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Moderne Idioten

Roboter waren mal eine große Vision: Maschinen, die für uns arbeiten. Jetzt gibt es die ersten wirklich. Sie zeigen uns: Irren ist menschlich.




Asimo (Advanced Step in Innovative Mobility) von Honda

Typ: Humanoid. Asimo ist 130 Zentimeter hoch und läuft sechs Kilometer in der Stunde. Er ist der "schnellste Humanoid der Welt".

Vision: Seit 1986 tüfteln die Japaner an einem Humanoiden, der sich eigenständig wie ein Mensch bewegen kann.

Realität: Im Oktober 2007 ist der Prototyp in seine "dritte Evolutionsphase" (Honda) eingetreten. Er kann jetzt mit einer Person Hand in Hand gehen, Objekte entgegennehmen und einen Wagen schieben, Menschen erkennen und einfache Befehle ausführen. Intelligent ist Asimo nicht. Seine Bewegungen sind teilweise ferngesteuert. Honda hat der Universität Bielefeld zwei Asimos zur Verfügung gestellt. Das dafür eigens gegründete Forschungsinstitut bekam vom Land Nordrhein-Westfalen 1,1 Millionen Euro.

Markteinführung: in 10 bis 15 Jahren

Preis: auf Anfrage

Mindstorms NXT, Alpha Rex

Typ: Spielzeug

Vision/Realität: Mindstorms NXT gehört zur Serie Lego Mindstorms, einer Produktreihe, die auf programmierbaren Steinen, Sensoren, Teilen von Lego-Technik (Zahnräder, Achsen etc.) und Motoren basiert. Mindstorms NXT kann per Blue Tooth ferngesteuert werden. Der abgebildete Humanoid reagiert auf Kommandos und Berührung, er kann außerdem Helligkeiten unterscheiden. Er nimmt beim RoboCup (siehe Seite 102) in der Schülerliga teil.

Preis: 279 Euro

Roomba 560 von iRobot

Typ: Staubsauger. Roomba ist 33,5 Zentimeter breit und 9,5 Zentimeter hoch.

Vision/Realität: Die Vision ist Realität. Roomba ist eine Scheibe, die selbstständig Teppiche saugt. Seit 2002 verkauft die US-Firma iRobot das Modell, seit Oktober dieses Jahres auch in Deutschland. Ausgestattet mit Abstandssensoren und "automatischer Schmutzerkennung" (Hersteller-Aussage) reinigt Roomba den Teppich zweier mittelgroßer Zimmer mit kreisförmigen Bewegungen. Ist der Akku leer, kehrt Roomba selbstständig zur Ladestation zurück. Wenn sie es bis dorthin schafft. 2,5 Millionen US-Dollar hat iRobot bisher mit Roomba eingenommen.

Preis: 379 Euro

Papero R100 von NEC

Typ: Kommunikations-Roboter auf Rädern. Papero ist 39 Zentimeter hoch und rollt bis zu 1,20 Meter in der Minute, also 72 Meter in der Stunde.

Vision: Seit 1997 arbeiten die Forscher von N EC an einem Roboter, der ein echtes Familienmitglied sein soll. Den Japanern schwebt sogar die Schaffung einer "Roboter-Kultur" vor: Menschen sollen sich daran gewöhnen, Roboter wie Personen zu behandeln.

Realität: Papero hat 650 Wörter gespeichert, kann bis zu zehn Gesichter erkennen und kommt auf ein Handzeichen angerollt. Mit integriertem Internetanschluss und Sprachmodul kann er den aktuellen Wetterbericht aufsagen und an einen Regenschirm erinnern. Papero ist eine mobile Internetplattform, hat aber keinen Greifarm, um Arbeiten zu verrichten. Dafür dient er der allgemeinen Belustigung: Er kann nämlich tanzen.

Markteinführung: in fünf Jahren

Preis: etwa 1000 Euro

James

Typ: Computer auf Rädern mit externem Greifarm

Vision: James ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes der TU Wien im Auftrag der Europäischen Kommission. James soll in Zukunft älteren und pflegebedürftigen Menschen zur Hand gehen, zum Beispiel ihre Wohnung aufräumen oder den Tisch decken.

Realität: Über ein Display werden Ziele wie Wohnzimmer oder Küche eingegeben. James rollt dann dorthin. Der Greifarm ist noch nicht Bestandteil von James, er wird zurzeit im Labor getestet. James ist Teil des EU-Forschungsprojektes robots@home. Bisher flossen 3,2 Millionen Euro Forschungsmittel in seine Entwicklung. Sechs Elektroingenieure, Maschinenbauer und Informatiker sind ständig mit seiner Weiterentwicklung beschäftigt.

Markteinführung: ungewiss

Preis: unbekannt

Care-O-bot II

Typ: Haushaltsroboter auf Rädern. Care-O-bot II ist 1,48 Meter hoch und mit einem Greifarm sowie einem Serviertablett ausgestattet.

Vision: Care-O-bot I I ist ein Forschungsprojekt des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung. 1998 wurde der erste Prototyp vorgestellt. Auf lange Sicht soll er pflegebedürftigen Menschen zuhause helfen und Pflegepersonal ersetzen.

Realität: Bisher kann Care-O-bot im Zeitlupentempo eine Flasche greifen und reichen. Über ein Touchscreen kann der Benutzer den Roboter einfache Hol- und Bringdienste ausführen lassen. Im Jahr 2008 soll das Nachfolger-Modell Care-O-bot III vorgestellt werden. In die Entwicklung wurden mehrere Millionen Euro vom Fraunhofer Institut und aus der Industrie (z. B. Siemens) investiert.

Markteinführung: in 10 bis 15 Jahren

Preis: mehrere Tausend Euro

Bruno (Universität Darmstadt) und Robotinho (Universität Freiburg)

Typ: Humanoid. Alle Roboter werden fürs Fußballspielen entwickelt.

Vision: 2050 sollen Bruno und seine Mannschaft die Fußball-WM gegen menschliche Profis gewinnen.

Realität: Bruno und seine Mitspieler erkennen mithilfe eingebauter Kameras den Ball und kicken ihn selbstständig Richtung Tor. Bruno kann auch jubeln. Das Problem: Die Roboter müssen schnell laufen, dürfen aber nicht umfallen. Die Humanoiden gehören zu RoboCup, einer internationalen Forschungs-Initiative Tausender Wissenschaftler aus 40 Ländern, die seit 1997 jedes Jahr ihre Humanoiden bei einem Fußballwettbewerb gegeneinander antreten lassen. Ein Wettbewerb der Forschung.

Markteinführung: Alle Roboter dienen Forschungszwecken und sind nicht für die Massenproduktion gedacht.