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Der Ausreißer

Alexander Brenninkmeijer trägt schwer an seinem Namen. Seit seiner Jugend träumt er davon, sich von ihm zu befreien. Die Geschichte eines langwierigen Ablösungsprozesses.




- Freitagvormittag an der Münchener Maximilianstraße. Alexander Brenninkmeijer schlägt vor, sich den Laden eines Mitbewerbers anzuschauen. Er will zeigen, was an der Designer-Modebranche nicht stimmt. Versteckt im Hinterhof der Nummer 34 ist das Geschäft des Belgiers Martin Margiela. Daran wird die Schizophrenie der Branche deutlich: Sie versucht, die Toplage neben Gucci und Louis Vuitton zu besetzen - und scheint sich zugleich verstecken zu wollen, was die Kunden mal für subversiv, besonders exklusiv oder einen Geheimtipp halten. Der Verkäufer ist sehr höflich, seine Arme sind tätowiert. Ein Sakko kostet regulär 1000 Euro, ein Hemd mehr als 400. "Auf der Maximilianstraße geben einem die meisten auf alles 40 Prozent Rabatt", murmelt Brenninkmeijer, "auch wenn noch gar kein Sale ist." Inzwischen ist Schlussverkauf, alles kostet offiziell nur noch die Hälfte. Es ist ein Spiel, aber vielleicht eines, auf das die Kunden keine Lust mehr haben.

In der Krise geht es vielen hochpreisigen Modemarken nicht gut, und das liegt an ihren Fantasie-Margen von 200 bis 300 Prozent, an ihrer Hybris und ihren protzigen Flagship-Stores, am Festhalten an Insidercodes, die einer neuen pragmatischen Käufergeneration immer weniger bedeuten. Brenninkmeijers eigenes Label, Clemens en August, das er 2005 gründete, hat keine Filialen, beliefert den Einzelhandel nicht, und online dürfen nur Stammkunden kaufen. Er schaltet weder Anzeigen, noch macht er Schlussverkäufe. Stattdessen geht er zweimal im Jahr auf Tour nach New York, Tokio, Zürich, Wien, London und in sechs deutsche Großstädte und verkauft für je drei Tage in Galerien und Museen. Nur wer per E-Mail oder Postkarte eingeladen ist oder sich auf der Homepage informiert, weiß Bescheid.

Widerwillig beginnt er seine Karriere im Familienkonzern. Und scheitert dort

"Vergleichsweise wenige Kosten", urteilt Jürgen Müller, Chefredakteur der Fachzeitschrift "Textilwirtschaft". "Ein cleveres Modell - wenn auch eher für die Nische." Brenninkmeijer sieht das anders, vergleicht sich mit den Pradas und Jil Sanders dieser Welt, nur dass er sich deren Infrastruktur spart und es darum bei ihm einen Anzug für 460 Euro gibt und ein Wickelkleid für 190. Das amerikanische Magazin "Time" lobte kürzlich sein alternatives Konzept für Krisenzeiten.

Im Grunde wäre Clemens en August also nicht mehr als ein kleines Mode-Label mit interessantem Geschäftsmodell. Was die Marke und ihren Gründer einzigartig macht, ist ihre Verstrickung in die Intrigen der reichsten niederländischen Familie und die Historie einer der traditionsreichsten Textilhandelshäuser Europas. Alexander Brenninkmeijer ist Mitglied jener Sippe, die mit ihrem Unternehmen C&A im Geschäftsjahr 2008/09 europaweit 6,3 Milliarden Euro umsetzte. Deren Vermögen auf rund 25 Milliarden Euro geschätzt wird und die als ungewöhnlich öffentlichkeitsscheu gilt - es gibt so gut wie keine Interviews mit Gesellschaftern, keine Porträts der Familienmitglieder. Alexander Brenninkmeijer ist eine Ausnahme. Er will reden.

Es gibt zwei Arten, diese Geschichte zu erzählen. Die erste verbreitet er selbst, und die internationale Modepresse betet sie nach: sympathischer Individualist, der sich aus den Fängen seines stockkonservativen Klans befreit hat, wird von einigen missgünstigen Cousins vor Gericht gezerrt, die ihm den Erfolg seiner Edelmarke nicht gönnen. Goliath gegen David. Massenware gegen Schneiderkunst. Geld gegen Geschmack. Die zweite Version ist komplizierter. Man lernt aus ihr, dass auch aus eigentlich niederen Motiven wie Revanche oder Eitelkeit etwas Schönes entstehen kann. Dass wir uns Gegner manchmal aufbauen, um uns selbst größer zu machen. Und dass uns, wenn wir sie überwunden haben, etwas fehlen kann, das uns zuvor angetrieben hat.

Im Alter von 15 Jahren stieg Alexander Brenninkmeijer in einen Zug und versuchte zum ersten Mal, sein altes Leben hinter sich zu lassen. Der Sohn eines der drei deutschen C&A-Chefs war bei Hannover aufgewachsen, behütet und provinziell. Als Kind hat er Kaninchen gezüchtet, Tauben, Enten und Fische. "Ich war stolz auf meine Aquarien", sagt er. Doch irgendwann war ihm das alles zu eng: "Ich wollte coole Leute kennen lernen." Also fuhr er los, ein Internat suchen: "Ich bin einfach ins Büro des Direktors rein und habe die Konditionen verhandelt." Er wusste schon damals, dass der Name Brenninkmeijer Türen öffnen kann.

Doch dann kam er in die falsche Gastfamilie, die anderen Kinder waren schwierig. Er verteidigte, so erzählt er, die Kleineren gegen ältere Rüpel, prügelte sich fast täglich. Er fühlte sich wie Robin Hood. "Eine Blutnase am Morgen war gar nichts." Nach einem halben Jahr reichte es ihm, er verließ das Internat. "Wenn etwas nicht stimmt, ändere es: Die Einstellung habe ich zu Hause mitbekommen", sagt er. Es ist ein Grundmotiv seines Lebens, das sich hier abzeichnet. Er möchte dazugehören, schafft es aber nicht. Er streitet ungern, definiert sich aber dann doch immer über Gegner. Er weiß vor allem, was er nicht will - nicht bieder sein, nicht herumgeschubst werden, nicht irgendwo versauern. Und immer sind die anderen schuld.

Er hat nach der Internatsepisode seinen Schulabschluss in Amsterdam gemacht und dort gewonnen, was er heute "meine liberalere Grundeinstellung" nennt. Sollte er nun in den erzkonservativen Familienkonzern eintreten, wie es sich gehörte? "Es gab da diesen Automatismus, aber ich wollte mich selbst entscheiden." Er fragte sich: Was, wenn ich kein Brenninkmeijer wäre? "Würde ich mich dann bei Karstadt oder Kaufhof bewerben?" Eher nicht. Schließlich hat er dann doch bei C&A angefangen. Er mag es, dass er in den Häusern der Familie überall auf der Welt, manchmal auch am Stammsitz im 12 000-Einwohner-Dorf Mettingen, wie zufällig Verwandte trifft. "Dass man das über Generationen beibehalten hat, ist eine schöne Tradition."

Er hat auch gedacht, er könne das muffige Sparstrumpf-Image der Marke mit den Schnupperpreisen ändern. Schon als Jugendlicher hatte er seinen Vater gefragt, was diese Anzeigenmotive mit den detaillierten Beschreibungen sollten, "wie viel Prozent Polyester und so weiter - brauchte man alles nicht. Produkt und Preis, das reicht." Der Vater fand die Idee gut. Die Anzeigen blieben, wie sie waren. Im Konzern lief es später nicht besser. Brenninkmeijer überlegte sich ein Konzept, wie man die Jugendmarke von C&A effektiver in den Verkaufsräumen präsentieren könnte. Seine Idee stellte er ganz offiziell den Gesellschaftern vor, die Sache war ihm wichtig. Die Verwandten hörten ihn höflich an. Und entschieden sich dagegen.

Im Grunde ist er bei C&A gescheitert. War für den Einkauf von Umstandskleidung in Großbritannien zuständig, das ist für einen Brenninkmeijer mit 28 Jahren nicht viel, sagen Kenner des Klans. "Er ist weit entfernt von irgendwelchen Entscheidungsträgern innerhalb der Familie", meint Bettina Weiguny, Autorin des Buches "Die geheimnisvollen Herren von C&A". Privat lief es auch nicht. "Ich hatte keine Lebenspartnerin, existierte wie in einer Blase", sagt er. Ging er mit Kollegen auf ein Bier, war er sich stets seiner Sonderrolle bewusst. "Man ist eigentlich ganz normal, aber gehört doch nicht richtig dazu, also versucht man, noch normaler zu sein." Vielleicht kommt daher seine galante Art, diese ausgestellte Höflichkeit.

Alexander, der Nette - das ist noch immer sein Image. Davon erzählt jeder, der ihn erlebt hat, als Erstes. Daran arbeitet er. Zum Abschied fährt er einen in seinem alten Jaguar zum Münchener Flughafen. Halbe Stunde hin, halbe zurück. Vorher, in der Stadt, hatte er dem Besucher sogar kurz sein Fahrrad geliehen, damit der kein Taxi nehmen musste. Für die Galeristen und Architekten, die heute seine Kunden sind, die Künstler und Unternehmensberater, ist er einer der Guten. Einer, der den Verkauf wie eine Vernissage inszeniert. Der seine Shows andererseits bescheiden mit Tupperpartys vergleicht, bei dem es keine geschlossenen Umkleidekabinen gibt, sodass man sich beim Anprobieren in Unterhosen gegenübersteht. Einer, der Besucher per Du begrüßt und selbst bedient. Das kann er gut, das passt zu ihm.

1996, da war er 28, wusste er mal wieder nur, was er nicht wollte. "Ich hatte nicht die Kapazitäten, meine Ideen im Konzern durchzusetzen, aber auch keine Alternative." Er kündigte, gab damit seine Anteile an C&A ab, trampte erstmal ein Jahr lang durch Asien. Kam 1997 zurück und wusste immer noch nichts mit sich anzufangen. Dann tat sich die Chance auf, es allen zu zeigen: Der Münchener Modemacher Kostas Murkudis war gerade vom Erfolg seiner ersten Kollektion in Paris überrumpelt worden und suchte einen Partner mit kaufmännischer Erfahrung, der ihm den Laden organisierte. Die beiden wurden unter der Marke "Kostas Murkudis" ein Team. Der Designer hatte jemanden, der etwas von der geschäftlichen Seite verstand, dessen Familienname bei Bankern gut ankam und der auch mal eine Hypothek auf seine Wohnung aufnahm, wenn ein Kredit hermusste. Alexander Brenninkmeijer hatte endlich seine Alternative.

Es war eine Genugtuung gegenüber der Verwandtschaft, die ihm so wenig zutraute. Jetzt stand er plötzlich bei den Schauen in Paris und trank Champagner mit schönen Menschen, backstage. Die legendäre Modekritikerin Suzy Menkes saß vorn im Publikum und fand die Kollektion gut. Brenninkmeijer dachte einmal mehr, dass er nun dazugehören könnte. Hier lernte er auch seine Ehefrau kennen, ein belgisches Model, mit dem er einen heute fünfeinhalbjährigen Sohn hat. Später, beim eigenen Label, hat er sich anfangs von Freunden mitnehmen lassen auf die Vernissagen und die Abendessen der Kreativen. Er musste das Repräsentieren in den Kreisen dieser unrasierten Jeansträger ja noch lernen, aber er war ein guter Schüler. Immer einen Schritt weiter weg von Polyester und Spießertum.

Noch heute kann Brenninkmeijer sehr lange und sehr detailliert erzählen, mit welchem Künstler er welche Kooperation in welcher In-Boutique geplant hat und welche bekannte Galeristin immer bei ihm einkauft. Wie James McAvoy einmal im Clemensen-August-Smoking zu den Oscars ging. Dass Jonathan Meese gerade in seinen Sachen fotografiert wird.

Nach sechs Jahren endete der internationale Modezirkus auf einen Schlag. Murkudis wollte nicht mehr, hatte - so beschreibt es Brenninkmeijer - eine Schaffenskrise und zog nach Berlin. Mochte demnach von heute auf morgen nichts mehr wissen vom gemeinsamen Unternehmen und von seinem Partner. Aber ohne den Designer war dem Kaufmann der Glamour genommen. Auf den Schauen war Murkudis der Star gewesen, Brenninkmeijer hatte still daneben gestanden, zufrieden, dass es ohne ihn nicht ging. Und das sollte es jetzt gewesen sein?

Brenninkmeijer redet sich in Rage, wenn er erzählt, wie er damals die Firma zusammengehalten hat, die plötzlich keine Marke mehr hatte, aber Schulden, Angestellte, die er nicht auf die Straße setzen wollte, und eine halb fertige Kollektion. Er machte einfach weiter, zahlte Löhne und Miete, suchte Investoren, um unter neuem Namen ein Ladenlokal in Paris oder London zu eröffnen.

Was folgt, ist die Gründungslegende von Clemens en August, für die wieder mal andere verantwortlich sind: diesmal der unstete Murkudis und die Geldgeber, die nicht wollten. "Die fragten alle, warum denn niemand aus der Familie investiert. Aber da hätte dann ja jeder mit seiner kleinen Boutique kommen können." Derweil quoll das Atelier über mit der neuen Kollektion. Also lud er Mitte 2004 Freunde zum Lagerverkauf ein. Das klappte gut, ein paar Wochen später wiederholte er die Show in Galerien in Wien und Berlin und merkte: So geht es. Reisender Händler werden wie seine Vorfahren, die C&A-Gründer und -Namensgeber Clemens und August Brenninkmeijer im 19. Jahrhundert im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Ihr Nachfahr hat nie einen Masterplan gehabt, nur diese Mischung aus Rebellion und Familiensinn, aus zufälligem Entdecken und sturem Festhalten. Und jetzt war da diese geniale Idee, die ihn fast ruinieren sollte.

Er hätte sein neues Unternehmen einfach Alexander Brenninkmeijer nennen können, nur kennt den keiner. Also entschied er sich für Clemens en August. Für die Frechheit, die Provokation. Er definierte sich wieder durch die Abgrenzung von seiner Familie. Es war klar: Das gibt Ärger. Und Ärger bedeutet Publicity. Genau das, was eine neue Modemarke braucht, deren Kleidung schlicht und elegant ist, aber nicht unverwechselbar. Den reduzierten Helmut-Lang-Stil haben viele. Aber so eine Story?

Eltern oder Geschwister hat er nicht um Rat gefragt. Sie hätten sicher versucht, ihn zu stoppen. Am Tag, als er den Umschlag mit dem Antrag der Wortmarke beim Patentamt in der Nähe vom Münchener Isartor einwarf, ahnte Brenninkmeijer, was passieren würde. "Er ist kein Mensch der schnellen Entscheidungen", sagt Bernard Werkmeister, ein Münchener Casting-Direktor, der ihn gut kennt, "aber hat er eine getroffen, zieht er sie durch."

Als er im April 2005 seine erste Kleider-Tournee unter neuem Namen startete, kam prompt die einstweilige Verfügung. Doch der Marketing-Gag geriet außer Kontrolle. In den folgenden vier Jahren verklagten sich Alexander und die Familien-Holding gegenseitig, zunächst in Zug und Zürich. C&A ließ sich weltweit den Namen Clemens & August sichern, statt seines niederländisch geschriebenen Clemens en August. Es ging hässlich zu: Bei Familienfesten, zu denen er nach wie vor eingeladen wurde, flüsterten ihm etliche zu, sie seien auf seiner Seite. Gleichzeitig arbeiteten die Anwälte der Holding daran, sein Geschäft vom Markt zu fegen.

Die Story des Renegaten verkauft sich lange gut. Nun muss eine neue her. Nur welche?

Vor Gericht lief es gut für ihn, und die Modezeitschriften druckten brav die immer gleiche Story vom tapferen Schneiderlein mit dem originellen Konzept. Aber finanziell wurde es eng, denn die Verfahren zogen sich hin, und dann verklagte die Familien-Holding ihn zusätzlich auch noch in London, wo die Gerichtskosten exorbitant hoch sind. Man ist wohlhabend als Brenninkmeijer, aber nicht märchenhaft reich.

Am Ende war es dann die Mehrheit der Sippenmitglieder, die den öffentlichen Streit beendet sehen wollte und Druck auf die streitbaren Cousins machte. Die Dynastie gilt als mindestens so geheimnistuerisch wie die Aldi-Brüder - eine solche Aufregung hatte es noch nie gegeben. Schließlich, im Spätsommer 2008, war eine Einigung da. Die Familie wahrte ihr Gesicht, weil eine rechtliche Konstruktion gefunden wurde, die verhindert, dass der Name Clemens en August in fremde Hände fallen kann. Alexander Brenninkmeijer wiederum durfte sein Unternehmen weiterführen wie bisher, hat die Gerichtskosten erstattet bekommen, dazu eine offenbar ordentliche Entschädigung.

"Ich bin finanziell komplett kompensiert", sagt er. Er sitzt mit seiner Frau im Biergarten, ist auf seine stille Art ausgelassen, zeigt Fotos seines Sohnes und überlegt, ob man auch mal Kindermode anbieten solle. Sagt, jenes Geld, das er in den Aufbau des Unternehmens gesteckt hat, sei im Vergleich zu den Prozesskosten Peanuts gewesen und dass er jetzt also endlich loslegen könne. Nur wohin?

Clemens en August steht nun nicht mehr für ein episches Familiendrama, sondern nur noch für Mode, die auf ungewöhnliche Art verkauft wird. Es läuft nach Aussage von Alexander Brenninkmeijer ganz gut, acht Mitarbeiter, ein Umsatz, der jedes Jahr um etwa 50 Prozent gewachsen ist. Pro Stadt und Saison sind es 40 000 bis 150 000 Euro.

Die Last des Namensstreits ist von Brenninkmeijer abgefallen, doch damit ist er auch die Story von David gegen Goliath los, die so gut gezogen hat. Also müssen neue Geschichten her. Er will den Online-Shop ausbauen, für jedermann offene Bereiche einführen. Will endlich ein Logo für seine Marke finden und auf Tüten drucken lassen. Eigentlich ist er nun frei, aber zugleich ist ihm die letzte Kränkung abhanden gekommen, die ihn angetrieben hat. Der übermächtige Gegner, der sein kleines Unternehmen ein bisschen größer hat dastehen lassen. Die Reibung, aus der er wie immer seine Energie zog. Zum ersten Mal in seinem Leben kann sich Alexander Brenninkmeijer nicht mehr als Opposition definieren: das spießige Elternhaus, die rüden Mitschüler, der langweilige Familienkonzern, der unzuverlässige Geschäftspartner alles Vergangenheit. Was nun? Er ist unruhig, seine Finger spielen mit Flaschendeckeln und Servietten. Er will lässig wirken, aber da ist dieser nervöse Husten.

Manchmal, sagt er, fühlt er sich neuerdings unwohl beim Verkauf. Wenn er zwei Kunden in die Kabine schickt, und dann steht er so da, während sie sich umziehen, und hat also nichts zu tun, aber denkt, alle wissen, wer ich bin, und ich kann doch nicht nur so hier stehen. Dann legt er ein Hemd zusammen, obwohl das gar nicht zerknittert ist. Alexander Brenninkmeijer kennt jetzt die coolen Leute. Er ist selbst ein bisschen prominent und gar nicht mehr bieder. Wenn es diesmal nicht hinhaut, kann er niemandem mehr die Schuld geben. -