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leserbriefe@brandeins.de

brand eins 11/2010 Schwerpunkt Vergessen lernen
Stefan Wendel, per E-Mail


Der Begriff Vergessensmanagement, den ich hier zum ersten Mal gelesen habe, trifft aus meiner Sicht die aktuelle Praxis der Wissenssammlung, sei es privat oder auch im Team, exakt.

Ich selbst bin Informatiker und eben kein Wissensmanage-ment-Theoretiker. Da ich aber über Jahre bei den verschiedensten IT-Projekten und in den verschiedensten Organisationen immer wieder die gleichen Probleme in der Verwaltung und vor allem im Austausch von Wissen (wie auch immer die korrekte Definition sein möge) live erleben musste, habe ich mich entschlossen, das Thema selbst anzugehen. Unsere Internetplattform Wisdomclouds.com hat u. a. ein Feature, vor dem wir - trotz aller positiven Reaktionen unserer ersten Kunden - ein wenig Respekt haben: Per default werden sich die Daten nach 100 Tagen selbst löschen oder besser: austimen. Respekt deshalb, weil es dann doch so anders ist als der jetzige Status quo. Schon alleine deshalb hat mich Vergessensmanagement innerlich jubeln lassen.

brand eins 11/2010 Schwerpunkt Vergessen lernen
Thomas G. Schätzler, Dortmund

Böse Zungen behaupten, Wirtschaftswissenschaft sei die Lehre von der Widerstandskraft des Marktes. Interessanter ist aber, wie kommen Menschen zur Ökonomie?

Darüber ist bisher zu wenig gesprochen worden. Das Prinzip des Vergessens: Was wird die Kindergärtnerin zu einem Kleinkind sagen, das viel später einmal BWLer oder VWLer wird? " Jetzt vergisst du mal alles, was du zu Hause gelernt hast!" Bei der Einschulung, wie lautet der Empfangsspruch? " Jetzt vergesst alle, was ihr im Kindergarten gelernt habt!" Die Begrüßung in der weiterführenden Schule: "Ganz schnell vergessen, was ihr in der Volksschule gelernt habt!" Und im Abitur: "Nicht für die Schule, sondern für das Leben!" - von wegen! Denn wie sprach der Dekan zu den Erstsemestern? "Was Sie alles bis zum Abitur gelernt haben, das können Sie getrost vergessen, meine Damen und Herren!" Und kommen die armen Studenten nach Statistik und Bachelor in den Master-Studiengang: "Dieses ganze WiWi-Vorspiel, das kannst du doch vergessen!"

Dann kommt der große Augenblick des Abschlussexamens, die Entlassung in die berufliche Tätigkeit, die Welt steht offen. Was sagen die ersten Personalchefs von Kapstadt, New York, Sydney, Singapur, Buenos Aires, London und von Frankfurt, Kiel, Garmisch, Aachen, Berlin, Castrop-Rauxel und Herne zu den Frischgebackenen? "Was ihr auch immer gelernt habt - forget it!" Und fragen Sie mal Ihre Kinder, insbesondere im jugendlichen Rebellionsalter, ob sie Wirtschaftswissenschaften studieren wollen. "Das kannst du doch vergessen, Papa!"

brand eins 11/2010 Schwerpunkt Vergessen lernen
Kristian Rink, Dresden

Als bekennender IT-ler und Ingenieur habe ich, wie ich gestehen muss, Magazine mit augenscheinlichem Wirtschaftsfokus bisher eher gemieden, bin in diesem Fall nur über die (zugegeben plakative) Aufmachung und das Titel-Thema auf brand eins aufmerksam geworden, daran hängen geblieben, habe die Lektüre letztlich auch außerhalb des Schwerpunktes genossen - ganz gleich, ob die Frage geklärt werden soll, wie man mit Ramsch reich wird oder wie man es schafft, in London städtebaulich die Balance zwischen Historie und Moderne zu wahren (ein enorm erleuchtender Artikel, dessen Manko lediglich in seiner zu knappen Länge liegt).

brand eins 11/2010 Im Rückwärtsgang
Andreas Berse, Nürnberg

Der VW New Beetle kann nur in einer Region funktionieren, in der Autofahrer nie den Ölpeilstab benutzen wie in Nordamerika. Denn dann ist egal, wo beim Käfer der Motor saß. Der Mini wird erst Geld verdienen, wenn er längst nicht mehr retro ist und samt Coupé, Speedster, Van und Allradler weit über das Original hinausgewachsen zur Familie mutiert. Der Maybach wäre als neuer Mercedes 600 längst ein Welterfolg. Denn in Asien, Russland und Arabien gilt: "Who the fuck is Maybach?" Und die nouvelle DS hat Citroën längst im Programm und nennt sie C6.

brand eins 10/2010 Ungesunde Ordnung
Bernhard Büttner, Freiburg

Frau Warzecha hat die tatsächlichen und umfänglichen Fehlentwicklungen des Qualitätsmanagements beleuchtet, dies jedoch in einer recht undifferenzierten Art und Weise, die unterm Strich zum Pauschalurteil QM ist schlecht gereichen muss. Die genannten Fehlentwicklungen resultieren meines Erachtens aus dem Versuch, aus QM-Normen Universalrezepte abzuleiten, mit denen man unter krasser Missachtung eines möglichen Selbstdenkens - die Komplexität einer Organisation zu beherrschen sucht. Das Problem sind nicht die QM-Normen und Theorien, sondern vielmehr der sehr eng fokussierte Blick auf Qualitätsziele unter rein betriebswirtschaftlich ergebnisorientierten Prämissen. Wen wundert's, dass dabei der gedankliche Ansatz "Leiten und Lenken für den nachhaltigen Erfolg einer Organisation" (so der Titel der DIN EN ISO 9004:2009 [sic]) weitgehend unberücksichtigt bleibt. Neben den Vor- und Querdenkern bedarf es generell des Denkens, auch und gerade im Qualitätsmanagement. Quasi "Denken für jedermann", das durch eine mitarbeiterorientierte Organisationskultur, die auf ökonomischem, ökologischem und sozialem Verantwortungsbewusstsein gleichermaßen gründet, gefördert und gefordert wird. Hierzu können entsprechend interdisziplinär ausgebildete und erfahrene Qualitätsmanager ihren Beitrag leisten - wenn man sie lässt.

brand eins 10/2010 Ungesunde Ordnung
Rüdiger J. Schulz, Berlin

Das Interview mit Bettina Warzecha bringt mal wieder eine Sache mehr auf den Punkt! Großartig! Ich könnte Dutzende von absurden "qualitäts- und prozessoptimierten" Beispielen bringen. Hier eines aus der IT einer Bank bzw. einer ausgelagerten IT-Servicegesellschaft: Ein Problem in einer Datenbank kann (und muss) mit einem Dreizeiler-Code behoben werden. Eventuelle Fernwirkungen auf andere Systeme konnten durch Tests auf zwei Umgebungen ausgeschlossen werden. Rein technisch hätte dieses Problem mit allen Tests in zirka 45 Minuten behoben werden können. Der bürokratische "qualitätsgesicherte" Prozess führt nun allerdings dazu, dass es vermutlich ein bis zwei Wochen mit Beteiligung von fünf bis sechs Personen dauert, bis der Fehler behoben werden kann.

brand eins 10/2010 Schwerpunkt Qualität
Joachim Bergers, Düsseldorf

Das ferngesteuerte Dachfenster mit integrierter Solarzelle funktionierte nach knapp einem Jahr nicht mehr. Ich begab mich in die Warteschleife des Herstellers, und mit viel Geduld kam die Verbindung mit einem menschlichen Wesen zustande. Dieses stellte aufgrund meiner Darstellung eine Ferndiagnose (die sich später als zutreffend erweisen sollte). Der Service könne aber erst disponiert werden, wenn ich zuvor ein Formular ausgefüllt hätte. Begründung: damit ein kompetenter Servicetechniker und eventuell notwendige Ersatzteile bei der Disposition eingeplant werden könnten. Getan, gefaxt. Nach einer Woche kam ein Schreiben: Man habe das Formular erhalten (!), die Terminbestätigung würde schriftlich folgen. Die kam nach drei Tagen, der Techniker nach acht Wochen. Tatsächlich, und er war nett, aber leider etwas hilflos. Er kannte dieses Fenstermodell nicht, rief einen Kollegen zwecks Ferndiagnose an, um festzustellen, dass er das Ersatzteil nicht dabeihatte. Eine Woche später bekamen wir eine neue Terminbenachrichtigung: neuer Termin diesmal schon in vier Wochen.

brand eins 10/2010 Mission Possible
Diether Wittek, Kirchlinteln

Monatelang hatte ich Differenzen mit Web.de (Teil von 1&1). Mit der von Ihnen angegebenen E-Mail-Adresse von Marcell D'Avis war das Problem innerhalb von 24 Stunden zur vollen Zufriedenheit behoben. Das ist vorbildlich.

brand eins 10/2010 Hartes Geschäft, weiche Faktoren
Phillip Kayenburg, Hamburg

Sie schreiben: "Mindestens 20 Jahre lang soll der Weltmotor verbaut werden." Darüber kann man schon stolpern, legt man die öffentliche Wahrnehmung zum Thema fossile Rohstoffe und alternative Energien zugrunde. Interessant ist die Diskrepanz in der öffentlichen Wahrnehmung von sauberer Energie in Zukunft einerseits und die Realität führender Mobilitätshersteller andererseits.

brand eins 10/2010 Schwerpunkt Qualität
Kurt Wagner, per E-Mail

Wie so oft ein sehr gutes Heft, danke schön. Zu "Die Geprellten": Die Erwartung des Schreibers, DIN sei die Abkürzung für "Deutsche Industrie Norm" stimmt nicht mit der Realität überein. Wie ISO fürs Englische ist es die Abkürzung für "Deutsches Institut für Normung".

(Anmerkung der Redaktion: Der Leser hat natürlich recht - wir sind in die Fehlerfalle der Geläufigkeit getappt. Wir bedauern den Fehler.)