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DIE WELT IM ÜBERBLICK

Das weltweite Wachstum hält an - aber auch die Risiken bleiben 2005 bestehen: Schulden, Terror und Rohstoffmangel.


WIRTSCHAFTSWACHSTUM Es geht voran, wenngleich auch gemächlicher: Die Economist Intelligence Unit prognostiziert ein Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf Kaufkraftparitätsbasis von 4,2 Prozent für 2005 - etwas weniger als im Vorjahr. China und Amerika werden unter den großen Volkswirtschaften am kräftigsten zulegen. Beim Welthandel rechnen die Experten mit einer leichten Abflachung auf 7,5 Prozent. Auf einem engen Markt werden hohe Ölpreise den Importländern gefährlich.

Dunkle Schatten werfen auch die globalen Handelsungleichgewichte. Vieles hängt von der Bereitschaft der Investoren in aller Welt ab, weiterhin das enorme Leistungsbilanzdefizit der USA zu finanzieren. Je mehr der Euro an Wert zulegt, desto schwerer werden es Unternehmen haben, Nachfragen in Asien und Amerika zu bedienen. Angesichts der hohen privaten und öffentlichen Verschuldung in vielen OECD-Ländern wird eine geringere Konsumbereitschaft vorherrschen.

Steigende Zinsen und weniger Appetit auf riskante Investitionsprojekte werden die internationale Liquidität reduzieren. Ein Risiko für Schwellenländer, vor allem China, dessen Investitionsblase sogar platzen könnte. In vielen Märkten ist die Versorgung mit Rohstoffen ein wichtiges Thema. Eine Zunahme der Terroranschläge würde dem Tourismus schaden und die Preise für Auslandsgeschäfte erhöhen.

Welt-BIP und Welthandel, Wachstum in Prozent: 2002 2,8 3,5 2003 3,9 5,5 2004 5,0 9,9 2005 4,2 7,5 LANDWIRTSCHAFT Laut der UN Task Force on Hunger wird im Jahr 2005 einer von zwei unterernährten Menschen Bauer sein, und nur jeder fünfte ein Stadtbewohner. Trotz einer breit angelegten Produktionssteigerung wird der weltweite Vorrat an Getreide im neuen Jahr zum fünften Mal in Folge fallen, und zwar um weitere neun Prozent auf 363 Millionen Tonnen, so die Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen.

Die Reisernte wird dem Verbrauch das vierte Jahr in Folge hinterherhinken, die Vorräte werden auf ein 20-Jahres-Tief sinken. Das US-Departement of Agriculture schätzt die weltweite Ernte auf 401,8 Millionen Tonnen im Vergleich zu 390,2 Millionen Tonnen im Vorjahr, sofern die Wetterbedingungen in den wichtigsten Erzeugerländern normal sind. Der Verbrauch wird hingegen auf 417,9 Millionen Tonnen veranschlagt. Wenn das Angebot knapp wird, werden die steigenden Preise Exportländern wie Thailand und Vietnam zugute kommen.

Die Bemühungen, den weltweiten Agrarhandel effizienter zu gestalten, werden an Tempo gewinnen. Die Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation WTO haben sich endlich im Prinzip geeinigt, Exportsubventionen für Agrargüter abzuschaffen und einheimische Subventionen zu streichen.

FAHRZEUGBAU Die Kfz-Zulassungen werden sich 2005 über die 50-Millionen-Grenze bewegen, ein Zuwachs um 2,6 Prozent. Doch auch weltweite Überkapazitäten von 25 bis 30 Prozent halten sich hartnäckig. Rabatte - selbst auf dem jungen chinesischen Markt - werden weiterhin normal sein. Die drei großen US-Marken (General Motors, Ford und Chrysler; Anm. der Red.) werden auch 2005 Marktanteile an europäische und japanische Konkurrenten abgeben müssen.

Im Wettrennen um mehr Wachstum und höhere Profitabilität drängen die Autofabrikanten nach China. Ausländische Hersteller werden ihre Kapazitäten in diesem Land bis Ende 2008 auf mehr als vier Millionen Fahrzeuge ausbauen.

Allein Volkswagen will seine Fertigung um 1 bis 1,6 Millionen Fahrzeuge in 2005 ausbauen, der südkoreanische Hersteller Hyundai bis 2007 um eine gute halbe Million. Die Kapazitätsaufstockung wird den Preiskrieg zwischen Volkswagen und General Motors noch weiter anfachen.

Die gestiegenen Ölpreise werden die Nachfrage nach Benzin sparenden Autos ankurbeln. Toyota will nach eigenen Angaben bis Ende 2005 weltweit 300 000 Hybrid-Fahrzeuge verkaufen, seine Fertigungskapazitäten liegen bislang aber weit unter diesem ambitionierten Ziel. Interessenten müssen also mit langen Wartezeiten rechnen. Gleichzeitig wird der Absatz von Sport Utility Vehicles, Sprit fressenden Geländefahrzeugen, rapide sinken.

Autoverkäufe nach Region in Prozent: Nordamerika 35 Westeuropa 29 Asien und Australasien (außer Japan) 12 Japan 9 Transformationsländer 6 Lateinamerika 5 Naher Osten/Afrika 2 VERBRAUCHSGÜTER Der weltweite Umsatz im Einzelhandel wird 2005 um magere 1,7 Prozent auf 10,36 Billionen Dollar steigen - eine deutliche Abschwächung gegenüber 2004. Der Einbruch wird vor allem in Industrieländern stattfinden, in denen die Privatverschuldung hoch ist. Als Folge werden weltweit aktive, große Einzelhändler ihren Vorstoß in Schwellenländer vorantreiben, insbesondere auf den schnell wachsenden Märkten Osteuropas und Asiens.

Discounter werden die Konkurrenz weit hinter sich lassen, und zwar auf allen Märkten. Wal-Mart, der größte Einzelhändler der Welt, plant, den Anteil seiner Auslandsumsätze von 16 Prozent in 2003 auf 25 Prozent in 2005 zu erhöhen. Speziell Japan ist im Visier des Multis. Die Einzelhandelsverkäufe legen dort zum ersten Mal seit Jahren zu, weil die Deflation zu Ende geht.

Ein weiterer Hoffnungsschimmer ist China. Die Bevölkerung wird vermögender, und zudem erlaubt es die verbesserte Infrastruktur, sie besser zu erreichen. Das ermöglicht es Unternehmen, umfassendere landesweite Vertriebsnetze aufzubauen.

Ein weltweiter Trend im Handel sind neue Chips: Insbesondere Etiketten mit RFID-Technologie (Radio-Frequenz-Identifikation) werden langsam Strichcodes ersetzen (siehe auch "Was ist eigentlich... RFID?" auf Seite 138).

ENERGIE Wenige Güter reagieren so empfindlich auf globale Ereignisse wie der Ölpreis, wofür die Preissprünge im abgelaufenen Jahr das beste Beispiel sind. Dem schwarzen Gold stehen nun ruhigere Zeiten bevor. Der Preis für Öl des Typs Brent sollte sich bei 38 Dollar das Fass bewegen, bescheidene Förderungszuwächse und eine Entspannung der Situation im Nahen Osten einmal vorausgesetzt. Über die kommenden drei Jahre rechnen Experten mit einer Steigerung der Rohöl-Produktion um jährlich 2,8 Prozent.

Die Nachfrage nach Öl und Erdgas wird 2005 um fast drei Prozent steigen, weniger als bei Kohle und Elektrizität. Die Kohle feiert ein Comeback, nicht zuletzt auch wegen energiehungriger Volkswirtschaften mit Kohlevorkommen, die ihre Abhängigkeit von Ölimporten verringern wollen. Da Kohlepreise denen für Öl und Gas hinterherhinken, werden bessere Technologien zur saubereren Verbrennung dieses fossilen Energieträgers stark nachgefragt.

Trotz aller Diskussionen um alternative Energiequellen wird nur verflüssigtes Erdgas (LNG) namhaften Zuwachs verzeichnen. Durch die Verflüssigung lässt sich das Gasvolumen auf ein 600stel reduzieren, was seinen Transport bedeutend einfacher macht als bei normalem Erdgas.

Der LNG-Verbrauch wird deshalb um stolze zehn Prozent wachsen, vor allem dank Asien und dem australasiatischen Raum.

China besitzt die erste Anlage zur Kohleverflüssigung in der Mongolei. Wenn sie ihren Betrieb aufnimmt, wird die Fabrik dieses Jahr eine Million Tonnen Kohle verarbeiten. Bis 2008 soll die Anlage, in die China 3,3 Milliarden Dollar investiert hat, im Jahr 15 Millionen Tonnen Kohle in fünf Millionen Tonnen Öl umwandeln.

Energieverbrauch pro Kopf (in kg Öl): Nordamerika 8307 Westeuropa 4177 Japan 4079 Transformationsländer 4047 Lateinamerika 1278 Naher Osten und Afrika 1160 Asien (ohne Japan) 728 ROHSTOFFE Die weltweite Nachfrage nach Stahl wird nach Schätzungen des International Iron and Steel Institute um 4,5 Prozent steigen. Chinas Verbrauch wird um 10,4 Prozent anziehen und damit den Anteil des Landes an der Weltnachfrage in einem Jahrzehnt von 13,5 auf 30,3 Prozent schnellen lassen. Im Rest der Welt wächst der Verbrauch um bescheidene 2,2 Prozent.

Die gestiegene Rohstoffnachfrage wirkt sich in allen Bereichen aus, weil die Minen und Schmelzen mit dem Abbau und der Fertigung von Eisenerz, Koks, Kupfer, Nickel und Zink kaum nachkommen. Minenunternehmen werden dank langfristiger Verträge mit ihren Kunden, die sich den Nachschub sichern wollen, alte Förderbetriebe ausbauen und neue einrichten.

Dennoch bleiben die Aussichten für Rohstofflieferanten zyklischer Natur. Die Marktbeobachter von Access Economics in Australien erwarten, dass öffentliche Ausgabenkürzungen weltweit zu markantem Preisverfall für Blei, Platin, Silber, Kupfer und Nickel führen, und zwar um mehr als 20 Prozent bis Ende 2006. INFORMATIONSTECHNOLOGIE Der Absatz von Personal Computern wird nicht an Tempo verlieren. Die Preise für Laptops werden weiter fallen, weil Hersteller vor allem in Südkorea billigere Fertigungsprozesse für LCD-Bildschirme entwickeln.

In der Halbleiterindustrie zeichnet sich eine langsame Trendwende ab - mit der Gefahr, dass die Branche wieder einmal zu viel produziert. Das Wachstum wird bei guten 18 Prozent liegen, genährt von guten Verkäufen bei billiger Verbraucherelektronik wie Handys, PDAs, Digitalkameras, MP3-Spielern und neuen, mit zusätzlichen Funktionen versehenen Geräten wie Kameratelefonen.

Zahl der PCs pro 1000 Einwohner: Nordamerika 652,7 Westeuropa 492,5 Japan 378,1 Asien und Australasien (ohne Japan) 246,5 Transformationsländer 120,9 Naher Osten und Afrika 117,2 Lateinamerika 111,6 TELEKOMMUNIKATION Die Zuwachsrate des Verkaufs von Mobiltelefonen wird auch im kommenden Jahr zweistellig sein. Bis Jahresende wird jeder dritte Erdenbürger ein Handy besitzen, während weniger als ein Viertel einen Festnetzanschluss haben. Das Schlüsselwort für Telekom-Anbieter heißt daher Konvergenz - bestes Beispiel ist die Fixed-to-Mobile Alliance, die die British Telecom, Frankreichs Cegetel, Japans DoCoMo, Eurotel, Swisscom und Korea Telecom gegründet haben.

Die Gruppe will gemeinsam Märkte für Telefone entwickeln, die sowohl im Mobil- als auch im Festnetz funktionieren. Das Bündnis ist allerdings defensiver Natur, da Mobil- wie Festnetzbetreiber ihr Territorium gegen die wachsende Beliebtheit von Internet-Telefonie schützen müssen.

E-COMMERCE Weltweit werden im neuen Jahr 1,07 Milliarden Menschen online sein, schätzt der Computer Industry Almanach. In 2004 waren es noch 934 Millionen. Das beschert den im Web aktiven Unternehmen neue Einkommensquellen, aber schafft zugleich immer größere Probleme für die Steuerbehörden. Deswegen steht zu erwarten, dass Regierungen aggressiver bei der Netz-Besteuerung vorgehen werden.

Knapp zwei Drittel des Wachstumsschubs bei E-Commerce stammen aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien, so die Marktforscher von Forrester.

UNTERHALTUNG Beim Blick auf die Schlacht um das DVD-Format der Zukunft werden Erinnerungen an das Ringen um ein einheitliches Videoformat wach. Statt VHS gegen Beta geht es diesmal um Blu-Ray mit Sony, Panasonic, Samsung und Philips in der einen Ecke gegen HD DVD mit Toshiba und NEC in der anderen Ecke des Rings. Beide Lager behaupten, ihre neue Silberscheiben speichern vier- bis fünfmal mehr digitale Video- und Audio-Daten als herkömmliche DVDs. Blu-Ray nimmt für sich bessere Bildqualität in Anspruch, die HD-DVD-Vertreter verweisen auf geringere Kosten und bessere Kompatibilität mit bestehenden Formaten.

Die Hollywood-Studios könnten das Zünglein an der Waage sein, da sie die meisten Inhalte produzieren, die auf DVD gebrannt werden. Amerikas Wettbewerbshüter dürften Sony 2005 grünes Licht für den Aufkauf der MGM Studios geben, was den K.-o.-Schlag für HD DVD bedeuten könnte. Die Fusion verschafft dem japanischen Unterhaltungsriesen einen Fundus von rund 8000 Spielfilmen und 43 000 Sendestunden an Fernsehshows.

Trotzdem werden die Massen weiterhin in die Kinos strömen. Laut dem Branchenblatt "Screen Digest" werden europäische Filmfreunde dieses Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Euro an der Kinokasse ausgeben.

Der Absatz herkömmlicher CDs wird weiter sinken, ohne dass man illegale Downloads von Musikdateien dafür verantwortlich machen kann. Yahoo wird seinen frisch erworbenen Musikdienst MusicMatch gegen Apples iTunes ins Rennen schicken. Marktforscher Jupiter Research erwartet, dass Abonnementdienste schon bald den spontanen Download aus dem Online-Laden überholen werden.

Fans von Computerspielen warten Ende 2005/Anfang 2006 auf die Markteinführung der ersten Konsolen mit 128-Bit-Prozessoren. Das dynamische Wachstum der Branche indes wird sich aus drei Marktsegmenten speisen, die alle noch in den Kinderschuhen stecken: Breitband-Netzzugang, mobile Spiele und interaktives Fernsehen.

Die Informa Media Group schätzt, dass der Umsatzanteil der drei Segmente am weltweiten Computerspielemarkt von gegenwärtig 12 Prozent auf 32 Prozent bis 2010 klettert.

FINANZDIENSTLEISTER Die Zeit rekordverdächtig niedriger Zinsen geht in den Industrieländern zu Ende - mit deutlichen Folgen für die Finanzbranche. Wenn die Weltwirtschaft wieder wächst, werden Gewinne aus Börseneinführungen, Beraterhonorare, Provisionen und Kreditvergaben wieder anziehen und zu fetten Jahresprämien führen. Die guten Zeiten sind aber längst nicht für alle angebrochen. Auf den Märkten für festverzinsliche Wertpapiere und in Schwellenländern herrscht nur gedämpfte Feststimmung.

Beim Neukreditvolumen ist robustes Wachstum zu erwarten. Vor allem genährt von der erhöhten Geldaufnahme von Unternehmen werden Kredite weltweit von 27,8 Billionen auf 31 Billionen Dollar steigen - in Westeuropa eine zweistellige Zuwachsrate.

Versicherungsunternehmen werden sich weiter aus anspruchsvollen Investments zurückziehen und wieder mehr auf ihr Einkommen aus Prämien besinnen. Wegen zunehmender Ängste vor Terroranschlägen, Computerbetrug und Unwetterkatastrophen ist sowohl im privaten Sektor als auch bei Unternehmen das Interesse an Versicherungspolicen neu erwacht.

Für Pensionsfonds wird der Spielraum enger werden, da sich der Trend zu persönlichen Kapitalrenten fortsetzt, die nur das verzinst wieder auszahlen, was ein Mitglied im Lauf der Jahre gespart hat, statt einen garantierten Rentenbetrag zu versprechen.

Der Systemwechsel vollzieht sich allerdings nicht schnell genug. Während eine längere Lebenserwartung zur Norm wird, addieren sich die fälligen Zahlungen für garantierte Altersruhegelder, die auf unrealistischen Rendite-Erwartungen basieren. Allein in den USA stehen Pensionsfonds im Jahr 2005 vor einer Deckungslücke von mehr als 200 Milliarden Dollar.

GESUNDHEITSWESEN Die weltweiten Ausgaben für das Gesundheitswesen werden im neuen Jahr 803 Dollar pro Kopf erreichen, unter anderem deshalb, weil die Ausgaben für Pharmazeutika auf 447 Milliarden Dollar steigen werden.

Die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen hält ungebrochen an. Der Verkauf an Arzneimitteln sowie Dienstleistungen von Krankenhäusern und Ärzten wird das Wachstum des globalen Bruttoinlandsproduktes wieder einmal überrunden - der beste Beweis, dass niemand an der Gesundheit sparen möchte. Pharmakonzerne und öffentliche Krankenkassen werden sich weiterhin unvermindert über aus dem Ruder laufende Kosten streiten.

Mit wachsendem Wohlstand auch in Entwicklungsländern werden Millionen Menschen zum ersten Mal Gesundheitsdienstleistungen nach westlichem Maßstab nachfragen. Die entscheidenden Impulse aber werden von der wachsenden Zahl von Senioren in den reichen Industrienationen ausgehen. Die meisten von ihnen besitzen gute Krankenversicherungen und das nötige Einkommen für Gesundheitsprodukte- und Dienstleistungen.

Obwohl sie nach wie vor Gewinne erwirtschaftet, wird in der Pharmaindustrie weiterhin Krisenstimmung herrschen, in erster Linie wegen des anhaltenden Preisdrucks. In Europa werden verstärkt billigere Nachahmungspräparate (Generika) aus den neuen Mitgliedsländern in Osteuropa auf den Markt kommen - eine Folge der niedrigeren Fertigungskosten, Der Biotechnologie-Sektor wird boomen und mehr als ein Viertel aller neuen Wirkstoffe beisteuern, für die weltweit klinische Tests laufen. Man darf sich auf Durchbrüche bei der Entwicklung neuer Gentherapie-Arzneien und DNS-basierten Impfstoffen gefasst machen, die vor allem der Vorbeugung von Krankheiten wie Malaria dienen.

NAHRUNGS- UND GENUSSMITTEL Die Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakerzeugnisse werden in 2005 weltweit um 5,6 Prozent auf 4,1 Billionen Dollar zunehmen. Allerdings werden die gesünderen Erzeugnisse die größten Wachstumsraten und besten Margen verbuchen. Die Hersteller von fetten Krapfen, Eis und Pizza müssen ihre Absatzchancen im Auge behalten, während Produkte mit weniger Kalorien bis zu 30 Prozent Marktanteil einfahren.

Der gleiche Trend lässt sich bei Getränken beobachten. Verbraucher steigen auf Biere mit niedrigem Kohlehydratgehalt und alkoholische Getränke mit neuen Geschmacksrichtungen um.

So genannte Functional Foods - also Alltagsnahrungsmittel, die mit gesundheitsbewussten Extras aufgemotzt sind - werden zulegen. Ein Beispiel sind Eier mit Omega-3-Fettsäuren, die weniger gesättigte Fettsäuren, weniger Cholesterin und mehr Vitamin E enthalten, weil sie von Hennen auf Leinsamen-Diät gelegt werden.

Verbraucher werden sich ebenso beim Konsum von künstlich gehärteten Fetten zurückhalten - eine in Verruf geratene Zutat, die den Cholesterinwert anheben und Arterien verstopfen soll. Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) wird verlangen, dass so genannte Transfette auf Nahrungsetiketten deutlich ausgewiesen werden. Dänemark hat den Gebrauch dieser Fette in Nahrungsmitteln bereits eingeschränkt, und die EU denkt über eine ähnliche Maßnahme nach.

REISE UND TOURISMUS In Europa werden Billig-Airlines in den kommenden fünf Jahren um 20 bis 30 Prozent jährlich wachsen. Die Gastronomiebranche in Europa wird derweil aufblühen, weil die Billigflieger bisher unentdeckte Orte zu Tiefstpreisen ansteuern und so zu neuen Reisezielen machen.

Die Dinosaurier unter den Fluglinien haben drei Optionen. Entweder werden weitere Fusionen nach dem Vorbild von KLM und Air France das Feld der Wettbewerber ausdünnen - ein paar leben wie United Airlines oder Alitalia als Zombies weiter -, oder sie stellen den Verkehr ganz ein. Wer eine Überlebenschance haben will, sollte ein profitables Langstreckennetz befliegen, wie es British Airways, Singapore Airlines oder Qantas machen.

Hoteliers tun gut daran, Chinesisch zu lernen. Eine Lockerung der Reisevorschriften wird dafür sorgen, dass Bürger der Volksrepublik ohne Probleme 27 europäische Länder besuchen können. Deswegen werden im kommenden Jahr rund 28,5 Millionen Chinesen ins Ausland reisen - gut ein Drittel mehr als in 2003. Bereits im Jahr 2007 könnte China die USA als größter Nettoexporteur von Touristen in alle Welt ablösen.