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Rock around the clock

Wer am Sonntagnachmittag den für den abendlichen Theaterbesuch vorgesehenen Anzug bekleckert, hat nur eine Chance: Zwo 24.




Zwo 24. So heißt die Idee, so lautet ihr Versprechen, und im Grunde ist die Geschichte damit bereits erzählt. In allen Textilreinigungen, bei denen Zwo 24 über der Eingangstür steht werden Kleider, Hosen, Blusen, Hemden, Mäntel und Krawatten binnen zwei Stunden nach Abgabe porentief gereinigt.

Deshalb die Zwo.

Schmutzwäsche kann man jederzeit dreckig bringen und sauber abholen, Tag und Nacht.

Deshalb die 24.

Selten wurde eine Dienstleistung knapper definiert.

Die Zwei-Silben-Idee ist eine Erfindung von Günter Böttges (54) und Lothar Michels (63), Firmenrepräsentant der eine, Handelsvertreter der andere, zusammen Chefs der drei Jahre jungen Zwo 24 AG mit Sitz in Köln. In einer Branche, die seit Jahren schrumpft wie ein Mohairpullover bei 95 Grad, wollen die beiden binnen der nächsten fünf Jahre zu den zehn bestehenden 190 weitere Outlets eröffnen. "Wir ham dat Reinijen nich neu erfunden", breitet sich Böttges in lupenreinem Rheinisch aus, "aber die Logistik is' neu." Die Logistik besteht aus einem computergesteuerten, patentierten Wäsche-Transportsystem, an dessen Anfang und Ende zwei Automaten stehen - ganz ähnlich den Geldautomaten in Sparkassenfilialen, nur dass man dort keine Scheine bekommt, sondern Wäsche los wird. Wie bei den Banken erhält auch der Zwo-24-Kunde zunächst eine Karte, die ihm den Kundenraum zu jeder Tages- und Nachtzeit/öffnet. Dort füllt er seine Schmutzwäsche in eine Plastiktüte, schiebt die Chip-Geldkarte in den Leseschlitz und wirft seinen Drecksack durch die kermit-grüne Metallklappe des Ausgabeautomaten.

Hinter der Klappe wartet eine bekittelte Reinigungsfachkraft, die seine Wäsche in die Waschmaschine stopft, sie reinigt und bügelt, um sie 120 Minuten später strahlend sauber auf die computerkontrollierten Transportbänder zu hängen. Schiebt der Kunde seine Karte später in den Abholautomaten, lässt die Logistik seine Wäsche Richtung Ausgabe-Terminal rattern. Wie bei einem Schokoriegelautomaten fällt sie dort in ein Ausgabefach, gebügelt und geschützt durch einen Plastiküberzug. Klappe auf - und man hat frische Wäsche, egal, ob es nun Freitag früh, Montagnacht oder Heiligabend ist.

Natürlich können Kunden ihre Zwo-24-Filiale auch zu den üblichen Öffnungszeiten betreten, und - wenn sie es denn unbedingt wollen - dabei sogar mit einem echten Mitarbeiter sprechen. Kernzielgruppe der Kölner Saubermänner aber sind Businesskunden, die ihre Anzüge und Hemden bequem vor der Arbeit bringen und nach Feierabend abholen wollen, statt während der Mittagspause ins nächstgelegene Sauberland zu hetzen.

Im Kölner Pilot-Outlet, so berichtet Böttges, nutzten 70 Prozent der Stammkunden die Late-Night-Automaten, "die meisten zwischen 19 und 23 Uhr, einige Versprengte aber auch mitten in der Nacht". Baldmöglichst wollen Böttges und Michels ihren Rock-around-the-clock-Service noch ein bisschen weitertreiben: in Zukunft sollen die Kunden ihre Chipkarten per Handyrechnung oder Cybercash auffüllen können.

Im Prinzip müsste ein Kunde seine Zwo-24-Filiale dann nur noch ein einziges Mal in seinem Leben betreten. Tagsüber jedenfalls.

Informationen im Netz: www.zwo24.de