Herbst 2001: die Schweiz in Panik. Unnötigerweise.
Meine Großmutter begann ihre Briefe mit den Worten: "Habe an Dich ..." oder "Freute mich darüber, dass ..." Es wäre ihr nie eingefallen, ICH an den Anfang zu stellen. Ihr Ich verschwand hinter ihren Funktionen. Mutter. Von sechs Kindern. Ehefrau. Eines nörgelnden Gatten. Den sie trotz allem liebte. Geschäftsfrau. Verkaufte Halbpfünderli, Püürli und Schrapskugeln in familieneigener Bäckerei-Konditorei. Schließlich Großmutter. Mit grauem Kringelzopf, als käme sogleich Luis Trenker. Sie strich mir über den Kopf und drehte ihn weg, als die Klappfalle mitsamt der Maus im eiskalten Wasser versank. Dann schnurrte sie: "Wotsch no en Ovo?"