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Ein Bauer in Nepal

Dubanath Neupane, 33, ist Bauer. Weil er als ältester Sohn auch für seine acht Geschwister sorgt, hat er zwei Jobs: Die Hälfte des Jahres bestellt er mit seiner Frau Reisfelder, schlägt im Wald Holz für den Winter und versorgt die zwei Büffel in seiner Heimat Baijalpur, an der Grenze zu Indien. In der Touristensaison arbeitet er als Träger und Trekking-Führer in Pokhara, im Himalaya-Vorgebirge Nepals. Er hat einen achtjährigen Sohn.




Monatlicher Verdienst, Grundkosten, Altersvorsorge:

"Wenn ich viele Aufträge als Trekking-Führer bekomme, kann ich schon mal 95 Euro im Monat verdienen. Als Bauer verdiene ich nichts, weil wir alles brauchen, was wir anbauen. Meine Wohnung kostet 18 Euro im Monat, für Essen und Kleidung gebe ich 24 Euro aus, und die Gebühren für die private Schule meines Sohnes kosten mich 9 Euro. Den Rest spare ich. Steuern muss ich nicht zahlen, dafür habe ich auch keinerlei Altersvorsorge."

Was bedeutet Glück für Sie?

"Genug Aufträge zu bekommen, um jeden Tag zu arbeiten und im Gebirge unterwegs zu sein. Sonst muss ich Arbeit suchen."

Was möchten Sie in Ihrem Leben ändern?

"Ich muss unbedingt mehr Geld verdienen, damit mein Sohn studieren kann. Ich möchte, dass er Medizin studiert, weil es auf dem Land viel zu wenig Ärzte gibt. Manchmal sterben Menschen nach einem Schlangenbiss auf dem Weg zum Arzt, weil das nächste Krankenhaus zwei Stunden entfernt ist."

Was sind Ihre größten Probleme, und wie gehen Sie damit um?

"Das einzige wirkliche Problem ist, dass nie genug Geld da ist. Darum habe ich auch schon mal in Mumbai in Indien gearbeitet und später als Buchhändler in Pokhara. Dann bin ich Träger geworden, weil ich so mehr verdiene. Wenn aber auch im kommenden Jahr die Touristen ausbleiben, muss ich wohl nach Katar gehen, wo mein Cousin in einer Ölfabrik arbeitet."

Warum kommen so wenige Touristen nach Nepal?

"Viele Touristen haben Angst vor den maoistischen Rebellen. Dabei greifen sie die Touristen gar nicht an. Manchmal fordern sie in entlegenen Gebieten eine "freiwillige Spende" von zirka 14 Euro - doch dafür bekommen die Ausländer eine Quittung und müssen nie wieder zahlen."

Nepal Einwohner: 28 Millionen
Währung: 92 Nepalesische Rupien = 1 Euro
BIP pro Kopf: 1114 Euro
Human Development Index: Platz 136 von 177
Aktuelle Durchschnittskosten 1650-ml-Flasche Bier (im Restaurant): 1,18 Euro
1750-ml-Flasche lokalen Weins Raxi: 0,36 Euro
1 Liter Milch: 0,26 Euro
1 Büffel (weiblich): 250 Euro
1 Huhn (lebend): 2,37 Euro
1 Kino-Ticket: 0,17 bis 0,34 Euro
1 Jeans: 7,10 Euro
1 Schuluniform: 9,47 Euro
1 neues Herrenfahrrad: 35,55 Euro