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Was unterscheidet Networker von Drückern?

", Ich sehe jedenfalls, dass ihr, seitdem ihr neben der Kassenpraxis aktiv seid, deutlich besser drauf seid. Was dabei auch immer den antidepressiven Effekt ausmacht: Dass es so ist, freut mich. Ich denke auch, dass das Kassensystem leicht mal unglücklich macht', so schrieb mein Haus-Psychologe, als ich ihn nach dem Unterschied fragte. Und ein anderer Freund, ein Banker, antwortete: , Die Frage ist, was Network-Marketing von klassischem Marketing unterscheidet (nämlich, dass du gar kein Marketing machst).'


Stimmt, ich bin Network-Marketer, war bisher im Hauptberuf Arzt - und bin inzwischen in der Lage, meine Kassenpraxis aufzugeben. Wie das geht?

Ich empfehle etwas, das ich selbst nutze, und erhalte daraus von den angeschlossenen Firmen, wie in einer Einkaufsgemeinschaft oder Genossenschaft, für jeden verursachten Umsatz aller Geschäftspartner im Nachhinein monatlich eine Provision, egal, wo und wann er stattfindet, vererbbar, unbefristet, unabhängig von meiner aktuellen Tätigkeit - auch im Urlaub, denn die Kunden kaufen auch ein, wenn ich in der Sonne liege. Anders als Drücker, die nach ihrem Verkauf verbrannte Erde hinterlassen, verdienen wir Networker Geld, indem wir Fragen stellen und die Wünsche unserer Kunden in den gemeinsamen Erfolg verwandeln.

Hierbei ist es ganz egal, ob ich für mich oder einen Geschäftspartner Bücher oder Nahrungsergänzungsmittel bestelle, ob ich ein Auto lease, Büromaterial, Medikamente, PCs und Elektronikartikel oder Leckereien besorge. Ich habe mal jemandem von der Möglichkeit erzählt, dass ich auch im Internet günstiger als einfacher Kunde einkaufen kann - und deshalb erhalte ich auf jeden Einkauf aller meiner Geschäftsfreunde und -Partner eine Umsatzprovision von bis zu 21 Prozent.

Meine Frau und ich haben unser persönliches Netzwerk vom ersten Geschäftspartner an selbst aufgebaut; diese Möglichkeit steht allen Menschen in Deutschland ab dem 18. Lebensjahr offen.

Es gibt aber einen Haken: Wir Networker haben keinen Chef und müssen lernen, uns selbst zu motivieren. Das ist der einzige. Im Network-Marketing ist die Sicherheit größer als die eines Angestellten: Wir können nie von allen Kunden sofort gekündigt werden. Wir und unsere Erben behalten den erwirtschafteten Umsatz auch nach Eintritt in den Ruhestand. Ich kann wirklich frei entscheiden, mit wem ich arbeiten will und mit wem nicht, und muss nicht jeden in meinen Laden lassen.

Network-Marketing gibt mir die Möglichkeit, mich über den Erfolg anderer zu freuen, selbst wenn sie erfolgreicher sind als ich, weil ich zumindest auch ein wenig davon profitiere. Es macht zurzeit nicht so richtig Spaß, in Deutschland Arzt zu sein. Network-Marketing ist definitiv lustiger! Deshalb mache ich es."

Ulrich Frick, Arzt, Lehrbeauftragter für Arbeitsmedizin Universität Hamburg, FB Chemie, Netzwerker www.frick-network.de

"Network-Marketing ist auch eine Form der Kundenintegration nach dem Motto: , Let the customer do your work.'

Der Kunde organisiert für das Unternehmen in Eigenverantwortung den Weiterverkauf des Produktes an die Endverbraucher. Er ist Käufer, Verkäufer und Berater zugleich und soll eine Vertrauensposition zu seinen Endkunden aufbauen, um damit als Knotenpunkt im Netzwerk den Endkunden langfristig zu binden. Bei der traditionellen Form des Network-Marketings muss man gelegentlich die Lupe nehmen, um den Unterschied zwischen Networkern und Drückern zu erkennen (manchmal erkennt man da auch gar nichts). In Zeiten des Social Networking könnte diese Vertriebs- und Empfehlungsvariante neue Qualitäten hervorbringen: Im Netz kann jeder zum Networker werden, als Empfehler oder Warner, ob das Unternehmen das will oder nicht. Ein guter Ratgeber spinnt gute Netzwerke mit spannenden Empfehlungen und hat so Erfolg als Anführer im Crowdsourcing.

Damit emanzipiert er sich vom strikt hierarchisch vertikal aufgebauten Vertrieb, der das traditionelle Network-Marketing bestimmt. Er wird Leader of the pack einer sogenannten Folksonomy.

Dieser Networker hat mit Drückern dann gar nichts mehr gemein."

Professor Miriam Meckel, Geschäftsführende Direktorin
Institut für Medien und Kommunikationsmanagement, Universität St. Gallen