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Zur Lage der kleinsten wirtschaftlichen Einheit, dem Menschen: Ein Wachmann in Serbien

Jakov Plavcic, 32, ist Wachmann bei einer Sicherheitsfirma in Belgrad. Er bewacht im 12-Stunden-Schichtdienst Gebäude und Wohnhäuser westlicher Diplomaten. 1991 kämpfte er in Vukovar als Mitglied einer Spezialeinheit im Krieg gegen die Kroaten. Bevor er als Wachmann anring, war er Leibwächter einer Violinspielerin aus dem Umfeld von Mira Markovic, der Ehefrau von Slobodan Milosevic. Er ist ledig und hat keine Kinder.




Monatlicher Verdienst:

100 Euro Monatliche Grundkosten: Jakov wohnt in einer Wohnung, die ihm gehört. Für Elektrizität muss er im Monat 25 Euro aufbringen. Sein Auto, mit dem er zur Arbeit kommt, kostet ihn rund 35 Euro im Monat. Aufgrund der extrem hohen Inflation wird es für ihn immer schwieriger zu kalkulieren. Die Preise steigen jedoch ohne eine entsprechende Entwicklung bei den Löhnen, sodass das Gehalt kaum für den Lebensunterhalt ausreicht.

Altersvorsorge:

Seit rund einem Jahr ist Jakov über seinen Arbeitgeber in der staatlichen Altersversorgung. Allerdings zahlt ihm sein Arbeitgeber rund ein Drittel des Gehalts in bar aus, sodass er darauf keinen Rentenanspruch hat. Rund zwei Drittel des Lohns werden ihm auf sein Konto überwiesen. In der Zeit des Milosevic-Regimes hatte er keine soziale Versicherung, insgesamt hat er bislang also nur einen Rentenanspruch aus den vergangenen drei Jahren.

Wie und wie oft machen Sie Urlaub?

"Ich fahre nicht in Urlaub. Das letzte Mal war ich 1992 zum Skifahren in den Bergen in Serbien, im Nationalpark von Kopaonik."

Was ist das Wichtigste in Ihrem Leben?

"Frieden. Ich war im Krieg in Kroatien. Ich musste auf Menschen schießen, um mein eigenes Leben zu retten. Diese Zeit war schrecklich - Frieden ist das Allerwichtigste."

Welchen Stellenwert hat Geld für Sie ?

"Einen sehr hohen ..." (lacht)

Was möchten Sie in Ihrem Leben gern ändern?

"Alles. Meinen Boss, die Politik - einfach alles ..."