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Ein Kaffeefarmer in Honduras

Monatlicher Verdienst und Grundkosten

Castejon erwirtschaftet umgerechnet etwa 1000 Euro im Monat. Davon muss er seine Arbeiter bezahlen: fünf Cowboys, die sich um die Rinder kümmern, zwei für die Pferde sowie Saisonkräfte, die Kaffee und Kardamom pflücken. Inklusive des Tierarztes gibt er so monatlich 520 Euro für Löhne aus. Kost und Logis sind für die Mitarbeiter frei. Sein Vater hat sogar einen Lehrer eingestellt, der die Kinder der Mitarbeiter kostenlos unterrichtet. Castejon wohnt im Haus der Familie mietfrei, für ein weiteres Haus in Copán Ruinas, einer kleinen Stadt 25 Kilometer von der Hacienda entfernt, zahlt er rund 200 Euro Miete. Hinzu kommen 170 Euro Raten für sein Auto und 100 Euro für Lebensmittel.




Wie und wie oft machen Sie Urlaub?

Ich arbeite jeden Tag, aber dafür nehme ich alle zwei Monate drei Tage frei und fahre weg. Dann tue ich nichts außer schlafen und essen. Das ist ein großes Privileg. Für die meisten Honduraner sind Ferien ein Fremdwort.

Was ist Ihr größtes Problem, und wie gehen Sie damit um?

Ich habe seit meinem Aufenthalt in den USA andere Vorstellungen von meinem Leben als die meisten Honduraner, einen anderen Horizont. Deshalb bleibe ich ein paar Mal in der Woche abends in Copán Ruinas, wo es berühmte Maya-Ruinen gibt. Da leben viele Ausländer, die Hotels oder Restaurants betreiben. Einige von ihnen sind meine besten Freunde.

Überall am Straßenrand liegen Plastikflaschen, Styroporverpackungen und Tüten. Seit wann hat Honduras ein Müllproblem?

Erst seit Fastfood populär ist. Früher gab es nur organische Abfälle. Die wurden vor die Tür geworfen, zusammengekehrt und angezündet. Das geht mit Plastik nicht. Aber das haben die Menschen noch nicht begriffen.

Honduras Einwohner: 7,3 Millionen
Währung: 1 Euro = 25 Lempira
BIP pro Kopf: 1150 Dollar
Human Development Index: Platz 117 (Deutschland Platz 21 von 177)
Aktuelle Durchschnittskosten 1 Liter Milch: 47 Cent
1 Liter Benzin: 65 Cent
DVD-Ausleihgebühr (Kinos gibt es nur in zwei Städten): 1,07 Euro