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Anleitung für das andere

Konkurrenz und Wettbewerb unterscheiden die Welt in Gewinner und Verlierer. Das ist natürlich brutal. Und überflüssig. Willkommen im Zeitalter der intelligenten Konkurrenz.





Oh, böse ist der Wettbewerb heimtückisch und gemein und fürchterlich der Kapitalismus grauenhaft die Konkurrenz unmenschlich kalt und ungerecht
(Neudeutsches Lamento, frühes 21. Jahrhundert)

Peace, Love and Understanding

Elvis Costello sang einmal, in den etwas herben Jahren der frühen Umbauarbeiten der Premierministerin Margaret Thatcher an Großbritannien, ein Lied, in dem er in leicht anklagendem Ton folgende Frage stellte: "What's so funny 'bout peace, love and understanding (ooohoo)?" Gute Frage. Eigentlich ist gar nichts komisch daran. Friede, Liebe und Verständnis sind schöne Dinge. Aber was denken wir, wenn wir morgens in Bus, Bahn und auf dem Bürgersteig von den anderen angerempelt werden? Wenn sie uns auf die Füße treten? Uns den Platz streitig machen? Was?! Will da jemand Liebe machen? Oder wollen wir bei der Wahrheit bleiben? Der lästige Konkurrent muss weg. Am besten wär', der wär' nicht mehr.

Lieb sein ist natürlich einfacher, aber was bringt es in einer solchen Situation? Der Wiener Volksdichter Johann Nestroy wusste bereits: "Die Mehrzahl der Menschen ist so: Macht man ihnen bescheiden Platz, so werden sie unverschämt. Versetzt man ihnen aber Ellbogenstöße und tritt ihnen auf die Füße, so ziehen sie den Hut." Es kann kein Zufall sein, dass in der Kulturgeschichte der selbstlos Höfliche fast immer auch die Rolle des Trottels einnimmt. Wer nett ist, verzeihend, zurückhaltend, kurz und gut: sich nicht mit anderen anlegt, kriegt nichts. Denn die Konkurrenz schläft nicht.

Nun geht es nicht darum, den Rambo zu machen. Kooperation ist wichtig, darauf kommen wir noch. Aber Kooperation ist nicht alles. Sollen wir dem Idioten, der uns eben den Sitzplatz weggenommen hat, vielleicht auch noch einen Kaffee bringen? Oder dem Kerl, der uns eben bei einem Auftrag ausgebootet hat, Pralinen schicken? Hand aufs Herz: Das hohe Lied der Nächstenliebe haben immer die gesungen, die meist mit dem Nächsten nicht viel zu tun hatten. Reiche Leute, weit weg vom Pöbel, Mönche, die in schönster Kontemplation von einem besseren Menschen träumten, und andere Privilegierte. What's so funny 'bout peace, love and understanding? Vielleicht, dass alles zusammen ein bisschen unrealistisch ist? Etwas für Leute, die nicht wissen, was läuft?

Flammenwerfer

Ohne Wettbewerb läuft gar nichts. Solange China, Indien und Co. nur Entwicklungsländer waren, hatten wir sie lieb, denn sie störten uns nicht. Jetzt sind sie Konkurrenten, und das bringt uns zunehmend in Wallung. Die Realität macht munter. Da rackern wir uns ab, bauen etwas auf, entwickeln, tricksen, denken - und dann kommen andere und klauen uns die Idee. Oder sie nehmen uns Marktanteile weg. Stehlen uns Arbeitsplätze. Die Konkurrenz schläft nicht. Das ist heute im Wortsinn zu verstehen. In allen Zeitzonen leben und arbeiten Leute, die rund um die Uhr mit uns in Wettbewerb treten.

Wie wär's mit einem Rückzug, beispielsweise ins Künstlerische? Tolle Idee. Als Schauspieler etwa. Am Theater ist der Konkurrenzkampf so normal, dass viele schon glauben, es gäbe ihn gar nicht. Oder man kann ins schöne Klagenfurt am Wörthersee fahren, wo beim Ingeborg-Bachmann-Preis Autoren lesen, um den Preis zu gewinnen, klar. Da gibt es Jahr für Jahr viele, die gegen die "Konkurrenz" als solche wettern, gegen das unschöne Klima, das der Wettbewerb erzeugt. Sie fahren trotzdem hin. Um bei jeder Gelegenheit über ihre Konkurrenten zu lästern.

Mittlerweile ist das nicht nur bei Dichterlesungen so. Jeder gegen jeden, aber auf keinen Fall in offener Schlachtordnung - das ist die deutsche Konkurrenzvariante. Vorstandschefs sprechen vom Mitbewerber wie von alten Kumpels. Doch das klingt nur nach Liebe, Friede und Verständnis. Denn Konkurrenz herrscht natürlich auch in einer Gesellschaft, die es lieber unentschieden hat. Der Gutmensch führt seine Konkurrenzkriege unter dem Teppich. Da ist jeder Trick erlaubt, da gibt es keine Regeln, der ganze Dreck bleibt dort liegen, und ständig kommt neuer hinzu.

Schattenboxen

Müssen wir uns grundsätzlich schämen, andere als Konkurrenten zu sehen? Oder anders: Stimmt denn die immer wieder verbreitete These wirklich, dass Wettbewerb etwas Gutes ist - was selbstverständlich nicht nur im Sinne des Fortschritts, sondern und vor allem auch im Sinne der Moral verstanden wird? Fragt man die Bürger danach, sieht es nicht so aus. Die anschwellende Kritik an der "Ellbogengesellschaft" nimmt eher zu. Von "Fun" keine Spur. Vor Jahren ironisierte der amerikanische Comic-Autor Scott Adams das Thema in einem seiner "Dilbert"-Bücher. Darin beobachtet der Erzähler Menschen im Park, die friedlich ihre Tai-Chi-Übungen machen. Friede. Liebe. Harmonie. Doch was, fragt Adams, steckt dahinter? Die entspannen sich doch nur, um möglichst lange ihre Kraft und Konzentration zu erhalten. Wir hingegen laufen gerade, die Harmoniker beobachtend, am Park vorbei zur Arbeit, immer im Stress. Wenn wir alt sind, sind die immer noch fit. Und dann, schlussfolgert Adams genial, "nehmen die uns unsere Sachen weg".

So funny ist das gar nicht. Denn das Sachen-Wegnehmen fängt schon viel früher an. Alt gegen Jung - die Selbstbedienungsmentalität der Nachkriegsgeneration, nicht nur bei Renten, ist legendär, und natürlich zahlen die Jungen die Rechnung. Sie müssen gar nicht mehr warten, bis diese Alten wirklich alt sind - die holen sich die Sachen schon früher. Und im Sozialstaat, dem Hort des Friedens und der Gerechtigkeit? Er hat den Wettbewerb völlig aufgehoben. Die einen kriegen, was die anderen erarbeiten, und das ist so selbstverständlich, dass kaum jemand noch ernsthaft Widerstand leistet.

Gibt es aber deshalb keine Konkurrenz in dieser Gesellschaft? Doch, unaufhörlich werden neue Sozialabgaben und Umverteilungsmaßnahmen gefordert. Der aggressive Ton der Nehmer nimmt zu. Was jedem Tier zugestanden wird, nämlich vor hungrigen Räubern die Flucht zu ergreifen, wird den Leistungsträgern in Deutschland vorgeworfen: Da trommeln verwirrte Sozial-Aggressoren gegen Studenten, die im Ausland studieren, Eliten auf der Flucht heißt das dann. Da gelten Leute, die das Theater nicht mitmachen wollen und emigrieren, als Verräter. Heuschrecken auf dem Sprung. Ist das Liebe, Verständnis, Friede? Oder exakt das Gegenteil davon, nämlich brutale Wir-haben-recht-Politik? Sozialneid ist pures Konkurrenzdenken.

Gesellschaftliche Gruppen und Lobbys, Konkurrenz-Gemeinschaften also, sorgen dafür, dass das so weitergeht. Die Konkurrenz zwischen Leistungsträgern und Leistungsnehmern läuft jeden Tag auf Hochtouren - aber einen Wettbewerb gibt es dazu nicht. Angeblich dient all das dem sozialen Frieden und dem Verständnis. Die latente Drohung, dass die Empfänger der Umverteilung einen auf hart machen würden, wenn die anderen nicht geben, was geht, steht immer offen im Raum. Gib's her, los, sonst ...

Ja, auch das ist ganz lustig an peace, love and understanding.

Kleine Hunde

Konkurrenz belebt das Geschäft, aber lange schon kann dabei von Leben und Deal keine Rede mehr sein. Wir harmonisieren uns an der Realität vorbei. Die Evolution hat die Konkurrenz als kluge und wichtige Einrichtung entwickelt, um festzustellen, welche Unterschiede zwischen ihren Lebewesen bestehen. Wer ist Erster, Zweiter, Dritter? Im situierten Milieu spielt das offensichtlich keine Rolle mehr - vordergründig. Man muss heute schon zu den Randgruppen gehen, um zu sehen, wie es läuft. Ausgerechnet dort, wo das Friede-Freude-Eierkuchen-Establishment seine wichtigsten Kronzeugen vermutet, in den Unterschichten, gibt es nach wie vor eine recht klare Vorstellung von Konkurrenz und Wettbewerb. Wer ist der Stärkere? Der Bessere? Das findet man heute leichter in Berlin-Marzahn heraus als in Talkshows. Konkurrenz und Wettbewerb, wird behauptet, schade den Kleinen und Schwachen. Ist das so?

Jeder, der auch nur ein bisschen Menschenverstand hat, weiß, dass kleine Männer besonders ehrgeizig sind. Politiker wie Napoleon, Gerhard Schröder und Nicolas Sarkozy sowie etliche Spitzenmanager sind rein längentechnisch etwas zu kurz gekommen. Kleine Männer gelten als verlässliche Wettbewerber, sie sind zäh, ausdauernd und angriffslustig. Defizite machen scharf. Das ist auch bei kleinen Hunden so, bei Dackeln beispielsweise. Ohne Zweifel ist ein Dackel ein ziemlich intelligenter Vertreter seiner Art. Zweifel daran hat man nur, wenn man erlebt, wie der kleine Hund mit einer bemerkenswerten Gnadenlosigkeit auf weitaus größere Hunde losgeht, ohne lange herumzufackeln. Für Laien sieht das aus wie ein Selbstmordversuch. Tatsächlich zieht der Dackel nur selten den Kürzeren. Denn er trifft in der Regel auf einen großen, ruhigen, gelassenen und damit auch etwas überheblichen Hund, der gar nicht bemerkt, was da vier Köpfe unter ihm abgeht. Wenn ein Dackel eine Dogge attackiert, gibt der Große meist klein bei. Das sichert dem Dackel Respekt und Freiraum. Er muss sich nicht sorgen, vom Riesen beim Fressen gestört zu werden. Was Dackel wissen, ist wichtig: Die Konkurrenz schläft nicht, das gilt auch für die Dogge, aber sie döst, weil sie sich gar nicht vorstellen kann, dass das Kleine - oder Neue - beim Großen - oder Alten - ganz einfach mal zum Wadenbiss ansetzt. Goliath ist immer leicht zu überraschen.

Unter Wölfen

Wer meint, Konkurrenz und Wettbewerb seien überflüssig, hält jede Form von Unterschied und Vielfalt für überflüssig. Er ist gegen Chancen und Möglichkeiten. Das Gute daran: Damit ist kein Durchkommen. Konkurrenz, lateinisch concurrere, bedeutet so viel wie "zusammenlaufen". In diesem Prozess läuft tatsächlich das pralle Leben zusammen: Interessen, Eigennutz, Perspektiven, Chancen und Hoffnungen sind damit verbunden. Konkurrenz kennt kein Gut und kein Böse. Es ist jener Teil der Wirklichkeit, an dem wir das andere wahrnehmen, uns mit ihm messen, vergleichen und daraus lernen, um zu handeln. Hier laufen sämtliche Fäden der Realität zusammen. Hier erkennen wir, was Sache ist. Schöner, schneller, besser ist immer eine Frage des Vergleichs. Wer die Konkurrenz scheut, bleibt, wie er ist - und das reicht nie, nicht mal für einen allein. Auch das ist so funny about peace, love and understanding. Nicht nur Liebe und Friede, auch Konkurrenz ist menschlich.

Konkurrenz ist eine bedeutende soziale Disziplin. Der griechische Philosoph Heraklit nannte den Krieg den Vater aller Dinge. Man kann das entweder als grauenhaften Irrtum interpretieren, der das organisierte Töten legitimiert, weil er ja auch Neues schafft - oder aber fragen, wer eigentlich Mutti ist. Es ist die Aggression. Eine, wie viele meinen, menschliche Untugend erster Güte. Der englische Philosoph Thomas Hobbes hielt etwa Tiere für nett, Menschen hingegen - zivilisationsbedingt - für garstig. Hobbes (homo homini lupus est - der Mensch ist dem Menschen ein Wolf ) meinte, dass jeder mit jedem im Clinch liege. Einzig der Staat könne das Schlimmste verhindern, indem er sein Gewaltmonopol beanspruche und damit dem freien Lauf der Aggressionen des Menschen einen Riegel vorschiebe. Zwar sei der Staat selbst ein Monstrum, ein "Leviathan" (der biblische Name des Wals, der Jonas verschluckte), aber das kleinere Übel. Ohne ihn würden Mord und Totschlag herrschen. Hobbes ist ein Säulenheiliger für Freunde des Vereins der organisierten Aggression im Rahmen der herrschenden Gesetze - oder kurz: der Staatsherrschaft. Die Vorstellung, die Natur sei gut, wir hingegen seien durch unsere Entwicklung nur unter strengster Kontrolle zu haltende Außenseiter, ist gesellschaftlich weithin akzeptiert. Das Gewaltmonopol des Staates ist, im Kern betrachtet, ein Konkurrenzverbot für alle Bürger. Sie regeln ihre Angelegenheiten nicht mehr untereinander - das nennt man Selbstjustiz -, sondern die Polizei schlägt zu, im staatlichen Auftrag. Man droht dem Nachbarn nicht mit Prügel, wenn der den Grenzstein verschiebt. Man ruft den Staat. Daran haben wir uns gewöhnt. Die Frage ist nur, ob das friedlicher abläuft als einst die Selbstjustiz.

Der Wiener Soziobiologe Franz Wuketits (siehe auch brand eins 01/2006) legt Widerspruch ein: Es sei seit Hobbes doch mehr als offensichtlich geworden, "dass der Staat aus dem Menschen kein gewaltfreies Wesen gemacht habe, sondern, wie die vielen Kriege unter den Staaten zeigen, die Dimension der Gewalt noch wesentlich vergrößert hat". Es sei aber auch falsch, daraus den Schluss zu ziehen, die Zivilisation wäre eine einzige Katastrophe, die die Gewalt nährt. Die Ursache für Aggression und Konkurrenzdruck sind wir selbst. In der Natur steht jedes Lebewesen mit dem anderen in einem anhaltenden Wettbewerb. Das ist der Normalzustand. Die Konkurrenz schläft nicht. Doch wie hoch ist das dahinterstehende Aggressionspotenzial?

Viele Leute glauben etwa nach wie vor, dass Tiere andere Tiere nur "für ihr eigenes Überleben" töteten, noch "eigentlicher" für ihre Nachkommen, also in gewisser Hinsicht ganz selbstlos handeln würden. Doch "das ist offensichtlich falsch", sagt Wuketits - hinter sich die gesammelten Erkenntnisse der Verhaltensforschung und Evolutionstheorie. Denn nicht nur Menschen töten Menschen. Auch andere Arten gehen sich untereinander an den Kragen. Es geht dabei nicht um die romantische Vorstellung, dass Lebewesen "töten müssen, um zu überleben", jene Generalklausel also, die unsere eigene Moral rechtfertigt. "In der Natur herrscht im Allgemeinen eine Wettbewerbssituation vor, und es treten permanent Konflikte zwischen Individuen derselben Art und unterschiedlicher Arten auf", stellt Wuketits fest.

Gen-Gangster

Für bis heute anhaltenden Furor sorgte das Arbeitsergebnis des britischen Soziobiologen Richard Dawkins, der der friedliebenden wie obrigkeitstreuen Öffentlichkeit in den siebziger Jahren sein Konzept des "selfish gene", des egoistischen Gens, präsentierte. Dawkins schreibt in seinem gleichnamigen Buch: "Wie erfolgreiche Chicagoer Gangster haben unsere Gene in einer Welt intensiven Existenzkampfes überlebt (...)." Ein erfolgreiches Gen, so Dawkins, baue immer auf skrupellosen Egoismus. Und dieser Egoismus des Gens wird "gewöhnlich egoistisches Verhalten des Individuums herbeiführen".

Egoismus aber ist der Todfeind des Kollektivismus, denn Selbstliebe bedeutet stets auch, auf die Interessen des sogenannten Großen und Ganzen weniger einzugehen. Es ist kein Wunder, dass die Wissenschaft gegen die vorherrschende Kultur da wenig Chancen hat -und sich ständig moralischer Vorwürfe ausgesetzt sieht. Dabei sind die Erkenntnisse Dawkins' wie auch die der übrigen Soziobiologen kein Aufruf, das "natürliche Recht" vor unsere Regeln zu stellen - und das Faustrecht wieder einzuführen.

Es sind Feststellungen. Die kann man leugnen. Dann aber steckt die Aggression eben im System, breitet sich unter dem Sofa aus, und die verdeckte Konkurrenz folgt dem Gesetz der Willkür. Ein Wettbewerb, der so läuft, ist immer brutaler als das offene Gefecht. Denn er baut weder auf Logik, Vernunft noch Natur, auch nicht auf Regeln und Konventionen, sondern auf Willkür, dem Schatten aller Ideologie. Wer also Wettbewerb und Konkurrenz als soziale und biologische Konstante leugnet, redet dieser Willkür das Wort. Wo die herrscht, sehen peace, love and understanding in der Tat komisch aus.

Kooperation

Die Wirklichkeit der Konkurrenz ist unbehaglich. Die Frage aber ist, ob der Wettbewerb der Evolution und damit aller von ihr geschaffenen Wesen tatsächlich gleichsam unser "Schicksal" ist. Geht's nicht anders? Ein bisschen Frieden? Diese Linie verfolgt, durchaus im Zickzackkurs, die vielfältige Forschungsarbeit rund um das schöne Thema Kooperation. Auch die Evolutionsbiologen haben einmütig festgestellt, dass nicht allein die Konkurrenz und der Kampf untereinander zur Konstante des Lebens gehören, sondern dass eben auch Kooperation, Zusammenarbeit also, eine wichtige Rolle spielt. Kooperation ist ein Wort, das die schönsten Gefühle weckt. Es ist ein gutes Wort. Nicht annähernd so böse wie Konkurrenz und Wettbewerb. Aber was steckt dahinter?

Kooperation ist die Fortsetzung des Egoismus mit anderen Mitteln. Moralisch sauber ist Kooperation sicher nicht. Die vom Jahrhundertmathematiker John von Neumann vor mehr als 60 Jahren begründete Spieltheorie gibt darüber eine klare Auskunft. Das Wort "Spiel" suggeriert eine Harmlosigkeit, die in der Kooperation nicht vorkommt. Alle Ergebnisse der Forscher zeigen, dass Menschen - und übrigens auch andere Lebewesen - nur dann kooperieren, wenn sie sich davon Vorteile versprechen. Der Eigennutz, der wesentliche Motor der Konkurrenz, beherrscht auch hier das Handeln, ist auch der Motor für die Kooperation. Selbst dort, wo man aus der Ferne Selbstlosigkeit in der Kooperation vermutet, lohnt es sich, genauer hinzusehen: Das sogenannte Gute dient stets dem eigenen Wohlbefinden. "Moralisches Verhalten ist reiner Eigennutz", nennt Wuketits das. Und die Moral, die ist nichts weiter als ein Regelwerk, das dazu dient, "eine Gesellschaft zu stabilisieren". Eine Welt voller selbstloser Menschen wäre ein trostloser Ort, an dem Trägheit und Langeweile herrschten. Es fehlte an Kultur, überall. "Unsere Kulturen sind lediglich Verfeinerungen der Evolutionsstrategie", sagt Wuketits.

Wer so tut, als gäbe es für ihn die Evolution nicht, verliert auch das, was sie hervorgebracht hat - seine Kultur. Warum konkurrieren Lebewesen überhaupt untereinander? Weil die Welt nicht perfekt ist. Lebewesen vermehren sich tendenziell im geometrischen Maßstab (1, 2, 4, 8, 16 etc.), während die Ressourcen arithmetisch (1, 2, 3, 4) wachsen. Das gilt für Essen wie für Brennstoff. Und ergibt ein Problem: Es langt unter natürlichen Bedingungen eben nicht für alle. Das ist die Grundlage der Konkurrenz und ihres Prozesses, des Wettbewerbs. Besonders eindringlich und als einer der Ersten machte darauf der britische Ökonom Thomas Malthus aufmerksam. Zum Ende des 18. Jahrhunderts prophezeihte er der Menschheit, die in den frühen Jahren der Industrialisierung besonders stark anwuchs, ein jähes Ende.

Warum blieb die Katastrophe aus? Wenn es stimmt, dass die Knappheit die Konkurrenz erst nötig macht, und daran ist naturwissenschaftlich nicht zu zweifeln, weshalb kam alles anders? Weil der Ökonom - wie bis heute seine Nachfolger, die bunte Untergangsszenarien an die Wand werfen - den wichtigsten Rechenfaktor übersehen hatte: die Fähigkeit einiger Menschen, auf Druck und Knappheit mit Nachdenken zu reagieren und nicht, wie es von der Natur vorgesehen ist, mit Gewalt. Denn es gibt zwei Formen von Konkurrenz. Nennen wir sie der Einfachheit halber "natürliche" und "intelligente" Konkurrenz. Die erste war immer da. Die zweite entdecken wir gerade.

Das Werkzeug Gewalt

Die natürliche Konkurrenz ist ökologisch lupenrein, unverfälscht - und brutal. Die Stärkeren holen sich ihren Teil der knappen Ressourcen. Die Schwächeren haben das Nachsehen und sterben im schlimmsten Fall. Gewalt ist das einzige "Werkzeug", das in dieser Welt der natürlichen Konkurrenz eine Rolle spielt. Der Wettbewerb ist immer nur auf die Anwendung dieser Gewalt ausgerichtet. Selbst Kooperationen sind nichts anderes als Täuschungsmanöver, die kurzfristig einen Vorteil sichern sollen. Denn es bleibt ja dabei: Es langt nicht für alle. Diese Lesart steckt bis heute all jenen in den Knochen, die sich vor Wettbewerb fürchten. Sie rechnen mit dem Schlimmsten. Es langt nicht.

Was aber ist intelligente Konkurrenz? Sie bekämpft vor allen Dingen die Ursachen des Problems, die Knappheit, in einem alles erfassenden Wettbewerb, der Überfluss schafft. Wenn die natürliche Konkurrenz und die Aggressivität darauf bauen, dass nicht genug für alle da ist, wie wäre es damit, die Verfügbarkeit der Ressourcen zu erweitern? Genauer zu suchen, zu fragen, zu experimentieren, zu entwickeln - kurz und gut, den evolutionären Druck vom "Schicksal" ins bewusste Handeln zu überführen. Das, nichts weniger, ist Denken. Das scheinbare Paradox ist, dass es für diese Form, die von der Knappheit über die Bedarfsdeckung zum Überfluss führt, eine Ordnung und eine Methode braucht, die aus sich heraus einen permanenten Wettbewerbsdruck erzeugt.

Diese Methode nennen wir Kapitalismus. Der Kapitalismus geht davon aus, dass aus etwas mehr gemacht werden kann. Alles in diesem System ist auf Vermehrung angelegt, auf die Beendigung der Knappheit und das Entstehen des Überflusses. Nun mangelt es sicher nicht an Versuchen, dieses System zu sabotieren, etwa durch die Errichtung von Monopolen - durch Betrug und Gier -, aber auch durch Zugriffe von Staaten, Ideologen und Interessengruppen. Doch die Marktwirtschaft ist zäher, sie setzt sich durch. Sie zerstört, wie der österreichische Ökonom Joseph Schumpeter bestätigt, aber sie zerstört schöpferisch. Das Neue ist besser als das Alte. Das ist die einzige Form akzeptabler Gewalt: Am Ende muss mehr für alle herauskommen. Und auch das ist Wettbewerb, verbunden mit dem "egoistischen Gen". Es wird immer einen geben, der nicht einsieht, dass er sich dem Alten und Bestehenden einfach beugen soll. Weil das schlicht gegen die eigenen Interessen ist.

Wohlstandsbürgern, die von einer guten und ruhigen Natur träumen, mag vor dieser intelligenten Form der Konkurrenz grauen. Sie kennen die Alternative nicht, die in einem brutalen, kurzen Leben besteht, in dem der Stärkere immer alles kriegt.

Von dieser uralten Menschheitserfahrung musste auch Thomas Malthus ausgehen. Doch in seiner Lebenszeit veränderte sich die Welt stärker und nachhaltiger als je zuvor. Die kapitalistische Industrie begann ihren Siegeszug. Chemie, Maschinen, Konservierungstechniken - Fortschritt und Technik also - sorgten für mehr Essen für mehr Menschen. Das ist das Produkt der intelligenten Konkurrenz, die die natürliche allmählich überwindet.

Man muss nicht mehr den Tod anderer in Kauf nehmen, um zu überleben. Wenn das nicht gut ist, ist gar nichts gut. All das hat einen Preis: Man muss immer weiter wollen. Dass Menschen so sind, daran dachte Malthus nicht. Unser Ehrgeiz, unser Talent, Wettbewerb zu leben, wird bei Moralisten zu einem Rechenfehler.

Sicher: Wir haben noch viele alte Gefühle in uns, aus Zeiten, in denen die Knappheit herrschte. Und es gibt Rückfälle, aber kein Zurück. So fürchten wir uns vor der Konkurrenz und dem Wettbewerb, wie sich einige von uns noch vor Spinnen fürchten, weil sie in archaischer Vorzeit eine Bedrohung waren. Gegen diese uralten und überholten Ängste stehen volle Läden, eine Vielfalt an Ideen, Waren und Dienstleistungen. Problemlösungen. Das ist die Form peace, love and understanding, die wirklich zählt. Dafür steht der Kapitalismus und die Kraft seiner sozialen Intelligenz. Wer zurück zum "Natürlichen" will, der will die Gewalt.

Sei ein bisschen böse

Konkurrenz und Wettbewerb sind noch nicht völlig in ihrer intelligenten Form angekommen. Es wird noch lange ein Nebeneinander der alten Ängste und der neuen Möglichkeiten geben. Die Gefühle werden uns noch eine Weile irritieren. Umso wichtiger, dass wir Konkurrenz und Wettbewerb - und auch Biss, Kraft oder einfach Aggression, die dazugehören, realistisch und pragmatisch beurteilen. Und die Heuchelei beenden. Wir sind nicht immer lieb. Auch wenn das gern unter den Teppich gekehrt wird. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften haben die lustigsten und kleinteiligsten Thesen entwickelt, aber bei diesem Thema herrscht weitgehend Funkstille. Nur wenige, wie Jens Weidner, versuchen den Tabubruch.

Auf seinem Schreibtisch in der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften steht ein hübscher Fotorahmen, so einer, in den andere Leute das Bild ihrer Familie stecken, vielleicht auch noch das vom Hund dazu. Doch der 50-jährige Professor der Erziehungswissenschaften und Kriminologie hat sich sein Lebensmotto eingerahmt: "An evil action a day/keeps the psychiatrist away" steht da zu lesen. Weidner ist Experte für konstruktive Aggressivität. Er unterrichtet, schreibt ("Die Peperoni-Strategie") und lehrt, dass es nichts bringt, immer nur nett zu sein und den Wettbewerb zu scheuen. "Es geht uns um die Förderung der Durchsetzungsstärke", sagt er. Allein die Namen der Firmen, die Weidner mitbegründet hat oder an denen er beteiligt ist, lassen konkurrenzscheue Harmoniker das Kreuz schlagen: Da wäre etwa die "Aggressions-Seminar-Service & Management-Training ASS" in Hamburg. Oder, auch schön, das "Deutsche Institut für Konfrontative Pädagogik", ebenfalls mit Sitz in der Hansestadt. Beides klingt nicht nach "Reden wir mal miteinander", nach ganz langem Zuhören, viel Verständnis und echt auch ein bisschen Betroffenheit und so.

Dies hat mit der Realität und der Vita von Jens Weidner zu tun. Er hat lange Zeit in efängnissen gearbeitet, wäre in einem fast Direktor geworden. Während andere sich am Lagerfeuer der Friedensbewegung ihre Seele wärmten, ging Weidner als junger Kriminologe dorthin, wo der Wettbewerb ganz direkt und unmissverständlich stattfindet: in den Straßen der Slums und Vororte von New York und Philadelphia. Dort arbeitete er mit "stadtbekannten Schlägern, Hooligans, Skinheads und Gang-Mitgliedern", wie in seinem Lebenslauf vermerkt ist. Dort hat er gelernt, dass es nichts nützt, Aggressionen und Konkurrenzdenken zu leugnen. "Es geht darum, die Sache konstruktiv umzulenken, für eine Sache, für die Person selbst." Also den Eigennutz zu kitzeln, das egoistische Gen, damit das Messer in der Tasche bleibt.

Nicht überall versteht man das. Amüsiert erzählt Weidner von einem Seminar zum Thema bei Jungmanagern in der Schweiz, allesamt Absolventen einer Elite-Universität. "Die waren putzig", lacht er, "die meinten: Wir haben doch keine Feinde, keine Gegner, keine Konkurrenz. Wir haben alle tolle Zeugnisse und regeln das alles über unsere Qualität." Er schüttelt den Kopf. Da kann man nichts machen. Noch nicht. Er ist sicher: Die verstehen das bald.

Trotzdem macht er seither seine Seminare "nur noch mit Leuten mit Lebenserfahrung, also so von 35 Jahren aufwärts. Menschen also, die in ihrem Beruf und in ihrem Leben die Erfahrung gemacht haben, dass es ihnen nichts bringt, sondern schadet, wenn sie dem Wettbewerb ausweichen. Ganz egal, ob in der Firma selbst oder am Markt." Das Lernziel ist überschaubar und dennoch für viele schwer zu schaffen: "Die meisten Menschen wollen geliebt werden. Dadurch verspielen sie ihren Kredit. Geliebt werden, das ist Privatsache. Überall sonst geht es um Respekt. Wir machen den Leuten klar, dass es Wettbewerb gibt, dass Konkurrenz da ist - und dass man sich so verhalten soll, dass man erst gar nicht zuschlagen muss. Der andere muss wissen, dass der Angriff einen hohen Preis hat. Respekt ist Selbstschutz." Und, ließe sich hinzufügen, spart viele Diskussionen, Missverständnisse, jede Menge Leid und tonnenweise Zeit - was nicht nur im Geschäft nützlich ist.

Der konstruktive Aggressor ist berechenbar. Er zeigt, wo Grenzen sind. Systematisch bereitet Weidner seine Klienten auf den Umgang mit dem fremden Wesen Konkurrenz vor. "Wir trainieren, dass man bewusst aggressiv agiert, und zwar mit klaren Regeln. Erstens: Bleibe verhältnismäßig. Man kann nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Choleriker brauchen wir nicht. Zweitens: Das Gemeinwohl hat Vorrang. Aggressivität, die sich gegen das Gemeinwohl richtet, geht nicht. Drittens: Der Gegner muss genauso respektiert werden, wie man selbst respektiert werden will. Nicht etwa aus Altruismus, sondern einfach, weil die meisten Menschen Kränkungen und Demütigungen nicht vergessen. Das kann sehr teuer werden, wenn man sich wieder begegnet", sagt Weidner.

Dass er seine Klienten lehrt, "wieder kraftvoll zuzubeißen", bedeutet noch lange nicht, dass die Art von Aggression und Wettbewerbsdenken dort enden muss, wo sie heute bei nicht wenigen Managern angekommen ist: in der kurzfristigen Gier, die kein Morgen kennt. Hauen und Stechen allein, das tumbe Fordern immer höherer Renditen, also das Verhalten von "Heuschrecken", hat mit dem, was Weidner den Managern bewusst machen will, nichts zu tun. Im Gegenteil: "Wer seine Aggression gegen das System richtet, macht sich selbst zu seinem eigenen Konkurrenten. Das ist destruktiv. Wir wollen, dass unsere Leute lernen, mit einer natürlichen Sache wie Aggression und Wettbewerb natürlich und normal umzugehen." Wer ein Unternehmen als Einrichtung zur reinen Profitmaximierung sieht, verwechselt Ursache und Wirkung. Er hält Raubzüge für natürlich. Das ist nicht normal.

Konkurrent = Feind = dumm

Was Dackel wissen, lernen deutsche Manager also wieder ein wenig: herauszukommen aus der Heuchelei einer falsch verstandenen Harmonie, die nicht nur die Realität verzerrt, sondern auch noch blöde macht. Andere Länder haben solche Probleme nicht. Im selbstbewussten Frankreich kehrt kein Mensch das Konkurrenzdenken unter den Teppich, niemand denkt daran, die Sache mit dem Wettbewerb anders zu nennen, als sie tatsächlich ist. Vor elf Jahren richteten die Franzosen, staatlich gefördert und in bester Pariser Innenstadtlage, die École de Guerre Économique ein. Eine Schule für den Wirtschaftskrieg. Dort lernen Postgraduates und Manager gleichermaßen, wie es um die globale Welt der Konkurrenz bestellt ist. Kein Jammern, kein Zetern, kein rückwärtsgewandtes Harmonisieren, sondern offene und durchaus intelligente Auseinandersetzung mit dem Thema "Wie man die Konkurrenz erkennt, versteht und behandelt", wie es der Schulleiter Christian Harbulo t trocken sagt. Erkennen und verstehen, understanding also, immerhin, und behandeln, das heißt noch lange nicht umlegen. Wer nur Konkurrenten aufmischen will, der fliegt.

Rainer Michaeli bewundert die Franzosen für ihren Pragmatismus. Er leitet das Institut für Competitive Intelligence, also intelligenten Wettbewerb, im hessischen Butzbach. "Wir wollen den in Deutschland verpönten Begriff der Konkurrenz und des Wettbewerbs rehabilitieren. Konkurrenz ist für viele Wirtschaftsleute immer noch ein notwendiges Übel, etwas, das man tun muss, aber nicht will. Wenn es um die Konkurrenz geht, geht es immer nur um Gefühle und fast immer um die falschen", sagt Michaeli. "Die Formel, Wettbewerber gleich Feind, ist einfach dumm. Dann sieht man nur die Dinge, die einem Angst machen und die meistens mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun haben. Es geht um sachliche Analyse. Wir wollen aus einem Gefühl eine intelligente Haltung machen: Was kann ich von dem lernen, was tut er, was ich nicht kann; und was, vor allem, kann ich tun, was er nicht kann? Wenn man den Konkurrenten ohne Emotionen sieht, zum Wettbewerbsanalytiker wird, hat man enorme Vorteile."

Balance, nicht Harmonie ist dabei gefragt, wie im wirklichen Leben, erzählt Michaeli. Intelligence wird oft mit "Geheimdienst", also Spionage, ins Deutsche übersetzt. Treffender ist das alternative Wort Aufklärung. "Man will verstehen, wie der andere tickt. Wo liegen seine Stärken und Schwächen?" Und für die Antwort auf diese Fragen, sagt Michaeli, braucht man "keine naiven Weltverbesserer und Leute, die sich nicht mit der Wirklichkeit beschäftigen wollen, weil sie diese Wirklichkeit nicht wahrhaben möchten". Für sein Institut arbeiten "erwachsene Leute, erfahrene Ingenieure, Pharmazeuten, Manager aller Branchen - denn intelligenter Wettbewerb baut vor allem auf Menschenkenntnis". Wer lange genug im Geschäft gesehen hat, wie Menschen wirklich sind, der lässt sich nicht von dem Schmuse-kurs-Unfug einlullen, der heute von vielen Konzernen verbreitet wird. Es geht nie um Gut oder Böse. Menschen sind beides, aber nie eines allein. "Und so ist auch der Wettbewerb. Eine ganz menschliche Angelegenheit", so der Konkurrenzforscher.

Ein gutes Ziel, das die Competitive-Intelligence-Leute da haben, den Wettbewerb und die Konkurrenz unterm Teppich hervorzuholen. Das ist in Deutschland aber immer noch sehr suspekt. Amüsiert erzählt Rainer Michaeli auch, dass sich schon mal der Verfassungsschutz für die Truppe interessiert hat. Ihm ist es nur recht. "Denn es geht ja gerade darum, offen und nicht verborgen zu agieren. Wir haben nichts zu verbergen, im Gegenteil: Wir wollen, dass jeder versteht, dass ein offener Umgang mit Konkurrenz und Wettbewerb nur Vorteile hat."

Denn es ist nicht komisch, wenn man andere verstehen will. Sondern gut für einen selbst.

Wer das weiß, ist sehr weit. Ganz kurz nur vor love.

Und peace. -