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Mal müssen: zehn Cent

Ingrid Scheuer fand in einer Kölner Schultoilette einen neuen Job: Sie bringt den Schülern Manieren bei.




Ingrid Scheuer verdankt ihren Job dem Vandalismus einiger Schüler an der Kölner Gesamtschule Holweide. Seit September arbeitet die 53-Jährige als Wächterin in einer der Schultoiletten. Mal müssen kostet dort zehn Cent. Dafür ist das First-Class-Klo nun sicher und sauber. Im Preis inbegriffen sind Haarspray, Haargel und Zeitungen. Frau Scheuer versteht sich als Erziehungshilfe: "Es geht mir darum, den Jugendlichen Manieren beizubringen." Für sechseinhalb Stunden Arbeit pro Tag erhält sie ein Nettogehalt von 925 Euro im Monat und ist seit Jahren wieder sozialversichert. Vorher lebte sie von der Sozialhilfe. Erfolge des vorerst auf ein Jahr befristeten Experiments sind bereits sichtbar: Die Servicetoilette ist zum sozialen Treffpunkt geworden, und auch in den anderen Klos geht jetzt weniger zu Bruch.