Der Entzauberer

James Randi kämpft gegen Geistheiler, Medien und Wahrsager: Schwindler, die mit billigen Tricks die Menschen verführen. Getrieben wird er von seinem Glauben - an die Vernunft.




"Sehr angenehm", sagt er zur Begrüßung. Erleichterung! Er scheint freundlich. Es heißt, James Randi, 76, könne etwas schwierig sein. Und nach dem ersten Kontakt per Mail war sofort klar, dass der Experte für faulen Zauber einer ist, der schnell zur Sache kommt. Der Autor gibt allerdings zu, in seiner Mail an ihn einige Regeln gebrochen zu haben. Die Reaktion war harsch: "Ihre Mail wurde von einem automatischen System gescannt (...) Das Schreiben in Kleinbuchstaben oder ohne Punktuation ist ein jugendlicher Affekt, der es schwierig macht, Texte zu lesen und die Klarheit der Bedeutung beeinträchtigt." Doch nun steht er da in Köln und lächelt: James "The Amazing" Randi. Den Zusatz hat er sich als Zauberer zugelegt, in den fünfziger Jahren, als er sich beispielsweise an einem Kran 30 Meter über den Niagarafällen hängen ließ, eingepackt in eine Zwangsjacke. "Das ist nichts Besonderes", sagt er. "Wenn man weiß, wie es geht." In diesem kleinen Satz steckt eine ganze Menge. Man könnte sagen, seine ganze Lebensphilosophie.

Man stellt sich James Randi größer vor. Vielleicht liegt es daran, dass man ihn sonst nur auf der Bühne sieht und nicht in der etwas trostlosen Eingangshalle der Jugendherberge in Köln-Deutz. Ein ziemlich unspektakulärer Ort für jemanden, der sich auch mal in einen Eisblock einfrieren ließ. Doch seine Anwesenheit scheint die dröge Halle mit ein wenig Magie zu füllen.

Unscheinbar ist er nicht, außerdem wird er von einer kleinen Gruppe Fans umringt. Das ist etwas komisch, denn Randi ist kein Star, den die Welt kennt. Nur hier in Köln-Deutz zählt er viel, unter denen, die sich selbst Skeptiker nennen, weil sie Wissen suchen. Der US-Amerikaner Randi ist einer ihrer Idole. Nicht weil er mal ein Zauberer war, sondern weil er behauptet, dass Übernatürliches auf Tricks basiert. Bisher wurde er noch nicht vom Gegenteil überzeugt. Seit mehr als einem halben Jahrhundert geht er scheinbar paranormalen und übernatürlichen Phänomenen auf den Grund, wettert gegen Pseudowissenschaften und New Age-Gurus. "Wenn Menschen behaupten, sie könnten mit Toten sprechen, mit Wünschelruten Wasser finden oder Gegenstände mit der Kraft ihrer Gedanken bewegen, komme ich und sage: Mal sehen, ob sie das wirklich können." Als er das sagt, erinnert er an einen absonderlicher Professor aus einem Hollywood-Film. Dabei wirkt Randi ruhig, souverän und überlegen. Aber auch, als komme er aus einer anderen Welt.

Randi trägt ein einfaches Jackett, einen dichten weißen Bart und eine große runde Brille. Die Augen dahinter beobachten genau, registrieren jede Bewegung. Das ist wichtig für einen Detektiv, der nach dem entscheidenden Hinweis sucht, der Illusionen wie Seifenblasen zerplatzen lässt. In den achtziger Jahren entlarvte er so etwa den sehr populären Tele-Evangelisten und Wunderheiler Peter Popoff in einer Fernsehsendung. Popoff behauptete, er habe seine Kraft von Gott. Randi stattete das Studio mit Sendern aus und kam schnell dahinter, dass es eine ganz irdische Kraft war, die dem vermeintlichen Wunderheiler zu seiner Kraft verhalf: Seine Frau gab ihm über Funk die Informationen, die die Besucher vorher auf " Gebetskarten" geschrieben hatten. Popoffs Ruhm sank daraufhin rapide, 1987 erklärte er seinen Bankrott. Randi ist dafür bekannt, dass er sich oft über seine Opfer lustig macht. Ob er manchmal Mitleid mit ihnen habe? Randi überlegt zwei Sekunden. "Nein." " Ich weiß, dass man sehr vorsichtig sein muss, wenn viele Menschen ihren Glauben verlieren können, weil sie oft in bestem Wissen zu arbeiten meinten." Doch seine Geduld hat ebenso Grenzen wie seine Unvoreingenommenheit. "Ich hatte mal einen in Dubai, der behauptete, er sei es, der jeden Morgen die Sonne aufgehen lasse. Ich bin froh, dass es ihm gut geht. Aber ich frage mich, was passiert, wenn er mal krank ist?" Randi hat eine angenehme dunkle Stimme. Er spricht nicht zu laut und nicht zu leise. Seine Sätze unterstützt er immer mit einem gewissen Nachdruck. Aber er blickt sich nicht um und schaut, ob man seinen Worten folgt. Er weiß, dass man ihm zuhört.

Es geht nicht nur um die Bloßstellung von Spinnern. Es geht um Geld, Gesundheit und die Demokratie Man könnte Randi auch als Spaßverderber bezeichnen, denn ein Blick ins Internet, ins Fernsehen oder in eine Buchhandlung reicht, um festzustellen, dass der Glauben an Ufos, Geister oder Hellseher keine Randerscheinung ist, sondern ein Massenphänomen. Natürlich könnte man das als Spinnerei abtun, aber für Randi ist die Entlarvung der Tricks eine ernste Mission: "Viele Menschen sind durch ihren blinden Glauben gefährdet, weil sie viel Geld und oft auch ihre Gesundheit an Scharlatane und Quacksalber verlieren." Außerdem: "Die Zukunft ist zu wichtig, um sie Lügnern zu überlassen. Und die Demokratie verträgt es auch nicht, wenn nur Lügen verbreitet werden." Randi ist ein Mann, der Illusionen durch Magie schlagen will. Der berühmte Science-Fiction-Autor Isaac Asimov hat über ihn geschrieben: "Er ist ein begabter Zauberer, und es gibt sicher keinen Trick oder keine Illusion, die er nicht kennt oder auf die er nicht vorbereitet ist." Randi ist ein Kämpfer gegen Wunderheiler, Medien oder Pseudowissenschaftler, und weil er ungestüm, hart und direkt auf die Entlarvten losgeht, wird er oft " Hitman" genannt: Killer. Er ist auch Provokateur. Wenn er vor einem sitzt, kann man sich das kaum vorstellen, da wirkt er wie ein weiser Märchenonkel. Allerdings verrät sein stechender Blick eine funkelnde Leidenschaft und rasende Unermüdlichkeit. So als wolle er sagen: "Ihr macht mir nichts vor. Ich kriege euch alle!" 1976 gründete Randi zusammen mit Wissenschaftlern, Journalisten und Skeptikern, darunter Carl Sagan und Isaac Asimov das Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal (CSICOP), das paranormale Phänomene erstmals mit wissenschaftlichen Methoden untersucht, die von beiden Parteien akzeptiert werden müssen. In vielen Ländern gibt es mittlerweile ähnliche Vereine, so in Deutschland die GWUP, die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. Randi ist ihre stärkste 'Waffe, weil er sowohl die Gesetze der Logik als auch der Unterhaltung gut kennt und beides beherrscht. "Er kennt den Effekt einer Beschimpfung, die sich gut zitieren lässt", sagte eine Journalistin mal über ihn.

Er sei in einem seltsamen Geschäft, sagt Randi, weil er den Menschen erzähle, was sie eigentlich wissen müssten. Der Mann mag Ironie. Als sich später ein junger Mann mit ihm fotografieren lassen will, sagt er: "Aber Vorsicht, ich habe kein Spiegelbild." Die Ironie hilft ihm, seinen Blick für "the real thing" nicht zu verlieren. Das sagt er oft, auch als er an seinem Kaffee nippt und fragt: "Ist das Zucker oder Süßer? Ich mag nur the real thing." Dann lacht er. Er ist charmant und jovial, das wirkt manchmal sehr professionell, wie bei US-Showmastern, von denen man auch nicht weiß, wie es in ihrem Inneren aussieht. " Vergessen Sie nicht, ich bin auch Schauspieler", sagt Randi.

Mit 15 entlarvte Randi zum ersten Mal einen Scharlatan. Seine Belohnung: Er landete im Gefängnis Wie die Jugendherberge ist auch der Konferenzraum, in dem Randi später sitzt, sehr unspektakulär. Da erzählt er von ungeheuerlichen Dingen, von schwebenden Frauen und Stimmen aus dem Jenseits -und mit welchen Tricks sich das bewerkstelligen lässt. So beruhe die Kommunikation mit Toten auf der Kunst des "Cold Reading": " Die Mentalisten haben die Fähigkeit, Fragen so zu stellen, dass sie Dinge herausbekommen, die sie nicht wissen können. Eigentlich sind es selten Fragen, sondern Suggestionen." Beispiel: Das Medium fragt: " Musste Ihr Ehemann im Krankenhaus leiden, oder starb er schnell?" Darauf die Frau: "Oh, er starb fast sofort." Das Medium: ,Ja, ich frage das, weil er (der tote Ehemann) zu mir sagte: ,Ich habe nicht gelitten. Mir blieb jeder Schmerz erspart'." So geht das. Und je geschickter der Künstler ist, desto glaubwürdiger. "Das ist übrigens ein Trick, den ich schon als 15-Jähriger kannte und der mich mal ins Gefängnis gebracht hat." Der junge Randi hatte in einer Kirche einen Mentalisten - also jemanden, der behauptet, er könne mit Toten sprechen -bloßgestellt und ihm Betrügerei vorgeworfen. "Aber die wollten den Trick gar nicht hören." Randi schüttelt den Kopf, als wundere er sich mehr als 60 Jahre nach dem Vorfall immer noch darüber. Er wurde zur Polizei gebracht und saß viereinhalb Stunden in einer Zelle. "Dort", erzählt er, "habe ich mir gesagt: Irgendwann werden die Menschen auf dich hören." Man muss sich das Selbstbewusstsein eines 15-Jährigen vorstellen, der vor einer versammelten Kirchengemeinde aufsteht, die gerade ein scheinbar übernatürliches Phänomen gesehen hat, und ruft: "Alles nur ein Trick!" Randi kannte keine Angst, er war damals schon überzeugt, dass es logische Erklärungen sind, die die Welt zusammenhalten. "Ich hatte mich schon mit Zaubertricks beschäftigt." Und es ist eigentlich überflüssig zu sagen, dass religiöser Glaube nie eine Chance bei ihm bekommen sollte. Überhaupt lässt sich mit einem Blick auf seine Jugend gut nachvollziehen, wie er zum Entzauberer und Verfechter der rationalen Welt wurde.

Randall James Hamilton Zwinge wurde 1928 in Kanada geboren und wuchs "als richtiges Stadtkind" in Toronto auf. Sein Mutter war Hausfrau, sein Vater arbeitete bei einer Telefongesellschaft, "ein einfacher, aber liebevoller Mann". Er hat zwei jüngere Geschwister, die er aber nur selten sieht. Randi war ein Wunderkind. Schon früh wurde ein Intelligenzquotient von 168 bei ihm gemessen. "Aber glauben Sie nicht, dass so eine Zahl bedeutet, man komme in der richtigen Welt zurecht", wiegelt er ab.

Randi war zunächst ein Außenseiter: Weil es keine Förderprogramme für Hochbegabte gab, bekam er offiziell schulfrei: "Ich wäre da eingeschlafen." Stattdessen ging er in Museen, saß in Bibliotheken, traf sich mit Älteren und "erzog sich selbst", indem er sich mit Chemie, Integral- und Differenzialrechnung oder Hieroglyphen beschäftigte. "Mein Vater schüttelte nur den Kopf und sagte: Damit wirst du nie Geld verdienen. Ich glaube, er hat mich nie wirklich verstanden." Randi lernte also den Wert des Wissens, der Logik und des Rationalismus kennen. Aber das allein reichte ihm nicht. Und aufs College wollte er nicht, "da ich von meinen älteren Freunden gehört hatte, dass man da nichts lerne". Mit 17 schloss er sich einem Wanderzirkus an, als Prinz Ibis, dem allwissenden Zauberer. Dort lernte er, wie wichtig die Kunst der Darbietung ist. Später ging er auch mal mit dem Schockrocker Alice Cooper auf Tour, den er Abend für Abend auf der Bühne enthauptete. Eines von Randis Idolen ist der legendäre Zauberer Harry Houdini, der bereits in den zwanziger Jahren gezeigt hatte, wie Wahrsager arbeiten.

Eine Familie hat er nie gegründet. Zweimal sei er kurz davor gewesen zu heiraten, aber: "Das Showgeschäft ist sehr hart für Beziehungen. Und ich habe bereits viel Unglück gesehen." Auch in diesem Moment scheint Randi ungerührt. Er ruht dermaßen in sich, dass man ahnt, dass selbst ein Sturm ihn nicht von seinem Platz stoßen könnte. Ein Fels in der Brandung. Vielleicht hat er sich deswegen vor 16 Jahren Florida als neue Heimat ausgesucht. ,Ja, Hurricane-Country", sagt er. " Hahaha!" Randi hat mehr als zehn Bücher geschrieben und hatte eigene Fernsehsendungen weltweit, er trat in den großen TV-Shows der USA auf, hält Reden im Weißen Haus, bei der Nasa oder der National Geographic Society und veröffentlicht Artikel in vielen großen Wissenschaftsmagazinen der USA. Von der Zeitschrift " Skeptical Inquirer" wurde er zum Skeptiker des 20. Jahrhunderts gewählt. Er wird auch geholt, wenn Schlamperei bei wissenschaftlichen Versuchen nachgewiesen werden soll. Außerdem wurde er mit vielen Preisen geehrt, und sogar ein Asteroid ist nach ihm benannt. An diesem Tag bekommt er für seine aufklärerische Arbeit den Erwin-Fischer-Preis des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA). Bei der Preisverleihung wollen die rund 200 Menschen gar nicht mehr aufhören zu klatschen, als Randi die Bühne betritt im Konferenzraum der Jugendherberge in Köln-Deutz. Aber später wird man in keiner großen Zeitungen von der Preisverleihung lesen, nichts im Fernsehen sehen oder im Radio hören: Randi ist anscheinend der Held einer Welt in der Nische.

Sein berühmtestes Opfer dagegen hat den Sprung aus der Nische längst geschafft: Uri Geller, der seit den siebziger Jahren behauptet, er habe PSI-Fähigkeiten, mit denen er Löffel verbiegen und Gedanken lesen könne. Randi zeigte schon oft, dass er ebenso gut Löffel verbiegen kann. In der "Tonight Show" mit Johnny Carson 1973 wollte Geller allein mit Gedankenkraft erkennen, welcher Kanister mit Wasser gefüllt war. Randi hatte die auf einem Tisch platzierten Kanister vorher mit einer Gummischicht präpariert, sodass sie nicht rutschen konnten. Geller stieß während der Show einige Male an den Tisch, wahrscheinlich, um herauszufinden, welcher Kanister sich nicht bewegte. 22 Minuten passierte nichts. Dann sagte Geller, er könne sich nicht konzentrieren und brach die Darbietung ab.

Seitdem hat sich zwischen Randi und Geller eine Erzfeindschaft entwickelt. Randi bezeichnete ihn als Scharlatan und Hochstapler, woraufhin Geller mehrmals versuchte, ihn vor Gericht zu bringen, womit er allerdings immer wieder scheiterte. Geller leugnet bis heute nicht, dass man seine Tricks auch imitieren könne, doch er habe tatsächlich übernatürliche Kräfte, die er vom Planeten Hoova erhalten habe. Außerdem beruft er sich auf wissenschaftliche Untersuchungen seiner Fähigkeiten, die von vielen Wissenschaftlern allerdings scharf kritisiert wurden. Und er hat es immer abgelehnt, vor Zauberern aufzutreten. "Es ist schon mehrmals nachgewiesen worden, wie er arbeitet", sagt Randi, "aber es ist unglaublich, seine Popularität scheint ungebrochen." Woran liegt das? "Er ist charmant und hat die Fähigkeit, seine Bewunderer in Anbeter zu verwandeln." Randi ist also jemand, der bis zu 100 000 Meilen im Jahr reist, um Betrüger zu entlarven, und dennoch nicht bekannter als eben diese Betrüger - frustriert das nicht? Er antwortet, wie aus der Pistole geschossen: "Nein, nein. Ich bin ganz bestimmt nicht frustriert." Dabei starrt er einen an wie jemand, der will, dass man das nicht nur glaubt, sondern weiß. Aber wie fühlt man sich, wenn man sein ganzes Leben gegen Windmühlen kämpft? Nein, er sei kein Don Quixote, der nur glaube, die Windmühlen seien Drachen oder Riesen - seine Windmühlen seien echt. "Natürlich kann ich nicht den Krieg gewinnen, aber immer wieder Schlachten." Und die gewinnt er, zutiefst überzeugt, dass es keine übernatürlichen Phänomene gibt. Seit 1964 hat er sogar einen Preis ausgeschrieben, zunächst 10 000 US-Dollar, später 100 000 und seit 1996 eine Million, für denjenigen, der ihm in einem wissenschaftlichen Versuch, der von beiden Parteien akzeptiert ist, PSI-Fähigkeiten nachweisen kann. Bis heute hat er rund 200 Probanten getestet. Das Geld liegt immer noch in einem Safe.

James Randi wird zum nationalen Schatz erklärt. Und zeigt nach all dem falschen Zauber noch einen echten Trick "Ich gewinne immer", sagt er. Aber enttäuschen ihn nicht die Menschen, die eher an Hokuspokus glauben als an Logik und Vernunft? Randi schaut nachdenklich, dann gibt er zu, dass ihn das tatsächlich seit jeher beschäftigt. "Viele Menschen leben in einer magischen Welt, mit Erklärungen, die sich aus Mythen und Aberglauben speisen. Sie machen das wohl, weil sie einfache, positive Antworten brauchen, die ihnen die Wissenschaft nicht immer vermitteln kann." Dabei sei doch klar: "Die Fehler liegen nicht in den Sternen, sondern in uns selbst. Ich sterbe, Sie sterben, wir alle sterben. Es kommt darauf an, was man vorher tut." 1996 hat er die James Randi Educational Foundation gegründet. Das Hauptquartier befindet sich in Fort Lauderdale, Florida. Fünf Mitarbeiter und mehr als 300 Mitglieder kämpfen mit einem jährlichen Etat von 600 000 US-Dollar gegen den Hokuspokus der Welt. Er wolle eine ganz neue Generation von kritischen Denkern erziehen, "mit einer gesunden Dosis Skepsis". Der Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke hat mal über ihn gesagt: "Ich sehe ihn als einen nationalen Schatz an und vielleicht als eines der bleibenden Gegenmittel, das den amerikanischen Verstand vor dem Verfaulen retten könnte." Mit seinen Fähigkeiten hätte er Millionen scheffeln und ein Leben am Pool genießen können. Stattdessen hätten ihn Anwaltskosten fast in den Ruin getrieben, "wenn Freunde nicht gewesen wären". Warum der Kampf? Die Antwort kommt schnell: "Ohne ihn würde ich meine Selbstachtung verlieren. Ich bin überzeugt, dass das, was ich tue, richtig ist. Außerdem hat jeder Mensch eine gewisse Verantwortung für seine Spezies." Randi ist ein Demagoge der Vernunft. In seinem Buch " Flim-Flam!" schreibt er: "Werft die Tarotkarten weg und ignoriert die Horoskope. Sie werden von Scharlatanen angeboten, die denken, ihr seid nicht das wunderbare, fähige, unabhängige Wesen, das ihr seid!" Draußen in Köln-Deutz ist es grau, drinnen schimmert das Neonlicht weiß. Die Wirklichkeit ist oft keine glitzernde Show, etwas langweilig manchmal, banal. Die Welt braucht Männer wie Randi, damit auch die Realität ein Glitzern bekommt. Zeit für etwas Magie! Randi nimmt ein Buch, gibt mir ein anderes. Er geht in die gegenüberliegende Ecke des Raumes. "Nun blättere ich durch das Buch, und Sie sagen stopp! Dann stellen Sie sich ein Wort aus der ersten Zeile Ihres Buches auf besagter Seite vor." Es ist die Seite 181. "Aber Sie können kein Deutsch." "Dann wird es spannender." "Fertig?" - " Fertig!" Randi stellt sich hinter die Tafel und schreibt. Dann dreht er die Tafel herum. "Hand." Das war das Wort. Randi lächelt, nicht triumphierend, aber zufrieden, er reibt sich die Hände. "Wie haben Sie das gemacht?" - "Wir Zauberer verraten nicht gern unsere Tricks", sagt er. "Aber es ist ganz einfach. Glauben Sie mir!"