Willkommen im neuen Holzzeitalter

Hasten, eilen, rennen? Bäume wachsen trotzdem nicht schneller. Ein Besuch bei Waldbesitzern - und was die hektische Welt von ihnen lernen kann.




(Totale: Madeleine und Scottie im Nationalpark Muir Woods vor dem mächtigen Fuß eines Küstenmammutbaums.
Der Wald schluckt das Licht, der hellste Punkt im Bild sind Madeleines platinblondes Haar und ihr weißer Mantel. Madeleine:)
"Wie alt?"
"Oh, zweitausend Jahre oder mehr. - Woran denken Sie?"
"An all die Menschen, die geboren und gestorben wurden, während diese Bäume weiterlebten."
"Ihr wirklicher Name ist Sequoia sempervirens: immer grün, ewig lebend."
"Die ältesten Lebewesen."
"Ja."
(Totale: Madeleine und Scottie gehen auf eine hochkant aufgestellte und überdachte Baumscheibe zu.)
"Hier ist der Querschnitt eines der alten Bäume, die geschlagen wurden."
(Schwenk über Schrifttäfelchen, die auf einzelne Jahresringe verweisen: 1066 Schlacht von Hastings. 1492 Entdeckung Amerikas. 1776 Unabhängigkeitserklärung. Und ganz außen: 1930 Baum gefällt.
Madeleines schwarz behandschuhter Zeigefinger berührt einen Punkt im 19. Jahrhundert.)
"Irgendwo hier bin ich geboren."
(Ihr Mittelfinger springt auf einen zweiten Punkt weiter außen. Sie spricht zum Baum:)
"Und da bin ich gestorben. Für dich war das nur ein Augenblick. Du - du hast es nicht bemerkt."
(Aus: "Vertigo" von Alfred Hitchcock)

- Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass James Stewart seinen Augenstern Kim Novak vom Turm fallen sah - und zwar, so schrieb es das "Vertigo"-Drehbuch vor, gleich zweimal. Wie nebenbei hatte Regisseur Alfred Hitchcock auch eine Frage unheimlich und dicht ins Bild gesetzt, die zugleich unsere eigene Vergänglichkeit spiegelte: Was wäre der Wald ohne die Zeit?

Hilmar Kellinghusen, der gerade mit raschen Schritten seinen Wald durchmisst, würde diese Frage wohl unwirsch vom Tisch fegen. Denn er ist zwar Waldbesitzer, vor allem aber ist er ein praktisch denkender Mann. Er hat nur gut eine Stunde zum Gespräch in seinem Wald. Und wie er ihn durchstapft, Äste knacken unter den Arbeitsschuhen, ist ihm wenig philosophisch zumute.

Und doch ist Zeit das Werkzeug seiner Wald-Arbeit.

Der Mann sieht ein bisschen aus wie die norddeutsche Variante von Heiner Lauterbach, in alter Jacke und alten Schuhen, die Haut ohne Cremeschutz, unprätentiös, und zum Lachen geht er vermutlich ganz norddeutsch in den dunklen Tannenwald. Jetzt aber stößt Hilmar Kellinghusen vom Gut Maasleben, Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein, auf eine Lichtung seines Waldes und sagt: "Hier standen Fichten. Die hat , Kyrill' umgeworfen, der Sturm vor einem Jahr. Die Fläche haben wir geräumt, gehäckselt und gemulcht. Und jetzt pflanzen wir Laubholz. Buche, Ahorn, Esche."

Am Rand liegen die Fichtenstämme zum Abtransport bereit. Hilmar Kellinghusen blickt über die Kahlfläche von Tilsmaas und ein wenig darüber hinaus. "Ich bin jetzt 47, mit ... - na, mit 70 höre ich wohl auf zu wirtschaften. Von Flächen wie diesen werde ich keine Erträge haben. Nur Kosten." Er zuckt mit den Schultern. "Aber ich habe natürlich auch Abteilungen mit älterem Holz. Das ernte ich, und einen Teil der Einkünfte investiere ich in Aufforstungen wie diese."

Wie aus dem BWL-Lehrbuch klingt das und spottet zugleich jeder betriebswirtschaftlichen Kalkulation. Denn eine Fichte braucht 80 Jahre, bis sie gutes Holz liefert. Eine Buche 120, eher 140 Jahre. Und eine Eiche 150, besser 200 Jahre. Eine zu Grimms und Goethes Zeiten gesetzte Eiche wäre also jetzt hiebreif - falls sie, zum Beispiel, den Notwinter 1946/47 überstanden hätte. Und die Buchen, die Kellinghusen derzeit pflanzt, dürfen den Klimawandel live und in Farbe miterleben.

Mit Bäumen Geld verdienen? In Zeiten der schnellen Rendite und Kredite wirkt das, als wollte jemand den Münchner Flughafen mit einer Dampflok ans Schienennetz anbinden statt mit dem Transrapid. Lange wurden die Waldbesitzer belächelt. "Wald" das klingt nicht nach dem stahlharten Gehäuse eines Max Weber oder den Computerlüftungen der Cyberbörsen, sondern nach Forsthausromantik. Es klingt nach 19. Jahrhundert.

Und doch, so manche Branche könnte davon lernen. Vorausschau. Nachhaltigkeit. Gelassenheit. Vertrauen auf ein ruhiges Wachstum. Solche Dinge.

"Forstwirtschaft bedeutet Holz schlagen und verkaufen", sagt der studierte Landwirt Kellinghusen, "aber zugleich auch langfristig denken und Holz wachsen lassen. Für gute Erträge später, na, zum Teil eben viel später. Und derzeit lohnt es sich, Holz zu verkaufen." Denn die Zeit ist vorbei, als die größte private Waldbesitzerin des Landes die Holzpreise als "beschissen" verfluchte und vermutlich gut ein Zehntel ihrer 28 000 Hektar Wald verkaufte.

Das war im Jahre 2004. Gloria von Thurn und Taxis hätte besser doch einige Jahre gewartet.

"Große Aufbruchstimmung" in der Branche konstatiert Carsten Leßner vom Deutschen Forstwirtschaftsrat (DFWR): "Die Gesellschaft hat den Wald wiederentdeckt." Denn ob Furnierstämme, Nadelschnittholz, Pellets, Brennholz oder Papier: Die Preisindizes, seit Ende der achtziger Jahre im steten Sinkflug, zeigen seit 2004 steil nach oben. Der Preis für Industrieholz hat sich seither verdoppelt. Als wären es Streichhölzer, werden selbst mehrere Millionen zusätzlicher Bäume, umgeworfen von Stürmen wie 2007 im Sauerland, weggesägt von den neuen Großsägewerken und aufgesaugt vom Markt.

Der Wald wird mächtig unterschätzt: Am Holz hängen 1,3 Millionen Jobs

Der Bedarf ist enorm: massiv erhöhte Öl- und Gaspreise und neue Biomasse-Kraftwerke, das wiederbelebte Baugewerbe und deutsche Mach-dein-Ding-Hobbyschreiner, die Konstruktionswut chinesischer Stadtplaner und der Druckwahn im angeblich papierlosen Büro - das alles sorgte für Nachfragewellen, die sich überlagerten und schnell hoch auftürmten. Sehr ungewöhnlich in einer Branche, die jahrzehntelang gejammert hat und in Jahrzehnten zu planen gewohnt ist. "Der Markt ist zum Teil überhitzt", sagt DFWR-Mann Leßner.

Hilmar Kellinghusen ist das sehr recht. Er steht jetzt im Großholz, einem Wald wie eine Kathedrale: Säulengleich stehen Buchen ringsumher, alle um die hundert Jahre alt und hochgewachsen - selbst wie derzeit unbelaubt ein majestätischer Anblick. Buche brennt lange und gut, da nimmt Kellinghusen 20 bis 25 Euro je Kubikmeter Brennholz. Mit der Motorsäge schneiden drei Selbstwerber, private Holzkäufer, einen Keil aus dem Fuß einer Buche. Das Echo ihres Niederrauschens zickzackt einen halben Kilometer durch die Kathedrale.

Kellinghusen lauscht aber nicht; er schaut an einer Buchensäule empor und rechnet: "Bis zur Astgabel da oben ist das Holz schier. Das ist ein schönes Stück ohne Äste, zwölf, vielleicht 14 Meter lang. Dafür bekommen Sie schon gutes Geld. Hundert Euro für den Festmeter kann man da nehmen." Für eine Eiche auch das Doppelte. Und für einen schönen Bergahorn zahlen Furnierwerke bei Auktionen gern 7000 Euro je Kubikmeter Holz ("Festmeter").

Obwohl Holz uns täglich umgibt und fast der einzige Rohstoff ist, über den Deutschland massenhaft verfügt, wird jener Wirtschaftszweig kaum wahrgenommen, der ihn gewinnt und formt. Dabei hängen laut einer Studie der Universität Münster 1,3 Millionen Arbeitsplätze am Holz: Förster und Waldarbeiter, Sägewerker und Tischler, Menschen in Bau- und Möbelmärkten, Papiererzeuger und Drucker, Ofenhersteller und Pelletproduzenten. Sie alle erwirtschaften gut fünf Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes. Umsatz: mehr als 180 Milliarden Euro im Jahr. Zugleich ist Deutschland der europäische Waldmeister.

3 380 602 000 Kubikmeter Holz wachsen laut Bundeswaldinventur hierzulande, mehr als selbst in Schweden oder Finnland, obwohl dort doppelt so viel Fläche bewaldet ist. Angenommen, ein mächtiger Gott rodete diesen Holzvorrat komplett, schälte und hobelte die Stämme, fügte sie zu einem mächtigen Kantholz zusammen und legte das eine Ende in Berlin ab: Der Balken wäre 100 Meter hoch, 100 Meter breit und würde Reichstag und Kanzleramt überragen. Das andere Ende könnte der Gott dann in Cuxhaven ablegen. Der Balken würde im Hamburger Hafen die Köhlbrandbrücke verschatten und auf der Elbe die Containerriesen. Er wäre 338 Kilometer lang. Und mit einem Hieb zu Stäbchen zerkleinert, könnte man von dem Balken ganz Deutschland mit zentimeterdickem Parkettboden auslegen.

Das ist die Statistik.

Mit dem Bild vom Mega-Balken und vom Deutschland-Parkett kann Hilmar Kellinghusen natürlich nichts anfangen. Er ist ein nüchtern denkender Mann und hält sich an sein Forstbetriebswerk, den Zehnjahresplan für seinen Wald. Denn nur das Berechenbare kann man machen.

Vielleicht ist das einer der Anstöße, die die Holzwirtschaft liefern kann: langfristig zu denken. Die Rente wäre dann schon Anfang der neunziger Jahre mit Wagemut auf das Schweizer System umgestellt worden. Manager würden über die Quartalszahlen hinaus eine Vision entwickeln. Banken prüften Aktienfonds auf nachhaltiges Wirtschaften. "Ich halte die Fixierung auf die Quartalsberichte und die immer kürzer befristeten Arbeitsverträge für eine institutionalisierte Katastrophe, weil sie die Menschen zum kurzfristigen Denken zwingen", sagt Michael Prinz zu Salm-Salm. "Wenn ein Manager heute nur noch einen Jahresvertrag bekommt, würde er ja gegen seine eigenen Interessen arbeiten, dächte er an Nachhaltigkeit." Seit dem Jahr 1170 bewirtschaften die Salm-Salms ihren Wald.

Allerdings: Es gibt Dinge, die kann man nicht berechnen. "Letztlich", sagt Kellinghusen, "haben wir alle zwei, drei Jahre einen Sturm. Das erfordert dann außerplanmäßige Maßnahmen." So wie nach Kyrill.

Der Januar-Orkan 2007 mähte allein in Nordrhein-Westfalen 25 Millionen Bäume um. So viel werden dort sonst in zehn Jahren geschlagen. Bis Juli 2008 wird das Aufräumen andauern. Auch bei Hilmar Kellinghusen gab es "Windwurf", doch er winkt ab: "Im Vergleich zum Sauerland fand Kyrill hier kaum statt." Natürlich fielen auch bei ihm die Fichten. Die wurzeln flach und bieten den Winden viel Angriffsfläche, denn sie tragen auch winters ihr volles Kleid. Aber Picea abies ist die Holzlieferantin Deutschlands, schnell wachsend in geraden Stämmen.

Einige Fichten also warf der Sturm in Tilsmaas um, aber auch ein komplettes kleines Wäldchen in Mosche, das Kellinghusens Vater erst 1972 aufgeforstet hatte. "35-jährige Stämme zu verkaufen, das ist wie halbfette Schweine schlachten", sagt der Gutsherr. Er jammert nicht über das eigene Pech. Ob Brand, Sturm, der sechszähnige Fichtenborkenkäfer, vulgo "Kupferstecher", oder das Salz, das der Nordseewind herüberträgt und die westlichen Waldränder braun nagt: Kellinghusen ist das gewohnt. "Was soll ich mich beklagen darüber? Das ist eben ein Naturprodukt."

Vielleicht ist dies eine zweite Lehre: die Ruhe bewahren in Krisenzeiten. Rückschläge akzeptieren. Schulterzucken. Weitermachen. Lächeln. Deutschlandweit gehört Hilmar Kellinghusen zum Mittelstand unter den Holzherren, im Landstrich Schwansen ist er der Größte. "Viele hier haben nur eine kleine Parzelle Wald", sagt er. Auch das ist typisch: Im Durchschnitt besitzt jeder der zwei Millionen Waldeigner in Deutschland gerade einmal 2,4 Hektar - vier Fußballfelder voller Bäume. Ihr Splitterwald wächst so vor sich hin. Genug für einen Spaziergang, zu wenig zum Wirtschaften. "Fast 60 Prozent der deutschen Holzvorräte wachsen dort", sagt Carsten Leßner vom Forstwirtschaftsrat, "ein enormes Potenzial."

Einige Baumstümpfe in Großholz glänzen warmbraun in der Sonne, Späne leuchten auf dem Laub. "Das waren Randbäume", sagt Hilmar Kellinghusen, "die gehen auch ins Brennholz. Die haben zu viele Äste, um einen geraden, schieren Stamm zu liefern. Die nehmen wir heraus und lassen die guten Buchen stehen."

Herausnehmen heißt fällen. Mancher Käufer fährt selbst mit Auto und Anhänger in den Wald, macht sich einen schönen Tag mit der Motorsäge und zahlt dem Waldbesitzer einige Euro dafür. "Für einige ist das besser als der Fitnessclub", sagt Kellinghusen. Doch wenn er selbst Holz machen lässt, bestellt er den Harvester, eine Art Leatherman auf sechs Rädern. Seit Beginn der neunziger Jahre hat sich das Multifunktionswerkzeug in den Wäldern der Welt massiv ausgebreitet. Spaziergänger sind von ihm derart beeindruckt, dass sie ihre Aufnahmen in Internet-Portalen wie Youtube und Myvideo einstellen.

Rollt auf dem Weg heran, greift mit seinem Arm acht Meter in den Wald hinein und fixiert den Stamm, sägt, entastet, zerteilt in gleiche Stücke, zieht auf die Rückegasse, stapelt. Pro Baum eine Minute. Der Harvester ist ein Hochgeschwindigkeits-Killer mit kurzen, präzisen Bewegungen. "Die Maschine ersetzt eine Handvoll Männer", sagt Kellinghusen. Zugleich aber schont sie den Wald und verringert die Gefahren für die Arbeiter - gerade nach Sturmschäden, wenn lange Fichten übereinanderliegen wie ein riesiges Mikado. Wenn sie dann gesägt werden, entladen sich enorme Spannungskräfte.

Auch Lutz Fähser lichtet die Fichten mit dem Harvester. Doch dem Forstamtsleiter schwebt ein anderer Wald vor, einer, in dem die Fichte keine Rolle mehr spielt. Deshalb lässt er seine 5000 Hektar einfach wachsen.

Der Mann ist kein Öko-Dogmatiker. Forst- und Betriebswirt Fähser kann rechnen, die ganze Wucht der Betriebswirtschaft bringt er ins Forstamt Lübeck ein. Eine seiner Rechnungen ist diese: "100 000 Pflanzen pro Hektar samen bei uns im Wald von selbst aus. Das Wild würde die jungen Triebe fressen, deshalb müssen wir zwei-, dreimal öfter jagen lassen als im klassischen Forst. Wenn Sie eigenhändig pflanzen, schaffen Sie vielleicht 5000 bis 10 000 Bäume und müssen die gegen Verbiss auch noch einzäunen. Gerade diese Anfangskosten sind horrend. Rechnen Sie mal die Verzinsung für eine Eiche oder Buche, also auf 150, 200 Jahre! "

Eine andere Rechnung Fähsers geht so: "Willst du deinen Wald vernichten, pflanze Fichten, Fichten, Fichten." Lutz Fähser lacht. Wer den Spruch gedichtet hat, weiß er nicht. Neu ist er jedenfalls nicht, der Spruch, in der Forstwirtschaft kennt ihn jeder. Und doch werden noch immer junge Fichten gepflanzt und von Landesregierungen bezuschusst wie derzeit in Nordrhein-Westfalen. Jeder vierte Baum in Deutschlands Wäldern ist eine Fichte; rein statistisch, denn in Wirklichkeit stehen die Bäume in riesigen Monokulturen. Doch ob Vivian oder Wiebke, ob Lothar oder Kyrill: Kaum bläst ein Orkan, verursacht er ein Fichten-Mikado. " Jede zweite Fichte erreicht das Alter nicht, in dem sie hiebreif wäre", sagt Fähser. "Nach dem Personal stellen solche Risiken in der Forstwirtschaft den zweitgrößten Ausgabenposten."

Da sind sie wieder, Kellinghusens "halbfette Schweine".

Jeder möchte gern einen Parkettfußboden. Doch Bäume sollen dafür nicht gesägt werden

Fähser baut daher seit 1994 den Lübecker Stadtwald um. Vielmehr: Er lässt ihn sich selbst umbauen. In dem dichten Wald setzten sich die heimischen und gesunden Bäume durch, so Fähser. Dabei stelle die Natur alles von selbst bereit: "Das Licht und die Biologie des Bodens, der wichtigste Faktor der Urproduktion, sind nicht zu bezahlende Leistungen. Die können wir fördern. Und das Tolle ist: Der Output entspricht unseren Wirtschaftserwartungen - das Holz ist gerade, ohne Äste und gesund genug, um eine bestimmte Stärke zu erreichen." Dogmatisch geht es aber nicht zu im Lübecker Stadtwald: "Wenn ein schiefer, krummer, fauler Baum einen anderen bedroht, fällen wir den auch."

Die wichtigste Botschaft, die von Lübeck ausgeht: Stadt und Wald sind nicht bloß Vorreiter der Ökowald-Bewegung, und Uhu, Seeadler und Schwarzstorch brüten dort wieder - sondern die "naturnahe Waldnutzung" rechnet sich auch. "Es ist ausdrücklich ein wirtschaftstheoretisches Konzept", sagt Fähser. "Die Ökonomie muss stimmen. Nur so überzeugt man die Leute." Dabei stützt er sich auch auf eine Wirtschaftlichkeitsstudie, die seine Holzerträge in den kommenden 40 Jahren simuliert und mit anderen Anbaumethoden vergleicht. Nicht bloß "Ökotest", auch das "Handelsblatt" schaute kritisch auf die Studie; beide Blätter befanden, sie sei profund gemacht.

Das Papier verglich die Erträge in Brandenburg (klassischer Kahlschlag im Altersklassenwald), in Niedersachsen (Kahlschläge vermeiden, natürliche Baumverjüngung) und in Lübeck (naturnahe Waldnutzung). Das Ergebnis: Um die Jahrtausendwende lag Brandenburg noch vorn - 131 D-Mark erzielte das Land jährlich je Hektar, umgerechnet 67 Euro; Niedersachsen und Lübeck kamen nur auf je 55 Euro. In gut 30 Jahren aber soll die Bilanz ganz anders aussehen. Brandenburg werde dann gerade noch 53 Euro einnehmen, so die Studie, Niedersachsen immerhin 62 Euro - und der Stadtwald 106 Euro.

"Unser Wald wächst ins Geld hinein", sagt Fähser. "Derzeit ist unsere Holzmasse noch geringer als im klassischen Forst, aber das ändert sich. Und wenn der Vorrat erst mal aufgebaut ist, werden wir doppelt so viel Ertrag ernten, und das dauerhaft." Schon vergangenes Jahr hat seine Behörde 200 000 Euro für die Stadt erwirtschaftet: Jagden verpachtet, Wildbret verkauft und 17 000 Kubikmeter Holz geschlagen. Es wird mehr werden. Und selbst mit 63 Jahren hat Fähser gute Chancen, das noch zu erleben wenn auch wohl nicht mehr im Amt.

Doch ob Ökowald oder nicht: Holz gilt zwar als warmer Baustoff, das Fällen der Bäume dagegen als kalter Akt. "Wir nennen dies das Schlachthaus-Paradox", sagt Michael Suda, Professor für Forstpolitik an der TU München. "Das Rind auf der Weide und das Steak auf dem Teller werden als positiv bewertet, das Schlachten dazwischen aber ruft negative Assoziationen hervor." Dieselbe Akzeptanzlücke sei auch bei der Nutzfunktion des Waldes zu beobachten: "Jeder möchte zwar einen Parkettfußboden. Bäume sollen aber bitte nicht fallen dafür."

"Mein Freund, der Baum, ist tot, er fiel im frühen Morgenrot", sang schon in den sechziger Jahren Alexandra und zielte auf die Unwirtlichkeit der Städte und des gepflasterten Strandes. Da war er wieder, der Deutsche und sein inniges Verhältnis zum Wald. Noch heute lächeln die Mittelmeer-Anrainer darüber. Die hatten ihren Holzvorrat bereits in Städte und Schiffe und Schilde und Speere verbaut und in Thermalbädern verheizt, als Hermann der Cherusker noch durch den Teutoburger Wald schlich. Germanien war ein Wald, wild, dunkel und gefährlich.

Doch im Mittelalter wollen es auch die Deutschen licht. Sie roden Wälder, denn sie benötigen Feuerholz, Ackerfläche, Häuser und Hansekoggen, stützen Minen ab, schmelzen Erz, sieden Salz, verhütten Glas - alles mit Holz. Von Bayreuth bis Lüdenscheid: Viele deutsche Orte tragen diese Rodungen im Namen. Die Wälder Hilmar Kellinghusens sind umgeben von den Örtchen Langholz, Bockholz, Seeholz, Weiholz, Fellholz, Stromholz. Die Gemeinde heißt Holzdorf. Man ahnt, wie der Landstrich zwischen Flensburg und Kiel früher ausgesehen hat. Heute ist Schleswig-Holstein mit 10,3 Prozent das waldärmste unter den Bundesländern.

Waren ursprünglich 80 Prozent Deutschlands bewaldet, ist um 1400 die Waldfläche bereits auf gut 30 Prozent geschrumpft, etwa das heutige Maß. Allmählich wird die Ressource Holz knapp. 1713 ruft Hans Carl von Carlowitz dazu auf, "dem allenthalben und insgemein einreissenden Grossen Holz-Mangel" zu begegnen. Denn ohne Holz kein Bergbau, so der sächsische Oberberghauptmann. Und Bäume müssten so gepflanzt und gefällt werden, "daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe". In seiner "Anweisung zur Holzzucht für Förster" notiert Georg Ludwig Hartig: "Unter allen Bemühungen des Forstwirts ist wohl keine wichtiger und verdienstlicher, als die Nachzucht des Holzes, oder die Erziehung junger Wälder, weil dadurch die jährliche Holzabgabe wieder ersezt, und dem Wald eine ewige Dauer verschaft werden muss."

Das war 1791. Das Prinzip, nur so viel eines Systems zu verbrauchen, wie es regenerieren kann, in aller Politiker Munde seit dem Umweltgipfel von Rio 1992 als Sustainability: älter als 200 Jahre. "Wir gelten zu Recht als die Mutter der Nachhaltigkeit", sagt Michael Prinz zu Salm-Salm, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände. Noch heute schreiben Bundes- und Landeswaldgesetze den Besitzern vor, dass sie eine Abholzung ihres Waldes genehmigen lassen - und dann wieder aufforsten müssen.

Eine Klima-Anlage, die CO2 verbraucht? Wälder sind für die Umwelt Millionen wert

Deshalb wächst auch so viel Holz vor Deutschlands Hütten. Denn als Steinkohle die Stuben und Dampfmaschinen zu befeuern begann und künstlicher Dünger statt Waldstreu die Felder mit Mineralien versorgte - in jenem 19. Jahrhundert also forsteten die deutschen Förster ihren romantischen Wald auf. Und der Wald stand einfach schwarz und schwieg, wuchs und erholte sich. Das über 5000 Jahre währende Holzzeitalter ging zu Ende. Doch jetzt, da der Preis für ein Barrel Rohöl die 100-Dollar-Hürde immer mal wieder überspringt - beginnt es jetzt erneut?

Denn in Zeiten knapper Naturressourcen könnte der einzig nachwachsende Rohstoff Holz die Folgen fossiler Verbrennung mildern. Ein Hektar Wald speichert und säubert nicht bloß Wasser, filtert Feinstaub, verhindert Erosion. Er benötigt sogar zehn Tonnen Kohlendioxid pro Jahr zum Wachstum: Endlich mal ein Akteur, der CO2 verbraucht, statt es zu produzieren. Selbst wenn Holz verbrannt wird, setzt es nur jene Menge des Klimawärmgases frei, die es zuvor beim Wachsen einbaute.

Die BayernLB hat die Leistung dieser Klima-Anlage bereits anerkannt. Sie addierte ihren Papierverbrauch seit 2005, errechnete daraus die entsprechende CO2-Menge und kaufte zur Kompensation Emissionszertifikate über gut 30 000 Tonnen CO2. Bislang freilich haben Waldbesitzer nichts davon. Seit Langem fordern sie, aus dem Emissionshandel entlohnt zu werden. Bis zu 80 Millionen Euro, so der Deutsche Forstverein, wären die Zertifikate wert. Pro Jahr.

Doch das ökologische Argument gilt für die meisten Holzverbraucher allenfalls on top. Das form- und haltbare Material nützt und erfreut, und die Nachfrage steigt weiter massiv. Nicht obwohl, sondern gerade weil Wald langsam wächst, ist es hektisch geworden in der Branche. International haben sich in den vergangenen fünf Jahren die Preise für Holz und Zellstoff verdoppelt. Schon tauchen Spezialroboter in kanadische Stauseen ab, um Wälder abzuholzen, die vor Jahrzehnten geflutet wurden.

"China treibt den Holzpreis", titelte das "Handelsblatt". Denn dort will man nicht das Wachsen des Waldes hören, sondern produzieren: Möbel. Papier. Hochhäuser. Die Ungeduld in Fernost ist groß. Deutsches Bauholz ist dort beliebt, aber teuer. Und so werden für den chinesischen Markt Rundhölzer östlich des Urals gefällt, dass die Kettensäge glüht - eine Million Hektar Wald, vorerst. Ins olympische Areal verbauten Pekings Zimmerleute 800 000 Kubikmeter wunderbares Merbauholz, zu 80 Prozent illegal gefällt in Indonesien, kritisieren Naturschützer. Dass die Regierung in Peking seit zwei Jahren hölzerne Einweg-Essstäbchen besteuert, um die wenigen eigenen Wälder zu schonen, wirkt da wie ein kurioses Detail.

Bis 2015 soll der globale Bedarf an Industrieholz noch mal um zehn Prozent ansteigen. Die Holzwirtschaft entwickelt sich schneller als ein nachhaltig betreuter Wald. "Die Bäume wachsen schließlich nicht in den Himmel", sagt Carsten Leßner vom DFWR.

Joachim Hüttmann verfolgt daher ein anderes Holz-Modell. Ein schnelleres. Seine Favoriten heißen Inger, Tora und Tordis.

Sobald der erste Frost den Boden der Lüneburger Heide verhärtet, sitzt Hüttmann auf seinem 600-PS-Feldhäcksler. "Da versinkt die schwere Maschine nicht im Matsch. Ich muss jeden kalten Tag nutzen. Davon gibt es in Norddeutschland ja nur noch wenige." Frostzeit ist also Erntezeit, und wenn es der Tag vor Heiligabend ist. Vor ihm biegt ein Gestänge dreijährige Weiden nieder - und unter ihm rotiert ein fast zwei Meter großes Sägeblatt.

Im Sommer noch ein blickdichtes Blattgrün, stehen die Weiden jetzt nackt und bloß in langen Doppelreihen. Mit dem Laub ist ein Großteil der Nährstoffe auf den Boden zurückgefallen, Dünger für den Holzacker ist kaum nötig.

Zehn Zentimeter sind die Weidenstämme stark, Hüttmanns Eigenbau sägte sie beim ersten Feldversuch problemlos. "Bis 15 Zentimeter läuft das wie ein Uhrwerk", sagt er. Von Walzen ins Innere des Häckslers gezogen, zerraspelt eine Messertrommel die Bäumchen. Tonne um Tonne der daumengroßen Stückchen spuckt die Maschine in den parallel fahrenden Hänger.

Inger, Tora und Tordis sind also keine Ikea-Modelle, sondern Weidenzüchtungen. "Alles Salix-Sorten aus Südschweden", sagt Hüttmann während der Fahrt über seine Plantage bei Soltau. "In Deutschland zieht die noch keine Baumschule. Da sind uns die Schweden um 20, 30 Jahre voraus. Die pflanzen Weiden zum Heizen auf mehr als 20 000 Hektar."

Feldhölzer sind schon nach drei Jahren reif. Ein Eichenwald braucht Jahrhunderte

Was Hüttmanns Weiden von Kellinghusens Buchen, Eichen, selbst von Fichten und Kiefern unterscheidet, den vier häufigsten Baumsorten in deutschen Wäldern: Sie gedeihen fix, und fix werden sie geerntet. Ginge es nach Udo Mantau, Professor am Zentrum für Holzwirtschaft der Universität Hamburg, könnten Schnellwuchsplantagen in Deutschland schon viel weiter sein. Ihr Potenzial beziffert er auf zehn Millionen Kubikmeter Holzertrag im Jahr, doch "davon sind wir noch Lichtjahre entfernt".

Das Prinzip, Bäume wie Feldfrüchte anzupflanzen und den Holzacker nach wenigen Jahren abzuernten - es wird schon im mittelalterlichen Niederwald genutzt. "Kurzumtriebsplantage" und "Energieholz" klingen ungleich zeitgemäßer und dynamischer. Und diese Dynamik soll auch Chinas Holzhunger stillen. In der Provinz Guangxi hat der finnische Holzkonzern Stora Enso (Umsatz: 15 Milliarden Euro) gerade eine Eukalyptus-Plantage angelegt; schon in zehn Jahren werden die Bäume den Rohstoff für die Papierfabrik nebenan liefern. Der Maßstab: Das Areal ist doppelt so groß wie Hamburg, 160 000 Hektar.

Hüttmann hat nur 30 Hektar. "Das hier ist zwar Holz - aber kein Wald, sondern ein Feldgehölz", sagt er und deutet auf zwei Meter hohe Bäumchen: "Die haben wir erst im Mai 2007 gesteckt. Davor standen hier Zuckerrüben." Seine Landwirtschaft betreibt er weiter, ergänzt um das Zukunftsfeld Holz, in Eigenregie wie als Dienstleister für andere Bauern, die ebenfalls umsteigen.

Was er gelernt hat: Nicht konservieren - auf den Markt reagieren! "Lange waren Heizöl und Öl zu billig, um Energieholz anzubauen. Aber das", Hüttmanns Augen werden schmal vom Lächeln, "hat sich ja geändert." Es lebe das Holzzeitalter.

Vor drei Jahren hat er die ersten Weiden an die schmale Teerstraße zu seinem Hof gepflanzt. Sie standen acht Meter hoch, als der Energiewirt kurz vor Weihnachten mit dem Häcksler anrollte und aus ihnen die ersten 250 Schüttraummeter Hackschnitzel machte, etwa die Menge von 100 Festmetern Holz je Hektar. Einer seiner Abnehmer will Pellets daraus machen.

"Was CO2 angeht", sagt Joachim Hüttmann, "so könnte die Bilanz von Hackschnitzeln und Pellets besser nicht sein." Aus diesem Grund von der Bundesregierung bezuschusst, bollerten Ende 2007 in Deutschland um die 90 000 Pelletheizungen. 2000 waren es gerade einmal 3000. Ob Hackschnitzel, Pellets oder Kaminscheite: Bei der Holzwärme scheint sich jene Idealkombination aus Preisbewusstsein und reinem Klimagewissen fortzusetzen. Mit ihr trafen schon die Bio-Produkte der Discounter den Nerv der Zeit. Die grüne Welle rollt.

Hüttmanns Aufwand war anfangs groß: "Im ersten Jahr müssen Sie Weidenruten setzen, vor Unkraut schützen und so weiter. Mit 1800 Euro Kosten je Hektar müssen Sie da rechnen", sagt er. "Und Sie fahren ja dann drei Jahre lang keine Ernte ein. Für die meisten Landwirte ist das eine echte Umstellung. Die sind den Jahresrhythmus gewohnt." Drei Jahre, dann ist das Holz reif. Waldbesitzer wie Hilmar Kellinghusen lächeln da bloß müde.

"Drei Ernten müssen Sie schon machen, damit das Geld zurückfließt", fährt Hüttmann fort. "Insofern sollten Sie sichergehen, dass Sie das Land auf 20 Jahre gepachtet haben."

Das klingt schon mehr nach Wald. Langfristiger. "Das ist der große Vorteil: Nach dem ersten Jahr brauchen Sie sich kaum noch zu kümmern, Sie gewinnen Freiräume für anderes. Und beim Ernten bleiben die Wurzelstöcke einfach im Boden und schlagen bald wieder aus - sechs-, sieben-, achtmal." Das Holz für sich wachsen lassen. Dabei zuschauen. Zeit gewinnen. Auch das klingt nach Wald.

Auf Gut Maasleben. In der Eingangshalle Wildgeweihe, im Kaminzimmer Ahnen in Öl an den Wänden und ein Schreibtisch an der Fensterfront. Der Bildschirmschoner zeigt Hilmar Kellinghusen mit zwei Töchtern, zwei Söhnen und zwei Schneemännern.

Er sitzt im Wollpulli im tiefen Sessel, eine Forstkarte vor sich, Maßstab 1:10 000. "Das hier sind die Abteilungen meines Waldes. Die Farben zeigen die Baumarten, die Farbtönung das Alter der Bäume. Das blaue Eckchen hier ist Mosche." Die halbfetten Schweine. "Und die Abteilungen 3 bis 9 hier, das ist Großholz." Der Hallenwald mit den wunderbaren Buchen. "Hier steht leichte Durchforstung. Ob das in diesem Jahr geschieht oder im nächsten, ist nicht eilig." Es ist immer was zu tun. Hektisch wird es im Wald nur nach großem Sturm. Dann werden rasch die umgeworfenen Fichten geräumt, bevor sich Borkenkäferlarven einnisten.

Durch die hohen Fenster sieht man Kellinghusens roten Pickup auf dem Kiesrondell vor dem Gutshaus, und dann wird der Blick geführt: über den Hausgraben, durch eine Lindenallee die lange Auffahrt hinunter, vorüber an enormen Scheunendächern bis zur Einfahrt. Seit 1349 ist das Gut beurkundet. Seit 1794 ist hier die Leibeigenschaft abgeschafft. Seit 1871 ist es im Familienbesitz der Kellinghusens. Hilmar bewirtschaftet es in der vierten Generation, und jetzt ruft er " Ja-ha", als es schüchtern klopft.

Seine dreijährige Tochter kommt herein, drückt ihm stumm einen Teller selbst gebackener Waffeln in die Hand und geht wieder. Ullinka. "Der Name kommt in unserer Familiengeschichte öfter vor", sagt Kellinghusen. Ullinka fragt, ob er mit toben komme auf dem Dachboden. "Gleich", sagt Kellinghusen.

Mit jahrhundertealten Familienunternehmen, ob das nun ein Hosenknopf von Prym ist oder Sauerkraut von Kühne, verbinden sich Gründermut, langfristige Orientierung, soziale Verantwortung. Die Bäume, die Hilmar Kellinghusen gepflanzt hat, sie wachsen. Und die seines Vaters. Und seines Großvaters. Und seines Urgroßvaters, der als Hamburger Kaufmann das Gut erwarb. Die Familie derer zu Salm-Salm besitzen Wald seit mehr als 800 Jahren. Denkt Kellinghusen dynastisch?

"Eigentlich nicht. Ich ernte zwar, was mein Großvater gepflanzt hat oder mein Urgroßvater. Und ich werde nie ernten, was ich gepflanzt habe." Er nimmt eine von Ullinkas Waffeln. "Es ist natürlich einfacher, Wälder aufzuforsten, wenn man konkret vor Augen hat, wer einem nachfolgen wird. Aber ich überlege nicht bei jedem Baum: Ist der von meinem Vater gepflanzt?"

Bei keinem Baum?

"Mein Vater hat mir eine Zwillingseiche in Großholz gezeigt und gesagt: Das ist das Symbol für Schleswig-Holstein, die bleibt stehen", sagt Kellinghusen. "Dann haben wir eine Eiche mitten im Wald, die ist 300 Jahre, vielleicht älter. Die bleibt auch stehen." Er zuckt mit den Schultern. "Es sei denn, sie droht umzustürzen. Dann gefährdet sie Spaziergänger, und ich wäre dran."-