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Warum müssen Marketingleute immer jung sein?

"Marketingleute müssen keineswegs immer jung sein!
Ich bin seit 30 Jahren an einem mittelständischen Bauunternehmen beteiligt. Unser wichtigster Marketingmann ist nun 74 Jahre und will jetzt leider in den Ruhestand gehen. Aufgrund seiner umfangreichen Erfahrungen und ausgesprochenen Kommunikationsfreude ist er insbesondere für unsere Privatkunden der gesuchte Ansprechpartner. Er baut schnell und verlässlich Vertrauen auf und macht damit diesen äußerst wichtigen Produktivfaktor für uns nutzbar. Und er versteht es ausgezeichnet, die individuellen Kundenwünsche insbesondere auch den jüngeren Mitarbeitern, die seine akquirierten Bauaufgaben umsetzen, zu vermitteln und deren Realisierung zu sichern.
Sein Slogan lautet: , Wir sind nicht billig, aber die Besten! ' Und jeder nimmt ihm dies sofort ab, nur sehr selten kommt er ohne einen neuen Auftrag in das Geschäft zurück.
Ähnliche Erfahrungen machen wir bei New Generation, einem gemeinnützigen Verein in Hamburg für Menschen über 50 mit annähernd 2000 Mitgliedern. Das Marketing hat ein Mitglied übernommen, das sein 70. Lebensjahr hinter sich hat. Er bringt seine gesamten Berufs- und Lebenserfahrungen ein; seine Marktanalysen sind fundiert und treffen genau die kritischen Punkte; seine Marketingstrategien und -maßnahmen sind durchdacht und erfolgreich.
Ältere sind vielleicht nicht ganz so schnell und nicht mehr so flexibel, gleichen diese vermeintlichen Defizite durch Erfahrungen und sicheres Können aber mehr als aus. Und etwas mehr abwägendes Nachdenken statt hektischer Schnellschüsse, etwas mehr heitere Gelassenheit und wissende Sicherheit statt verzehrendem Brennen kann auch im Marketing bestimmt nicht schaden. Wir haben in allen Lebensbereichen, insbesondere aber auch in den Kommunikationsbranchen, Arbeit stark verdichtet und extreme Schnelligkeit entwickelt. Angesagt ist nun Ent-Dichtung und Entschleunigung der Arbeit, mehr Zeit nehmen zum Nachdenken und zur Schaffung wirklich brauchbarer und nachhaltiger Lösungen. Wir haben den Geist verwirtschaftet und müssen ihn nun vorrangig entwickeln. Und auch das Marketing muss helfen, die Geistlosigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft zu überwinden."


Jürgen Hogeforster, Chairman Hanse-Parlament

"Dafür, dass die Marketingleute in den Unternehmen meistens junge Leute sind, gibt es mehrere Gründe. Ein Grund: Man glaubt, dass Marketingleute vor allem kreativ sein müssen und dass junge Leute besonders kreativ sind. In dieser Auffassung findet man sich durch die Beobachtung bestätigt, dass auch in den Werbeagenturen auffallend junge Leute arbeiten; und deren Aufgabe sei ja eben die Kreativität.Ein zweiter Grund:Marketing wird in vielen Unternehmen nicht so ernst genommen wie Forschung und Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Logistik, Personal und Finanzen. Deshalb glaubt man, junge Leute da ranlassen zu dürfen.Dass ihnen wegen ihrer Jugend einiges fehlt, gleicht man aus, indem man dem Marketingmanager keine Weisungsbefugnis gegenüber diesen anderen Bereichen erteilt. Selbst wenn Marketing als Unternehmensphilosophie ausgegeben wird.Ein dritter Grund:Marketing ist ein Bereich, in dem keine Gesetzmäßigkeiten zu herrschen scheinen. Alles ist möglich.Scheinbar ein ideales Revier für junge Leute, die sich lieber selbst verwirklichen möchten, als Regeln zu akzeptieren.Ein vierter Grund:Die meisten Unternehmen kaprizieren sich auf junge Zielgruppen. Und junge Leute wüssten halt am ehesten, wie man erfolgreich mit den Jungen kommuniziert. Sich auf die inzwischen interessant gewordenen älteren Kunden einzustellen wird deshalb auch als Herausforderung gesehen.Ob die Annahmen, die in diesen Begründungen aufscheinen, zutreffend sind, darf man aus Erfahrung bezweifeln.Deshalb müssen sie nicht unbedingt jung sein, die Marketingleute. Besser, sie wären alt genug für ihre schwierige Aufgabe."

Klaus Brandmeyer, Seniorpartner der Brandmeyer Markenberatung Hamburg
Laufkundschaft Kunden, die in einem Laden einkaufen, weil sie zufällig an ihm vorbeigekommen sind. Launch Das Herausbringen eines neuen Produktes auf den Markt. Marktanteil Mengenmäßig: prozentualer Anteil der Absatzmenge eines Unternehmens an der gesamten Absatzmenge einer Branche. Wertmäßig: prozentualer Anteil des Umsatzes eines Unternehmens an dem gesamten Umsatz einer Branche. Imagetransfer Transfer einer positiven emotionalen Einstellung auf ein Unternehmen bzw. dessen Produkte. Ein Imagetransfer kann beispielsweise durch einen Markentransfer oder das Sponsoring von Sportmannschaften (das Image der Sportmannschaft überträgt sich) erreicht werden. Markendehnung siehe Markentransfer Markentransfer Übertragung einer bereits etablierten Marke auf Produkte einer anderen Gattung mit dem Ziel, das Image der Marke an die Produkte weiterzugeben. Mystery Shopper Einkäufer, die verdeckt eingesetzt werden, um die Qualität der Kundenbetreuung oder der angebotenen Produkte zu beurteilen (zum Beispiel Testkäufer der Stiftung Warentest). High-Interest-Product Produkttyp, der für Käufer eine große Bedeutung hat (Beispiel: Auto). Placebo-Effekt In der Medizin: die unbewusste Reaktion auf einen nicht nachweisbaren Wirkstoff. Im Marketing: die unbewusste Reaktion auf ein Marketing-Instrument bei der Beurteilung der Qualität oder Wirkung eines Produktes. Beispiel: Ein teures Energy-Getränk kann aufgrund des Preises bei gleichen Inhaltsstoffen eine stärkere Wirkung beim Konsumenten hervorrufen als ein günstigeres Produkt. Sponsoring Finanzielle Zuwendungen eines Unternehmens an Personen, Personengruppen oder Organisationen. Als Gegenleistung verpflichten sich die Leistungsempfänger, direkt oder indirekt zum Erreichen der Marketingziele eines Unternehmens beizutragen. Streuverlust Im Marketing: Kosten, die entstehen, wenn die Marketingkampagne Personen erreicht, die sich außerhalb der Zielgruppe befinden. Virales Marketing Versuch, das Produkt und dessen Vorzüge durch Mundpropaganda bekannt zu machen. Beim Viralen Marketing wird der Kunde selbst zum Werbeträger, er gibt Informationen an andere potenzielle Käufer weiter. Manche Produkte sind so außergewöhnlich und attraktiv, dass ohne Zutun über sie gesprochen wird. Bei anderen muss mit einer außergewöhnlichen Aktion (beispielsweise ein ins Internet gestelltes Video) für Gesprächsstoff gesorgt werden. Virus-Marketing siehe Virales Marketing Zielgruppe Kreis von potenziellen Kunden.
Um Streuverluste zu vermeiden, werden die Marketing-Aktivitäten oftmals auf die ermittelte Zielgruppe beschränkt.