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"Ja, toll, Verantwortung tragen, das ist immer wieder erfrischend, da weiß ich wenigstens, warum ich schlecht schlafe!"

Warum in einem Großkonzern unglücklich sein, wenn man selbstständig sein kann? Ein paar Selbstständige erinnern sich, wann sie zum letzten Mal in den Ferien gewesen sind.




Da fragte ich ihn, ob ich aushelfen soll, finanziell, meine ich. - Hallo! Herr Ober! Wir nehmen noch einen Halben.

Silvia streckt die Beine weiter in die Fußgängerzone. Schön, draußen zu sitzen, es ist zwar noch etwas frisch. Äh ... wo waren wir?

Vater.

Genau. Ich fragte ihn also, brauchst du Geld? Er sagte, du spinnst wohl. Ich hab' halt geglaubt, seine Rente sei mickrig oder die Miete zu hoch seit Mamas Tod. Die vier Zimmer ... nicht gerade billig. Ach, was, sagte er, so ein Blödsinn! Ich weiß gar nicht, wie ich so viel Geld ausgeben kann.

Nein!

Doch! Mein Vater hat ein höheres Einkommen als Franz und ich. Zusammen. Und ICH wollte IHM Geld geben!

Hatte er so einen guten Job?

Ach wo, er war bei der Polizei.

Oh.

Ja. Ein ganz gewöhnlicher Polizist. Und ich bin selbstständig, du kennst ja meinen Klamottenladen, und wenn ich das Einkommen von Franz dazuzähle, der zur Hälfte bei mir arbeitet und zur Hälfte woanders, kommen wir auf höchstens zwei Drittel vom Einkommen meines Vaters.

Wir nehmen beide einen tiefen Schluck Weißen.

Kann man das in Zahlen ausdrücken?

Klar kann man das. Uns bleiben pro Monat höchstens 5500 Franken. Das ist in Zürich fast das Existenzminimum. Für ein Paar.

Ja, das kannst du so sagen. Sag mal, du könntest ja auch zum Staat. Warum bleibst du selbstständig?

Schatz, ich bin über 50. Meinst du, irgendein föhnfrisierter Managerfuzzi nimmt eine alte Schachtel wie mich? Eine gestandene Frau mit all ihren Macken? Außerdem, weißt du, ich habe dennoch genügend Geld, um zu reisen, genug für alles. Und ich sitze hier um vier Uhr und trinke mit dir fröhlich einen Schoppen. Du meinst ja wohl nicht, dass ich das könnte, wenn ich angestellt wäre, oder?

Kaum. (Schweigen.) Bist du glücklich?

Glücklich? Ja. Ja, trotz der Kohle. Ich führe ein wunderbares Leben. Ich mag die Kleider und die Schuhe, die ich verkaufe, ich habe durch den Laden so viele Leute kennen gelernt, mir geht es gut.

Wir nehmen nochmals einen Schluck.

Und wann warst du das letzte Mal in den Ferien?

Ferien? Du machst Witze, oder?

Selbstständig. Seit 1997 bin ich das auch. Ein Bauchentscheid nach mehr als zehn Jahren bei derselben Firma. Die Firma hieß TA-Media und heute, nach Börsengang und Beratung, Tamedia. Meine Karriere in Kürze: Nachrichtenredaktion, Kulturredaktion. Kulturchef. Reporter, Magazinredakteur. Seit März 2002, also nach fünf Jahren Selbstständigkeit, wieder als Aushilfe bei der Tamedia. Schlussredaktion.

"Willkommen in der warmen Stube", sagte ein Arbeitskollege am ersten Tag. "Ich dachte, du seist Hotelier geworden", sagte ein anderer. "Ach, das ist eine lange Geschichte", wehrte ich ab. " Ich habe gehört, du kannst es nicht mehr hören", sagte ein Dritter. Wir kennen uns seit 15 Jahren. 15 Jahre. Es stimmt, denke ich, ich kann es nicht mehr hören, weil es mich gesundheitlich und finanziell an den Rand gebracht hat. Zehn Kilo Gewichtsverlust. Schlaflose Nächte. Schüttelfrost. Etc. Aber es ist nun einmal Teil meines Lebens.

Als Silvia und ich nachmittags um vier im Cafe in Zürich saßen, hatte ich die schlimmste Zeit meines Lebens hinter mir gelassen. Anderthalb Jahre Hotel und Restaurant in den Bündner Bergen. Bis heute andauernde Probleme mit Angestellten, dem Finanzamt und ein paar Aufzeichnungen sind mir geblieben. Die Texte nachts um zwei, drei, vier in den Computer gehackt, rasch, rasch, rasch. Es gab dafür keine Zeit. Nur das Bedürfnis.

Ein Auszug.

Es ist Mai 2000. Oder Juni. Und es ist 9.15 Uhr. Rafael bringt die Post. Er trinkt an der Bar einen Espresso. Aufs Haus. Er erzählt von seiner Freundin. Gedankenverloren sortiere ich die Kuverts. Rechnungen. Werbung. Kaum Anfragen, die kommen per Telefon oder eMail. "Sehr geehrter Herr Ammann", lese ich im Schreiben eines mir unbekannten Herrn Heins, "in der Hotellerie haben Sie es in vielerlei Hinsicht nicht immer einfach." Endlich! Ein Mensch, der mich versteht! Oder will mir der Herr Heins etwas verkaufen? Er will. Er ist Unternehmensberater, mit einer beeindruckenden Liste von Referenzen. Unter anderem brüstet sich Herr Heins mit dem Erfolg der Hotels Dilly's Wellness Hotel und der Wutzschleife, die er beraten hat. Leider sind mir beide nicht bekannt. Und auch wenn. Der Betrieb, den ich führe, hätte nie die Mittel, einen Unternehmensberater zu ernähren.

Aber in einem hat der Mann Recht. Es ist nicht immer einfach in der Hotellerie. Oder ist es das nur in diesem Drei-Sterne-Hotel in den Bergen? Garantieren vier Sterne ein Vier-Sterne-Leben? Luxushotel ein Luxusleben? Ich weiß es nicht.

MEIN Leben im Hotel: lange Arbeitstage. Probleme mit Personal, Geld, Familie, Beziehung, Gesundheit. Viele Stunden Alleinsein, obwohl Gäste da sind und braun gegerbt oder rot gesotten an der Rezeption vorbeigehen und sagen: Sagen Sie mal, wo ist denn morgen der Pulverschnee am schönsten? Als ob ich das wüsste! Ich bin in all den Monaten nicht ein einziges Mal auf einer Piste gewesen. Aber ich lüge tapfer und lächle und sage, also der Toni, der Skilehrer, der sagt, die Mühle-Abfahrt sei gerade besonders toll, nehmen Sie die Bahn bis blablabla. Andere Gäste sagen, das Zimmerpersonal habe Karten, die sie auf den Fernseher gelegt haben ("gegen die Strahlung"), verschoben und außerdem die je drei Waschlappen (" für Kopf, Hintern, Füße") in der falschen Reihenfolge wieder aufgehängt und ihre Adressbücher "eindeutig" durchstöbert. Geduldig erkläre ich, die Portugiesin sei des Deutschen nicht mächtig und der chinesische Hotelfachschüler noch weniger. Lächeln, Junge, lächeln!

Gäste sind heilig. Gäste bringen Geld. Gäste bringen Arbeit. Gäste sind der Traubenzucker, der mein Blut schäumen lässt. Kein schlechtes Wort gegen Gäste. Manche Gäste habe ich kennen gelernt, die ich in meinem Leben als Journalist niemals getroffen hätte. Bei all dem Geschäft: Manche Gäste wurden meine Freunde. Meine Freundinnen. Meine Familie. Sie waren gut zu mir. Sie haben mit mir gegessen. Getrunken. Sie haben mit mir gelacht, geflucht. Manchmal kannte meine Zuneigung keine Sperrstunde, bei zweien blieb ich über Nacht.

In einem Wintersportort warten alle auf die Saison. Auf den Schnee. Wenn die ersten Flocken fallen, steigt die Laune der Einheimischen. Auch meine Laune stieg. Beim Nullpunkt stieg die Spannung. Schnee verheißt Gäste, verheißt Umsatz, verheißt Gewinn. In hundert Wintertagen muss der Umsatz für ein Jahr in der Kasse sein. Ein Gedränge der Wünsche. Wirte, die ihre Preise erhöhen, Gäste, die sich um jeden Preis amüsieren wollen. Koste es, was es wolle. Geld. Zeit. Gesundheit. Moral? Egal. Ein Wochenende. Kürzer. Öfter. Feudaler. Und schonungsloser. Am Sonntag die große Abreise. Bis dahin bleibt nichts unversucht, nichts unausgelebt. 100 Tage. 100 Nächte. Durchhalten. Lächeln. Immer wieder reisen die neuen Gäste an. Sie haben ihr Recht auf mein Lächeln auf globalisierten Bürostühlen ersessen. Sie sind nett.

Sie sind abenteuerlustig. Sie sind sexy. Und vor allem haben sie eine volle Geldbörse. Her damit. Her mit allem! (Mein Gegenleser sagt, meine Schilderung sei " gallig". Vermutlich hat er Recht. Wenn ich heute lese, was ich damals schrieb, denke ich, ich war überfordert. Und verwirrt darüber.) Claude hat seit Sommer 2001 seine eigene Firma, sie heißt Nascor (www.nascor.ch). 1970 geboren, Single, hat Claude zuerst Medizin und dann Jura studiert und unter anderem in einer Firma für veterinärmedizinische Produkte gearbeitet. Ein gut ausgebildeter junger Mann, kommunikativ und so weiter, verfällt der Idee, eine Firma zu gründen, die sich mit Trends und den mehrheitlich schönen Dingen des Lebens beschäftigt. Drei Monate nach der Firmengründung zerfiel die Welt ins Grübeln. Kein schöner Start für Claude.

Warum hast du dich selbstständig gemacht?

"Als ich noch Kind war und meine Verwandten nicht mehr weiterwussten, fragten sie mich, na, junger Mann, was möchtest du denn mal werden? Ich kam meist ins Schleudern, weil ich das selbst nicht wusste. Als Witz erzählte ich einer Tante, mein Berufswunsch sei Kloputzer im Bahnhof Zürich-Stadelhofen. Meine Eltern waren nicht eben erbaut. Mit 17 wusste ich's endlich: Medizin. Ich habe die mittlere Reife nachgeholt mit der Vision, Menschen zu unterstützen. Ich studierte Medizin und danach die Rechte. Beides erschien mir nicht der richtige Weg. Die Vision hingegen ist geblieben. Darum wurde ich selbstständig. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich in einem Betrieb die Karriereleiter emporklettern will, um glücklich zu werden.

Warum bist du selbstständig geblieben?

Selbstständigkeit heißt für mich, individueller und freier im Leben zu sein, die Bausteine des Lebens zu nehmen und etwas daraus zu erschaffen. Es ist ein persönliches Netzwerk, in dem es keine Unterscheidungen zwischen Freizeit und Job gibt. Ich will eine Arbeit machen, keinen Job. Leben heißt arbeiten, aber nicht nur um Geld zu verdienen, sondern auch um zu wachsen. Dieser Vision entspringt die Motivation.

Welche Trends siehst du in der Gastronomie?

Gemütliches Zusammensein, nicht nur um zu essen. Kleine Häppchen. Vieles aus vielen Kulturen, nicht nur aus der japanischen Küche. Dann: Die Lokale, in die man hineinsieht, werden früher oder später Vorhänge kaufen. Es gibt einen Trend hin zur Intimität - und zum Stammtisch.

Und beispielsweise bei den Autos?

Die Farben Gold und Bronze.

Kannst du dir vorstellen, in eine Unternehmung einzutreten und deine Selbstständigkeit aufzugeben, wenn dir das Doppelte bezahlt würde?

Karriereentscheide treffe ich, um meiner Vision vom Leben zu dienen und um mein persönliches Wachstum zu fördern und nicht um eine angebrachte Geschäftspolitik als Angestellter zu machen. In einem Betrieb zu arbeiten, um das Doppelte zu verdienen, würde mir vielleicht für einige Zeit gefallen, aber es würde mich sicher wieder zurückziehen in die Selbstständigkeit.

Wann und wo waren deine letzten Ferien?

Oh, Ferien? Ein Wochenende in Arosa.

Das war alles?

Ja.

Ich sitze in der Rezeption und brüte über folgende Fragen: Was tun, wenn mitten im Abendservice, wenn hundert Gäste sich zum Schnitzel beugen, schon wieder der Feueralarm losbrüllt, weil er eine Macke hat? Wo ist die Sicherung im Staubsauger versteckt? Welches Formular muss ich ausfüllen, wenn sich die Aushilfe beim Snowboarden das Knie verdreht hat? Und wer übernimmt die Aushilfe der Aushilfe? Passt zu Zander besser ein Sauvignon aus dem Friaul oder ein Sancerre, oder ist das egal? Wie ändere ich die Homepage? Auf welchen Teil der Kurtaxe muss ich Mehrwertsteuer bezahlen, auf die Beherbergungstaxe von 20 Rappen oder auf etwas anderes? Wie verbuche ich die Kreditkartenkommission?

Ich lasse die Tage Revue passieren. Ein nicht unüblicher Arbeitstag. Aufstehen um 5.45 Uhr. Ein Gast möchte sein Frühstück um 6.30 Uhr. Selbstverständlich. Auftragen. Guten Morgen! Tee? Kaffee? Nein, tut mir Leid, die Zeitung kommt erst später. Sie haben Recht. Das Wetter sieht nicht gut aus. Abtragen. Schönen Tag noch! Und immer DAS eherne Gesetz der Gastronomie: keine unnötigen Gänge. Wer etwas hinbringt, der nimmt etwas zurück.

Beim Abwaschen die Wetterprognose von Radio Grischa. Es wird kühl. Es soll regnen. REGNEN! Mein Magen wird flau. Für ein Hotel heißt mieses Wetter: Die Gäste reisen ab. Die Zimmer bleiben leer. Die Kasse auch. Ich denke: Hätte ich doch Bustouristen. Die können nicht abreisen, weil es regnet. Die haben ein festes Programm. Heute Viamala. Morgen Luzern. Aber ich habe keine Bustouristen. Hätte ich welche, wären die Ausgaben so hoch wie die Einnahmen. Im günstigsten Fall. Doch wen interessiert das?

Daniela hat seit zwei Jahren ihre eigene Firma. Sie hat sich mit ihrem ehemaligen Chef selbstständig gemacht. Drei Frauen, ein Mann, eine Firma. Ihr Metier: " Alles im Bereich Druckvorstufe." Und warum eine eigene Firma?

"Uns war langweilig." Was macht deine Firma genau? Ein Beispiel?

"In den vergangenen Wochen hatten wir mehrere Geschäftsberichte zur Bearbeitung. Das heißt: Falten mildem, nie hundert Prozent scharf stellen, damit die Poren nicht sichtbar sind. Geplatzte Äderchen und Alkoholikernasen retouchieren. Augenbrauen mit PhotoShop zupfen, das lässt die Chefs netter aussehen. Und, sehr wichtig: die Zähne weißer erscheinen lassen, als sie es sind. Weg mit den gelben Stumpen! Kurz gesagt, wir machen die Welt anschaulicher. Zumindest im Bild.

Ich dachte, ihr arbeitet im Bereich Druckvorstufe?

So ist es.

Was haben die gelben Zähne eines Bankers damit zu tun?

Wir kriegen die Ideen vom CD einer Werbeagentur und setzen sie um, bis sie beim Drucker sind. Außerdem streiten wir mit dem Drucker wegen allem, vom Papier bis hin zu den Farbkorrekturen. Drucker halten übrigens bis heute an der Meinung fest, Frauen seien technisch sehr unbegabt. Die können sich gar nicht vorstellen, warum wir wissen, weshalb sie mehr Rot führen als nötig.

Klingt spannend. Und warum hast du dich selbstständig gemacht?

Damit ich mir meine Mitarbeiter aussuchen kann und nicht mit unmöglichen, unrentablen Knallköpfen zusammen schaffen muss. Keinen Vorgesetzten mehr habe, der keine Ahnung hat und mir immer die Ohren voll klönt und selbst grausam viel verdient.

Warum bist du noch immer selbstständig?

Weil es toll ist, für wenig Geld ganz viel zu arbeiten. Ja, und die Verantwortung, die ist auch so erfrischend. Ich weiß zumindest, warum ich schlecht schlafe.

Masochismus? Kannst du dir vorstellen, wieder in einen Betrieb einzutreten, wenn dir das Doppelte bezahlt würde? Und warum?

Klar kann ich mir das vorstellen. Warum? Das fragst du noch? Doppelt so viel Kohle und keine Verantwortung! Lechz! Wahrscheinlich würde ich mich aber nach drei Monaten langweilen!

Wie waren deine letzten Ferien?

Ich habe mir geschworen, pro Jahr zwei Wochen in die Ferien zu fahren!

Und?

Es war wunderbar.

Wie lange?

Zwei Wochen.

Wo?

Ayurvedisch geführtes Hotel auf Sri Lanka.

Offerten schreiben. Ein Menü zusammenstellen für eine Gesellschaft von 30 Personen. Manche Gäste essen kein Fleisch, also zwei Menüs. Den Wein dazu auswählen. Gibt es genug Mazer, einen Chiavennasca aus dem Veltlin? Nein. Im Keller sind nicht genügend Flaschen vorrätig. Also bei Luigi Wein bestellen. Er wird in zwei Tagen angeliefert. Das reicht. Pia, die Hausgouvernante, sagt, das Waschbecken in Zimmer 20 habe einen Sprung. Ein Gast hat vermutlich das Zahnputzglas fallen lassen. Den Klempner anrufen. Der kann erst morgen vorbeischauen, das Modell ist nicht vorrätig. Wo sollen sich die Gäste die Zähne putzen? In der Dusche? Der Gäste-Ordner ist noch nicht vollständig. Wer organisiert dieses? Wer jenes? Wann fährt der Glacier-Express? Wo ist die Liste mit den Arbeitsstunden der Aushilfen? Wo ist die Hygiene-Kontrolle? Die Küchenmannschaft sagt, der Tiefkühler funktioniere nicht. Der Elektriker findet einen Kriechstrom, daher brenne die Sicherung dauernd durch. An der Rezeption Gäste. Schreibt man hollandaise groß oder klein? Antonio hat sich in den Finger geschnitten. Halb so schlimm, kein Notfall. Noch während des Desinfizierens klingelt das Telefon: "Sie kennen doch den Herrn Gysling, der hat... Naher Osten ... Reisen ... Sonderpreis ..." Was soll ich mit einem Buch von Herrn Gysling? "Danke, nein, wir brauchen nichts." Der Gast von Zimmer 31 fragt, ob man seine Hemden bügeln würde. Aber sicher! Alzira sagt, die Bügelstation sei in der Revision. Nein, tut uns Leid. Aber wir haben einen Schirm? Ja. Haben wir. Der Schirm kommt später nicht zurück. In Zimmer 11 fehlt die Schreibmappe, in Zimmer 24 der Kugelschreiber, und die Blumen in Zimmer 23 lassen die Köpfe hängen. Die Menükarte muss nochmals getippt werden, weil die Küche vergessen hat, genügend Marlin zu bestellen. Die Computerkasse muss man umprogrammieren. Noch die Tagesabrechnungen ausdrucken, die Zimmerstatistik vervollständigen, denn darauf wartet das Tourismusbüro. Und irgendwann nach Mitternacht sehe ich mein Bett. Daneben steht die Rudermaschine. Wegen der Nackenschmerzen, die nicht aufhören wollen. Auf der Rudermaschine rudere ich jeden Morgen und komme nicht vom Fleck.