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Betreutes Wohnen

Ein Gebäude zu bauen bringt Arbeit für einige Monate. Ein Gebäude zu betreiben bringt Arbeit für Jahrzehnte. Am besten macht man beides.




Kann einer, der normalerweise Towers und Terminals baut, auch einen Flughafen betreiben? Ist jemand, der Straßen planiert, der Richtige, wenn auf der Autobahn Maut kassiert werden soll? Hans-Peter Keitel, Vorstandschef der Essener Hochtief AG, nickt. "Natürlich, unsere Kunden erwarten von uns heute mehr als nur die Bauleistung. Wir müssen auch Know-how in den Bereichen Betrieb und Finanzierung mitbringen." Was das konkret heißt, lässt sich seit März 2001 in Athen besichtigen. Dort hat Hochtief den Flughafen Eleftherios Venizelos nicht nur geplant, gebaut und finanziert - auch für den Betrieb sind die Essener verantwortlich. Außerdem kaufte Hochtief 1997 gemeinsam mit dem Partner Aer Rianta aus Irland 50 Prozent am Düsseldorfer Flughafen, und im Juli 2000 übernahm das Unternehmen 36 Prozent des Hamburger Flughafens.

Erste Ansätze zur Neuausrichtung des 1875 gegründeten Bauunternehmens gab es bereits in den sechziger Jahren. Beim Bau eines Hilton-Hotels in Griechenland tauchten erstmals die Begriffe "schlüsselfertiges Bauen" , "Generalunternehmer" und " Dienstleister" auf. "Damals ist die grundlegende Marschrichtung ausgegeben worden, und Hochtief machte sich auf den langen Weg vom reinen Baumeister zum integrierten Baudienstleister", sagt Keitel. Das wichtigste Motiv sind die regelmäßigen Flauten am Bau. "Die Baukonjunktur unterliegt sehr großen Schwankungen. Durch die Dienstleistungen besteht die Chance, von diesen Zyklen langfristig unabhängiger zu werden." Die Projekte sind äußerst unterschiedlich. Hochtief wird etwa die erste Mautstrecke in Deutschland, den Herrentunnel in Lübeck, bauen und betreiben. Die Essener kümmern sich um die Versorgung der Autostadt in Wolfsburg, betreiben ein Tourismuszentrum am südafrikanischen Kap der Guten Hoffnung und ein Kohlenbergwerk in Australien. In Schottland hat Hochtief fünf Schulen gebaut und ist heute für Catering, Reinigung, Schulausstattung und das Gebäudemanagement verantwortlich.

Rund 20 Prozent der rund 37 000 Hochtief-Mitarbeiter verdienen im Dienstleistungssektor ihr Geld. 2001 steuerten die Dienstleistungen rund 1,9 Milliarden Euro zum vorläufigen Umsatz von 13,4 Milliarden Euro bei. Für Keitel ist das noch nicht genug: "Innerhalb der kommenden fünf Jahre wollen wir unsere Umsätze im Dienstleistungsbereich verdoppeln."