Pass gut auf dich auf

Viel Arbeit kann glücklich machen. Zu viel Arbeit kann krank machen. Der Unterschied liegt nicht unbedingt in der Zahl der Arbeitsstunden.




"Der Mensch ist Mittelpunkt."
(Lieblingsphrase eines Chefs)


"Der Mensch ist Mittel. Punkt."
(Lieblingsstoßseufzer seines Angestellten)

- Daniel Klein arbeitet seit zehn Jahren als Manager bei einem großen Finanzdienstleiter in Süddeutschland. Er bewegt dreistellige Millionenbeträge und ist in den vergangenen Jahren die Karriereleiter steil nach oben gestiegen. Dafür hat er oft 70 Stunden in der Woche gearbeitet und erst abends gemerkt, dass er den ganzen Tag nichts gegessen oder getrunken hatte.

Sein Leben war nur noch auf einen Punkt fixiert: "Ich habe Geld verdient wie noch nie in meinem Leben. Mein Kick war, dass ich die höchste Jahresgratifikation in der ganzen Firma bekommen habe. Ich habe mich nur noch über Erfolg und Euro definiert. Später haben mir enge Freunde erzählt, dass sich meine privaten Gespräche fast nur noch um Geld gedreht hätten."

Viel mehr gab es auch nicht in seinem Leben. "Ich kam immer vor acht Uhr ins Büro und blieb bis zehn oder elf Uhr abends. Ich habe das Privatleben immer mehr zurückgeschraubt, ich bekam nur noch durch die Arbeit Bestätigung. Alles, was nicht perfekt funktioniert hat, war für mich ein Drama. Nachts wachte ich schweißgebadet auf. Neben dem Bett hatte ich einen Notizblock liegen, falls mir etwas einfällt, was ich noch erledigen muss."

Daniel Klein heißt in Wirklichkeit anders, er möchte seine Geschichte nicht mit seinem echten Namen veröffentlicht sehen. In seinem Unternehmen kann er nicht auf viel Verständnis hoffen. Als er sich vor zwei Jahren nach einem Zusammenbruch krankschreiben ließ, sagte sein Vorgesetzter nach 14 Tagen am Telefon: "Wir brauchen hier im Unternehmen auf den Führungspositionen Menschen, die problemlos funktionieren."

Doch der Manager ließ sich nicht beirren. Nachdem er realisiert hatte, dass er kein körperliches, sondern ein seelisches Problem hat, kümmerte er sich um eine Kur und ging für mehrere Wochen in eine Klinik. Dort war er mit sich selbst und seinen Gefühlen konfrontiert. Zu verstehen, dass er Hilfe brauchte, war nicht einfach. Zunächst wollte Daniel Klein seine Krankheit wie ein Projekt im Unternehmen managen: zügig, effizient, zielorientiert. Dem Chefarzt der Klinik erklärte er, dass die Abläufe in seinem Haus nicht effektiv seien. In der Gruppentherapie warf er der Therapeutin vor, dass sie kein Flipchart habe und das Gespräch nicht zielführend sei. Doch als er ein Bild malen sollte, machte er eine erschreckende Erfahrung: "Ich wusste nicht, was ich malen sollte. Ich sah überhaupt keine Bilder mehr. Ich war innerlich leer."

Wenn Daniel Klein heute über diese Zeit in seinem Leben spricht, wundert er sich über die Gewalt, die er sich über Jahre hinweg angetan hat. Heute arbeitet der Manager in der gleichen Position wie früher. Er ist etwa 50 Stunden in der Woche im Büro und liebt seine Arbeit nicht nur, weil er am Jahresende immer noch schöne Prämien auf dem Gehaltskonto hat. Er hat gelernt, schnell und klar Entscheidungen zu treffen, strukturiert zu arbeiten und seine Zeit effizient zu nutzen. Er macht Pausen und delegiert Aufgaben. Kurz: Er geht mit sich selbst gut um - und auch mit seinen Mitarbeitern. "Ich war vor der Klinik ein schlechterer Vorgesetzter als heute. Meine Mitarbeiter haben ganz schön unter mir gelitten, das haben sie mir später anvertraut." Jetzt hat er mit ihnen ausgemacht, dass sie ihm Bescheid sagen, wenn er wieder in Aktionismus verfällt.

Kleins Geschichte ist extrem, aber nicht selten. Die Krankenkassen beobachten seit Jahren, dass Krankschreibungen und Frühverrentungen wegen psychischer Erkrankungen massiv zunehmen. Nach einer Erhebung der DAK ist die "Zahl der Erkrankungsfälle" aus diesen Gründen zwischen 1997 und 2004 um 70 Prozent gestiegen. Fachleute schätzen, "dass psychische Erkrankungen bis zum Jahre 2020 die zweithäufigste Ursache für Arbeitsausfälle und verminderte Arbeitsfähigkeit sein werden".

Das hat viele Ursachen: vom wachsenden Problembewusstsein bei den Menschen und ihren Ärzten bis zu Veränderungen in der Arbeitswelt. "Die Angst um den Arbeitsplatz, die massiv zunehmende Arbeitsbelastung, der Verlust der Mitarbeitersolidarität sowie die Angst, unter steigendem Leistungsdruck zu versagen oder krank zu werden", hält Professor Iver Hand von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg für "die wichtigsten arbeitsbedingten Faktoren für die Genese psychischer Erkrankungen".

Vor allem der Burnout, die Erschöpfungsdepression, wie sie Daniel Klein hatte, ist zu einem großen Problem geworden. Dabei sind nicht nur hohe Anforderungen am Arbeitsplatz das Problem, sagt Götz Mundle, Ärztlicher Direktor der auf Burnout-Patienten und Suchtkranke spezialisierten Oberbergkliniken. "Oft führt die Kombination aus hohen Anforderungen und einem Mangel an Möglichkeiten, den Wechsel von Belastung und Entspannung selbst zu steuern, zum Burnout. Man muss entscheiden können: Wann bin ich gefordert, wann bin ich überfordert?"

Doch das kann nicht jeder. "Die Kompetenz, auf die eigenen Gefühle zu achten, geht mehr und mehr verloren, erst recht bei sehr leistungsorientierten Menschen, für die vor allem Fakten und Daten zählen", beobachtet Mundle. Dazu kommen Veränderungen in den Unternehmen, die dem Einzelnen mehr Freiheiten, aber auch mehr Verantwortung bringen. Das ist nicht für alle angenehm. Mundle: "Die wachsende Eigenverantwortlichkeit kann Menschen überfordern. In der alten Industriegesellschaft waren die Regeln und Grenzen klar. Das hat Halt gegeben." Doch gerade das, was angesichts komplexer werdender Arbeits- und Lebenswelten immer notwendiger gebraucht wird, haben viele in der Leistungskonkurrenz verloren: Selbstwahrnehmung, die Fähigkeit, auf die eigenen Gefühle zu achten.

Birgid Puhl weiß nicht genau, wie viele Stunden sie in der Woche arbeitet. Viele jedenfalls. Die Hamburger Ärztin hat seit drei Jahren eine eigene Praxis, außerdem arbeitet sie auf einer halben Stelle in der Notaufnahme der Asklepios Klinik Altona. Das Klientel dort ist nicht immer pflegeleicht, Betrunkene und Verwahrloste sind nicht selten, höfliche Umgangsformen nicht die Regel. Zu dieser Doppelbelastung kommen ihre zwei kleinen Kinder, drei und fünf Jahre alt, "die haben im Augenblick erste Priorität". Birgid Puhls Tage sind durchgeplant, freie Zeit ist selten und kostbar. Aber die 41-Jährige klagt nicht. Sie tut, was sie will, und das weitgehend zu ihren Bedingungen.

Chinesische Medizin, Botox spritzen, Akupunktur, Leben retten - vier Facetten eines Arbeitslebens

Die schlecht bezahlte Arbeit im Krankenhaus macht Puhl, weil sie weiter lernen und ihre zweite Facharzt-Qualifikation abschließen will - Fachärztin für Anästhesie ist sie schon, jetzt will sie noch Allgemeinmedizinerin werden. In ihrer Praxis hat sie sich einerseits auf chinesische Medizin und Akupunktur spezialisiert, andererseits auf Schönheits-Medizin: Botox-Spritzen und Faltenbehandlung. Der ständige Belastungswechsel schütze sie vor dem Erstarren in der Routine des Immergleichen, sagt die Ärztin. In ihrem komplexen Lebensmodell gehört alles zusammen.

"Die Alternativmedizin kann ich in meiner Praxis nur anbieten, weil ich auch Botox-Spritzen gebe. Das kann ich sehr gut, und das zahlt mir die Miete. Die ruhige Arbeit in der Praxis ist das Gegenteil der Arbeit in der Notaufnahme, die sehr schnell und hektisch ist. Andererseits bin ich wesentlich ausgeglichener, seit ich auch in der Klinik arbeite. Dort wird man gefordert, die akute Hilfe ist unmittelbar notwendig. Mir hat auch die Zusammenarbeit mit Kollegen gefehlt, der Klinikablauf, der Umgang miteinander. Vollzeit in der Klinik zu arbeiten wäre mir aber zu viel. Ich mache das gern, aber in Maßen. Ich merke ganz gut, wenn ich mehr Zeit für mich brauche oder für die Familie."

Puhl genießt es, sich selbst wach zu halten. "Sobald ich das Gefühl habe, ich beherrsche etwas, zieht es mich weiter", sagt sie. "Mein Interesse an der Medizin ist zu groß, um bei einem Gebiet zu bleiben. Ich will immer mein Spektrum erweitern. Am Ende meiner Facharztausbildung hatte ich das Gefühl, ich arbeite und lebe in einem Gesundheitssystem, von dem ich eigentlich nicht weiß, wie es funktioniert. Damals kamen die ersten gesundheitsökonomischen Studiengänge auf. Da habe ich berufsbegleitend einen Kurs gemacht, immer Donnerstag bis Sonntag. Bezahlt habe ich den Kurs selbst. Aber ich habe nie daran gedacht, mit diesem neuen Wissen in eine Krankenhausverwaltung zu gehen oder für die Pharmaindustrie zu arbeiten, obwohl ich da ein Vielfaches verdienen könnte. Das Wissen macht mich selbstständiger."

Je länger man der Ärztin zuhört, desto stärker der Eindruck: Hier ist jemand bei sich selbst. Wer bei sich selbst ist, kann auch für andere da sein. "Ich möchte eine gute Ärztin sein", sagt Puhl. "Ich mache nichts, was ich medizinisch falsch finde oder nicht wirklich gut beherrsche. Wenn ich Chefärztin werden wollte, könnte ich mir diese Freiheit nicht leisten, dann müsste ich ganz anders agieren. Aber ich habe kein ehrgeiziges finanzielles Ziel."

Wie frustrierend die Arbeit als Arzt sein kann, beobachtet Puhl bei vielen Kollegen im Krankenhaus. "Die sind in ihrem Klinikalltag festgefahren. Sie klagen über Hierarchien und haben Angst, sich selbstständig zu machen. Aber wer unzufrieden ist und trotzdem nichts tut, unterdrückt sich letztlich selbst." Sie selbst habe dieses Problem nicht: "Ich bin durch die Arbeit sicher selbstbewusster geworden. Für mich ist der entscheidende Punkt nicht der Status, sondern die Sache an sich." Ein schöner Satz, der umgedreht präzise formuliert, weshalb viele Menschen unter ihrer Arbeit leiden: Wenn der Status zum entscheidenden Ziel wird, schrumpft die Arbeit zu einem Mittel zum Zweck, den nächsthöheren Status zu erreichen. Wenn dann irgendwann die fällige Beförderung ausbleibt, wird die Arbeit zur sinnlosen Quälerei. Dieses Muster charakterisiert viele Burnout-Verläufe, sagt der Burnout-Forscher Matthias Burisch: Typisch sind Frühverrentungen ehrgeiziger Aufsteiger, deren Karriere kurz vor oder nach dem 50. Geburtstag ins Stocken gerät - die innere Kündigung geht fließend in Resignation, Selbstaufgabe, Zynismus und innere Leere über. Burisch, Psychologie-Professor an der Universität Hamburg, hält wie Götz Mundle die Kunst der Selbstwahrnehmung für eine so notwendige wie unterschätzte Fähigkeit: "Dadurch dass die Selbstwertschätzung des modernen Menschen zu einem großen Teil auf Arbeit und Leistung fußt, fällt es dem Einzelnen schwer, sich ein Scheitern oder eine Überforderung in der Arbeit einzugestehen."

Wer morgens in Berlin und abends in Recklinghausen auf der Bühne steht, muss seinen Job lieben

Seit Jahren gibt Burisch im Auftrag von Arbeitgebern Workshops für Angestellte und berät große Unternehmen, von Konsumartikel-Herstellern bis zu Medienkonzernen. "Viele Unternehmen tun immer noch so, als gäbe es bei ihnen kein Problem mit psychischer Belastung, Erkrankung oder dem B-Wort. Dabei könnten sie mit dem Problem besser umgehen, wenn sie es enttabuisieren würden." Burisch sieht wie Götz Mundle den Kern des Problems nicht in der reinen Arbeitszeit. "Ob eine Arbeitsbelastung zu viel ist, hängt davon ab, mit welcher Gefühlslage Sie Ihre Arbeit machen. Für enorm viele Leute ist die Vorstellung, die Arbeit könnte Spaß machen, ein Witz. Die machen das, weil sie müssen." Und was ist gute Arbeit? "Gute Führung, genug Freiheitsgrade, Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln, Anerkennung, Fairness."

Das alles ist nicht die Regel. Eine Untersuchung im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales kam im vergangenen Jahr zu einem desillusionierenden Ergebnis: Nur 28 Prozent der Befragten arbeiten in einer kollegialen Atmosphäre und werden fair bezahlt - und auch sie leiden unter Über- oder Unterforderung und permanentem Zeitdruck. Wichtiger als Zeitdruck ist für Burisch aber der "Person-Environment-Fit", die Frage, ob Person und Tätigkeit zusammenpassen. "Der Karriere-Automatismus befördert Fachleute oft in Führungspositionen, die ihrem Naturell widersprechen. So eine mangelnde Passgenauigkeit zwischen Mensch und Stelle ist ein Klassiker. Die führt zuverlässig in Bur-nout-Zustände." Glücklich ist, wer Nein sagen kann, wenn der Ehrgeiz und die eigenen Bedürfnisse aufeinanderprallen. Auch wenn das bedeuten mag, dass das Leben vielleicht etwas unsicherer wird.

Was Birgid Puhl über ihre Kollegen im Krankenhaus sagt, erzählt der Schauspieler Wolfram Koch auch über einen Teil seiner an Theatern angestellten Kollegen: "Wenn Schauspieler, die fest im Ensemble sind, jammern und immer verbitterter werden, weil sie sich nicht gut besetzt fühlen oder nicht die Rollen kriegen, die sie gerne spielen würden, kann ich nur sagen: Dann müsst ihr die Kurve kratzen. Ich verstehe das Jammern nicht." Koch arbeitet freiberuflich, er wird für einzelne Produktionen engagiert. Es ist nach vielen Jahren in festen Engagements an großen Theatern in Berlin, Frankfurt und Bochum eine selbst gewählte Freiheit. Koch ist davon überzeugt, dass ihn diese Situation als Schauspieler wach und lebendig gehalten hat. "Ich entscheide mich für eine Rolle, ein Theater, einen Regisseur, und ich glaube, dass ich dadurch positiver in der Arbeit bin."

Wolfram Koch hat eine harte Spielzeit hinter sich. Er hat in den vergangenen zehn Monaten zwei Kinofilme gedreht und große Rollen in fünf Theater-Neuproduktionen gespielt - drei Premieren in Berlin, eine in Frankfurt am Main, eine bei den Ruhrfestspielen - dazu kamen Repertoirevorstellungen von Inszenierungen in Berlin und Hamburg. Während der Endproben von Samuel Becketts "Endspiel" am Deutschen Theater in Berlin hatte er abends bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen in der Titelrolle von "Torquato Tasso" Vorstellung. Er probte in Berlin von 10 bis 14 Uhr und stieg um 14.39 Uhr in den Zug. Die "Tasso"-Vorstellung dauerte bis 23 Uhr, morgens um kurz nach vier stieg Koch wieder in den Zug, um 10 Uhr war am Deutschen Theater in Berlin Probenbeginn. Und so ging es weiter: Proben, Zug, Vorstellung, ein paar Stunden Schlaf, Zug, Proben. Es war wahrscheinlich das härteste Jahr seiner Karriere. Und auch eines der glücklichsten. Zwei seiner Premieren, "Endspiel" und "Die Perser", waren enorme Erfolge, auch für ihn persönlich.

"Komischerweise bekomme ich durch diese extreme Form der Arbeit eher Energie, als dass es mir Kraft aussaugt", sagt Koch. "Ich kann das gut aushalten, weil ich auf jedes Projekt Lust hatte. Wenn es nicht Spaß machen würde, wenn die Arbeit eine Mühle wäre, wäre das Raubbau. Und wenn der Motor nicht heiß gelaufen wäre, hätten wir "Endspiel" nicht in vier Wochen Probenzeit geschafft." Dass ihn die viele Arbeit eher beflügelt als verbraucht hat, hat einen Grund: "Die Sachen, die ich mache, will ich auch machen. Ich habe dieses Jahr vier Produktionen abgesagt, auch welche, die lukrativer waren als das, was ich gemacht habe, weil ich mit bestimmten Regisseuren arbeiten wollte."

Die Freiheit hat ihren Preis. Koch verbringt unzählige Stunden im ICE. Er wohnt in Frankfurt am Main, spielt aber vor allem in Berlin und Hamburg; die Dreharbeiten zu seinem jüngsten Film fanden in Leipzig statt. Seine Familie sieht er zeitweise nur selten. Im Gegensatz zu seinen fest angestellten Kollegen bekommt er weder ein 13. Monatsgehalt noch eine Gage während der Sommerpause. Außerdem verlangt die Arbeit an den unterschiedlichen Theatern eine penible Planung. "Das Koordinieren ist der Hauptstress. Die Angst, eine Vorstellung zu verpassen oder zu vergessen, ist der Horror." Doch nach den Hochleistungs-Phasen besteht der Schauspieler auf eine geschützte Zeit zur Erholung. Seine sechs Wochen Sommer-Urlaub verteidigt er eisern. Weder Filmangebote noch die Salzburger Festspiele, die ihn immer wieder engagieren wollen, haben in dieser Zeit eine Chance.

Was krank macht, ist der Unterschied zwischen viel Arbeit und zu viel Arbeit. Und dieses "zu viel" ist nicht nur eine Frage der Arbeitszeit und der Arbeitsbelastung - es ist eine Frage der Umstände, unter denen Menschen arbeiten. Die Alternative zu zu viel Arbeit ist nicht wenig Arbeit, sondern: gute Arbeit. Arbeit, die nicht wehtut, sondern Kräfte freisetzt. Das Gegenteil von Burnout-Opfern sind nicht Müßiggänger, sondern Menschen, die mit ihrer Arbeit leben können.

Vor drei Jahrzehnten prägte Joseph Beuys den Satz: "Jeder Mensch ist ein Künstler." Die Umkehrung dieses Satzes ist noch viel wichtiger: Jeder Künstler, Manager, Angestellter, Mitarbeiter ist ein Mensch. -