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Die Doppel-Moppel-Waschmaschine

Der britische Staubsauger-Papst James Dyson steht vor seinem nächsten Wurf: Wäsche, sauber wie nie zuvor.




Omnipotenz ist für Männer ein großes Thema. Deshalb rollen sie mit Kuhfängern am Wagen durch die Stadt, tragen Uhren mit mehreren Zifferblättern und erfinden eine Maus für den Computer mit Lesefeld für die Börsendaten. Oder Waschmaschinen mit zwei Trommeln. So der Brite James Dyson: Sein Contrarotator nämlich, wie er sein Glanzstück nennt, verfügt über zwei gegensätzlich laufende Waschtrommeln. Das verbessert die Waschleistung enorm.

Der 54-jährige Dyson ist schon länger in Sachen Sauberkeit unterwegs; Bereits 1984 brachte er nach fünfjähriger Forschungsarbeit den ersten Staubsauger ohne lästigen Saugkraftverlust wegen voller Beutel auf den Markt. Der Dreck wird mittels Zentrifugalkraft mehrfach gefiltert, der grobe Müll in einem Behältnis gesammelt. Ein Sauger, der nicht stinkt, weil keine mit Keimen beladene Luft hinten rausgeblasen wird.

Eine Erfindung, die Dyson zum Multimillionär machte und der Konkurrenz die Luft nahm.

Mit seiner neuesten Mission will der Tüftler dem textilen Dreck an den Kragen. Dyson ist einer von denen, die der technische Ehrgeiz packt, wenn sie feststellen, dass beim Saugen ab einem gewissen Zeitpunkt der Dreck einfach liegen bleibt oder die Hemden nicht wirklich weiß die Waschmaschine verlassen. Dann beginnt er zu grübeln und zu tüfteln und rekapituliert mit einer ausgesuchten Schar aus den 300 bei Dyson angestellten Ingenieuren die Kulturgeschichte des Waschens. Dann klopfen sie schmutzige Wäsche mit Steinen, reiben sie auf Waschbrettern, und lassen sie stundenlang die Waschgänge modernster Waschmaschinen durchlaufen, immer der Frage nach "Was macht Wäsche sauber?" Ihr Ergebnis: Nichts reinigt so gründlich wie die gute alte Handwäsche. Nächste Herausforderung: sie technisch zu imitieren. Für Dyson gibt es da nur eine Lösung: eine Maschine mit zwei Trommeln.

Dass der Contrarotator nun wieder so bunt und mit seinem transparenten Kunststoff so ausgefallen daherkommt wie der Staubsauger, dessen Farben mitunter mehrmals im Jahr verändert werden, ist Dysons Faible für Design zu verdanken.

Die Farbe ist nicht jedermanns Sache, für den Tüftler aber schrecklich wichtig: "Ich habe Lila immer gemocht, auch wenn alle anderen es schrecklich fanden." So kommt der Contrarotator auch in verschiedenen Lila-Farbkombinationen, wie Lila-Grau oder Lila-Transparent auf den Markt. Ein überraschend schlichtes, angenehm weißes Modell ist dann wohl auch der eindringlichen Überredungskunst seiner Mitarbeiter zu verdanken.