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Metamorphosis Florilegium

Detaillierte Naturstudien sind ein klassisches künstlerisches Sujet, das Aquarell ist eine klassische Technik. So gesehen, steht die Künstlerin Anke Röhrscheid in den Fußstapfen ihrer Kollegin Maria Sybilla Merian, die um das Jahr 1700 herum die Flora und Fauna Surinams aquarellierte und mit ihrem Buch " Metamorphosis Insectorum Surinamensium" den natürlichen Formenreichtum der Neuen Welt nach Europa brachte.




Warum heute noch Pflanzen aquarellieren? Naturstudien sind längst durch Fotograne und andere Medien ersetzt, und Pflanzenaquarelle finden wir eher in den Malkursen von Volkshochschulen als bei jungen Avantgardisten. Doch Anke Röhrscheid erfindet das Genre der botanischen Illustration neu. Mit einem Arrangement aus Knospen und Blättern in Nahaufnahme - zart, delikat und fruchtig - verführt sie uns, indem sie uns in der Gewissheit naturgetreuer Darstellung wiegt. Beim zweiten Blick allerdings sind wir irritiert. Das Bild scheint sich zu verwandeln. Aus Knospen werden knollenartige Wucherungen, entkleidete Garnelenkörper, aus Blättern spitzige Greifer, giftige Ausläufer.

Wir befinden uns in einer erfundenen Natur, deren irreale Schöpfung dennoch wahr wirkt, künstlich und doch voller Leben. Als Zeugnis wuchernder, zuweilen erotischer Fantasien kreuzt sich hier Pflanzliches mit Fleischlichem immer wieder neu. Diese seltsame Züchtung zieht uns durch eine Eigenschaft in ihren Bann, die sowohl der Natur als auch der Kunst eigen ist: Sie ist schön, unheimlich schön.

Seit drei Jahren widmet sich Anke Röhrscheid voller Lust der Zucht von Hybriden von außergewöhnlichem Formenreichtum und präsentiert uns die Blütenlese einer sich verwandelnden, neuen Natur - Metamorphosis Florilegium.