerkolonne gleichkommt? Das jedenfalls ist die Botschaft eines Artikels in der "Washington Post" vom 24. Oktober 2004 mit dem Titel "No Joke". Offenbar für den Fall, man könne den Inhalt für einen Witz halten. Zitiert wird ein gewisser Michael Winstead, der von einer Rede LaRouches in einer Kaderschule erzählt: "Er sagt den Kids: 'Ihr habt keine Zukunft, ihr seid erledigt, die Wirtschaft kollabiert, es wird Hungersnot und Flut geben.'" Schließlich solle die Weltbevölkerung auf zwei Milliarden Menschen reduziert werden. Winstead berichtet von sechs Tagen Arbeit pro Woche, Arbeitsbeginn acht Uhr morgens.

Wer seine tägliche Spendenquote nicht erreichte, wurde zu Überstunden verpflichtet. Chip Berlet von Political Research Associates, das überwiegend rechtslastige politische Organisationen beobachtet, sagt, LaRouche rekrutiere "talentierte junge Leute, die gedankenlos eine Sache zelebrieren, die nirgendwohin führt".

Die Verschwörer arbeiten im Verborgenen

Ganz so einfach ist es nicht. Wie konnte es diesem Mann dann gelingen, führende Politiker und Staatsoberhäupter zu treffen? Wie erklären sich die Begegnungen mit Indira Gandhi? José Lopez Portillo, ehemaliger Präsident Mexikos. Raúl Alfonsin, ehemaliger Präsident Argentiniens. Turgut Özal, ehemaliger türkischer Ministerpräsident. Wieso feiern ihn chinesische und italienische Zeitungen wie der durchaus renommierte "Corriere della Sera" als unfehlbares wirtschaftliches Orakel? LaRouche sagt: "Ich habe gute Beweise dafür, mich nie in einer wirtschaftlichen Prognose geirrt zu haben." Seine Anhänger verweisen dabei insbesondere auf sein Internetvideo vom 25. Juli 2007, in dem er den wenig später eintretenden globalen Zusammenbruch des Finanzmarkts prophezeite. Die "New York Times" hat 1989 festgestellt, LaRouche zu ignorieren sei "teilweise verantwortlich für den wachsenden Einfluss seines Kults".

Anruf in Wiesbaden beim Schiller-Institut. Das wird geleitet von Helga Zepp-LaRouche, seit 1977 mit Lyndon LaRouche verheiratet. Beide verehren ihn, den Dichterfürsten der deutschen Klassik. Zepp-LaRouche, eine Journalistin, war Vorsitzende der nicht mehr existierenden Europäischen Arbeiterpartei (EAP). Inzwischen ist sie Vorsitzende der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo). Schiller-Institut, BüSo und deren Zeitschriften feiern LaRouche und seine Thesen regelmäßig. Helga Zepp-LaRouche ist mit ihnen gerade auf Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen.

Warum man mit ihrem Mann sprechen wolle? Ob man sich nicht sorge um das Image des Magazins? Anschließend legt Zepp-LaRouche umfangreich dar, die BüSo propagiere die "Entsorgung des Giftmülls der Banken" zugunsten der "Reindustrialisierung" des Ruhrgebiets. Die Banker: verantwortungslos. Die Manager: gierig. Die Politiker: sowieso unten durch. "Ich bin sicher, unsere Ideen werden sich durchsetzen." Tags darauf die Zusage. Herr LaRouche sei zu sprechen. "Gehen Sie unvoreingenommen heran", empfiehlt Zepp-La-Rouche, "mein Mann ist ein Genie."

Leesburg, erster Stock eines Bürogebäudes am Stadtrand. Eine stoffbehangene Wand, daneben die Flagge Virginias. Es gibt einen 16-seitigen Ausdruck von Antworten, die LaRouche für das Treffen vorbereitet hat. Staatsmännisch soll der Rahmen wirken. Und staatsmännisch tritt er auf, Lyndon Hermyle LaRouche. Dunkelblauer Anzug, lila Krawatte, Manschettenknöpfe. Tim Wohlforth, einer seiner frühen Weggefährten, schrieb einmal: "LaRouche besaß diese fabelhafte Fähigkeit, jedes Weltereignis in einen größeren Kontext zu stellen, was dem Ereignis eine zusätzliche Bedeutung zu geben schien."

Er macht das auch an diesem Tag. Die Verweise kreuz und quer durch die Weltgeschichte. Habsburger. Heinrich der Fünfte. Andropow, Gorbatschow. Die Erklärung seiner LaRouche- Riemann-Methode. Linearer Faktor im Wachstum einer Gesellschaft ... Maschinenprinzip ... Man muss das nachlesen. "In der folgenden Suche nach einem metrischen Standard für die Behandlung der funktionalen Rolle der Wahrnehmung adoptierte er (LaRouche) den Leibniz-Gauss-Riemann-Standpunkt ..."

Bezeichnenderweise führte das Navigationssystem des Autos einen nicht zu Nummer 52, Sycolin Road, sondern zum Parkplatz einer Schule. Ein Omen. JFK ermordet von derselben Gruppe von Leuten, die Charles de Gaulle erschießen sollten. Der 11. September ein "Inside Job". Soll heißen: von der US-Regierung angezettelt. Finanziert von British Aerospace und einer Saudi-Organisation. Ausgeführt von der Inter-Alpha Group of Banks. Woher er das weiß? "Wer den Einblick hat, für den ist nichts mysteriös." Kann er es beweisen? "Sie können das in unseren Publikationen nachlesen." Gibt es Dokumente? " Ja." Wo? "Bei uns."

Ein Gespräch wie Karussellfahren, bei dem man irgendwann den Anschluss verpasst, den Faden verliert, seine Fragen vergisst. Etwa, was der Physiker Edward Teller gemeint haben könnte, als er über LaRouche sagte: "Ein schlecht informierter Mann mit fantastischen Vorstellungen."

Inter-Alpha Group of Banks. 1971 von Queen Elizabeth I I, der bösesten Frau des Planeten, Anführerin eines internationalen Drogenkartells, gegründet. Um das Abkommen von Bretton Woods zu kippen. Sie hatten schmutziges Geld. Größter Fund aller Zeiten durch Ölgeschäfte. Wie hoch? LaRouche: "Der größte Fund aller Zeiten." Von Wohlforth stammt die Beobachtung: "Er hatte eine Antwort auf alles, doch sein Denken war schematisch, es mangelte an faktischen Details und Tiefe."

Wollte man nicht wissen, wovon er lebt? Wollte man nicht nach den 5,9 Millionen Dollar Steuergeldern fragen, die er für seine Kandidaturen als Präsidentschaftskandidat bekam? Aber fühlt man sich nicht längst ein wenig ungebildet? So viele Namen, so viele Gedanken, die man nicht einordnen kann. Monetäres System abgewirtschaftet. Wertloses Papier. Fünf Trillionen Dollar US-Staatsschulden. Wall Street schon immer britisch unterwandert.

Was soll man dazu schon beitragen? Und so treibt man weiter mit LaRouches Wortschwall. Nur das physische Wirtschaftssystem. Sein physisches Wirtschaftssystem, das er für die Moderne definiert hat. Realwirtschaft. Eisenbahnen. Industrie. Hochtechnologie. Kernenergie. Der transpazifische Wirtschaftsraum ist die Zukunft. Die Chinesen und Inder machen es richtig. Bauen Kernkraftwerke. Südkorea. Baut Kernkraftwerke. Exportiert Kernkraftwerke. Wir brauchen eine eurasische Landbrücke. Die USA sind am Boden. Europa ist erledigt. Die ganze Welt fährt zur Hölle. "In Zeiten wie diesen könnte sich jemand umschauen und es glauben", sagte Winstead der "Washington Post" "die Dinge liegen schlecht, nicht wahr?"

"Mister LaRouche: Würden Sie zustimmen, ein Ökonom muss ein Mathematiker, ein Historiker, ein Staatsmann und ein Philosoph sein?"
"Ja."
"Das ist von Keynes."
"Keynes hat das verstanden, aber er arbeitete für die andere Seite."

Lyndon LaRouche wird im September 88. Sein Gesicht ist schmal, seine Haut blass wie Pergament, der Kopf fast kahl. Tröpfchen aus der Nase sammeln sich auf der Oberlippe. Vielleicht jetzt: Was sagt er zu den Vorwürfen seiner Kritiker? "Alles Schmutz." Was sagt er zu den Vorwürfen, ein junger Brite, ein Jude, sei 2003 in Wiesbaden von seinen, LaRouches, Leuten auf die Straße getrieben worden, wo er von zwei Autos überrollt wurde? "Die deutsche Staatsanwaltschaft hat Selbstmord festgestellt." Er hat in diesem Fall die deutsche Polizei und Justiz auf seiner Seite. Die Kampagne, die gegen ihn betrieben werde, sei eine Revanche des britischen Geheimdienstes. Er, LaRouche, habe aufgedeckt, dass der Tod eines M I6-Mitarbeiters kein Selbstmord war. Der Mann hatte vorher erklärt, Saddam Hussein habe in Afrika kein atomwaffenfähiges Uran gekauft. LaRouche sagt: "Meine Feinde fürchten mich." Mögen seine Feinde denken, er sitze tatenlos in der Provinz. LaRouche sagt: "Ich habe Einfluss."

Obama soll sterben. LaRouche befürchtet, ein Anschlag werde schon vorbereitet. Der Flugzeugabsturz, bei dem Polens Präsident Kaczynski ums Leben kam, war womöglich ein Zeichen. Obama sei ein "'Madman' mit der Psychologie von Nero, er lebt in Fantasien ..." Der schlechteste Präsident in der US-Geschichte. Er, LaRouche, würde vorziehen, dass dem Präsidenten nichts zustoße, aber sei er nicht selbst sein größter Feind? Warum fahre er auch nach Afghanistan? Egal, nach Obama könne Vizepräsident Biden den Job übernehmen mit Hillary Clinton an seiner Seite, beraten von Bill Clinton, einem der brillantesten Köpfe der Politik. Nur so könne die Welt vor dem Auseinanderbrechen bewahrt werden. Mit einem von ihm entworfenen "neuen Bretton Woods", einer Rückkehr zu "souveränen Nationalstaaten" unter der Führung der USA, auf der Basis von fixen Wechselkursen: "Wir brauchen eine finanzielle Reorganisation der Wirtschaft." Er bespreche sich in dieser Sache regelmäßig mit Bill Clinton. Er sei "im Zentrum". Wann die Sache mit Obama passiert? "Bald." Monate? Jahre? "Bald."

Zurück in Washington. Der Zug nach New York geht in zwei Stunden. Zeit für einen Spaziergang über die Pennsylvania Avenue. Die Kirschbäume blühen. Die Kuppel des Kapitols ist erleuchtet. Hinter der National Mall geht die Sonne unter. Jetzt ist es wieder da, während das Weiße Haus in Sicht kommt, in dem vielleicht Barack Obama sitzt und nichts ahnt. Es ist ein Zitat, das Friedrich Schiller zugeschrieben wird und das man von LaRouche kommentieren lassen wollte, aber auch vergaß. Die Dämmerung senkt sich über die Mall mit ihrem gewaltigen Obelisken. Die Positionslichter in seiner Spitze blinken wie rotglühende Augen. "Eng ist die Welt", soll Schiller gesagt haben, "und das Ge hirn ist weit." -