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In eigener Sache

Ein kleiner, unabhängiger Verlag kennt viele großartige, ein paar bedrohliche und immer wieder nachdenklich machende Momente. Zu diesen gehören zwei Aussagen aus Verlagskreisen. Die erste datiert etwa um den Juli 1999, wenige Monate vor dem Erscheinen der ersten Ausgabe von brand eins, und lautete: "Die Menschen wollen nicht mehr lesen. Schon gar keine langen Texte." Die zweite ist etwa zwei Jahre alt: "Wir werden im deutschen Zeitschriftenmarkt amerikanische Verhältnisse bekommen - für die Inhalte bekommt man kaum Geld, sie werden vor allem über Anzeigen finanziert." Die erste Aussage haben wir widerlegt. Die Auflage von brand eins ist auch im sechsten Jahr kontinuierlich gewachsen. Unsere Leser wollen lesen - und viele lassen uns immer wieder wissen, dass sie die Wartezeit auf das neue Heft nach den Doppelausgaben Juli/August und Januar/Februar als doch sehr lang empfinden: Deshalb erscheint brand eins von nun an monatlich.




Die zweite Aussage über den Zeitschriftenmarkt wollen wir widerlegen - denn journalistischer Anspruch und redaktionelle Unabhängigkeit haben einen Wert. Und einen Preis. Qualität hat auf dem Zeitschriftenmarkt nur dann eine Chance, wenn sie vom Leser wie vom Anzeigenkunden honoriert wird. Wir haben deshalb die Preise sowohl für die Anzeigen als auch für das Magazin angehoben. Die Einzelausgabe von brand eins kostet künftig 7,60 Euro, das Abonnement für zwölf Ausgaben 79,80 Euro.

Studenten (gegen eine Kopie des Studentenausweises), Auszubildende (gegen eine entsprechende Bescheinigung) und Schüler (gegen eine Bescheinigung ihrer Schule) können brand eins im Abonnement zu einem um gut 30 Prozent reduzierten Preis beziehen (54,60 Euro für zwölf Ausgaben).

Wir wissen aber auch, dass brand eins-Leser längst in jener neuen Arbeitswelt leben, von der in dieser Ausgabe die Rede ist. Und das heißt, dass viele von ihnen mit Veränderungen umgehen müssen, die auch zu finanziellen Einschränkungen führen können. Da aber gerade in dieser Situation brand eins für sie besonders hilfreich sein könnte, haben wir die in dieser Ausgabe diskutierte Idee eines Grundeinkommens aufgegriffen, verstanden als bedingungslose Unterstützung für eine definierte Gemeinschaft, in diesem Fall Abonnenten.

Die Idee: brand eins richtet einen kleinen Solidar-Pool ein, der Abonnenten in eben jenen wechselvollen Phasen des Lebens die Möglichkeit gibt, das Abonnement für maximal ein Jahr kostenlos zu verlängern. Natürlich muss dieser Pool begrenzt sein, und er wird nur auf der Basis von Eigenverantwortung funktionieren. Denn dieses Überbrückungs-Abo soll funktionieren wie das Grundeinkommen: ohne Kontrolle und die Notwendigkeit langer Erklärungen - eine E-Mail mit der Abo-Nummer genügt (solidarpool@brandeins.de).

Das ist ein vielleicht ungewöhnliches Angebot. Aber von der Bereitschaft, das Notwendige zu tun und dabei auch ungewohnte Wege zu gehen, handelt die gesamte Ausgabe, die vor Ihnen liegt. Wir freuen uns, wenn das Heft auch auf Sie ansteckend wirkt.