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O.T. - (aus der Serie Supervisions)

Kunst hilft, die Welt mit anderen Augen zu sehen. brand eins Art hilft bei der Suche nach interessanten Arbeiten. Die Künstler und ihre jeweiligen Werke wählt Birgitta Weimer aus, die selbst als Künstlerin arbeitet




Auf den ersten Blick wirken Andreas Gefellers Arbeiten wie Satellitenaufnahmen urbaner Räume. Doch der Schein trügt. Die Vogelperspektive, die der Künstler uns vorgaukelt, existiert nicht, kein (Kamera-)Auge hat sie je gesehen. Sie ist eine Konstruktion: unsere Konstruktion. In Wirklichkeit sind die Supervisions Luftüberwachungsfotos, die vom Boden aus gemacht wurden. Das Werk - hier scheinbar die Aufsicht auf ein Stadion - besteht aus hunderten digitaler Klembildaufnahmen, jeweils aus zwei Metern Höhe fotografiert, die anschließend am Computer zu einem einzigen gestochen scharfen Bild zusammengesetzt wurden.

Der Künstler will uns irritieren. Irritierend ist die Abwesenheit jedes Schattens. Irritierend sind die Details, die menschlichen Spuren, die der Beobachter auf den zweiten Blick wahrnimmt und die seinen detektivischen Spürsinn anregen. Er versucht, die Wahrheit des Bildes zu ergründen. Gefeller sagt: "Es gibt einen Punkt, an dem es klick macht, an dem wir die 'Wahrheit ' erkennen, sich unser Gehirn aber dagegen sträubt. Gleichzeitig muss es nämlich einsehen, dass unsere Art der Wahrnehmung und damit unser Empfinden darüber, was 'wahr ' ist, nur einen kleinen Teil der Welt ausleuchtet."

Menschen schließt der Fotograf bewusst aus seiner Welt aus, "um das Kulissenhafte zu verstärken und den Beunruhigungsgrad zu erhöhen, der von menschenleeren Orten ausgeht, die eigentlich für Menschenmassen vorgesehen sind". " Außerdem", so Gefeller, "will ich weniger Hinweise auf den Größenmaßstab geben und dadurch mehr Verwirrung erzeugen. Supervisions ist keine Geschichte über Menschen, sondern über das, was sie bauen und hinterlassen, indem sie leben."