Partner von
Partner von

Einfach gut sitzen

Reparatur lohnt sich nicht, heißt es häufig. Beim Büromöbelhersteller Wilkhahn schon. Der baut seit langem Stühle fürs Leben.




Wilkhahn hat das Wesen der Dienstleistungsgesellschaft früh begriffen. "Unsere Kunden wollen keine Stühle, sondern gut sitzen - und das möglichst lange", sagt Jochen Hahne, Chef des mittelstandischen Unternehmens mit 675 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 91 Millionen Euro. Die im niedersächsischen Bad Münder ansässige Firma entwickelte schon Anfang der Achtziger hochwertige Stühle, die den Büromenschen länger als ein halbes Berufsleben begleiten können. Stoffe und Gasfederung wurden so konzipiert, dass sie nicht nur 20 Jahre halten, sondern auch leicht ausgetauscht und aufgearbeitet werden können.

Heute geht die Rechnung auf. "Durch unsere Aufarbeitungs-Dienstleistungen halten wir lange den Kontakt zu den Kunden", sagt der 43-jährige Hahne. Lukrativer als der Neuverkauf sei die Wiederaufbereitung zwar nicht, aber die enge Beziehung zu den Käufern bringe handfeste Vorteile. Häufig kaufen alte Kunden, deren Stühle aufpoliert werden, gleich ein paar neue dazu.

Daneben bietet Wilkhahn auch Beratungsleistungen bei der Planung und Konzeption neuer Büroprojekte an. Allerdings seien die Erlöse aus diesem Bereich noch sehr gering. "Vielfach rechnen sich diese Leistungen nur durch den dadurch gesteigerten Absatz von neuen Möbeln", so Hahne.

In Zukunft sollen auch reine Dienstleistungen für zusätzliche Umsätze sorgen. Das Zauberwort lautet: Roomware. Gemeinsam mit dem Darmstädter Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme entwickelte Wilkhahn neue Konzepte für Kommunikationsräume. Dazu gehören neben den Stühlen auch flexible Wandmodule und variable Konferenztische mit integrierten Touch-Screen-Bildschirmen. Neben der Hardware will Wilkhahn künftig auch sein Know-how verkaufen, über die Kunst, effektiv miteinander ins Gespräch zu kommen.