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Was am Ende rauskommt

In der Schweiz müsste man alt werden! Dort bekommen Rentner mehr Geld als in Deutschland. Eine Vergleichsrechnung.




- Das Rentensystem ist die Achillesferse einer alternden Gesellschaft. Wer später einmal gut leben will, muss ausreichend vorsorgen. International gibt es bemerkenswerte Unterschiede. Die Schweiz ist mit ihren drei Säulen vorbildlich, da sie das Umlageverfahren mit der Kapitaldeckung kombiniert: Die erste Säule ist die staatliche Rente nach dem Umlageverfahren, die zweite Säule ist die kapitalgedeckte Betriebsrente, die dritte Säule ist die private und steuerlich begünstigte Vorsorge. Was ein Rentner nach dem 65. Lebensjahr aus den ersten beiden Säulen zu erwarten hat, lässt sich berechnen.

Für brand eins hat die Beratungsgesellschaft Mercer das deutsche mit dem Schweizer System verglichen. Unsere Nachbarn haben im Alter mehr Geld in der Tasche als wir. Aber sie zahlen auch mehr ein, da in der zweiten Säule ab dem 35. Lebensjahr eine starke Dynamik vorgesehen ist, sodass die Beiträge steigen.

Die Berechnungen beruhen auf der Annahme, dass sich die Bedingungen nicht verändern. Für die berufliche Vorsorge wurde mit einer jährlichen Lohnsteigerung von 1,5 Prozent und einer jährlichen Verzinsung des angesammelten Kapitals von zwei Prozent kalkuliert. Die Renten wurden für das heutige Lohnniveau berechnet.

Unterm Strich:

Der Deutsche erhält nach seinem 67. Lebensjahr monatlich 1833,33 Euro Rente, gut 30 Prozent weniger als der Schweizer, dem 2578 Euro ausbezahlt werden - aber er zahlt auch rund 30 Prozent weniger ein. Für den Unterschied sorgt die Dynamik in der zweiten Säule: Bis zu seinem 35. Lebensjahr zahlt der Deutsche etwa genauso viel in die Rentenkasse ein wie der Schweizer. Danach steigen die Beiträge in der Schweiz steil an. "Die Summe der obligatorischen Beiträge ist bei einem 55-Jährigen fast 70 Prozent höher als in Deutschland. Die damit über die gesamte Lebensarbeitszeit durchschnittlich höheren obligatorischen Beiträge liefern eine gewisse Erklärung für die höheren Leistungen in der Schweiz", sagt Peter Doetsch, Geschäftsführer der Mercer Deutschland GmbH.

Hinzu kommt, dass die zweite Säule in der Schweiz kapitalgedeckt ist und dadurch Erträge anfallen. Dies macht sie anders als das Umlageverfahren in Deutschland und der ersten Säule "demografiefest" (Doetsch), da die Leistungen von den erzielten Renditen des angesparten Kapitals abhängen. "Eine Verschlechterung des Zahlenverhältnisses zwischen Rentnern zu Beschäftigten erfordert daher keine Reduzierung der Leistungen oder eine Erhöhung der Beiträge", so Doetsch.

Und schließlich bezahlen alle arbeitenden Schweizer, auch

Selbstständige, Beamte, sowie diejenigen, die von ihrem Vermögen leben, in die erste Säule ein, egal, wie viel sie verdienen. Eine Bemessungsgrenze gibt es nicht, wohl aber eine Deckelung bei der Auszahlung, was zu einer Umverteilung von Reich zu Arm führt. -

1. Die Schweiz Geschlecht männlich
Alter 32 Jahre
Jahreslohn 50 000 Euro (65 000 Franken) Einzahlung: 1. Säule Monatlicher Beitrag zur staatlichen Vorsorge 210,41 Euro
Zusätzlicher Arbeitgeberanteil 210,41 Euro 2. Säule Monatlicher Beitrag zur Betriebsrente 237 Euro
Zusätzlicher Arbeitgeberanteil 237 Euro
Arbeitnehmer wie Arbeitgeberanteil erhöhen sich
ab dem 35. Lebensjahr auf monatlich 315,85 Euro
ab dem 45. Lebensjahr auf monatlich 447,45 Euro
ab dem 55. Lebensjahr auf monatlich 524,49 Euro Auszahlung: 1. Säule Aus der staatlichen Vorsorge erhält der Schweizer
ab dem 65. Lebensjahr monatlich 1578,65 Euro* 2. Säule Aus der betrieblichen Vorsorge erhält der Schweizer
ab dem 65. Lebensjahr monatlich 1000 Euro**
Erwartete Rente im Alter von 65 2578 Euro monatlich 2. Deutschland Geschlecht männlich
Alter 32 Jahre
Jahreslohn 50 000 Euro (65 000 Franken) Einzahlung: Monatlicher Beitrag zur Rentenversicherung 414,58 Euro
Zusätzlicher Arbeitgeberanteil 414,58 Euro Auszahlung: Erwartete monatliche Rente im Alter von 67 1833,33 Euro ***
----- * Darin eingeschlossen sind: Invalidenrente (100 Prozent), Witwen-/Witwerrente (80 Prozent), Kinderrenten (40 Prozent) ** Mitversichert sind: Invalidenrente (100 Prozent), Witwen-/Witwerrente (60 Prozent), Kinderrenten (20 Prozent) *** Mitversichert sind: volle Erwerbsminderungsrente (100 Prozent; Hinzurechnung bis Alter 60), Witwen-/Witwerrente, Voll-/ Halbwaisenrente (20 bzw. zehn Prozent)