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brand eins 10/2009 Schwerpunkt Stadt
Thomas Ritter, Celle


Stadt ist nicht nur Marktplatz, sondern bietet in der zukünftigen Entwicklung mit der Loslösung vom Dogma der Ökonomisierung urbaner Räume mehr als nur Handel und Konsum. Alle Inszenie rung ist deshalb ebenso wie der Anspruch wachsender Umsätze eine Illusion, die leider den Blick auf die neue Stadt versperrt. Dabei gäbe es viele Ansätze, die langfristig wichtig wären: Stadt als Raum der Energieerzeugung, als Raum sozialer Angebote und Kompetenz, als Raum für unterschiedliche kreative Interessen und so weiter. Auch Fragen wie: Was passiert mit leeren, verlorenen Räumen in der Stadt? Oder: Wie kann Stadtplanung zukünftig überhaupt handlungsfähig sein? sind Bausteine für eine neue Stadt. Vielleicht sollte brand eins noch einen zweiten Teil nachreichen?

brand eins 10/2009 Schwerpunkt Stadt
Manuel Simoni, Innsbruck

In einer Zeit, in der alle nur mehr verwirrt über Content daherstottern, schaffen Sie regelmäßig das fast schon paradox Anmutende: eine lesenswerte, interessante, inspirierende Zeitschrift.

brand eins 10/2009 Wirtschaftswörterbuch: Schwyzerdütsch
Christoph Bopp, Baden

Ihr Heft schätze ich sehr, aber in Ihrer Oktober-Ausgabe haben Sie eine groteske Fehlübersetzung drin: Schwyzerdütsch ist zwar nicht einfach, aber auch nicht so weit vom Deutschen entfernt, dass "s'Weggli" etwas anderes bedeutete als eben einen kleinen Wecken oder ein spezielles Brötli oder was auch immer Essbares. Was 2006 abgeschafft werden sollte, war "de Föifer" (die Fünfrappenmünze). Und die Verwechslung rührt von einem alten Schweizer Sprichwort her, wonach man nicht "S'Weggli und de Föifer" haben kann. Wie alt es ist, sieht man am Preisniveau, auf das es anspielt. Das Sprichwort gilt immer noch.

brand eins 10/2009 Die Zauberformel
Katrin Kokocinski, Erlangen

In diesem Beitrag wird der Ausdruck Lohas richtig erklärt, aber falsch verwendet. Es kann einen einzelnen "Loha" nicht geben, da Lohas kein Plural ist. (Wie wäre es mit: Lohase/ Lohasen?)

brand eins 09/2009 Der Preis des Geldes
Christian Hapke, Berlin

Der Artikel kratzt leider nur an der Oberfläche. Ich hätte erwartet, dass mehr mögliche Handlungsalternativen aufgezeigt werden. Zum Beispiel: Warum erhöhen die Zentralbanken die Geld menge nicht dadurch, dass sie Geld drucken und ihrem Staat geben? Würde das nicht zu viel mehr Stabilität und Berechenbarkeit führen, als den Banken Geld zu leihen und so eine neue kreditfinanzierte Blase zu schaffen?

brand eins 09/2009 Mutige arbeiten Teilzeit
Dietmar Bayer, per E-Mail

Was Sie in Ihrem Artikel jedoch nicht ansprechen, ist, dass letztlich die Rechnung in der Pension präsentiert wird. Gerade bei Ärzten sind viele Gehaltsanteile nicht pensionswirksam. Hier in der Steiermark, Österreich, kann man auch mit 50 Prozent Beschäftigung gut leben. Wenn man seine Nachtdienste gut einteilt, kommt man auf ein beachtliches Maß an Freizeit. Im Alter sieht es dann jedoch mickrig aus. Die nun halbtags Arbeitenden werden in der Pension dann wohl in kleinen Wohnungen hocken und Aldi-Kekse zum Brennnesseltee essen.

brand eins 09/2009 Außer Acht
Reiner Geef, Sinzig

Nach 17 Jahren Handwerk, davon acht Jahre Selbstständigkeit, beginne ich jetzt ein Studium, da mir der Respekt vor der Denkarbeit, die vor jeder handwerklichen Tätigkeit steht, fehlt. Auf der einen Seite der immer dreckige Handwerker, auf den man leider angewiesen ist, da man keine Zeit hat, es selber zu tun - denn können könnte doch fast jeder, was die können. Dagegen die Anzugträger, denen man achtungsvoll nachschaut und ihnen in ihrem Fach Kompetenz zuspricht, da sie doch sonst nicht dieses Auto und diese Kleidung hätten. Deren Leistung ist für die Mehrheit der Bevölkerung nicht nachvollziehbar, und sie sind auch in den seltensten Fällen für Fehler haftbar zu machen. Die Fehler der Handwerker dagegen liegen offensichtlich auf dem Parkett, sonst wird etwas gesucht und gefunden. Ich habe keine Lust mehr, große Investitionen zu tätigen, im Vergleich zu manchen Dienstleistern geringe Stundenlöhne zu bekommen und dafür nach getaner Arbeit noch für die kleinsten Mängel haftbar zu sein.